18:25:01 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Mit der gegenwärtigen Entgottung der Gesellschaft greift eine zunehmende Lebensangst uns sich. Wie kann man sie bekämpfen? Von Christa Meves.

Christa Meves bei einem Kongreß von ‘
Kirche in Not’
© Kirche in Not(kreuz.net) „Habt keine Angst!“ – sagt Josua im zehnten Kapitel seines Buches. Was kann die Psychotherapeutin
dieser großen Wahrheit hinzufügen?
Als ich mir dazu Gedanken machte, fiel mir das Interview eines heiligmäßigen
Missionars in die Hände. Er arbeitete jahrelang in gefährlichem Dienst.
Irritiert durch seinen unerschütterlichen
Glauben fragte ihn sein Gesprächspartner:
„Empfanden Sie bei ihrem gefährlichen Tun keine Angst? Sie
haben doch Hunderttausende Bibeln nach Rußland und China geschmuggelt!“
„Oh, doch!“ – antwortete der
Missionar: „Ich gehe nie ohne Angst. Ich gehe trotz meiner Angst.“
Man geht um Gottes willen – erfüllt
von seinem Auftrag.
Dieser ungeschönte Realismus enthält jene Wahrheit, die Christus im 16. Kapitel
des Johannesevangeliums mit der Feststellung umschreibt: „In der Welt habt ihr Angst“.

Schon Kinder leiden an Angstzuständen
© Flickr-Benützer „R@punseLL“, Lizenz: Creative CommonsWir kennen es
alle – dieses Gefühl der Angst, das uns manchmal schleichend bedrängt, manchmal mit Macht anfällt.
Dieses Gefühl gehört von der Wiege bis zur Bahre zu uns Menschen. Alle höheren Tierarten kennen es
in einer ähnlichen Weise.
Das Gefühl der Angst ist in unserer Zeit allgegenwärtig.
Wie sollen wir
keine Angst haben, da die vorhandenen Atombomben genügen, um die Erde tausendfach zu vernichten?
Wie
sollen wir keine Angst haben, wenn Moslems ihre Leute zum Heiligen Krieg gegen den „gottlosen Westen“ –
wie sie sagen – aufrufen?
Wie sollen wir keine Angst habe, da weltweit neue tödliche Seuchen auftreten,
für die – so rasch, wie sie fortschreiten – kein Heilmittel gefunden werden kann?
Wie sollen wir gelassen
bleiben angesichts der Tatsache, daß die Industrienationen seit vierzig Jahren dabei sind sich auszulöschen,
indem sie dafür sorgen, daß die Mütter kaum noch Kinder bekommen und weltweit millionenfach Menschen
im Mutterleib getötet werden.
Allein in Deutschland sind es seit 1976 acht Millionen Menschen.
Wie
sollen wir nicht erschaudern, wenn wir uns ausrechnen, daß die Wirtschaftskraft dadurch unweigerlich
absinkt und daß Hungersnot und Armut drohen – auf jeden Fall die Arbeitslosigkeit?
Ja, wir haben Angst
in der Welt und um diese Welt.
Den meisten von uns mag es noch gelingen, die dunkle Wolke angstmachender
Gefahren zu verdrängen – zumal es uns in unserem Land in einer sechzigjährigen Friedenszeit bisher noch
recht gut gegangen ist.
Als praktisch arbeitende Psychotherapeutin komme ich um die Angst der Menschen
nicht herum.
Eine Vielzahl von Menschen hat hierzulande ein großes Problem: Sie sind krank vor Angst.
Sie können vor Angst nicht schlafen, nicht essen, nicht arbeiten, sich nicht konzentrieren.
Sie befinden
sich in einem dauernden Zustand der Erregung. Das sind keineswegs nur Menschen im Berufsstreß, sondern
inzwischen auch Kinder.
Viele von ihnen sind so unruhig, daß sie nicht mehr stillsitzen können. Sie
sind gejagt von einer ihnen selber nicht verstehbaren, ihrer Umwelt nicht erklärbaren Unruhe.
Die Ärzte
haben in ihrer Ratlosigkeit offenbar keine anderen Rezepte, als Medikamente zu verschreiben, die diesen
unerträglichen Zustand wenigstens abmildern.
24 Millionen Menschen haben im Jahr 2005 in den USA solche
ärztlich verordneten Beruhigungsmittel geschluckt.
In Deutschland sieht es gewiß nicht besser aus.
Ein Fachmann sagte mir, daß die Droge Ritalin von den Apotheken bereits tonnenweise an unsere Kinder
verteilt wird.
Christa Meves ist eine bekannte Psychotherapeutin. Der Text ist die überarbeitete Fassung
eines Vortrages, den sie an einem von ‘Kirche in Not’ organisierten Augsburger Kongreß gehalten hat.
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juergen 13:02:09 | Donnerstag, 28. Juni 2007
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Kurt K. 10:28:46 | Donnerstag, 28. Juni 2007
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Kurt K. 02:59:12 | Donnerstag, 28. Juni 2007