Kurie
Eine neue Welle von Ernennungen?
In Rom spricht man schon offen von einem neuen Amtsinhaber für die Glaubenskongregation. Es wird auch ein Kronfavorit genannt.
Welche Bischöfe dürfen ein Amt mit Kardinalshut erwarten?
Welche Bischöfe dürfen ein Amt mit Kardinalshut erwarten?
© Francesco Maga, Lizenz: Creative Commons
(kreuz.net, Vatikan) In den heiligen Mauern des Vatikan ist eine stille Schlacht um zwei wichtige Posten ausgebrochen. Das berichtete der italienische Vatikanist Marco Tosatti am 26. Juni in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’.

Gebuhlt wird um das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation und des Päpstlichen Rates für die Kultur. Dessen gegenwärtiger Amtsinhaber, Paul Kardinal Poupard, wird im August 77 Jahre alt.

Kandidat für den Kulturrat

Als sein aussichtsreichster Nachfolger gilt Prälat Gianfranco Ravasi, der gegenwärtige Präfekt der Ambrosianischen Bibliothek in Mailand.

Prälat Ravasi ist ein Exeget und – häufig oberflächlicher – Vielschreiber, der zahllose Bücher und Artikel publiziert hat. Über Jahre schrieb er für die katholische Tageszeitung ‘Avvenire’ eine tägliche Kolumne, die auf der Titelseite publiziert wurde.

Aus seiner Feder stammte auch der Text des Kreuzweges, den der Papst am vergangenen Karfreitag im riesigen römischen Amphitheater Kolosseum gebetet hatte.

Der progressive Flügel im Vatikan soll Prälat Ravasis Kandidatur unterstützen.

In der Vergangenheit wurde der Prälat immer wieder als Kandidat für Bischofsernennungen ins Spiel gebracht: zum Beispiel für die Diözese Assisi oder das berühmte Heiligtum in Loreto.

Kardinal Scola von Venedig - der nächste Präfekt der Glaubenskongreagtion?
Kardinal Scola von Venedig – der nächste Präfekt der Glaubenskongreagtion?
© Diözese Venedig
Zugleich wurde gemunkelt, daß einige seiner Aussagen über die Auferstehung vom ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation nicht besonders geschätzt worden seien.

Die Ernennung eines Kandidaten, der noch nicht Bischof ist, in ein Amt, das den Kardinalshut mit sich bringt, wäre ungewöhnlich.

Andere mögliche Kandidaten für das Amt des vatikanischen Kulturministers sind auch der Erzbischof von Quebec, Marc Kardinal Ouellet, der Erzbischof von Toledo, Antonio Kardinal Cañizares, oder der Bischof von San Marino, Mons. Luigi Negri.

Anwärter auf die Glaubenskongregation

Der Erzbischof von Toledo – der in seinem Heimatland auch „kleiner Ratzinger“ genannt wird – könnte auch für den Posten des Präfekten der Glaubenskongregation in Frage kommen.

Tosatti glaubt, daß der Papst und sein Staatssekretär den gegenwärtigen Amtsinhaber, William Kardinal Levada, als Erzbischof nach New York versetzen wollen.

Der Kronfavorit für das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation ist für viele der Patriarch von Venedig, Angelo Kardinal Scola.

Kardinal Scola wird vom Papst offenbar sehr geschätzt. Der Patriarch erwarte auch eine Belohnung, nachdem er als Präsident der Italienischen Bischofskonferenz übergangen worden ist.

Zwar habe der Papst – so Tosatti – Kardinal Scola als Präsidenten der Bischofskonferenz gewünscht. Er sei „aber gezwungen gewesen, auf eine Ernennung zu verzichten“.

Mit dieser Formulierung will Vatikanist Tosatti wohl ausdrücken, daß Kardinal Scola bei den italienischen Bischöfen nicht die nötige Unterstützung fand und der Papst – ohne dazu verpflichtet zu sein – sich diesem Umstand gebeugt hat.

Weitere Ernennungen

Vor dem Urlaubsantritt des Papstes am 9. Juli könnten noch weitere Ernennungen folgen.

So wird erwartet, daß Erzbischof Claudio Maria Celli – der gegenwärtige Sekretär der Vermögensverwaltung des Heiligen Stuhles (Apsa), zum Präsidenten des Päpstlichen Medienrates ernannt wird.

Mons. Celli steht dem emeritierten, liberalen Kurienkardinal Achille Silvestrini (83) nahe.

Der bisherige Amtsinhaber Erzbischof John Patrick Foley (71) könnte Kardinal Carlo Furno als Großmeister der Grabesritter ersetzen.
      
22 Lesermeinungen
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#22   DB1975   20:54:45 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Sirillo:
… gut, dass es noch vernünftige Menschen gibt … und ich hatte schon befürchtet, der einzige zu sein, der bei all diesen bizarren „Verschwörungstheorien“ immer ein wenig den Hauch des Paranoiden verspürt … :-O
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#21   Nachtlaterne   20:38:30 | Mittwoch, 27. Juni 2007
großfürst der moraltheologie:
www.mutev.de/…erung/Drewermann.jpg
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#20   No Comment   18:18:45 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Abwarten und Tee trinken…
(Chinesisches Sprichwort.)
:-D
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#19   ottaviani   18:05:34 | Mittwoch, 27. Juni 2007
wie man heute mittag
hier feststellen konnte:
212.77.1.245/…letin/news/20491.php?index=20491&la…
ist vieles was in dem artikel steht bereits eingetreten Mgr Foley ist Großmeister der Grabesritter
Mgr chelli ist präsident des päpstlichen rates für die sozialen kommunikationsmittel
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#18   Rudolfus   16:53:21 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@Unliebsame Päpste in der Kirchengeschichte
Seltsam ist es jedoch, dass Erzbischof Lefebvre niemals ein Wort darüber verloren hat.
Zumindest öffentlich und offiziell nicht.
Die gesamte Papstgeschichte ist jedenfalls voll von den Irregularitäten um die Päpste, einschließlich mehrerer Giftmorde.
Bereits Papst Pius’ XI. Tod wurde eine faschistischen Mussolini-Verschwörung in die Schuhe geschoben, da der zuständige Arzt im Vatikan mit der Mussolini-Familie verschwägert war.
Man lernt jedenfalls aus der Papstgeschichte, daß man dem jeweiligen Petrusamstinhaber jedenfalls immer auch mit einem gewissen Maß an kritischem Geist begegnen muß.
Und hierin würde Papst Benedikt XVI. sicher selbst zustimmen.
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#17   Sirilo   16:46:21 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Moderne Vatikan-Mythen
Papst Johannes Paul I. ist nach Aussage seiner Geschwister an Herzversagen gestorben. (Das Buch von Yallop ist reine Sensations- und Geldmache).
Was Kardinal Siri angeht: Siri starb am 2. Mai 1989 in Villa Campostano und ist in der Kathedrale San Lorenzo in Genua begraben.
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#16   Juhuben Cantuja   16:25:11 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Rudolfus: frei nach Shakespeare
Etwas muss im Vatikanstaat faul sein, denn es gibt allzu viel Unaufgeklärtes. Johannes Paul I soll nach Yallop – den man bestimmt nicht zum fundamentalistischen Lager rechnen kann – keineswegs eines natürlichen Todes gestorben sein. Bis heute sind die Hintergründe für den Mord am Kommandanten der Schweizergarde und seiner Frau nicht aufgedeckt. Seltsam ist es jedoch, dass Erzbischof Lefebvre niemals ein Wort darüber verloren hat.
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#15   Rudolfus   16:00:12 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@Juhuben Cantuja / Cardinal Siris Papstwahl und Verschwörungstheorien
Es gibt nur unbestätigte Verschwörungstheorien.
Cardinal Siris mündliche Antwort auf die diesbezügliche Frage aus dem Jahr 1985 wurde gestern bereits in einem Posting anläßlich des neuen Papstwahldekretes Benedikts XVI. gebracht.
Unbestritten ist, daß 2001 ein FBI-Offizier behauptet hat, daß Cardinal Siri 1958 tatsächlich bereits gewählt war – nämlich am österreichischen Nationalfeiertag.
Allerdings: Auch 1963 und 1978 soll Siri ein aussichtsreicher Kandidat gewesen sein.
Das wäre doch ein Grund gewesen, Cardinal Siri im Nach-Johannes-Paul-II.-Konklave erst gar nicht als Kandidaten aufscheinen zu lassen.
Warum gerade 1989? Vermutlich sah Johannes Paul II. bereits 1989 seinen Tod herankommen.
Und wäre Siri erst kurz vor dem Nach-Johannes-Paul-II.-Konklave in den Vatikankerker gesperrt worden, so wäre das den anderen Cardinälen aufgefallen.
So hat man ihn vielleicht gleich ein bißchen früher auf das Vatikanstaatsgebiet gebracht – und dort ist der Papst absoluter Souverain.
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#14   Juhuben Cantuja   15:49:05 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Rudolfus: falls es stimmen sollte
falls es stimmen sollte, dass Kardinal Siri zum Papst gewählt wurde und daran gehindert wurde sein Amt auszuüben, so wäre dies ein Armutszeugnis für das damalige Kardinalkolleg das einen derartigen Skandal zugelassen hat und Wasser auf die Mühlen der Sedesvakantisten. Wissen Sie mehr darüber?
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#13   Rudolfus   15:41:43 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@Cardinal Siri 101 Jahre
Auch wenn man auf den 100. Geburtstag vergessen hat, so kann man doch auch den 101. Geburtstag feiern.
Vielleicht läßt ihn ja Benedikt XVI. einmal die Tiara an seinem Geburtstag aufsetzen …
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#12   Ydefix   15:38:19 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Demnach
wäre es jetzt 101 Jahre alt.
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#11   Rudolfus   15:35:41 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@Juhuben Cantuja
sind Sie noch ganz bei Sinnen?
Wegen Cardinal Siri? 1989-2007 ist doch eine lange Zeit in einem Kerker, auch wenn es im Kirchenstaat ist.
Der arme Mann kann doch nichts dafür, daß er Pius’ XII. Wunschnachfolger war.
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#10   Juhuben Cantuja   15:32:29 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Rudolfus:
sind Sie noch ganz bei Sinnen?
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#9   Cavaliere   15:03:02 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@RJH + Klarstellung zu Kardinal Furno
Nein kann man nicht. Katholische Ritterlichkeit ist nie ein Anachronismus, insbesondere im Falle der Grabesritter, welche die Kirche im Hl. Land am Leben halten (Patriarchat, Schulen, Seminar, Nothilfe fuer christl. Familien etc.).
Klarstellung zu Kardinal Furno: Sein Ruecktritt aus Altersgruenden wurde heute vom Hl. Vater angenommen.
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#8   Rudolfus   14:38:43 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@Cardinal Siri als Glaubenspräfekt
Man sollte Cardinal Siri vielleicht aus dem Vatikankerker seit 1989 wieder hervorholen und zum Glaubenspräfekten machen.
Er erhebt ja keine Ansprüche auf das Papsttum und wäre sicher ein treuer rechtgläubiger Glaubenspräfekt.
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#7   RJH   14:17:35 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Großmeister der Grabesritter?
Könnte man nicht mal anfangen solche Anachronismen allmählich etwas zurückzufahren?
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#6   PietroParente   13:41:33 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Bestätigung
Zumindest stimmt es, dass Erzbischof Celli zum Präsidenten des Medienrates ernannt wurde, und zwar heute!!!
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#5   nonnobisdomine   13:04:47 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Nicht das „Berichterstatten“ irgendwelcher Pressegerüchte ist …
boshaft oder gar kontraproduktiv, sondern
… das Auftreten der diversen „seltsam anmutenden Kräfte“, die hier ihre Spekulationen veröffentlichen und kundtun.
Abwarten, was vom Hl. Stuhl bestätigt wird.
In einer anderen Angelegenheit habe ich heute durch die Kurie eine schriftliche Mitteilung erhalten, die eine Rechtskraft enthält, die in einem anderen Zusammenhang von mir mal ggf. gepostet wird.
Nur die Verlautbarungen des Hl. Stuhles zählen … nicht Gerüchte oder sonstiges.
Auch die diversen Homo-Lobbyisten und deren Handlanger (z.B. gescheiterte Theologen, die sich mit schwammigen Aussagen und diffusen Thesen hier kundtun) sind nicht maßgebend für die Lehre der hl. Kirche.
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#4   Arwen   12:21:08 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Ätsch alle Vorposter
Die erste hier angekündigte Ernennung hat sich bereits heute bewahrheitet.
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#3   Cavaliere   12:03:05 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Falschmeldung zu Cardinal Furno
Ich wuerde diesen Geruechten nicht trauen. So ist z.B. die Behauptung, dass der Groszmeister des Ritterordens vom Hl. Grab Kardinal Furno verstorben ist, eine Falschmeldung.
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#2   Freinsberg   11:53:59 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Ablöse…
Was – und Msgr. Marini wird nicht abgelöst? Laut KreuzNet müsste der Freimaurer doch mindestens seit zwei Jahren irgendwo in der Wüste sitzen. ^-^
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#1   Typ   11:20:58 | Mittwoch, 27. Juni 2007
„katholische Nachrichten“
Nach Meinung von kreuz.net ist offenbar das wahllose Aneinanderreihen von Gerüchten eine „katholische Nachricht“.
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