14:44:02 | Donnerstag, 28. Juni 2007
Seit Jahren ist eine Gruppe sedisvakantistischer Ordensfrauen in den USA als „Singende Schwestern“ bekannt. Jetzt hat ein Drittel der Schwestern die Gemeinschaft verlassen – Richtung Ortsbischof.

Die „Singenden Schwestern“
(kreuz.net, Mount St. Michael) Die „Schwestern von Maria der Unbefleckten Königin“, eine sedisvakantistische
religiöse Gemeinschaft in den USA, wurden im Jahr 1967 gegründet.
Ihr Mutterhaus befindet sich in Mount
St. Michael im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington. Die Schwesterngemeinschaft ist Teil einer größeren
sedisvakantistischen Gruppierung, die sich ‘CMRI’ nennt. Die Abkürzung steht für „Congregatio Mariae
Reginae Immaculatae“.
Ihr Leiter ist der sedisvakantistische Bischof Mark A. Pivarunas, der in der Stadt
Omaha im US-Bundesstaat Nebraska auch ein Priesterseminar führt.
Die Sedisvakantisten glauben, daß
der Stuhl Petri seit dem Zweiten Vatikanum leer ist und die Päpste seit dieser Zeit ihr Amt unrechtmäßig
ausüben.
Die „Schwestern von Maria der Unbefleckten Königin“ sind in verschiedenen Bereichen aktiv.
Sie führen neben dem Mutterhaus die „St. Michael’s Academy“,
eine private katholische Schule mit ungefähr 180 Studenten.
Daneben betreiben sie einen religiösen
Versandhandel und unterrichten in fünf weiteren kleinen Schulen in den USA. Außerdem sind sie in sedisvakantistischen
Pfarreien tätig.
Seit 1979 produzieren sie auch als „Singende Schwestern“ Musikaufnahmen.
Anfang Juni
kam es in der Schwestergemeinschaft zu einem offenen Bruch. Das berichtete die in der Stadt Spokane –
US-Bundesstaat Washington – erscheinende Tageszeitung ‘The Spokesman-Review’ am 21. Juni.
„Das ist eine
schmerzhafte Zeit für alle Schwestern“ – erklärte Sr. Mary Dominica, die Oberin der Gemeinschaft, vor
der Zeitung:
„Wir sind über so viele Jahre eine Familie gewesen. Wir fühlen, als ob die weggegangenen
Schwestern immer noch unsere Schwestern sind.“
Anfang Juni verließen etwa 15 der ungefähr fünfzig
Schwestern die Gemeinschaft.

Die Schwestern unterrichten und erziehen Kinder und Jugendliche
Ihr Weggang wurde durch theologische Differenzen – vor allem bezüglich
der Anerkennung des jetzigen Papstes – verursacht.
Seit etwa zwei Jahren – nach anderen Quellen schon
seit 15 Jahren – begannen einige Schwestern, die sedisvakantistische Position der Gruppe in Frage zu stellen.
Deshalb kamen die Schwestern offenbar überein, die existierenden unterschiedlichen Positionen im privaten
Rahmen gelten zu lassen:
„Wir versuchten alle, uns gegenseitig zu respektieren“ – so die Oberin vor der
Zeitung.
Doch dann entstand die Befürchtung, daß die abweichenden Schwestern im Unterricht Positionen
lehren würden, die von jenen der Großgemeinschaft abweichen würden.
Schließlich bestimmte der sedisvakantistische
Generalobere, Bischof Mark A. Pivarunas, daß jene Schwestern, die öffentlich gegen die theologischen
Positionen seiner Gruppe reden, die Gemeinschaft bis zum 27. Juni verlassen müßten.
Pivarunas erklärte
weiter, daß jene Schwestern, welche die theologischen Positionen der Gemeinschaft nicht unterstützen,
aber gegen diese nicht öffentlich auftreten, weiter bleiben, aber nicht unterrichten oder Leitungspositionen
einnehmen könnten:
„Es gibt heute für ein Mitglied der CMRI keinen größeren Widerspruch, als zu versuchen,
zweien Herren zu dienen, das heißt, Benedikt XVI. anzuerkennen und zugleich Mitglied einer Kongregation
zu bleiben, die von ihm getrennt ist“ – so Bischof Pivarunas.

Die Schwestern haben Nachwuchs: Postulanten, Novizen und Profeßschwestern
Die 15 Schwestern, welche die Gemeinschaft
verlassen haben, sollen sich in das Immaculate Heart Retreat Center, einem von der Diözese Spokane geführten
Exerzitienhaus, begeben haben.
Der Generavikar der Diözese, Hw. Steve Dublinski, lehnte eine Stellungnahme
ab: „Die Diözese möchte die Privatsphäre der Schwestern und ihr Bedürfnis nach Abklärung ihrer Berufung
respektieren.“
Sr. Marie Vianney – eine der Klosterfrauen die der Gruppe treu blieb – ist erschüttert:
„Das sind meine Oberen, meine Lehrerkolleginnen, meine Schwestern in Christus“.
Es sei für sie unvorstellbar,
über die weggegangenen Schwestern eine schlechte Meinung zu haben.
„Einige der Schwestern wollten modernere
Katholiken statt traditionelle Katholiken werden“ – erklärt der sedisvakantistische Pfarrer Casimir Puskorius,
der einer Gemeinde mit etwa 300 Haushalten vorsteht: „Das hat in der Gemeinschaft eine enorme Spaltung
verursacht.“
Trotz des Verlustes eines Drittels der Gemeinschaft, werden die Schwestern ihre Konzerttätigkeit
aufrechterhalten. Der nächste Auftritt ist für den 7. Juli geplant.
Auch die „St. Michael’s Academy“
wird weitergeführt, wobei einige Klassen zusammengelegt und weitere Laienlehrer angestellt werden müssen.
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