Die Frau mit dem blutigen Nastuch und das herunterfallende Christkind
Der kürzlich verstorbene Buchautor und Präsident der Internationalen UNA VOCE Bewegung, Michael Davies, äußert sich in einem Interview sehr kritisch zu den Erscheinungen in Medjugorie. Der Konvertit hat dazu mehrere Bücher geschrieben.
Frage: Herr Davies, ihre Gattin stammt aus Kroatien. Sie spricht fließend Kroatisch, die Sprache der
Gegend, wo sich auch Medjugorie befindet. Sie haben die angeblichen Erscheinungen untersucht. Zu welchem
Ergebnis sind sie gekommen?Michael Davies: Ich glaube, daß sie nicht echt sind.
Frage: Wenn das stimmt, wie ist dann der gewaltige Wallfahrtstourismus zu erklären, der sich um Medjugorie gebildet hat?
Michael Davies: Ich habe mein Buch über Medjugorie gerade überarbeitet und erweitert. Der Diözesanbischof von Mostar hat dazu eine Einleitung verfaßt. Das bischöfliche Schreiben ist vier Seiten lang und wird gegenwärtig von meinem Sohn ins Englische übersetzt.
Frage: Glauben die Menschen immer noch an Medjugorie?
Michael Davies: Natürlich glauben die Leute immer noch an Medjugorie, aber ich würde bezweifeln, daß die sogenannten „Seher“ noch daran glauben. Es geht nur noch um das Geschäft. Ich glaube, daß Medjugorie der größte Schwindel der ganzen Kirchengeschichte ist. Meine Frau unterhält telephonische Kontakte zum Diözesanbischof von Mostar. Schon der erste Bischof, der die Sache untersuchte, bestätigte, daß die ganze Geschichte eine organisierte Geldmacherei ist.
Die meisten Menschen, die nach Medjugorie pilgern sind fromme Katholiken. Sie haben kein Vertrauen mehr in ihre Ortsbischöfe. Wenn man dann genug an die Erscheinungen glaubt, bekommt man eine absolute Gewißheit. Das ist der Grund warum meine Bücher über Medjugorie nicht sehr erfolgreich waren. Diese Leute glauben nämlich, daß ich gegen die Muttergottes schreibe.
Es ist sehr traurig. Manche Leute reisen jedes Jahr nach Medjugorie. Es ist nicht überraschend, daß vertrauensselige Leute, die übers Ohr gehauen wurden, das nicht gerne zugeben. Besonders wenn man so viel Zeit und Mühe aufwendet, Jahr für Jahr nach Medjugorie zu pilgern. Ich möchte zu diesem Phänomen nicht ins Detail gehen, sondern ein Beispiel geben.
Als der Diözesanbischof mit Vicka, einer der sogenannten Seher, sprach, erzählte Vicka die Geschichte vom blutigen Nastuch: Ein Taxi habe angehalten und eine Frau, die ein blutiges Nastuch in der Hand hielt, sei ausgestiegen. Die Frau habe Anstalten gemacht, das Nastuch in einen nahegelegenen Fluß zu werfen. Da sei ein Mann aufgetaucht und habe die Frau an ihrem Tun gehindert. Es habe sich herausgestellt, daß die Frau mit dem blutigen Nastuch die Muttergottes war. Hätte sie das Nastuch in den Fluß geworfen, wäre die ganze Welt augenblicklich zerstört worden.
Frage: Dann gab es den Zwischenfall während einer angeblichen Erscheinung, die von einem Filmteam aufgenommen wurde. Ein Mitglied des Filmteams hielt seine Hand unerwartet vor das Gesicht einer der Seher, um ihre Trance zu überprüfen. Die Seherin schreckte zurück und fiel aus ihrer Trance. Sie lehnte es ab, Fragen zu beantworten und eilte zu einem der Priester, um sich mit ihm zu beraten. Anschließend verkündete sie vor versammelten Pressevertretern, daß sie die Muttergottes mit dem Christkind in der Hand gesehen habe. Plötzlich sei es ihr vorgekommen, daß die Muttergottes das Kind fallen lasse. Der Wunsch, das Christkind aufzufangen, habe sie aus der Trance herausfallen lassen.
Michael Davies: Der betreffende Priester gab übrigens später das Priestertum auf und ist jetzt verheiratet. Man beachte auch, daß sich die Seherin zurückbewegte. Hätte sie das angeblich herunterfallende Christkind auffangen wollen, hätte sie sich nach vorne beugen müssen. Aber die Vorstellung der Muttergottes, die das Christkind fallen läßt, ist vollkommen lächerlich.
Mittwoch, 7. Juni 2006 11:48
mark waterinckx: Neue Bucher uber Medjugorje
Auf englisch : „ Understanding Medjugorje“ von Donal Foley ISBN : 0-9550746-O-6 310p. 22,95 E. Siehe auch
:
www.theotokos.org.uk
Auf französisch : „Medjugorje“ von Yves Chiron 90p. 10E.
ISBN : 2-9519148-5-7
Auf Internet www.stichtingvaak.nl finden Sie einen Brief vom Vatikanisches Staatssekretariat am holländischen Pfarrer Rudo Franken zum Dank für sein Buch „ Eine Reise nach Medjugorje“
www.theotokos.org.uk
Auf französisch : „Medjugorje“ von Yves Chiron 90p. 10E.
ISBN : 2-9519148-5-7
Auf Internet www.stichtingvaak.nl finden Sie einen Brief vom Vatikanisches Staatssekretariat am holländischen Pfarrer Rudo Franken zum Dank für sein Buch „ Eine Reise nach Medjugorje“
Montag, 31. Januar 2005 11:30
Stimme aus dem Tradiland: „Frau aller Völker“ von Amsterdam
Eine ganz klar falsche „Erscheinung“! Das Problem ist, dass Bischof Punt von Haarlem-Amsterdam sie ohne Begründung oder neuerliche Untersuchung anerkannt hat und die von zahlreichen Personen angerufene Glaubenskongregation bis jetzt weder „muh“ noch „mäh“ dazu gesagt hat. Ähnliche Probleme gibt es bei allen anderen falschen „Erscheinungen“. Wir haben einen extrem erscheinungsfreundlichen Papst, der das als Teil seines marianischen Selbstverständnisses und zudem in die kirchenpolitisch erwünschte Richtung (fromm-charismatisch, weder kritisch-liberal noch traditionalistisch-vorkonziliar) gehend versteht und klare Verurteilungen nicht schätzt. Bei Amsterdam ist das besonders schlimm, da es mindestens drei klare Stellungnahmen des Hl. Officiums des Inhalts, dass es keine göttlichen Erscheinungen sind, gegeben hat. Diese alten Stellungnahmen (und Untersuchungen) hat Bischof Punt bei gutem kirchenpolitischen Rückenwind handstreichartig „entsorgt“. Was ältere Erscheinungen – bis ca. 1960 – betrifft, so kann man sich darauf verlassen, dass damals das Verfahren korrekt geführt wurde. Vor allem ist in solchen Fällen immer die Glaubenskongregation informell eingebunden, früher war es das Hl. Officium.
Montag, 31. Januar 2005 10:56
Dolfus: Abgelehnte Marienerscheinungen und Gottes Wege
Ein interessanter Fall sind dann auch noch die Amsterdam-Erscheinungen.
In der Kirchlichen Umschau erschien dazu ein ausgezeichneter Artikel.
Meiner Erinnerung an diesen Aufsatz nach war es sogar das Hl. Officium (Glaubenskongregation), welches einst ein ablehnendes Urteil sprach, und sogar verboten hat, die Causa wieder aufzunehmen (ob es dazu berechtigt war, ist eine andere Frage, z.B. die Einschränkung gilt wohl nicht für die nachfolgenden Glaubenspräfekten).
Vor wenigen Jahren hat nun der Bischof von Amsterdam die Erscheinungen anerkannt (wie das genaue Urteil lautet, müßte man recherchieren). Die Frage ist, ob er in dieser besonderen Causa noch legitim handeln konnte – ich bezweifle es.
Ich kenne diese Erscheinungen zu wenig, halte sie aber für falsch („die Frau aller Völker, die einst Maria war“), und folge dem Votum des Hl. Officiums.
Der Grund für die scharfe Ablehnung von Heroldsbach ist mir nicht klar.
Dem Bischof ist klarerweise Folge zu leisten, wenn er einen Kult und die Verbreitung von Botschaften verbietet – ist ja auch von Gott so angeordnet –, aber wenn eine Erscheinung echt ist, dann liegt das letzte Wort nicht beim Bischof, sondern bei Gott, wie unten richtig angemerkt.
(Was die Gläubigen vom grundsätzlichen und konkreten Gehorsam dem Bischof gegenüber nicht entpflichtet.
Eine authentische Offenbarung wird sich durchsetzen – wieder richtig angemerkt weiter unten –, es gibt unzählige Beispiele dafür, gerade auch die Offenbarungen Christi an die hl. Faustyna: Auffällig ist, daß solche zuerst verfolgte Offenbarungen später sogar von Päpsten verbreitet wurden.
Besonders wichtig für die Beurteilung halte ich das Wort des großen hl. Franz v. Sales (es ist doch von ihm?): „Wenn du eine Erscheinung hast, so spuck sie an!“
In der Kirchlichen Umschau erschien dazu ein ausgezeichneter Artikel.
Meiner Erinnerung an diesen Aufsatz nach war es sogar das Hl. Officium (Glaubenskongregation), welches einst ein ablehnendes Urteil sprach, und sogar verboten hat, die Causa wieder aufzunehmen (ob es dazu berechtigt war, ist eine andere Frage, z.B. die Einschränkung gilt wohl nicht für die nachfolgenden Glaubenspräfekten).
Vor wenigen Jahren hat nun der Bischof von Amsterdam die Erscheinungen anerkannt (wie das genaue Urteil lautet, müßte man recherchieren). Die Frage ist, ob er in dieser besonderen Causa noch legitim handeln konnte – ich bezweifle es.
Ich kenne diese Erscheinungen zu wenig, halte sie aber für falsch („die Frau aller Völker, die einst Maria war“), und folge dem Votum des Hl. Officiums.
Der Grund für die scharfe Ablehnung von Heroldsbach ist mir nicht klar.
Dem Bischof ist klarerweise Folge zu leisten, wenn er einen Kult und die Verbreitung von Botschaften verbietet – ist ja auch von Gott so angeordnet –, aber wenn eine Erscheinung echt ist, dann liegt das letzte Wort nicht beim Bischof, sondern bei Gott, wie unten richtig angemerkt.
(Was die Gläubigen vom grundsätzlichen und konkreten Gehorsam dem Bischof gegenüber nicht entpflichtet.
Eine authentische Offenbarung wird sich durchsetzen – wieder richtig angemerkt weiter unten –, es gibt unzählige Beispiele dafür, gerade auch die Offenbarungen Christi an die hl. Faustyna: Auffällig ist, daß solche zuerst verfolgte Offenbarungen später sogar von Päpsten verbreitet wurden.
Besonders wichtig für die Beurteilung halte ich das Wort des großen hl. Franz v. Sales (es ist doch von ihm?): „Wenn du eine Erscheinung hast, so spuck sie an!“
Montag, 31. Januar 2005 07:47
Uwe Schmidt: heroldsbach
Bei Heroldsbach ist es ähnlich wie mit Marpingen: mittlerweile traut sich der Klerus nicht mehr so richtig, scharf abzulehnen. Aber damals, nach dem Krieg, als die Erscheinungen in Heroldsbach stattfanden, wurde vom Diözesanbischof natürlich unerbittlich durchgegriffen, d.h. alles streng verboten. Vom jetzigen Bischof (ist es SCHICK aus Bamberg?) ist dieses Verbot aber sehr gelockert worden, meinem Kenntnisstand nach.
Montag, 31. Januar 2005 07:40
Uwe Schmidt: marienerscheinung in deutschland
Lieber Dolfus, du meinst sicherlich die Marienerscheinungen 1999 in Marpingen, gerade eben habe ich in
unserer Lokalzeitung SAARBRÜCKER ZEITUNG ein Interview mit dem Trierer Bischof MARX lesen können, der
dort mitteilt, dass die Entscheidung noch dieses Jahr fallen wird, der Bericht der Untersuchungskommission
(die noch von seinem Vorgänger Bischof SPITAL eingesetzt worden war) sei ihm noch im Dezember überhändigt
worden. Ich tippe mal darauf, dass es weder Ja, noch Nein sein wird, sondern so etwas in der Mitte (wäre
dann wohl NON CONSTAT DE SUPERNATURALITATE), denn bei dem Zuspruch, den diese Erscheinungen damals gefunden
haben (die Besucherzahlen gingen in die Zehntausende), kann es sich die Kirche einfach nicht leisten,
das ganz zu verbieten; andererseits ist die Masse der Kirchenangehörigen natürlich extrem skeptisch
gegenüber so etwas eingestellt, und diese Gruppe darf auch nicht vergrault werden.
Ansonsten gab es nach MARPINGEN noch die Erscheinungen von SIEVERNICH in der Eifel, wo aber nur eine Seherin beteiligt ist.
Ansonsten gab es nach MARPINGEN noch die Erscheinungen von SIEVERNICH in der Eifel, wo aber nur eine Seherin beteiligt ist.
Sonntag, 30. Januar 2005 21:32
Vetter Taferl: Nochmals zu @ Dolfus
Marienfried: Obwohl ich auch diese „Erscheinung“ für falsch halte, bin ich auch der Auffassung, dass es sich dabei um die harmloseste darunter handelt. Zur Haltung der FSSPX: Ich schätze diese Priesterbruderschaft sehr, aber die „Erscheinungen“ zeigen am besten, dass vier Weihbischöfe nicht eine reguläre kirchliche Hierarchie ersetzen können. Auch die modernistischten Hirten unserer Zeit müssen sich auf Erscheinungen einlassen. Es für mich nicht vorstellbar, dass es Modernisten wirklich möglich sein könnte, echte Erscheinungen zu unterdrücken. So nach dem Motto: Wenn Jesus Christus keine Jünger gefunden hätte oder alle von ihm abgefallen wären, hätte er traurig und unerkannt sein Leben auf natürliche Weise beschlossen, ohne die Sünde und den Tod zu besiegen… Privatoffenbarungen haben nicht die gleiche Autorität wie die Offenbarung, aber doch die gleichen übernatürlichen Ursachen. Und da sollte es Christus oder der von ihm gesandten Gottesmutter nicht möglich sein, sich Gehör zu verschaffen? Ich glaube, dass das schwerer „geht“ als den Hl. Geist von einem Konzil zu vertreiben, indem es (die Konzilsväter) sich zum „Pastoralkonzil“ erklärt und damit sich selbst zur Synode degradiert.
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