11:46:36 | Mittwoch, 25. Juli 2007
Wer heute bei der Predigt um den Brei redet, gilt als theologisch gebildet und differenziert.

Theo Lehmann
© Theo Lehmann: Geschenke der Hoffnung e.V(kreuz.net) Theo Lehmann (73) war ein bekannter Evangelist in der DDR und ist heute pensionierter evangelischer
Pfarrer.
Ein einem Beitrag für das protestantische Online-Magazin ‘idea’ äußerte er sich kürzlich
über das Verhältnis der protestantischen Evangelisten zur ihrer Großkirche:
„Mir ist aufgefallen,
daß die Arbeit des Evangelisten in letzter Zeit mehrmals von der kirchlichen Obrigkeit mit dem Begriff
»holzschnittartig« beschrieben wurde.“
Damit sei gemeint, daß der Evangelist in seiner grobschlächtigen
Beschränktheit nicht in der Lage sei, die theologischen Einzelheiten, Verästelungen und Feinheiten zu
erfassen oder zu berücksichtigen:
„Mit anderen Worten: Der holzschnittartig arbeitende Evangelist trampelt
wie ein grober Holzfäller im sanft duftenden Rosengärtlein der Theologie herum – ein Waldschrat eben,
dem für die feinere theologische Florettfechterei nur seine plumpe Bekehrungskeule zur Verfügung steht.“
Man predige ja nicht nur vor Hans und Grete, sondern da würden oft kritisch gestimmte Pastoren in der
Menge sitzen.
Das seien häufig „Berufsbedenkenträger, die immer so tun, als ob der Verkündigungsengel
den armen, ungebildeten Hirten nicht zugerufen hätte: »Ich verkündige euch große Freude«, sondern
»Ich verkündige euch große Probleme«.“
Die Versuchung bestehe nun darin, diesen Kollegen mal so nebenbei
zu zeigen, daß man kein theologischer Blödmann sei.
Lehmann berichtet, dieser Versuchung einmal in
Potsdam erlegen zu sein und dabei über die Köpfe von Hans und Grete hinweggepredigt zu haben. Danach
habe er einen Schlußstrich gezogen.
Seitdem ziehe er es vor, lieber unter dem Verdacht zu leben, gar
kein richtiger Theologe zu sein, als seinen Hörern die klare Botschaft durch intellektuelle Angebereien
zu vernebeln:
„Mit anderen Worten: Ich bin lieber Theo der Holzfäller als ein theologischer Süßholzraspler.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#15
wiener 10:20:53 | Donnerstag, 26. Juli 2007
#14
litterae sunt divitiae 20:40:39 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#13
Elendester Sünder 16:03:23 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#12
matt2 † 13:54:50 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#11
Sirilo 13:09:25 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#10
stimme aus dem lutherland 13:03:48 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#9
wiener 13:00:44 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#8
Johannes Damaszenus 12:57:31 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#7
Rudolfus 12:44:06 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#6
Freinsberg 12:35:06 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#5
Rudolfus 12:33:58 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#4
Freinsberg 12:28:10 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#3
matt2 † 12:23:57 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#2
Rudolfus 12:14:23 | Mittwoch, 25. Juli 2007
#1
Freinsberg 11:58:19 | Mittwoch, 25. Juli 2007