Politik
Die käufliche Republik
Im Jahr 1982 erschien im ‘Walter Rau Verlag’ Düsseldorf das Buch von Helmut Böger „Kaufen Sie sich einen Minister“. Von Hans-Joachim Selenz.
Blick in den Plenarsaal des deutschen Bundestags
Blick in den Plenarsaal des deutschen Bundestags
© Pressestelle des deutschen Bundestags
(kreuz.net) Kein Tag vergeht, an dem nicht ein neuer Abgeordneter bekennt, von einer Firma gesponsert zu sein. In der Vergangenheit wurden in Deutschland die VW-Abgeordneten bekannt. Volkswagen spendiert ihnen sogar den Dienst-Golf.

Da geht es im öffentlichen Dienst vergleichsweise korrekt zu. Dort werden Zahlungen an Abgeordnete für die Zeit der Abordnung eingestellt – zumindest nach jetzigem Kenntnisstand.

Die Parteien bemühen sich, den öffentlichen Flurschaden zu begrenzen. Dies gelingt jedoch nur oberflächlich. Unter der Decke brodelt es gewaltig.

Die sogenannten Volksvertreter haben Millionen Arbeitslose finanziell völlig entblößt – mitten im kalten Konjunkturwinter.

Sie sind der Meinung, man solle eine ganze Stunde für einen Euro arbeiten. Für diesen Euro arbeiten die Volksvertreter – unter Berücksichtigung ihrer durchschnittlichen Arbeitszeit – nicht einmal eine Minute.

Diese Berechnung setzt voraus, daß sie zumindest die Hälfte der Sitzungen besuchen. Das ist eine optimistische Annahme, wie der Blick in die Parlamente zeigt.

Den Rest ihrer Zeit arbeiten unsere Volksvertreter offensichtlich für die eigene Kasse – oder für die Kasse ihrer Sponsoren.

Bis dato ging ich – wie viele andere Bundesbürger – davon aus, daß eine Abgeordnetentätigkeit ein Vollzeitberuf ist.

Jetzt mühen sich viele Volksvertreter – Anwälte zum Beispiel –, staunenden Bürgern klar machen, daß man die Parlamentsarbeit durchaus auch als Nebenerwerb betreiben kann.

Die eigentliche Anwaltstätigkeit muß unter der Parlamentsarbeit nicht über Gebühr leiden. Und die Gebühren sind im Büro eh noch höher als im Parlament.

Das Abgeordnetenmandat eines Anwalts soll sich auch nicht unbedingt negativ auf die Zahl der Mandanten auswirken. Es wird sogar von einer nicht unerheblichen Steigerung der Mandantenzahl berichtet.

Da bleibt für das Parlament nicht mehr viel Zeit. Man kann sich ja schließlich nicht zerreißen. Und der Mandant geht vor dem Mandat.

Bedenkt man ferner, daß zum Beispiel der Konzern ‘Preussag/TUI AG’ Abgeordnete und Beamte mit einer zweistelligen Millionensumme pro Jahr betreut, wird die Heimlichkeit einiger Volksvertreter und der Justiz noch verständlicher.

Das Sponsoring der ‘Preussag/TUI’ findet unter dem Tisch statt – mit Schwarzgeld aus der Schweiz. Das ist der Justiz bekannt.

Daß nach Informationen aus Kreisen der Justiz Richter und Staatsanwälte ebenfalls auf der Liste stehen, stockt die Aufklärung im System. Das ist verständlich.

Es ginge auch anders. Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Hermann Eppers hat am 23. Dezember 2004 die kompletten Einkünfte aus seiner Abgeordnetentätigkeit auf Euro und Cent genau aufgedeckt.

Sie belaufen sich auf exakt 110.580 Euro pro Jahr. Von dieser Summe sollte man leben können. Warum sich seine Kollegen in den Parlamenten mit der Aufdeckung ihrer Volksvertreter-Bezüge so schwer tun, ist nicht leicht zu verstehen.

Mein Vorschlag daher als Buch des Jahres: „Kaufen Sie sich einen Minister“. So der Titel eines Büchleins von Helmut Böger.

Bögers Satire wurde inzwischen zur exakten Beschreibung bundesdeutscher Realität – nicht zuletzt durch das Vorwort von Johannes Rau. Realsatire in ihrer besten Form.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Rodolfo Panetta   22:58:07 | Mittwoch, 25. Juli 2007
Hans Herbert von Arnim lesen!
Da steht noch mehr über unsere korrupten Politiker und ihre Methoden der Selbstbedienung geschrieben. Zum Beispiel bei der Altersversorgung!
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#8   Rudolfus   19:56:53 | Freitag, 6. Juli 2007
@Die Verantwortung der Vertreter Deutschlands ab 1945 für das Deutschland 1933-1945
Was soll man über die Schuldzuweisung gegen ganze Völker sagen, allen voran gegen die deutsche Nation, die nun einmal zu einem Werkzeug von antijüdischen Tyrannen geworden war, und somit auch zum Volk von zahlreichen Tätern wurde, die der SS und der NSDAP direkt dienten?
Die NSDAP- und SS-Zeit war jedenfalls das Produkt einer revolutionären Partei, die sich nicht auf die deutsche Vergangenheit vor 1933 berufen konnte,
eebnsowenig wie sich die Kommunisten in Rußland auf die russische Vergangenheit vor 1917 berufen konnten.
Trotzdem wurden nach 1917 auch Russen objektiv schuldhafte Kommunisten, andere Opfer derselben Diktatur.
Deutschland vor 1933 wissentlich und wider besseren Wissens in ein schlechtes Licht zu rücken, das ist ein Vergehen gegen die Geschichte, aber Deutschlands Jahre 1933-1945 sind leider eine geschichtliche Tatsache, auch wenn die Ermordung der Millionen Angehörigen des Judentums eine Geheimaktion der deutschen Regierung und der SS war, gegen die sich die deutschen Untertanen nicht zur Wehr setzen konnten, ohne nicht selbst gefangengenommen und in ein SS-Konzetrationslager geschickt worden zu werden.
Nach der Befreiung von der Hitler-, NS- und SS-Tyrannei blieb die Tatsache der Millionen ermordeten jüdischen Mitbürger zurück.
Die nach 1945 wieder an die Regierung gekommenen Deutschen und der Großteil der deutschen Nation haben zurecht, als Anverwandte der Täter, eine Verpflichtung gegenüber den überlebenden Juden übernommen, und die Täter zu bestrafen.
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#7   franco.felice   19:15:57 | Freitag, 6. Juli 2007
VirFortis: Um Politik zu verstehen
–-
www.psychopolitik.de
„Nicht nur Deutschland wird von der Psychopolitik geplagt. Unser kleines, aber (noch) mächtiges Nachbarland dürfte als Hauptzielscheibe psychopolitischer Aktivität gelten, da es sich bisher beharrlich geweigert hat, sich einzugliedern, sich anzupassen oder sich gleichschalten zu lassen.“ Zitat Ende.
Oh, zeugt auch das von ähnlichem Unterrichtsfach, wenn Frau Merkel auf dem Campus vor der Universität in Jerusalem die „temporäre Geschichtsschuld aller Deutschen“ selbsstätig auf ewig ausdehnte? (Matt nannte sieben Generationen.) In der Bibel steht aber „nur“ bis ins dritte und vierte Glied (auch, wenn jemand keins oder nur eins haben sollte.) :'(
Frau Merkel wörtlich in der Himmelsstadt: „Nur indem mein Land (sie ist friedfertig, sie besitzt also unser das Land), nur wenn Deutschland seine immerwährende Verantwortung für diese schreckliche Zeit in seiner ganzen Geschichte und für die grausamsten Verbrechen (das mit den Aramäern, Moabitern etc., das Abschlachten von Zeugen auf Christi Urahns jugendlichen Raubzügen [AT + Gerald Messadie:
David. König über Israel] hat sie den Deutschen aber nicht angelastet – aber alle Toten sind doch gleich, oder gilt auch das nun plötzlich nicht mehr?) voll und ganz annimmt, können wir die Zukunft gestalten“.
Und da denkt man, es hätte Aussicht bestanden, wenigstens unsere Enkel und Urenkel würden mal vom Haken gelassen – oder verstehe ich das alles falsch?
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#6   möchtegern-kathole   20:14:32 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Mein Eindruck ist …
… dass Regierung und Parlament schon längst einen Deal machen: die Regierung bekommt die gewünschten Gesetze, die Abgeordneten den gewünschten Listenplatz.
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#5   Sentinel   17:42:09 | Donnerstag, 5. Juli 2007
@kali
666 sind es, wenn man es genau nimmt – du rechnest grundsätzlich die CDU-Ministerriege nicht mit!
Schäm dich!
Die Teufelsanbeter und Ex-NSDAPler sind ja auch so ein katholisches Aushängeschild.
Und das dieser Debattierclub nur alles an Schwachsinn durchwinkt, stimmt so nicht. Zum Beispiel stimmte er geschlossen gegen eine Hartz IV-Erhöhung um 35%!
Also behaupte hier nichts, daß du nicht nachweisen kannst.
Noch etwas:
Die Konservativen in unserer Republik sind das schlimmste Geschmeiß. Die Kirche und die sozialistischen Parteien sind die Rettung. Aber eine Kirche, die wider ihre eigenen sozialen Regeln handelt, ist keine Kirche!
Schaut euch mal an, welchen Mist die FSSPXler beständig bauen. Teilen ist für die ein Fremdwort! Wenn du 5 € willst, mußt du eine Quittung unterschreiben, obwohl das Geld aus dem Klingelbeutel stammt! Von Hilfe keine Spur, nur wird Dankbarkeit dort erwartet, wo man Leute gezielt ausnutzt.
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#4   kali   15:28:45 | Donnerstag, 5. Juli 2007
wo ist dies noch anders?
Daß die 660 Durchwinker im Debattierklub wenig oder nichts zu sagen haben, dürfte doch mittlerweile einigen „Menschen da draußen im Lande“ klar sein. Von Brüssel geben die ja noch nicht einmal gewählten Kommissare die Vorgaben zum Durchwinken in den Nationalparlamenten. Daß man diese „Volksvertreter“, die mit z.B.: 15 % der Wählerstimmen für ihre Partei die absolute Mehrheit erringen und darin einen Wählerauftrag erkennen, gut bezahlen muß, gehört zum System der von außen gesteuerten BRDDR. Ein nach nur noch materiellen Werten verzogenes Volk wird auch solche Politiker haben.
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#3   VirFortis   11:04:11 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Um Politik zu verstehen
ist dieser Link behilflich:
www.psychopolitik.de
Vorsicht: – Nicht katholisch aber dennoch viele Grundwahrheitsbrocken enthalten
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#2   Sirilo   10:20:20 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Katholische Nachrichten?
Und was an dem Artikel rechtfertigt die Veröffentlichung unter dem Rubrum „Katholische Nachrichten?“
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#1   Rudolfus   10:12:06 | Donnerstag, 5. Juli 2007
Geld regiert die Welt
Das liebe Geld kennt als Konkurrenten nur die Gebote Gottes.
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