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Mittwoch, 11. Juli 2007 18:33
Wo bleibt eigentlich der VW-Hybrid?
Der ‘Evangelische Kirchentag’ in Köln hat eindrücklich gezeigt, wie die protestantischen Landeskirchen dabei sind, sich in nichts aufzulösen. Von Dipl.-Ing. Leonhard Hoffmann, Hamburg.
Die in Frankreich lebende Politikwissenschaftlerin Susan George am Evangelischen Kirchentag in Köln
Die in Frankreich lebende Politikwissenschaftlerin Susan George am Evangelischen Kirchentag in Köln
(kreuz.net) Der Evangelische Kirchentag in Köln war durch G8 und „Lebensschutz? Nein, danke!“ überschattet. In diesem Sinn hat er sich eher als ‘Evangelischer Klimatag’ erwiesen.

Diese Großveranstaltung hatte zwar etwas mit dem Himmel zu tun. Aber dieser Himmel ging nur bis zum Ende der Atmosphäre, die unseren Erdball einhüllt und wo selbst dem CO2 die Luft ausgeht.

Wären da nicht der Kölner Dom mit seinem beeindruckenden ökumenischen Gottesdienst, die herausragende Bibelarbeit von Kardinal Joachim Meisner und die Posaunenchöre gewesen, hätte man gemäß Berichterstattung eher einen SPD/‘Grün’/Alternativen, orangegetünchten Event vermuten können.

„Wo bleibt eigentlich der VW-Hybrid?“, mahnte die jugendliche Pastorin Mechthild Werner in ihrer Schlußansprache am Kirchentag – und alles klatschte.

Will Frau Werner mit dem gewünschten VW in den Himmel fahren?

Evangelischer Kirchentag 2007 in KölnEvangelischer Kirchentag 2007 in KölnKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

Der ehemalige SPD-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Reinhard Höppner, der jetzt Kirchentagspräsident ist, forderte am Schluß bedingungslos Friedensgespräche mit Terroristen und Taliban.

Die werden sich über soviel friedliche Naivität kaputtlachen.

Am 17. Juni 2007 berichtete die ‘Neue KirchenZeitung’, Bistumsblatt der Erzdiözese Hamburg, im Artikel „Nur atmosphärische Störungen?“ auf der Frontseite über den ‘Evangelischen Kirchentag’.

Kardinal Lehmann, ZdK-Präsident Meyer und der Kirchentagspräsident fragten sich nach den „Fortschritten“ in der Ökumene.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz: Abendmahl, Mischehen, das Fehlen gemeinsamer Gottesdienste, auch das Papstamt seien ein „Hindernis“.

Seite 3 zitiert ihn: „Beide Kirchen haben einen miserablen Besuch des Sonntagsgottesdienstes. Damit können wir auf Dauer nicht leben. Da müssen wir gemeinsam etwas machen.“

Wie denn? Einfach zusammenschmeißen? Wärs das?

© Titelbild: Raimond Spekking
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 17 Lesermeinungen:
Sonntag, 15. Juli 2007 16:33
Ansbach.Dragoner: Die evangeliche Kirche ist TOT
nur wird das gerne medial verschwiegen. Es gibt noch ein paar Funktionäre und das wars auch schon.
Sonntag, 15. Juli 2007 16:29
HarroMeyer: Nichts Neues bei Luther!
Nun hat ja die Kirche Luthers schon immer den Kontakt zu den Herrschenden gesucht und das war ja wohl auch erfolgreich. Selbst Kaiser Wilhelm stand ja mal ganz oben. Da dürfte die Trennunng von der politischen Meinung wohl schwer fallen, zumal diese sich jetzt auch mit einer eigenen religiösen Aura umgibt (Al Gore als neuer Gott des Wetters passt da gut). Dass da den Gottesfürchtigen das Ziel aus den Augen kommt, ist doch normal und dürfte so gewollt sein. Der Schöpfungsplan des Allmächtigen bleibt aber erhalten!
Freitag, 13. Juli 2007 14:10
DocRöntgen: Die Kirche darf sich prinzipiell zu allem (!) äußern!
Die Frage ist aber, welchen Ton sie dabei anschlägt und inwiefern sie versucht, ihre Lehre über das Gesetz zu stellen. „Doktrin“ ist wohl eher eine Domäne religiöser Ideologien, als ein demokratisches Staatsprinzip. Leider wird gerade auf diesr Seite hier schnell alles als „Doktrin“ empfunden, was sich nicht der katholischen Definition von Ethik und Moral unterwirft. Das mag daran liegen, dass letztere als die einzige und die echte Moral verstanden wird. Dies ist aber eine rein katholische Sichtweise und blendet aus, dass viele Menschen andere Wertvorstellungen haben, zu denen sie berechtigt sind. Wichtig ist für jeden, sich innerhalb der Gesetze zu bewegen. Diese Gesetze werden hier gerne als Produkt eines Zeitgeistes verschrien. Dieses Argument, das keines ist, könnte man ebenso auf die Bibel übertragen: Sie spiegelt den Zeitgeist von vor Jubeljahren wider. Mit dieser Argumentation kommt man also nicht weiter, weil es kein Patentrezept für die glückliche Gesellschaft gibt. Unzufrieden sind am Ende immer welche. Aber wir können
auf hohem Niveau unzufrieden sein- ein Geschenk der Demokratie.
Donnerstag, 12. Juli 2007 16:36
Rudolfus: @Pünktchen: Gut beobachtet!
Das ist aber auch vollkommen logisch.

Die Bischöfe dürfen sich jederzeit im Sinne der Staatsideologie äußern, und erhalten auch den gewünschten Applaus, über Dinge, die ohnehin zur Grunddoktrin des Staates bzw. der Staatsführun gehören:

Nämlich alle sozialistischen Themen (Asylanten, Grundeinkommen ohne Arbeit, Homopaare, EU etc.) – aber keine anderen Themen.

Da sollen sie sich „aus der Politik heraushalten“.

Das ist zu allen Zeiten so: Zuerst unterm Kaiser, dann unter der NSDAP.
Äußerungen sind erwünscht im Sinne der Machthaber.

Die meisten Bischöfe und Kleriker spielen da mit.
Donnerstag, 12. Juli 2007 16:05
Nachtlaterne: doc röntgen
wenn das seelenheil nicht im vordergrund steht, dann hat kein anderes thema auch nur die leisteste chance! denn wenn menschen sich ihrer unsterblichen seele in gott nicht bewußt werden, sondern nur noch an eine seele im reduziert psychologischen sinne glauben, dann müssen sie ganz automatisch die unselige gewinnalternative leben, die ein geierdasein fristet und sich von geiern fressen läßt. man redet so vorschnell von einer vertröstung auf das paradies und merkt nicht, dass dieser echte trost und die tröstende göttliche begleitung in der zeit mehr und mehr durch die vielen wegweiser auf das gegenparadies unserer tage ersetzt worden ist.
Donnerstag, 12. Juli 2007 15:56
Pünktchen: Mir fällt auf, daß dieselben Leute
ein Engagement der Kirche im politischen Bereich:

a) „prinzipiell“ begrüßen, wenn die von Ihnen vertretenen Positionen dadurch verstärkt werden

aber zugleich:

b) „prinzipiell“ ablehnen, wenn die von Ihnen vertretenen Positionen dadurch geschwächt würden.

Fragt sich nur: welches „Prinzip“ steckt denn dahinter?
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