Protestantismus
Wo bleibt eigentlich der VW-Hybrid?
Der ‘Evangelische Kirchentag’ in Köln hat eindrücklich gezeigt, wie die protestantischen Landeskirchen dabei sind, sich in nichts aufzulösen. Von Dipl.-Ing. Leonhard Hoffmann, Hamburg.
Die in Frankreich lebende Politikwissenschaftlerin Susan George am Evangelischen Kirchentag in Köln
Die in Frankreich lebende Politikwissenschaftlerin Susan George am Evangelischen Kirchentag in Köln
© Raimond Spekking
(kreuz.net) Der Evangelische Kirchentag in Köln war durch G8 und „Lebensschutz? Nein, danke!“ überschattet. In diesem Sinn hat er sich eher als ‘Evangelischer Klimatag’ erwiesen.

Diese Großveranstaltung hatte zwar etwas mit dem Himmel zu tun. Aber dieser Himmel ging nur bis zum Ende der Atmosphäre, die unseren Erdball einhüllt und wo selbst dem CO2 die Luft ausgeht.

Wären da nicht der Kölner Dom mit seinem beeindruckenden ökumenischen Gottesdienst, die herausragende Bibelarbeit von Kardinal Joachim Meisner und die Posaunenchöre gewesen, hätte man gemäß Berichterstattung eher einen SPD/‘Grün’/Alternativen, orangegetünchten Event vermuten können.

„Wo bleibt eigentlich der VW-Hybrid?“, mahnte die jugendliche Pastorin Mechthild Werner in ihrer Schlußansprache am Kirchentag – und alles klatschte.

Will Frau Werner mit dem gewünschten VW in den Himmel fahren?

Evangelischer Kirchentag 2007 in Köln
Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und der Präsident des Europäischen Parlaments Hans-Gert PötteringDer anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu aus Südafrika beim Evangelischen Kirchentag 2007 in KölnDie deutsche Schauspierin Katja Riemann auf dem Kirchentag 2007

Der ehemalige SPD-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Reinhard Höppner, der jetzt Kirchentagspräsident ist, forderte am Schluß bedingungslos Friedensgespräche mit Terroristen und Taliban.

Die werden sich über soviel friedliche Naivität kaputtlachen.

Am 17. Juni 2007 berichtete die ‘Neue KirchenZeitung’, Bistumsblatt der Erzdiözese Hamburg, im Artikel „Nur atmosphärische Störungen?“ auf der Frontseite über den ‘Evangelischen Kirchentag’.

Kardinal Lehmann, ZdK-Präsident Meyer und der Kirchentagspräsident fragten sich nach den „Fortschritten“ in der Ökumene.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz: Abendmahl, Mischehen, das Fehlen gemeinsamer Gottesdienste, auch das Papstamt seien ein „Hindernis“.

Seite 3 zitiert ihn: „Beide Kirchen haben einen miserablen Besuch des Sonntagsgottesdienstes. Damit können wir auf Dauer nicht leben. Da müssen wir gemeinsam etwas machen.“

Wie denn? Einfach zusammenschmeißen? Wärs das?
      
17 Lesermeinungen
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#17   Ansbach.Dragoner   16:33:44 | Sonntag, 15. Juli 2007
Die evangeliche Kirche ist TOT
nur wird das gerne medial verschwiegen. Es gibt noch ein paar Funktionäre und das wars auch schon.
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#16   HarroMeyer †   16:29:46 | Sonntag, 15. Juli 2007
Nichts Neues bei Luther!
Nun hat ja die Kirche Luthers schon immer den Kontakt zu den Herrschenden gesucht und das war ja wohl auch erfolgreich. Selbst Kaiser Wilhelm stand ja mal ganz oben. Da dürfte die Trennunng von der politischen Meinung wohl schwer fallen, zumal diese sich jetzt auch mit einer eigenen religiösen Aura umgibt (Al Gore als neuer Gott des Wetters passt da gut). Dass da den Gottesfürchtigen das Ziel aus den Augen kommt, ist doch normal und dürfte so gewollt sein. Der Schöpfungsplan des Allmächtigen bleibt aber erhalten! :-)
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#15   DocRöntgen   14:10:06 | Freitag, 13. Juli 2007
Die Kirche darf sich prinzipiell zu allem (!) äußern!
Die Frage ist aber, welchen Ton sie dabei anschlägt und inwiefern sie versucht, ihre Lehre über das Gesetz zu stellen. „Doktrin“ ist wohl eher eine Domäne religiöser Ideologien, als ein demokratisches Staatsprinzip. Leider wird gerade auf diesr Seite hier schnell alles als „Doktrin“ empfunden, was sich nicht der katholischen Definition von Ethik und Moral unterwirft. Das mag daran liegen, dass letztere als die einzige und die echte Moral verstanden wird. Dies ist aber eine rein katholische Sichtweise und blendet aus, dass viele Menschen andere Wertvorstellungen haben, zu denen sie berechtigt sind. Wichtig ist für jeden, sich innerhalb der Gesetze zu bewegen. Diese Gesetze werden hier gerne als Produkt eines Zeitgeistes verschrien. Dieses Argument, das keines ist, könnte man ebenso auf die Bibel übertragen: Sie spiegelt den Zeitgeist von vor Jubeljahren wider. Mit dieser Argumentation kommt man also nicht weiter, weil es kein Patentrezept für die glückliche Gesellschaft gibt. Unzufrieden sind am Ende immer welche. Aber wir können
auf hohem Niveau unzufrieden sein- ein Geschenk der Demokratie.
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#14   Rudolfus   16:36:37 | Donnerstag, 12. Juli 2007
@Pünktchen: Gut beobachtet!
Das ist aber auch vollkommen logisch.
Die Bischöfe dürfen sich jederzeit im Sinne der Staatsideologie äußern, und erhalten auch den gewünschten Applaus, über Dinge, die ohnehin zur Grunddoktrin des Staates bzw. der Staatsführun gehören:
Nämlich alle sozialistischen Themen (Asylanten, Grundeinkommen ohne Arbeit, Homopaare, EU etc.) – aber keine anderen Themen.
Da sollen sie sich „aus der Politik heraushalten“.
Das ist zu allen Zeiten so: Zuerst unterm Kaiser, dann unter der NSDAP.
Äußerungen sind erwünscht im Sinne der Machthaber.
Die meisten Bischöfe und Kleriker spielen da mit.
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#13   Nachtlaterne   16:05:14 | Donnerstag, 12. Juli 2007
doc röntgen
wenn das seelenheil nicht im vordergrund steht, dann hat kein anderes thema auch nur die leisteste chance! denn wenn menschen sich ihrer unsterblichen seele in gott nicht bewußt werden, sondern nur noch an eine seele im reduziert psychologischen sinne glauben, dann müssen sie ganz automatisch die unselige gewinnalternative leben, die ein geierdasein fristet und sich von geiern fressen läßt. man redet so vorschnell von einer vertröstung auf das paradies und merkt nicht, dass dieser echte trost und die tröstende göttliche begleitung in der zeit mehr und mehr durch die vielen wegweiser auf das gegenparadies unserer tage ersetzt worden ist.
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#12   Pünktchen   15:56:30 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Mir fällt auf, daß dieselben Leute
ein Engagement der Kirche im politischen Bereich:
a) „prinzipiell“ begrüßen, wenn die von Ihnen vertretenen Positionen dadurch verstärkt werden
aber zugleich:
b) „prinzipiell“ ablehnen, wenn die von Ihnen vertretenen Positionen dadurch geschwächt würden.
Fragt sich nur: welches „Prinzip“ steckt denn dahinter?
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#11   DocRöntgen   15:40:38 | Donnerstag, 12. Juli 2007
@Nachtlaterne
„Rettung der Seelen“ ist ein nettes Schlagwort. Aber Seelenheil wird es kaum noch geben, wenn die Umwelt ein normales Dasein für viele Menschen gar nicht mehr ermöglicht. Es ist schon nach 5 vor 12: Die extreme Ansteigung der Weltbevölkerung, der zu erwartende wirtschaftliche Aufschwung Chinas und Indiens- all das wird spürbare Spuren hinterlassen. Vielleicht hoffen Sie inzwischen nur noch auf ein Seelenheil im Jenseits und wenden sich resigniert vom Hier und Jetzt ab?! Ich denke, auch die Kirchen können im Diesseits ein ökologisches Bewußtsein ihrer Anhänger erwecken. Weil es auch für den Fortbestand der Kirchen wichtig ist.
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#10   Nachtlaterne   13:27:37 | Donnerstag, 12. Juli 2007
dr. röntgen,
seit langem schon dient gott nicht mehr als rat, sondern nur noch als entmündigter zierrat der kirchen. vor lauter umwelt und sozialgetue haben sie ihren auftrag vergessen! zuerst muss es um die rettung der seelen gehen dann kann alles andere dazukommen.
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#9   DocRöntgen   12:43:47 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Der Ereifern über vermeintlich grüne Themen…
…seitens der evangelischen Kirche ist schwach: Es ist zu begrüßen, wenn eine Kirche nicht nur an alten Messe-Inhalten klebt, sondern erkennt, dass sie an Ernsthaftigleit gewinnt, wenn sie aktuelle Themen (Klimaschutz) nicht ausklammert.
Es wundert doch sehr, wenn Menschen, die sich um den Erhalt der göttlichen Schöpfung (laut Bibel ist sie das jedenfalls) Gedanken machen, ausgerechnet von bibeltreuen Gläubige Häme erfahren. Glaube allein schützt jedenfalls nicht davor, dass wir eine Klimakatastrophe aktiv mitgestalten. Verdrängung und Ausklammern ebenfalls nicht.
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#8   Celebration   06:28:53 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Aha .
Sommerloch? Sommerloch! :-D
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#7   Nachtlaterne   06:11:07 | Donnerstag, 12. Juli 2007
christliches missionieren ist…
… ja nun verboten. das christentum ist keine religion der rache, soll aber trotzdem eine religion der rache nicht mit den worten gottes der nichtrache konfrontieren? nein, das wäre eine zumutung!
wie schön, dass christus entmündigt ist und seine vormünder es besser wissen als gott selber.
bei aller kritik gilt dennoch immer auch vor der eigenen, persönlichen haustüre zu kehren und nur dann auch schwere irrtümer aufs korn zu nehmen. wir kommen sonst selber auch ins gericht.
wir sind allesamt arme sünder und sollten endlich mal wieder buße tun und beichten gehn!
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#6   Fragender   21:42:45 | Mittwoch, 11. Juli 2007
und wieder mal…
… eine Journalismus-Simulation auf kreuz.net…
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#5   möchtegern-kathole   20:42:32 | Mittwoch, 11. Juli 2007
„solche Hindernisse ganz offen angesprochen werden“
na wenn das unser Herr, Gott der Allwissende damals gewußt hätte, dass das von Ihm eingesetzte Papsttum mal ein Hindernis würde >:)
Was folgern wir aus diesem Trugschluß? Dass es kein Hindernis ist – dass da statt dessen ein Feindbild angesprochen wurde.
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#4   Aleph †   20:15:42 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Am besten gemeinsam gegen den Trend
Wenn bei einem Christentreffen, wie es der Evangelische Kirchentag nun einmal ist, solche Hindernisse ganz offen angesprochen werden, signalisiert das doch großen Handlungsbedarf. Logo. Wenn die Kirche nicht noch mehr Gottesdienstbesucher verlieren will. Das liegt nicht an NOM und genausowenig an feierlichen oder unfeierlichen Abendmählern. Das ist ganz einfach Tatsache. Wenn die Leute nicht zu den Events der Altrituellen strömen, oder zur pietistischen Stunden- und Bibelkreisen, sind die christlichen Kirchenherausgefordert, ganz bewusst etwas gegen diesen Trend zu tun, am besten gemeinsam.
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#3   möchtegern-kathole   20:09:16 | Mittwoch, 11. Juli 2007
„auch das Papstamt seien ein ‘Hindernis’“
Das also ist Lehmanns Stoßrichtung? Das Papstamt abschaffen? Danke für die Aufklärung, das offen auszusprechen. Er meint wohl, dann gäbe es auch keinen Ärger mehr mit alten Päpsten und Alten Riten. Und in einer demokratischen Kirche mit Parlament würde man sowas schon verhindern können. Sicher ja, könnte man, aber das Wort „Du bist der Fels“ ist da im Wege.
(Nebenbei: das Papstamt abzuschaffen missglückt seit 2000 Jahren den unterschiedlichsten Leuten)
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#2   Nachtlaterne   20:07:52 | Mittwoch, 11. Juli 2007
wie schön wäre…
…es zus agen: merken die nicht, dass sie keiner mehr ernst nimmt?! leider gibt es immer noch menschen die sie ernst nehmen und so kann die karawane weiterziehen, vermutlich eines tages sogar um die kaaba herum…
a…l… !
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#1   Christian Hüller   19:19:53 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Was die Kirche bewegt…
Mich zu den Protestanten zu äußern steht mir nur im begrenzten Maße zu. Der Frage, was die Kirche im Innersten zusammenhält, muss sich freilich jede Generation neu stellen. Die Antworten hierauf sind scheinbar unterschiedlich ausgeprägt.
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