Orden
Jüngste Entwicklungen beim Neokatechumenat
Die meisten kirchlichen Bewegungen sind sehr papsttreu – vor allem solange der Papst auch ihren Vorstellungen entspricht.
Ein typischer liturgischer Saal, wo die Neokatechumenalen bevorzugt Messen lesen
Ein typischer liturgischer Saal, wo die Neokatechumenalen bevorzugt Messen lesen
(kreuz.net) Am 26. Mai empfing Papst Benedikt XVI. die Gründer des Neo- katechumenats, Francisco Argüello, Carmen Hernández und Hw. Mario Pezzi zum zweiten Mal in Audienz.

Zwei Tage später sprach Argüello – genannt Chicco – mit der spanischen Tageszeitung ‘La Razón’ über seine Begegnung mit dem Papst.

Argüello erklärte, daß die Statuten des Neokatechumenats demnächst vom Vatikan definitiv approbiert würden. Die gegenwärtig gültigen Satzungen wurden im Jahr 2002 für fünf Jahre auf Probe bestätigt.

Das Neokatechumenat ist eine 1960 in Spanien gegründete Bewegung, die sich selber „Weg“ nennt. Sie besteht aus 3.000 Priestern, 5.000 unverheirateten Laienmitgliedern sowie 20.000 Gemeinschaften in 6.000 Pfarreien und 900 Diözesen auf der ganzen Welt. Die Bewegung betreibt mehr als sechzig Priesterseminare.

Liturgische Sonderwege

Anfang Dezember 2005 forderte der Präfekt der Liturgiekongregation, Francis Kardinal Arinze, das Neokatechumenat auf, liturgische Sonderwege, die bisher vom Vatikan geduldet wurden, zu beenden.

Eine wesentliche Korrektur betraf die Austeilung der Heiligen Kommunion. In den Messen des Neokatechumenats war es bis dahin üblich, diese im Sitzen zu empfangen.

Neokatechumenaler Weg
Die Neokatechumenalen empfangen die Kommunion im Sitzen……und unter beiderlei GestaltenPapst Johannes Paul II. liest die Messe beim Neokatechumenat.

Allerdings scheint diese Form in den meisten neokatechumenalen Gemeinschaften nach wie vor praktiziert zu werden.

Dagegen protestierten in jüngster Zeit gleich mehrere Bischöfe. Das berichtete der Vatikanist des italienischen Wochenmagazins ‘L’Espresso’, Sandro Magister.

Am 26. Mai forderte der Bischof von Avellino in Süditalien, Mons. Francesco Marino, vom Neokatechumenat die Umsetzung der liturgischen Anweisungen.

Bischof Marino legte seinem Schreiben auch den Brief von Kardinal Arinze bei.

Eine ähnliche Aufforderung erreichte das Neokatechumenat Ende Februar auch im Heiligen Land.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, und die anderen Bischöfe des Heiligen Landes mahnten die Bewegung, keine eigenen Messen neben den Pfarrmessen zu feiern und die liturgischen Vorschriften zu beachten.

Gleichzeitig bedankten sich die Bischöfe für die Verkündigung des Evangeliums im Heiligen Land.

Ökumene mit Moskau

Das Neokatechemunat ist von seiner Methode der Evangelisation sehr überzeugt. Im Oktober 2006 schlugen die Gründer bei einem Besuch in Moskau sogar dem dortigen russisch-orthodoxen Patriarchat vor, den orthodoxen Priestern diese Methode beizubringen.

Noch im gleichen Monat präsentierte die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’ diesen Vorschlag als „Vereinbarung“ zwischen dem Neokatechumenat und dem Moskauer Patriarchat.

Diese Meldung wurde vom Moskauer Patriarchat, das Proselytismus unter den orthodoxen Priestern fürchtete, umgehend dementiert.

Es verneinte die Existenz jeglicher Vereinbarung mit der „sehr widersprüchlichen Organisation“.

Dem Gründer Argüello blieb nichts anders übrig, als sich für die voreilige Meldung zu entschuldigen.
      
14 Lesermeinungen
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#14   r.ruhrgebietler   07:25:15 | Montag, 6. August 2007
Sehr interessant!
besonders da Foto mit JP-II bei den NK’s!
Ein weiterer Grund, warum JP-II nie Seelig gesprochen wird! Er hat maßgeblich die Häresien diese Sekte unterstützt!
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#13   Romulus   23:34:51 | Freitag, 3. August 2007
@Gotthard
Ich kann Dir nur zustimmen. Diese Typen sind abgerichtet auf ein Funktionärsdasein. Einfach abstoßend.
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#12   Gotthard   21:31:53 | Freitag, 3. August 2007
abstoßend
ich habe vor vielen Jahren mal auf einer Studienreise ein Priesterseminar dieses Vereines besucht… es war abstoßend in seiner herausgeputzten und vorgeführten außergewöhnlichen Wohlhabenheit- dargestellt in einer ungeahnten Ausstattung … alles durch die Vorsehung herbeigeführt!!
Die Studenten hatten noch nie von verheirateten katholischen Priestern der unierten Kirchen gehört… und stritten es vehement ab.
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#11   Romulus   19:49:35 | Freitag, 3. August 2007
@zwobbel
Sehr gut beobachtet, Zwobbel! Genau so ist es.
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#10   Typ   18:27:46 | Freitag, 3. August 2007
@ zwobbel
ein glaubenstreuer Bischof wurde dagegen zu einem zweiten Satan gemacht
Klar. Mit Satan hätte man ja auch jahrelang verhandelt. Man hätte sogar eine eigene Päpstliche Kommission eingesetzt, die sich gezielt um die Aussöhnung mit Satan kümmert. Man hätte auch den Ritus Satans erst per Indult, nun per Motu Proprio zumindest in bestimmtem Rahmen wieder zugelassen. Klar, so geht man mit Satan um.
Mann, was sind Sie ein Jammerlappen. Erzbischof Lefebvres Exkommunikation war zwangsläufig, weil er unerlaubt Bischöfe geweiht hat- die damit ebenfalls exkommuniziert sind. So einfach ist das. Nachzulesen im CIC. Nix mit Satan, sondern kirchliches Recht.
Das II. Vatikanische Konzil war ein ökumenisches Konzil. Wer das nicht anerkennt, kann nicht mehr zur Kirche gehören. WAS DENN SONST?
Und von diesem Leuten sollen sich andere in Punkto Papsttreue belehren lassen? Wer im Glashaus sitzt…
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#9   Aleph †   18:05:12 | Freitag, 3. August 2007
Gutmenschen
Man kann doch nicht nach Wetterlage vorgehen. Jetzt sind die Piusleute im Visier und die bleiben drin. Basta. Auch wenn es lauter Gutmenschen wie die Katharer sein sollten.
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#8   zwobbel   17:24:02 | Freitag, 3. August 2007
Nun, Typ, was Sie hier nicht kapiert haben
Nun, Typ, was Sie hier nicht kapiert haben (und vielleicht nicht nur hier?), ist die Tatsache, daß von Seiten des Vatikans (und der Ortsbischöfe oft ohnehin!) mit allen möglichen und unmöglichen Gemeinschaften, Bewegungen, Organisationen und Personen sehr milde, nachsichtig und tolerant umgegangen wird. Strafen gibt es nicht. Abgesetzt wird keiner. Exkommuniziert wird keiner. Suspension a divinis – Fehlanzeige.
Jeder darf alles! Selbst Kardinäle dürfen öffentlich von der Kirche abfallen und bleiben weiter für ihre Diozöse verantwortlich.
Jeder? Nein, eine Gemeinschaft wird ausgegrenzt und wie Pest behandelt. Eine! Völlig ungeschwisterlich wird die FSSPX in Quarantäne gehalten.
Jede religiöse Bewegung Möchtegern-Kirche, oder sonstige Religionsgemeinschaften dürfen in kath. Kirchen ihre Riten feiern. Jede? Nein, eine darf nicht, die wird verketzert.
Apostaten bleiben im Amt – ein glaubenstreuer Bischof wurde dagegen zu einem zweiten Satan gemacht.
Und hier in diesem Artikel haben wir mal wieder ein Beispiel mehr für diesen Umstand.
Und das soll gezeigt werden: Messen mit zweierlei Maß!
Jetzt kapiert?
Und dieses Messen mit zweierlei Maß – wem nutzt es?
Was steckt dahinter?
Warum ausgerechnet und nur die FSSPX?
Was sind die Ursachen, die Folgen und der Nutzen/Schaden?!?!?!
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#7   Typ   16:17:33 | Freitag, 3. August 2007
@ gilbert
Nein, auch Piusfritzen gab es hier in den Lesermeinungen schon öfter. Kann man jetzt aber nur noch schwer überprüfen, weil die kreuz.net-Redaktion ja – vermutlich aus Sorge um strafrechtliche Verfolgung – den Service eingestellt hat, Lesermeinungen nach Stichworten durchsuchen zu lassen. Da hat wohl jemand etwas zu verbergen…
„Piusfritzen“ ist aber univok zu „Piushanseln“. Gemeint sind jedenfalls Mitglieder und Sympathisanten jener Gruppierung, die das jüngste ökumenisches Konzil ablehnt, zwar den Papst, aber nicht seine Entscheidungen anerkennt, und außerdem in Gestalt exkommunizierter Bischöfe und suspendierter Priester agiert – also genau die richtigen, um anderen, wie im Artikel geschehen, vorzuwerfen, sie seien „papsttreu – vor allem solange der Papst auch ihren Vorstellungen entspricht“! :-D
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#6   Aleph †   15:00:15 | Freitag, 3. August 2007
Puisfritzen?
Sind Piusfritzenschon wieder eine neu Denomination. Bislang gab es nur die Piushanseln. Die Sektiererei in der römischen Kirche ist beängstigend.
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#5   Typ   14:57:47 | Freitag, 3. August 2007
@ landorganist
Die meisten kirchlichen Bewegungen sind sehr papsttreu – vor allem solange der Papst auch ihren Vorstellungen entspricht.
Lieber landorganist, da dachte ich auch zunächst an die Piusfritzen. Aber dann fiel mir doch ein wichtiger Unterschied auf: Die Piusfritzen sind keine kirchliche Bewegung, sondern eine schismatische!
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#4   landorganist   13:42:21 | Freitag, 3. August 2007
Aha, welch interessante Einsicht!
Hetznet:„Die meisten kirchlichen Bewegungen sind sehr papsttreu – vor allem solange der Papst auch ihren Vorstellungen entspricht.“
Damit liegen diese Bewegungen wohl dicht bei den Pius-Brüdern.
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#3   Karl Rahna   12:50:29 | Freitag, 3. August 2007
Kommunion
Merkwürdig ist auch, dass der Priester zwischen der Darreichung der hl. Kommunion sub specie panis und derjenigen sub specie vini einfach die liturgische Farbe wechselt. Immerhin scheinen sie durchweg auf die korrekte Bekleidung des Zelebranten zu achten!
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#2   Rudolfus   12:41:57 | Freitag, 3. August 2007
Die Johannes-Paul-II.-Papstmassenmessen und die Neokatechumenatsmessen – welch verblüffende
Ähnlichkeit im Geiste gigantischer Ritenkreativität!
Allerdings beide äußerst sorglos im Umgang mit dem heiligsten Altarssakrament und dessen „Verteilung“ unter die Massen in der modernistischen Handkommunion, die die Hostienpartikel verwirft.
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#1   Aleph †   12:11:52 | Freitag, 3. August 2007
Würdige liturgische Feiern
Anhand der Bilderfolge fällt es nicht schwer, anzunehmen, dass die Neokatechumenalen würdige liturgische Feiern begehen. Ich weiß nicht viel von der kirchlichen Gruppierung. Aber hat sie sich etwas zu Schulden kommen lassen, weil kreuz.net sich auf sie fokussiert, Interesse an den Neokatechumenalen zeigt? Das muss nicht unbeding ein gutes Omen sein.
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