Die sogenannten liturgischen Dienste von Laien haben sich „hervorragend bewährt“ und viele Christen in ihrer Frömmigkeit „tief geprägt“ – glaubte ein deutscher Bischof kürzlich.
Konzelebration im Neuen Ritus
(kreuz.net) Am vergangenen Samstag eröffnete der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, ein
Liturgie-Symposion seiner Theologischen Fakultät. Das berichtete die Bischöfliche Pressestelle.
Das
Symposion war dem Thema „Liturgiereform nach 40 Jahren Liturgiekonstitution“ gewidmet.
Die „durch das
letzte Konzil erneuerte Liturgie“ sei ins Gerede gekommen – erklärte der Bischof zu Beginn seiner Ansprache.
Verschiedene Gruppen wollten die „die sogenannte »alte Messe«“ zum Teil „massiv“ wieder zurückhaben.
Sie würden sich davon angeblich versprechen, den „Auszug aus unseren Kirchen“ aufzuhalten.
Viele Menschen
seien gegenteiliger Ansicht und mit der liturgischen Erneuerung „sehr“ zufrieden.
Mons. Heinz Josef Algermissen
Alle könnten sich
an der Feier der Messe und der anderen Gottesdienste aktiv beteiligen. Die liturgischen Dienste von Laien
hätten sich hervorragend bewährt und viele Christen in ihrer Frömmigkeit „tief geprägt“ – behauptete
der Bischof.
Die heutige Liturgie sei durchsichtig, klar und verständlich: „Aber ist sie auch feierlich
genug? Bringt sie das große Mysterium der Erlösung genügend zum Ausdruck?“
Manche seien der Auffassung,
daß nur die alte Liturgie „schön“ gefeiert werden könne:
„Daß das nicht stimmt, wissen alle, in deren
Kirchen die Liturgie würdig gefeiert wird“ – erklärte Bischof Algermissen.
Andererseits sei aber auch
wahr, daß heute „viele“ Gottesdienste „schrecklich langweilig und öde“ seien.
Es sei „sicher nicht“
in der nach dem Pastoralkonzil erneuerten Liturgie begründet, daß manches im Argen liege:
„Wohl sind
in der Liturgiereform Fehlentwicklungen vorgekommen, die einer ernsten Korrektur bedürfen“. Aber nicht
die Reform an sich habe die Liturgie der Kirche verdorben:
„Manch unguter Zeitgeist, manche Modetorheit
sind in unsere Gottesdienste eingedrungen. Nun merken wir, daß sie darin eigentlich nichts zu suchen
haben“ – so der Bischof.
Viele Gottesdienste würden unter irgendein Thema gestellt und mit vielen Worten,
Spielchen und Bildern „fast wie in der Schule“ gestaltet:
„In einigen begegnen und feiern sich die Akteure
nur noch selbst – nicht mehr den lebendigen Gott.“
Es sei zu fragen, was getan werden müsse, damit wir
die irdische Liturgie vorauskostend wirklich als Teil der himmlischen Liturgie erfahren könnten.
Nach
Ansicht des Bischofs mangelt es „bei einigen Priestern“ an einer Kunst des Zelebrierens. Vieles einstmals
Gewußte habe sich in der pastoralen Praxis abgeschliffen.
Der Wunsch, es allen recht zu machen, alle
zur Sprache kommen zu lassen, das Interesse der Kinder und Jugendlichen zu wecken, könne dazu führen,
„daß das wahre Wesen der Liturgie und der geistliche Anspruch des Gottesdienstes gar nicht mehr recht
wahrgenommen werden“.
Kardinal Hermann Volk von Mainz († 1988) habe immer wieder betont, daß die Heilige
Messe das Schwerste sei, das den Priestern aufgetragen sei.
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@stat crux / Der Ritus extraordinarius ist gehörig schwieriger zu erlernen und zu zelebrieren als der
jetzige Ritus ordinarius. Damit wird Ihr weiterer Kommentar hinfällig, da Sie die beiden Riten anscheinend
nur vom Hörensagen kennen!
„Rituseffekt“ Der so gen. „Rituseffekt“ ist, abseits traditionalistischer Propaganda, durchaus (für Europa)
ein erwägenswertes Phänomen. Denn der ehem. „NOM“ (jetzt „usus modernus“) verlangt vom Zelebranten eine
höhere Askese als das frühere „dire la Messe“ (Loisy). Diese Anstrengung hat der (gar nicht so fromme)
Klerus nunmal nicht gemeistert in den fröhlichen 1970er Jahren. Dass selbstgefällige Seminaristen inzwischen
zum rituellen Aufsagen zurücktendieren mögen, ist nicht weiter überraschend. Sie meiden dieselbe Mühsal.
Aber die Beter werden vom Priester wohl allmählich einforden, dass die Messe kommunikativ gebetet werden
wird. Ob die Zahlen dann wieder steigen? Möglich.
@Burgorus, Pünktchen und juergen: Ich denke, diese Grafik hier dbk.de/…h_gott_1950_2005.pdf spricht
Bände. Markant abnehmende Messbesucherzahlen bei annähernd gleichbleibender Anzahl der Katholiken…
@Gennodingsda Man will sich ja nicht wichtig machen, aber diese bahnbrechende Einsicht hätte er schon
vor 20 Jahren völlig gratis und ohne große Symposien haben können. Moment! Das war ein Grußwort ZU
BEGINN des Symposiums. Die Einsicht hatte er also schon VOR dem Symposium.
Zwanghaftes Grinsen @ nonnobisdomine Das soll uns durchaus was sagen. Dieses zwanghafte Grinsen ist echt.
Es sagt viel aus über Algermissens Charakter.
Könnte die Redaktion … nicht mal ein anderes Bild von dem Algermissen auswählen? – Auf dem hier schon
oft gezeigten grinst dieser Typ wie zwanghaft. Oder soll uns das was sagen????
Jürgen Noch was zu den 20-Minuten-Schnellmessen: Ich bin kein Gegner derselben. Ich bin öfters zu einem
Priester in die Messe gegangen, der weniger als 20 Minuten gebraucht hat. Die Messe wirkte überhaupt
nicht gehetzt, eher langsam gesprochen. Der Priester schritt zügig voran, macht keine Spasettel, und
damit war es eine der andächtigsten Messen, während diejenigen Messen, die über eine Stunde dauern,
meist am wenigsten Andacht bieten. Christliche Gitarrenlieder sind durchaus erlaubt, allerdings in der
Messe ungeeignet; diese sollte ein Mitleiden mit dem Heiland zum Ausdruck bringen. Und wenn sich dann
noch Leute vorne mit Gitarre zur Schau stellen, dann feiert sich die Gemeinde selber und nicht mehr Leiden
und Auferstehung. Die kurze Zeit der Messe sollte mit Andacht geschehen (30 Minuten ohne Jubel-Trubel
sollte man verlangen können). Hernach heißt es dann: „Sacris solemniis iuncta sunt gaudia.“ Hier können
dann, z.B. gleich im Anschluss an die Messe, nicht in der Kirche, aber z.B. auf freiem Feld, Gitarrenlieder
gesungen werden. Verböte man christliche Gitarrenlieder, zöge man gut Gesinnte in Richtung Michael Jackson.
So eine gewissen Gitarrenmentalität herrscht wohl auch auf Malta. Sie müssen das nur von der Messe sauber
trennen, was wohl noch nicht der Fall ist. Früher wars ja auch so: Erst Andacht in der Messe, dann Fröhlichkeit
im Wirtshaus oder wo anders. Letzteres ist Bestandteil des Glaubens. Fröhlichkeit ist Frömmigkeit, denn
„sacris solemniis juncta sunt gaudia“.
nochmal Malta Naja, es gibt schon manch „eigenartige“ Dinge. Man schaue mal auf die Seite: www.catholichealing.com/
Photostrecke: www.catholichealing.com/photos/balzan/album/ Aber klar, das Land ist eher ein „Ausnahmeland“.
Es gibt ca 400.000 Einwohner/Katholiken in 68 Pfarreien mit 313 Kirchen und 323 Diözesanpriestern und
derzeit 24 Diözesanen Seminaristen. Nicht mitgerechnet sind die Ordenspriester. In den männlichen Orden
sind 499 Ordensleute (ein großer Teil auch Priester), in den weiblichen Orden 1015 Ordensfrauen. (Zahlen
von 2005)
Jürgen Ich habe mir nur ein paar Bilder angesehen. Das erweckt den Eindruck dass hier Gott im Mittelpunkt
des Lebens der Menschen steht. Ringelreiher wird allerdings (gemäß den Bildern, die ich gesehen habe)
auf den Straßen getanzt und nicht, wie bei uns, in der Kirche. Wenn da die Glaubenstreuen nicht (wie
bei uns) diskriminiert werden, sondern wenn es viele Angebote gibt (auch lateinische Messen), kann sich
der Glaube auch entfalten. Ich habe auf jeden Fall den Eindruck gewonnen, dass hier Kirche und weltliches
Leben ineinander übergehen. Und so soll es ja auch sein. Es macht halt doch was her, wenn 98 % katholisch
sind, und nicht, wie bei uns, 98 % tielf evolutionsgläubig sind.
Malta Also wie in Malta die Messe gefeiert wird, weiss ich sehr genau. Ich habe mal etwa ein Jahr dort
gelebt. Es gibt dort fast alles: von lat. Messe (nach NOM) in der Kathedrale in Valetta mit Domchor etc.
über „Werktags-Schnell-Messen“ (20Min) bis zu Messen mit Jugendband. 98% (!!) der Leute sind katholisch.
Jeder sucht sich aus, was ihm gefällt und geht dort hin. Es gibt ja genug Messen täglich und die Auswahl
ist gross. Übrigens habe seinerzeit ich im Novizentrakt des Dominikanerkonvents in Rabat gewohnt. Der
damalige Novizenmeister Fr. Paul Cremona OP ist seit Januar neuer Erzbischof von Malta. Bilder von der
Weihe gibt es dort: www.maltachurch.org.mt/…Cremona/foto%20E.htm Also eins muß man den Maltesern lassen:
feiern können die!
Hab mich verschaut. Zu würdige Feier: Habe mich bei Ihrem Posting verschaut. Sie meinten genau das Gegenteil.
Trotzdem glaube ich Ihre Behauptung: „Erzählt mir nichts davon, dass da würdiger zelebriert werde“ nicht.
Erstens spricht man nicht umsonst von den deutschen und französischen Bischöfen, die so liberal sind
und die Kirche schon lang verraten haben. Zweitens wurde mir erzählt, dass afrikanische Priester entsetzt
darüber sind, wenn in Deutschland ihre Art der Gottesdienstfeier angeblich kopiert wird. Die sagen, das
sei schrecklich, das habe bei ihnen einen ganz anderen Ausdruck. (Über Malta weiß ich nichts.) (Wenn
ein Deutscher einen Afrikaner spielt, haut das eben nicht hin.) Oder auf den Philippinen. Da ist einfach
die Andacht noch viel stärker.
Bitte was? Sie sprechen aber ganz bewusst von der Art, wie man den Ritus feiert, würdig oder, wie bei
uns zunehmend, unwürdig. Wovon spreche ich? Ich sagte: Und jetzt erzählt mir nix davon, daß dort eben
„würdiger“ zelebriert würde oder ähnlichen Unsinn.
@Jürgen: Das ist richtig. Aber trotzdem: Rituswechsel hat seine Auswirkung Sie sprechen aber ganz bewusst
von der Art, wie man den Ritus feiert, würdig oder, wie bei uns zunehmend, unwürdig. Und das muss man
natürlich unter den Ritus-Begriff mit einschließen, wenn man mit Zahlen fast 40 Jahre nach dem Rituswechsel
hantiert. Dass der Ritus (Novus statt vetus ordo) sich selbst negativ auf die Besucherzahl ausgewirkt
hat, zeigt die drastische Rückgangszahl in der Wechselperiode. Spätere Zahlen beziehen sich dann zunehmend
auch auf die Art der Feier. Und da gings ja auch Jahr für Jahr bergab. Wenn’s da in ihrem Beispiel durch
würdige Feier der Messe anders ist, zeigt dies natürlich auch, dass das Wie wichtiger ist als das Was.
Trotzdem: Auch wenn Sie ein Beispiel nennen können, wo der Gottesdienstbesuch sogar besser wird, möchte
ich dennoch behaupten, dass die Frage „NOM oder tridentinische Messe“ immer noch eine Rolle spielt Der
Gottesdienstbesuch hängt nämlich oft von den Eltern ab, die durch den NOM zunehmend den Sinn für die
Wichtigkeit der Messe verloren haben, die eben gerade in unseren Breiten eindringlich gelehrt wurde. Das
wirkt sich wieder auf die Kinder aus, die von ihren Eltern deswegen nicht mehr oder nicht mehr mit demselben
Nachdruck in die Messe geschickt werden.
Rituseffekt? Der neue Ritus wurde bekanntlich überall auf der Welt eingeführt. Gäbe es den „Rituseffekt“,
so müßte man ihn auch überall, wo der neue Ritus eingeführt wurde, beobachten können. – Oder? Wie
kommen dann z.B. solche Meldungen zustande „Warst du letzten Sonntag in der Kirche?“, lautete eine der
Fragen, die gestellt wurden. 77 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja“ – unter den Frauen 79 Prozent,
bei den Männern 74 Prozent. Das ist ein Zuwachs um 7 Prozent seit dem Jahr 1995, als die katholische
Kirche zuletzt eine Umfrage zum Besuch des Sonntagsgottesdienstes auf Malta durchgeführt hat. Unter den
18 bis 34-Jährigen sind es nur 58 Prozent. Aber selbst diese Zahl liegt über dem Durchschnitt der Kirchgänger
in anderen Ländern. Quelle: kath.net/detail.php?id=13437 Obwohl der Ritus überall eingeführt wurde,
scheint es also starke Unterschiede bei den Kirchenbesucherzahlen in verschiedenen Ländern zu geben.
Ja mehr noch: in dem Beispiel haben wir in der Zeit von 1995 bis 2006 eine Steigerung von 7%! Und dort
wird der NOM zelebriert! Es greift einfach zu kurz alles auf den Ritus zu schieben! Und jetzt erzählt
mir nix davon, daß dort eben „würdiger“ zelebriert würde oder ähnlichen Unsinn.
An Sirilo Es stimmt natürlich, dass ich Ihre Frage nach kirchensoziologischen Untersuchungen nicht beantwortet
habe. Sie erwarten ja allerhand. Da ich viele Jahre in einem medizinischen Forschungsinstitut für die
Erstellung von Statistiken bei EDV zuständig war, kenne ich die statistische Kaffeesatzleserei zu genüge
und weiß, daß man aus Statistiken allerhand herauszulesen pflegt, das mit der Realität wenig zu tun
hat. Wieder so ein allgemeines Blablabla wie das Kriegsverbrecherzitat. Wer keine Ahnung hat, redet so
daher. Wer aber eine Ahnung hat, weiß, was Unsinn ist und was nicht. Was ich festgestellt habe, ist,
dass die Rückgangszahlen seit dem Rituswechsel so sehr angestiegen ist, dass dies kein Zufall sein kann.
Pünktchen hat auf die Rückgangsspitze in der Fünfjahresperiode des Rituswechsels verwiesen. Das sind
nun mal Fakten. Die haben wir festgestellt, und wenn Sie andere Ursachen als die naheliegenden gelten
lassen wollen, dann müssen Sie die begründen.
Sirilo Ihre Frage ist von Burgorus sehr wohl beantwortet worden: Es ist richtig, dass der statistische
Beweis nicht die Ursache ermitteln kann. Er stellt lediglich fest, dass vor und nach Rituswechsel ein
gewaltiger Unterschied in der Besucherzahlabnahme geherrscht hat. Theoretisch könnte die Ursache auch
ein Ereignis sein, das mit dem Rituswechsel korreliert. Allerdings sind solche Behauptungen weit hergegriffen.
Es ist doch naheliegend, bei Mess-Besucherzahlen zunächst die Art der Gestaltung der Messe in Betracht
zu ziehen. Wenn ein schlechtes Theater aufgeführt wird und die Leute abhauen, sagen Sie doch auch nicht:
„Der Tagesschausprecher war schuld.“
@Toby Warum sinkt denn die Zahl der Katholiken im Erzbistum Paderborn jedes Jahr um 14.000? Das wird kaum
nur der Sterbeüberschuss sein, das sind wohl vor allem die Kirchenaustritte. Ich habe damit wiedergegeben,
was der Erzbischof bekanntgegeben hat. Er sagt bzw. schreibt: Die Zahl der Katholiken in unserem Erzbistum
geht in Folge der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft seit Jahren konstant zurück. So ist
unser Erzbistum in den vergangenen 20 Jahren um fast 200.000 Katholiken kleiner geworden. Im Durchschnitt
der letzten Jahre sank die Katholikenzahl um etwa 14.000. Zur Zeit zählt unser Erzbistum gut 1740000
Katholiken. Zahlen von der dt. Bischofskonferenz für 2005 für das Erzbistum Paderborn: Auf der Minusseite:
17518 (kirchl.) Beerdigungen 4535 Austritte Gesamt mithin: 22053 Auf der Plusseite: 13118 Taufen 609 Wiederaufnahmen
399 Eintritte Gesamt mithin: 14126 Woher die Zahl 14.000 kommt kann ich auch nicht sagen. Man muß ja
auch „Völkerwanderungen“ (Umzüge etc.) berücksichtigen.
Wenn es genau in der Zeit der Einführung eines neuen Ritus zu einem Rückgang im Gottesdienstbesuch von
über 17 % kommt (im vergleichbaren Zeitraum zuvor waren es zuletzt ca 2% !), dann sind die Erklärungsfaktoren
für diesen dramatischen Absturz weit eher innerhalb der Kirche zu suchen als außerhalb. Daß nun die
68%-Bewegung, die ja von Haus aus schon kirchenfern eingestellt war und die in ihren Reihen eher wenige
Kirchenbesucher gezählt haben dürfte, auf Gottesdienstbesucher den gleichen Effekt ausgeübt habe wie
der für Gottesdienstbesucher nachhaltig präsente Rituswechsel ist wenig plausibel! Sicher kann man auch
noch andere Faktoren heranziehen, die mit dem Freizeitverhalten, der Mediatisierung der Haushalte, der
gewachsenen Mobilität usw. zu tun haben. Aber die ganz verschiedenen Größenordnungen vor und nach dem
Rituswechsel erlauben es m.E. eindeutig von einem Rituseffekt bei den Besuchszahlen zu sprechen!
An Sirilo und Jürgen Sirilo schrieb: „Ich glaube nur die Statistiken, die ich selbst gefälscht habe! „
und behauptet, das stamme von einem klugen Mann, Einstein oder Churchill. Das ist falsch. Es stammt von
einem Kriegsverbrecher, und zwar von Whinston Churchill. Meinten Sie mit „Churchill“ denjenigen, der gegen
die Bayern im spanischen Erbfolgekrieg gekämpft hat, besser bekannt unter Graf (?) Marlboro? Zu Jürgen:
Es ist richtig, dass der statistische Beweis nicht die Ursache ermitteln kann. Er stellt lediglich fest,
dass vor und nach Rituswechsel ein gewaltiger Unterschied in der Besucherzahlabnahme geherrscht hat. Theoretisch
könnte die Ursache auch ein Ereignis sein, das mit dem Rituswechsel korreliert. Allerdings sind solche
Behauptungen weit hergegriffen. Es ist doch naheliegend, bei Mess-Besucherzahlen zunächst die Art der
Gestaltung der Messe in Betracht zu ziehen. Wenn ein schlechtes Theater aufgeführt wird und die Leute
abhauen, sagen Sie doch auch nicht: „Der Tagesschausprecher war schuld.“ Zum statistischen Ausbügeln
bei einer zusätzlichen Zahl, die nicht in den Daten vorhanden war: „Si tacuisses…“
@Burgorus: „Rituseffekt“ ist ein Phantom Da ich viele Jahre in einem medizinischen Forschungsinstitut
für die Erstellung von Statistiken bei EDV zuständig war, kenne ich die statistische Kaffeesatzleserei
zu genüge und weiß, daß man aus Statistiken allerhand herauszulesen pflegt, das mit der Realität wenig
zu tun hat. Solange keine verlässlichen Aussagen von den Leuten vorliegen, die den Gottesdienstbesuch
eingestellt haben, ist der Rituseffekt nur eine Hypothese, keine Realität. Oder kennen Sie eine wissenschaftlich
seriöse kirchensoziologische Untersuchung, die diesen Effekt beweist? Die zeitliche Koinzidenz zweier
Ereignisse oder Prozesse (Ritenwechsel und Gottesdienstrückgang) beweist noch nicht deren kausalen Zusammenhang!
absolut richtig Jürgen die Kuturrevolution in den 60er Jahren trug einen wesntlichen Beitrag zur Entchristlichung
bei was sich in den Besuchszahlen widerspiegelt. Hauptfehler der Kirche war meiner bescheidenen Meinung
nach die Ansicht während des Konzils die sich anbahnende gesellschftaftliche Umwälzung nicht zu bekämpfen
sondern hinzunehmen und statt dessen sogar die die Kirchenrealität der entchristlichten Gesellschaft
anzupassen.
Statistik …und wer sagt uns, daß z.B. zwischen 1945 und 1950 die Zahl nicht um 50% gesunken ist? Damit
wäre dann statistisch der Rituseffekt wieder glattgebügelt – oder wie?
@ juergen Warum sinkt denn die Zahl der Katholiken im Erzbistum Paderborn jedes Jahr um 14.000? Das wird
kaum nur der Sterbeüberschuss sein, das sind wohl vor allem die Kirchenaustritte. Ich finde schon, dass
bei einer Gottesdienstbesuchsstatistik die absoluten Zahlen aussagekräftig sind. Wenn 90 % der Katholiken
in Deutschland aus der Kirche austreten würden, wäre das ja trotzdem ein Rückgang des Gottesdienstbesuchs
um 90 %, auch wenn die verbleibenden 10 % Restkatholiken zu 100 % in de Kirche gehen würden.
Unterschied statistisch nachweisbar Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: es gibt einen signifikanten
„Rituseffekt“ beim Einbruch der Gottesdienstbesuches in Deutschland! Stimmt. Da die drei Abnahme-Prozentzahlen
während des alten Ritus alle kleiner als die acht Abnahme-Prozentzahlen des Novus Ordo sind, ergibt sich,
dass bei keiner der 3 mal 8 = 24 möglichen Paarungen zwischen Vor- und Nach-dem-Wechsel die Vor-Abnahmezahl
die größere ist, obwohl man doch unter der Annahme, der Rituswechsel habe keinen Einfluss, 12 hätte
erwarten müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass unter dieser Annahme der extremste Wert, nämlich 0 rauskommt,
liegt bei 0,006 (0,6% = einseitiger P-Wert), die Wahrscheinlichkeit, dass einer der extremsten Werte,
0 oder 24 rauskommt, bei 1,2 % (zweiseitiger P-Wert). Damit gilt der Ritus-Effekt auf jeden Fall als statistisch
erwiesen. Bei einem t-Test käme sicher noch ein kleinerer P-Wert raus, da dieser auch noch den Riesen-Unterschied
der beiden Zahlengruppen sieht.
Rituseffekt Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: es gibt einen signifikanten „Rituseffekt“ beim
Einbruch der Gottesdienstbesuches in Deutschland! „Rituseffekt“??? Das ist kann auch ein typischer „Cum
hoc ergo propter hoc“ Denkfehler sein! –> de.wikipedia.org/…hoc_ergo_propter_hoc Es kann viele Ursachen
haben, daß die Leute nicht mehr in die Kirche gehen. Dies einfach als „Rituseffekt“ zu bezeichnen ist
ein naiver Fehlschluss. Da werden einfach alle andere mögliche Ursachen ausgeklammert. Zum Beispiel könnten
auch die berüchtigten 68-Revolten etwas damit zu tun, daß gerade in der Zeit die Zahl massiv gesunken
ist? Es kann viele verschiedene Ursachen geben. Das alleinige Zusammentreffen von zwei Ereignissen läßt
nicht den zwingenden Schluß zu, daß das eine mit dem anderen im Zusammenhang steht.
„Ich glaube nur die Statistiken, die ich selbst gefälscht habe!“ …sagte ein kluger Mann (Churchill
oder Einstein oder so). Mit den Statistiken ist das so eine Sache. Z.B. gibt es eine eindeutige Korrelation
zwischen dem Rückgang der Störche und dem Rückgang der Geburtenzahlen, womit schlüssig bewiesen wäre,
dass die Störche die kleinen Kinde bringen… Die Statistik vom Rückgang der Gottesdienstbesucher sagt
gar nichts aus über die Gründe, weshalb die Leute der Kirche fernblieben, da man diejenigen, die nicht
mehr kamen, nicht nach ihrem Grund gefragt hat. Da kann es hunderterlei Gründe geben, aber ohne harte
Daten bleibt alles nur Spekulation. (Vermutlich ist es einfach der Zusammenbruch des „Milieukatholizismus“,
wo man aus Gewohnheit und mit Blick auf die anderen in die Kirche ging, ohne innere Überzeugung. Die
Kirche schrumpft eben zusammen auf diejenigen, die aus innerer Überzeugung in die Kirche gehen und nicht
nur, weil „man das halt so tut.“) Wenn der Schwund aussschließlich dem NOM zu schulden wäre, dann müsste
ja die FSSPX in Deutschland 8 Millionen Gottesdienstbesucher haben. Oder ist es denkbar, dass jemand aus
echter Liebe zum VOM der NOM-Messe fernbleibt und dann gar nicht mehr in die Kirche geht? (Das wäre ja
ein sehr seltsames Christentum.)
@Toby Wenn man nicht die Prozentzahlen, sondern die absoluten Zahlen der Gottesdienstbesucher zum Vergleich
heranzieht, ist der Niedergang noch deutlicher. Allein im Erzbistum Paderborn sinkt die Zahl der Katholiken
jedes Jahr um ca. 14.000. Wenn diese Jahr ALLE in die Messe gingen, und nächstes Jahr auch ALLE in die
Messe gingen, würden bei den absoluten Zahlen ein Minus von 14.000 stehen, obwohl 100% in die Messe gehen.
Abolute Zahlen sagen gar nix aus! @die anderen beiden Zahlenstrategen Ja ihr habt natürlich Recht. Die
Angabe von Prozentpunkten ist in diesem Fall Unsinn. Entschuldigung!
Danke Burgorus für Ihre Mühe! Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: es gibt einen signifikanten
„Rituseffekt“ beim Einbruch der Gottesdienstbesuches in Deutschland!
@Lib.Eccl. Sie sind mir ja ein ganz Schlauer! Was wörtliche Rede des Bischofs und was redaktionelle Hervorhebung
von kreuz.net ist, geht ganz eindeutig aus dem Artikel hervor. Was also ist Ihr Problem? Nur ein Beispiel
von mehreren Fällen: Kreuz.net: Nach Ansicht des Bischofs mangelt es „bei einigen Priestern“ an einer
Kunst des Zelebrierens. Vieles einstmals Gewußte habe sich in der pastoralen Praxis abgeschliffen. Pressmeldung
Bisutm Fulda: Nach Ansicht des Fuldaer Oberhirten mangelt es auch bei einigen Priestern an einer „Kunst
des Zelebrierens“. Vieles einstmals Gewußte habe sich in der pastoralen Praxis abgeschliffen. Bischof
selbst: Mit Sicherheit mangelt es auch bei einigen Priestern an einer „Kunst des Zelebrierens“. Vieles
einstmals Gewusste hat sich in der pastoralen Praxis abgeschliffen. Warum wird bei Kreuz.net z.B. „bei
einigen Priestern“ in Anführungszeichen gesetzt, während bei der Presseaussehdung dies nicht in Anführungszeichen
steht, sondern der Terminus „Kunst des Zelebrierens“? Da soll doch redaktionell gerade dieser Punkt betont
werden. Das ist m.E. manipulative Berichterstattung. Und das ist nur EIN Beispiel von mehreren in dem
Artikel.
@ Pünktchen @ Burgoros Wenn man nicht die Prozentzahlen, sondern die absoluten Zahlen der Gottesdienstbesucher
zum Vergleich heranzieht, ist der Niedergang noch deutlicher. So ist der Gottesdienstbesuch in Deutschland
allein seit dem Heiligen Jahr 2007 – ein relativ kurzer und überschaubarer Zeitraum – um 16 Prozent zurückgegangen –
und das trotz aller JP2-Euphorie, der viel beschwörenen neuen Aufbrüche in der Kirche, den Weltjugendtagen
und all dem Gedöns. Der Novus Ordo Missae bringst’s einfach nicht mehr. Das sollten sich alle vernünftig
denkenden Menschen endlich einmal eingestehen.
Ich rechne es vor: 1950: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 50,4% 1955: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 48,4%
[-4,0%] 1960: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 46,1% [-5,1%] 1965: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 45,1%
[-2,1%] 1970: 10,1 Millionen („Rituswechsel“) = 37,4% [-17,1%] 1975: 8,8 Millionen (Neuer Ritus) = 32,6%
[-12,8%] 1980: 7,8 Millionen (Neuer Ritus) = 29,1% [-10,7%] 1985: 6,8 Millionen (Neuer Ritus) = 25,8%
[-11,3%] 1990: 6,1 Millionen (Neuer Ritus) = 21,9% [-15,1%] 1995: 5,2 Millionen (Neuer Ritus) = 18,6%
[-15,1%] 2000: 4,4 Millionen (Neuer Ritus) = 16,5% [-11,3%] 2005: 3,7 Millionen (Neuer Ritus) = 14,3%
[-13,3%] Seit dem Rituswechsel gibts also im Fünfjahrestakt nur noch zweistellige prozentuale Besucherzahl-Abnahmen.
Dass diese Darstellung von Prozenten anstatt Prozentpunkten die richtige ist, ist logisch, sonst könnte
man die Vertreibung des letzten Prozentes an Kirchenbesuchern durch einen lächerlichen Rückgang von
einem Prozentpunkt abtun, wo doch alle (100%) der noch Verbliebenen verschwunden sind. Und wenn man dann
noch dazusagte, der Rückgang von 1950 bis 1955 während des alten Ritus sei ja mit zwei Prozentpunkten
doppelt so groß gewesen wie der jetzige mit dem Wegfegen des letzten Prozentpunktes, dann wäre der Gipfel
der statistischen Frechheit erreicht.
Toby: Weiter betonieren? Ein Bischof wie Algermissen ist nach Ihrer Einschätzung wohl nur dann glaubwürdig,
wenn er ganz massiv weiter an der Zölibatsverpflichtung betoniert, oder habe ich Sie richtig verstanden?
„Massiv“ ?! Verschiedene Gruppen wollten „die sogenannte »alte Messe«“ zum Teil „massiv“ wieder zurückhaben.
Was meint Bischof Algermissen mit dieser Formulierung? Was bedeutet „massiv“? Wo und wann konkret wurde
im Bistum Fulda von verschiedenen Gruppen (Plural!) „massiv“ eine Rückkehr zur alten Messe gefordert?
Das ist doch lächerlich. Niemand in Fulda fordert ernsthaft eine allgemeine Rückkehr zur alten Messe.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bischof Algermissen hier mit einem rhetorischen Trick
(Übertreibung) versucht, diejenigen Gläubigen zu diskretitieren, die sich der überlieferten Form der
römischen Liturgie verbunden fühlen und die nichts weiter wünschen, als dass ihre berechtigte Anliegen
gehört und erfüllt werden. Wenn der Vorsitzende des Fuldaer Priesterrats und seine Freunde vom linken
„Fuldaer Kreis für eine offene Kirche“ dagegen „massiv“ für die Frauenordination und die ganze Litanei
der Kirche-von-unten-Bewegung eintreten, schweigt der Bischof dazu. Wie glaubwürdig ist Heinz Josef Algermissen?
Schlechte Darstellung der Gottesdienst-Besucherzahl-Änderungen Die Angabe der Änderungen in Prozentpunkten
ist hier nicht geeignet. Eine Absenkung von 50 % auf 48 % ist eine um 2 Prozent-Punkte (kurz: 2 Punkte),
aber um 4 Prozent. Eine Absenkung von 10 % auf 8 % wäre ebenfalls nur eine Änderung um 2 Punkte, aber
schon um 20 %. Und wenn der NOM es schaffte, die Besucherzahl mal von 2 % auf 0 % zu drücken, dann würde
diese weitere Absenkung zwar wieder nur 2 Punkte ausmachen, aber diese 2 Punkte wären dann bereits 100
%. Mehr als dass fernbleiben, geht halt nicht mehr. Gibt man die Änderungen in Prozent an, dann sieht
der NOM-Effekt um Einiges drastischer aus.
Messbesuch seit den fünfziger Jahren: @Jürgen, Die Zahlen legen eine ganz andere Deutung nahe, als Sie
sie geben: 1950: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 50,4% 1955: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 48,4% [-2,0]
1960: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 46,1% [-2,3] 1965: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 45,1% [-1,0] 1970:
10,1 Millionen („Rituswechsel“) = 37,4% [-7,7] 1975: 8,8 Millionen (Neuer Ritus) = 32,6% [-4,8] 1980:
7,8 Millionen (Neuer Ritus) = 29,1% [-3,5] 1985: 6,8 Millionen (Neuer Ritus) = 25,8% [-3,3] 1990: 6,1
Millionen (Neuer Ritus) = 21,9% [-3,9] 1995: 5,2 Millionen (Neuer Ritus) = 18,6% [-3,3] 2000: 4,4 Millionen
(Neuer Ritus) = 16,5% [-2,1] 2005: 3,7 Millionen (Neuer Ritus) = 14,3% [-2,2] Es gab einen moderaten Rückgang
des Gottesdienstbesuches auf dem Höchstniveau in den fünfziger Jahren. Der Rituswechsel ist von einem
dramatischen Einbruch gekennzeichnet und danach setzt sich der Rückgang auf hohem Niveau fort! Der wiederum
moderate, aber weiter fortschreitende Rückgang in den Jahren seit 2000 ist umso erstaunlicher, da der
Kirchenbesuch ja schon auf Tiefstniveau herabgesunken ist!
Römer höret die Signale! Damit noch deutlicher erfasst werden kann, an wen die Stellungnahme gerichtet
und für wen sie gedacht war, kann ihren Kern auf katholisch.de nachlesen.
@ Jürgen Sie sind mir ja ein ganz Schlauer! Was wörtliche Rede des Bischofs und was redaktionelle Hervorhebung
von kreuz.net ist, geht ganz eindeutig aus dem Artikel hervor. Was also ist Ihr Problem?
Zitieren lernen!!!! Wenn man den Text liest, dann stehen manche Passagen in Anführungszeichen. Was will
uns das sagen? Erst dachte ich, das diese wörtliche Zitate der Aussage des Bischofs darstellen. Doch
weit gefehlt. Manches sind tatsächlich Aussagen des Bischofs, andere in Anführungszeichen gesetze Stellen
sollen wohl etwas hervorheben auf das die Redaktion von kreuz.net besonderen Wert legt. Also Leute! Lernt
ernstmal vernünftig und eindeutig zu zitieren! Die komplette Pressemitteilung ist auf der Seite des Bistums
Fulda abrufbar: www.bistum-fulda.de/…turgie_Symposion.php?navid=161 Wer wissen will was der Bischof
wirklich gesagt hat, kann sich das Grußwort auch im Internet herunterladen: www.thf-fulda.de/…russwort_Bischof.pdf
Not lehrt beten Diese Ein-, Durch-, und Aussichten waren nicht immer vorhanden, sind offenbar unter dem
Druck der Situation geboren und machen sich gegenwärtig günstig, zumal die Orthodoxie und Orthopraxie
eines manchmal tragisch mißverstandenen Bischofs doch bitte nicht angezweifelt werden mögen! Neues Leben
kann nur da und dadurch sich entfalten, wo mit selbstloser Hingabe an die Sache und absoluter Ausrichtung
auf Gott versucht wird, das Geheimnis der Erlösung aus den ihm selber innewohnenden Gestzmäßigkeiten
heraus zu entfalten, zu feiern und zu schützen. Wenn die Bischöfe für solch hehre Prinzipien, wie sie
hier dem bischöflichen Mund entströmen, nicht selbst – motu proprio – mit gutem Beispiel vorangehen
und nicht bereit sind, Missbräuchen zu wehren, d.h. die Heiligkeit des Mysteriums eher zu schützen als
ihre Lieblinge im Klerus, wird sich nichts zum Guten hin verändern.
@Algermissen Manch unguter Zeitgeist, manche Modetorheit sind in unsere Gottesdienste eingedrungen. Nun
merken wir, daß sie darin eigentlich nichts zu suchen haben Der Herr Bischof und die Leute, die er mit
„wir“ meint, scheinen ja ganz aufgeweckte Bürschlein zu sein. Merken jetzt schon, daß manche „Modetorheit“
im Gottesdienst nichts verloren hat. Man will sich ja nicht wichtig machen, aber diese bahnbrechende Einsicht
hätte er schon vor 20 Jahren völlig gratis und ohne große Symposien haben können. Sehen wir es realistisch:
Da dreht einer das Fähnchen in den Wind Da ist einem verstockter Lehmann ja noch lieber …
Prozentzahlen Ich ergänze das ganze mal um die Prozentzahlen, da dort dann auch die demographische Entwicklung
Berücksichtigung findet: 1950: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 50,4% 1955: 11,9 Millionen (Alter Ritus) =
48,4% [-2,0] 1960: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 46,1% [-2,3] 1965: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 45,1%
[-1,0] 1970: 10,1 Millionen („Rituswechsel“) = 37,4% [-7,7] 1975: 8,8 Millionen (Neuer Ritus) = 32,6%
[-4,8] 1980: 7,8 Millionen (Neuer Ritus) = 29,1% [-3,5] 1985: 6,8 Millionen (Neuer Ritus) = 25,8% [-3,3]
1990: 6,1 Millionen (Neuer Ritus) = 21,9% [-3,9] 1995: 5,2 Millionen (Neuer Ritus) = 18,6% [-3,3] 2000:
4,4 Millionen (Neuer Ritus) = 16,5% [-2,1] 2005: 3,7 Millionen (Neuer Ritus) = 14,3% [-2,2] Offensichtlich
geht die Zahl kontinuierlich seit 1950 zurück.
Wer jetzt mit seinen Erklärungsansätzen bei der „Demographie“ beginnt, sollte sich folgende rasante
Entwicklung seit Einführung des NOM vor Augen führen! (Die Zahlen stammen von der Deutschen Bischofskonferenz):
1955: 11,9 Millionen (Alter Ritus) 1965: 11,7 Millionen (Alter Ritus) 1975: 8,8 Millionen (Neuer Ritus)
1985: 6,8 Millionen (Neuer Ritus) 1995: 5,2 Millionen (Neuer Ritus) 2005: 3,7 Millionen (Neuer Ritus)
Die Demographische Entwicklung kann als „Schrumpfung“ gekennzeichent werden, die Entwicklung des Gottesdienstbesuches
seit Mitte der sechziger Jahre gleichen aber eher einem Erdrutsch! Es handelt sich um ein Minus von 68%
!!!
@Juergen / Die Schuld des Pastoralkonzils oder auch nicht Daß die Kirche in Deutschland kleiner wird,
ist aber nicht Schuld des Konzils. Soll die Pastoralkonzilskirche doch an ihrer jahrzehntealten Lebenslüge
festhalten. Sie gehen mit oder ohne ihren Endsiegglauben an „das Konzil“ unter – und es gibt genug, die
sich darüber freuen, nicht nur die Antimodernisten.
@VirFortis und warum setzen wir immer weniger Kinder in die Welt ? Schonmal darüber nachgedacht ? Jedenfalls
hat es ganz sicher nichts mit der alten oder der neuen Messe zu tun.
Aussterben?! Daß die Kirche in Deutschland kleiner wird, ist aber nicht Schuld des Konzils. Man muß
sich nur mal die demographischen Entwicklungen ansehen und dabei zusätzlich berücksichtigen, wer es
in Deutschland noch ist, der überhaupt Kinder in die Welt setzt. Oder ist es Schuld des Konzils, daß
die Deutschen nur wenige Kinder mehr in die Welt setzen; daß die Kinder von Moslems einen großen Anteil
ausmachen; daß jedes Jahr alleine hier im Bistum statistisch gesehen eine Kleinstadt „wegstirbt“? Ja
ne! – Is klar!
@Landorganist / Aussterben der Amtskirche in Deutschland Beweisen Sie bitte anhand von Zahlen, dass die
röm. Kirche ausstirbt und nehmen Sie bitte dabei die globalen Entwicklungen in Ihren hoffentlich vorhandenen
Focus! Wir reden vom Aussterben der modernistischen (formell römisch-katholischen) Amtskirche in Deutschland,
nicht von der hl. katholischen Kirche in anderen Nationen.
#4 landorganist 13:53:22 | Donnerstag, 5. Juli 2007
@Rudolfus Beweisen Sie bitte anhand von Zahlen, dass die röm. Kirche ausstirbt und nehmen Sie bitte dabei
die globalen Entwicklungen in Ihren hoffentlich vorhandenen Focus! Und erzählen Sie hier nicht ständig
die gleichen dämlichen Märchen. Wenn Sie noch Zeit haben, können Sie dann auch die Mitglieder der Pius-Hanseln,
und die Fundamentalisten, die sich von Papst und Kirche abgewandt haben, in Relation zu den von mir oben
geforderten Zahlen setzen. Sie werden Ihr blaues Wunder erleben und sich Ihres Geschwätzes schämen.
Endsiegglaube der aussterbenden Konzilskirche Die sogenannten liturgischen Dienste von Laien haben sich
„hervorragend bewährt“ Sollen die Konzilskirchenfunktionäre doch weiter ihr Geschwafel vom Endsieg pflegen …
sie müssen ja doch weiterhin eine Filiale nach der anderen schließen, und irgendwann werden keine Funktionäre
mehr da sein, für die man Kirchensteuer zahlen sollte. Abgesehen davon, daß Papst Benedikt XVI. aus
guten Gründen die Kirchensteuerverpflichtung für die wenigen Kirchensteuerländer BRD, CH und Österreich
bereits außer Kraft gesetzt hat – die Amtskirche in diesen Ländern wird natürlich kaum jemanden darauf
hinweisen, geschweige denn dieses Papstdekret unter ihren verbliebenen Gläubigen verbreiten (vgl. für
die ÖBK z.B. www.kreuz.net/article.5301.html).
späte Einsichten Bischof Algermissen spricht sicherlich für die meisten deutschen Bischöfe (inklusive
Schweiz und Österreich), wenn er in seinem Vortrag auf liturgische Fehlentwicklungen hinweis. Nur kommen
diese Einsichten reichlich spät und wohl erst unter dem Druck der drohenden „Freigabe“ der tridentinischen
Messe. Fakt ist, dass die Bischöfe jahrzehntelang die Liturgie dem Zugriff überlassen haben, ja sogar
noch begrüßt haben, dass „Liturgiekreise“ und geistbewegte Priester die Liturgie nach eigenem Gutdünken
verhunzt und verschandelt haben. Ich habe mal einen „Familiengottesdienst“ miterlebt, in dem es um Mülltrennung
und Umweltschutz ging. Von Karnevalsmessen will ich hier erst garnicht reden. Die Bischöfe sind ihrer
Sorgfalts- und Aufsichtspflicht nicht gerecht geworden. Sie sind verantwortlich für schlimme Entgleisungen
in der Liturgie. Es ist darum gut und richtig, dass Papst Benedikt ihnen nun die Jurisdiktion über den
Alten Ritus de facto weggenommen hat. Nun kann kein Bischof mehr den Alten Ritus verhindern. Gut so! Die
Bischöfe spüren ihre Teilentmündigung. Sie sollten diese Chance nutzen um sich vor Papst und Kirche
neu zu bewähren. Hoffentlich schaffen sie das. Vielleicht macht Bischof Algermissen den Anfang.