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Latein und logisches Denken + Auf der Bremse + Schweizer Priester wegen Pornographie-Konsum verurteilt + Kreuzverbot für Berliner Beamte + Lob aus der falschen Ecke?
Latein und logisches Denken

Vatikan. Die Päpstliche Historikerkommission hat einen Journalistenpreis ausgeschrieben. Er soll jenen Reportern verliehen werden, die in Erfahrung bringen, inwiefern die klassischen Sprachen – Latein und Griechisch – für den modernen Unterricht immer noch wichtig sind. Dies berichtete gestern ‘Radio Vatikan’. Die Historikerkommission erhofft sich durch den Preis, eine öffentliche Diskussion über diese Frage anzuregen. Latein und Griechisch sollen dadurch auch in Zeitungen und im Fernsehen zu einem Thema werden. Der emeritierte Kirchengeschichtler und Präsident der Kommission, Prof. Dr. Walter Brandmüller, erwähnt einen der Vorteile der lateinischen Sprache: „Es gibt kein Mittel, das für logisches Denken und sprachliche Kompetenz so wirksam wäre wie das Lernen der lateinischen Grammatik.“

Auf der Bremse

Österreich. Der Priester und Ombudsmann für Opfer sexuellen Mißbrauchs in der Erzdiözese Wien, Helmut Schüller, sprach gestern auf ‘Österreich 1’ in der Radiosendung „Journal zu Gast“. Schüller erwähnte einen „Reformstau“ und übte deswegen heftige Kritik an der Kirche. Die Kirche sitze „bei vielen Zukunftsperspektiven auf der Bremse“. In der Kirche gehe „gar nichts“ weiter und das sei langsam ein echtes Problem. Als Beispiele führte Schüller die Stellung der Frau in der Kirche, die katholische Sexualmoral und die Ökumene an. Die Forderungen des sogenannten „Kirchen-Volksbegehrens“, das in Österreich von links-säkularen Kräften initiiert wurde, seien „Selbstverständlichkeiten“. Schüller war von 1995 bis 1999 Generalvikar von Wien. Im Februar 1999 wurde er von seinem Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, der ihm das Kündigungsschreiben des Nachts persönlich vor die Türe legte, entlassen.

Schweizer Priester wegen Pornographie-Konsum verurteilt

Schweiz. Ein Churer Pfarrer (Südostschweiz) wurde nach Angaben der gleichnamigen Diözese wegen Pornographie-Konsum mit einer Geldbuße belegt. Das örtliche Gericht bestrafte den Priester mit 1000 Franken (650 Euro). Der Geistliche soll das Urteil angenommen und das Bußgeld bezahlt haben. Der Verurteilte hatte zwischen 2000 und 2004 pornographische Darstellungen von Kindern und Jugendlichen aus dem Internet heruntergeladen. Der Präsident der Kirchgemeinde entließ den Geistlichen diese Woche von seinem Amt. Der Priester führte eine blühende Pfarrei. Die Diözese dankte ihm für seinen verdienstvollen Einsatz in der größten Pfarrei des Bistums Chur. In vielen Schweizer Gebieten sind die Pfarrer Angestellte der Kirchgemeinde. Der Diözesanbischof hat nur ein formelles, de facto nicht bindendes, Ernennungsrecht.

Kreuzverbot für Berliner Beamte

Deutschland. Am 20. Januar hat Berlin als sechstes Bundesland Deutschlands ein erweitertes Kopftuchgesetz verabschiedet. Im Gegensatz zu den Ländern, die von der CDU regiert werden, untersagt die rot-rote Koalition fast allen Beamten im Dienst, religiöse Symbole zu tragen. Verboten sind Kopftücher, aber auch das Kreuz und die jüdische Kopfbedeckung. Sobald das umstrittene Gesetz in wenigen Wochen im Amtsblatt veröffentlicht ist, tritt es in Kraft.

Lob aus der falschen Ecke?

Österreich. Gestern lud der sozialistische Bundespräsident Heinz Fischer den Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, anläßlich des 60. Geburtstages des Prälaten zum Geburtstagsessen in die Wiener Hofburg. Das berichteten die ‘Oberösterreichischen Nachrichten’: „Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche hat sich so gut entwickelt,“ meinte Fischer, „wie es die Zwischenkriegsgeneration nicht zu träumen gewagt, und die vorige Generation erstrebt und erhofft hat.“ Kardinal Schönborn habe dazu wichtige Beiträge geleistet. Alle wüßten, daß der Kardinal im Laufe seiner Amtszeit, für angemessene und richtige Worte und Taten in kritischen Situationen immer mehr Zustimmung gefunden habe. Der Bundespräsident hob besonders des Kardinals „zukunftsweisende Positionen“ hervor. Als Beispiel führte er den Dialog zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften, besonders den jüdisch-christlichen Dialog, an.
      
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