Alte Messe
Herumgeschobene Altgläubige
In der Nähe von Paris erlaubte ein Bischof die Errichtung einer Altritusgemeinde. Doch der zuständige Bischofsvikar bemüht sich nach Kräften, der jungen Pflanze den Garaus zu machen.
Alte Messe in Sainte-Marie des Fontenelles
Alte Messe in Sainte-Marie des Fontenelles
(kreuz.net) Im Juli 2005 erlaubte der Bischof von Nanterre, Mons. Gérard Daucourt, auf dem Gebiet seiner Diözese eine Alte Messe.

Nanterre befindet sich an der Peripherie von Paris.

Die Messe wurde jeweils am Sonntag in der Kirche Sainte-Marie des Fontenelles in Nanterre zelebriert.

Das berichtet Louis Renaudin am 21. Juni in der ‘Lettre de Paix liturgique’. Renaudin ist der Präsident der ‘Bewegung für den liturgischen Frieden’ in der Diözese Nanterre.

Seither nahmen etwa 200 Personen an der Messe teil. In zwei Jahren wurden fünfzig Taufen gehalten.

Heute ist diese blühende Initiative nach Angaben von Renaudin bedroht.

Aus heiterem Himmel

Eine blühende Gemeinde droht abgeschoben zu werden.
Eine blühende Gemeinde droht abgeschoben zu werden.
Hw. Aybram – der für die Alte Messe zuständige Bischofsvikar – teilte der Gemeinde Ende Juni mit, daß die Initiative wegen „unüberwindlicher Probleme“ in eine andere Kirche verlagert werden müsse.

Die Nachricht kam aus heiterem Himmel. Nach Angaben von Renaudin hatte Hw. Aybram in den zwei Jahren, in denen die Alte Messe gelesen wurde, nichts unternommen, um die Anliegen der Altgläubigen zu hören oder mit ihnen in Kontakt zu treten.

Als Grund für die Verlagerung der Gemeinde wurde angegeben, daß der Klerus der gegenwärtigen Gastkirche, die Altgläubigen nicht länger dulden wolle.

Die Altgläubigen sollen jetzt in die Kirche Notre-Dame des Airs in Saint-Cloud verschoben werden.

Es handelt sich um ein Gotteshaus, das für ältere und gehbehinderte Leute sowie für Autofahrer schwer zugänglich ist, weil es dort keine Parkplätze gibt.

Die Altgläubigen zweifeln, daß der Pfarrer ihrer gegenwärtigen Kirche – Sainte-Marie des Fontenelles – hinter dem Rauswurf steht.

Kein Dialog möglich

In der gegenwärtigen Gemeinde habe es Schwierigkeiten mit den Parkplätzen gegeben. Doch dieses Problem sei durch die Öffnung des bischöflichen Parkplatzes, der sich in unmittelbarer Nähe befindet, gelöst worden.

Probleme gab es auch mit der Sakristei. Grund : Hw. Aybram war im Vorfeld nicht bereit gewesen, mit den Altgläubigen über die praktische Organisierung der Alten Messe in der Gastpfarrei zu diskutieren.

Darum begannen die Gottesdienste in Sainte-Marie des Fontenelles, ohne daß elementare Dinge wie die Uhrzeiten oder die Verwendung der Sakristei abgesprochen werden konnten.

Als die Altgläubigen mit diesen Fragen auf ihre Gastgemeinde zugingen, hieß es, daß Hw. Aybram diesen Dialog nicht wünsche.

Nach Angaben der Gläubigen der Pfarrei Sainte-Marie des Fontenelles hat Hw. Aybram der Gastpfarrei in der Vergagenheit erklärt, daß es in der Diözese Nanterre kaum Altgläubige gebe und daß dieses Experiment nur einige Wochen dauern werde.

Jetzt appellieren die Altgläubigen von Sainte-Marie des Fontenelles an den Bischof von Nanterre.

Sie befürchten, daß man aus ihrer Gemeinde eine Nomadenpfarrei machen will, die von einer Kirche zur anderen gejagt wird.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Rudolfus   13:48:32 | Montag, 9. Juli 2007
@litterae sunt divitiae / Eine Meßsimulation
ist dann gegeben, wenn ein Nichtpriester so tut, als würde er eine hl. Messe zelebrieren, und dies nach außen hin auch so aussieht.
Nur ein katholischer Priester kann eine katholische hl. Messe zelebrieren.
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#8   litterae sunt divitiae   13:30:46 | Montag, 9. Juli 2007
@Rudolfus und Genoveva
Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass z.B. unser Bischof jetzt anfängt, die jährliche Priesterweihe im Alten Ritus durchzuführen. Ich glaube, in unserem Dom gibt’s ja noch nicht mal mehr einen Haupt – Hochaltar.
Aber die Anmerkung mit der Messsimulation habe ich auch nicht verstanden. Wie kann man denn eine Messe simulieren? Von sowas habe ich noch nie gehört.
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#7   ottaviani   13:28:14 | Montag, 9. Juli 2007
die Erlaubnis für das Weihesakrament
wurde ja ausdrücklich den Ecclesia Dei gemeinschaften gegebebn weil es ja logischer weise nur dort zur anwendung gelangt
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#6   juergen   12:30:03 | Montag, 9. Juli 2007
Sakramentenspendung
Ich denke, mit dem MP sind wieder alle Sakramentenspendungen nach den alten Büchern erlaubt. Oder täusche ich mich da?
Ich lese in Bezug auf die Pfarrer was von Taufe, Ehe, Bußsakrament und Krankensalbung (Art. 9 §1);
in Bezug auf die Bischöfe etwas von der Firmung (Art. 9 §2).
Von dem Weihesakrament lese ich nichts.
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#5   Genoveva   12:05:51 | Montag, 9. Juli 2007
@Romulus
Bei den Priesterweihen ändert sich nichts. Die Priester der entsprechenden Gemeinschaften werden wie bisher nach der alten Ordnung geweiht, alle anderen nach der neuen.
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#4   Romulus   11:58:52 | Montag, 9. Juli 2007
@Murx – Meßsimulationen
Wieso Meßsimulationen? Vielleicht werden jetzt bald wieder Priester nach den alten Riten geweiht. Ich denke, mit dem MP sind wieder alle Sakramentenspendungen nach den alten Büchern erlaubt. Oder täusche ich mich da?
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#3   Pünktchen   11:49:44 | Montag, 9. Juli 2007
Sirilo
der Begriff „Altgläubige“ ist in der Tat irreführend, weil er suggerieren könnte, daß innerhalb der Kirche zwei verschiedene Glaubensbekentnisse („Neuglauben“ und „Altglauben“) koexistieren. Diese Einschätzung träfe zwar „empirisch“ zu, ist aber „normativ“ unhaltbar! Im übrigen erinnert der Begriff „Altgläubige“ an die russischen „Altgläubigen“ (russ. „СТАРОВЕРЫ“), die sich im offenen Schisma befinden.
Der Begriff „Altrituelle“ ist auch problematisch, da es nach vatikanischer Sprachregelung auch nicht um zwei Riten gehe, sondern lediglich um zwei „Formen“ bzw. „Gebräuche“ (lat. „usus“) ein- und desselben römischen Ritus. Auch hier könnte man sagen, „empirisch“ trifft das nicht zu; aber der Anspruch wird von höchster Stelle erhoben!
Der Ausdruck „Traditionalisten“ würde die Gruppe der an der „außerordentlichen Meßform“ Interessierten nicht ausreichend gegen die Gemeinschaft abgrenzen, die von der FSSPX getragen wird, und er hat auch einen pejorativen Unterton (wegen des „-ismus“ im Namen: wie auch der Begriff „Modernist“ natürlich als Kampfbegriff zu verstehen ist)
In der Tat kenne ich noch keinen griffigen Ausdruck, der jene Gruppe innerhalb der römisch-katholischen Kirche bezeichnen könnte, die der alten Form den Vorzug gibt. Vielleicht wird man demnächst von den „Extra-ordinariern“ und den „Ordinariern“ („Ordinären“ ^-^ ups!?) sprechen!?
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#2   Karl Murx   11:12:09 | Montag, 9. Juli 2007
Je öfter Simulationen der Messe, die durch Nichtpriester in Szene gesetzt werden,…
…unterbunden werden, desto besser.
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#1   Sirilo   11:10:26 | Montag, 9. Juli 2007
Altgläubige? Nein, Altrituelle!
Kreuz.net sollte endlich aufhören, von „Altgläubigen“ zu sprechen, wenn es sich um Altrituelle handelt. Der Unterschied liegt im Ritus, nicht im Glauben.
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