Motu Proprio
Beunruhigter Bischof
Herr Bischof, ich habe mich getäuscht. Ich hatte Sie für einen Vater gehalten. Von Michel De Jaeghere.
Primizmesse am 7. Juli in Berlin eines Neupriesters der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Primizmesse am 7. Juli in Berlin eines Neupriesters der Priesterbruderschaft St. Pius X.
© fsspx.info
(kreuz.net) Man sagt mir, Exzellenz [Erzbischof von Toulouse, Robert Jean Louis Le Gall], daß Sie beunruhigt sind und daß Sie seit einem Jahr häufiger nach Rom reisen, um dem Heiligen Vater Ihre Sorge mitzuteilen.

Ich höre, daß Sie Ihre Bedrängnis auch vor den Presse kundgetan haben. Sie haben sich dabei zum Sprachrohr von Protesten gemacht, die in Ihren Pfarreien aufsteigen.

Sie sind beunruhigt und Sie haben Gründe, es zu sein. Die Hoffnung ist übernatürlich. Sie ist nach Péguy eine „überwundene Hoffnungslosigkeit.“

Nach einer Untersuchung, die im Oktober 2006 für ‘Le Monde des religions’ durchgeführt wurde, bezeichnen sich 51% der Franzosen als katholisch.

Im Jahr 1986 waren es noch 81%. In zwanzig Jahren haben Sie fast ein Drittel Ihrer Herde verloren.

Im Jahr 2000 wurde zum ersten Mal weniger als die Hälfte der in Frankreich geborenen Kinder getauft. Menschlich gesehen können die Zahlen also nur noch schlechter werden.

Nicht weniger überrascht der Glaube dieser Katholiken. 8% von Ihnen haben erklärt, jeden Sonntag an der Messe teilzunehmen. 9% gehen ein oder zwei Mal im Monat in die Kirche. 31% für die großen Feste. 46% nur für Familienanlässe.

6% der Katholiken besuchen nie einen Gottesdienst. 29% beten „nie“. 12% können das Vaterunser nicht auswendig, 19% nicht das Ave Maria.

17% glauben nicht an die Existenz Gottes. Von ihnen gehen 6% zweimal im Monat zur Messe. 30% haben „keine Meinung“.

Wie sagte doch einer Ihrer Mitbrüder über die Zeit nach dem Pastoralkonzil: „Wir haben an Qualität gewonnen, was wir an Quantität verloren haben.“

Sie sind beunruhigt, Exzellenz, wie es der Generaldirektor eines Bankrottunternehmens sein könnte. Es fehlt Ihnen auf eine erschreckende Weise an Priestern, die diesem geschundenen Volk die Gute Nachricht bringen könnten.

Im Gefolge des Zweiten Vatikanums haben die Priester ihr Amt in Scharen verlassen. Die Bischöfe haben die Großen und die Kleinen Seminarien geschlossen. Im Jahr 1965 gab es in Frankreich 49.100 aktive Diözesanpriester. Im Jahr 2005 waren es noch 13.510.

Gemäß der Anzahl der gegenwärtigen Priesterweihen – etwa 100 im Jahr – wird die Kirche in Frankreich in den nächsten zehn Jahren noch etwa 4.500 Priester zählen, die jünger sind als 65 Jahre.

Dieser Zusammenbruch bringt unermeßliche Probleme für die Weitergabe des Glaubens und für das sakramentale Leben.

Es gibt Gemeinden mit einer Messe alle vier Monate.

In anderen Ortschaften werden Kirchen abgerissen, weil sie verlassen sind, während man in Frankreich Moscheen baut.

Es stimmt, daß es lebendige neue Gemeinschaften gibt – die Gemeinschaft des Heiligen Johannes, Emmanuel, die Gemeinschaft des Heiligen Martin. Auch die altgläubigen Gemeinden dehnen sich relativ aus – etwa zwanzig Priesterweihen pro Jahr.

Aber diese Gruppen sind verstreut und bewässern in Wirklichkeit kleine lebendige Inseln, die sich ansehen wie die Christen in moslemischen Ländern.

Die Zukunft der Weitergabe des katholischen Glaubens liegt im Netz der Pfarreien und nicht nur in der Existenz vereinzelter, eifriger Gemeinschaften.

Sie sind beunruhigt, Exzellenz, und Sie sind damit nicht alleine. Die Päpste sprechen vom „leisen Glaubensabfall“ der Länder des alten Christentums, von der „Diktatur des Relativismus“, welche wirksamer als der Kommunismus gerade dabei ist, das Christentum aus Westeuropa auszurotten, vom „triumphierende Hedonismus“, der in unserem Rechtssystem zahllose Gesetze hat einschreiben lassen, die den Vorschriften der natürlichen Moral widersprechen.

„Wenn nichts geschieht“ – so der Soziologe Marcel Gauchet in einem Interview im Jahr 2002 – „wird in einem Jahrhundert vom Christentum nicht mehr viel übriggeblieben sein“ („Chrétiens, tournez la page“, Verlag Bayard).

Exzellenz, am Ende dieses Briefes habe ich noch einmal ihre Stellungnahme gelesen. Verzeihen Sie mir: Ich hatte vorhin zu schnell gelesen.

Was sie beunruhigt, ist die Publikation des Motu Proprios zur Freigabe der Gregorianischen Messen, die auch Messe des Heiligen Pius V. genannt wird.

Sie sind beunruhigt, weil es den Priestern, die es wünschen, erlaubt sein wird, jene Messe zu zelebrieren, die Sie selber gefeiert haben, als Sie zum Priester geweiht wurden.

Möge es Ihnen möglich sein, die Dutzenden von Priestern, die Sie ohne Amt, im inneren Exil, suspekt lassen, weil sie die Alte Messe zelebrieren, in Dienst zu nehmen.

Sie sind beunruhigt, weil dieser Schritt zu einer Wiederversöhnung mit den Gläubigen führen könnte – der erste jemals erreichte ökumenische Erfolg! –, die nach dem Konzil in Widerspruch traten, weil sie das Gefühl hatten, daß das Erbe von Jahrhunderten in der Kirche nicht mehr so verteidigt wurde.

Ich habe Sie falsch beurteilt, Exzellenz. Ich habe Sie für einen Vater gehalten.

Der Schriftsteller und Journalist Michel De Jaeghere ist Herausgeber des Werkes: „Wird das Christentum verschwinden“ – „Le christianisme va-t-il disparaître ?“, Verlag Renaissance catholique, 368 Seiten.

Weitere Bilder der Primizmesse
      
11 Lesermeinungen
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#11   28.IX-28.X   11:25:07 | Freitag, 13. Juli 2007
Johannes;
außer Sarkasmus fällt Ihnen nichts ein? :-!
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#10   Celebration   13:26:43 | Donnerstag, 12. Juli 2007
@28.IX-28.X.
Liebes Datum!
Bitte laden Sie mich ein zu einer dreiwöchigen Ferienreise nach Italien oder Spanien (oder Frankreich?), damit ich an den dortigen lateinischen Messen teilhaben kann. Die Kosten dafür möchten Sie dann bitte tragen, weil ich mir eine solche Ferienreise nicht leisten kann.
Vielen Dank!
(Und bitte Rollifahrer-geeignet!!!!)
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#9   28.IX-28.X   10:47:11 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Latein…
ist eine schöne Sprache. Ich behersche diese Sprache zwar nicht, habe aber damit keine Probleme; ich benutze einfach einen Schott! Verstehen tue ich dadurch Alles problemlos.
Der zweite Punkt ist, wenn ich zB. im Urlaub bin und die Landessprache nicht beherrsche,dan entsteht erst ein Problem;… ausgenommen ich gehe zu einer Missa Tridenta auf Latein;… dann kann ich wieder die Messe richtig verfolgen. Glauben Sie mir, es funktioniert! Probieren Sie es auch aus. :)3
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#8   Celebration   09:51:27 | Donnerstag, 12. Juli 2007
@28.IX-28.X.
Hallo, liebes Datum!
Wie unordentlich wird es erst werden, wenn die ersten Messen in Latein abgehalten werden?
Oder gibt es eine Simultanübersetzung?
Oder werden vorher Handzettel in d/l ausgegeben?
Wer kann denn heute noch Latein?
Warum also sollen die paar Katholiken, die heute noch in die Kirche gehen, die Mess-Texte eigentlich nicht verstehen dürfen?
Was ist der eigentliche Hintergrund dieser Bevormundung der Katholiken? :-( :'(
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#7   28.IX-28.X   08:12:32 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Ja,genau Johannes,
die letzte NOM, die ich vor 3 wochen besuchte, war SEHR UNORDENTLICH. :-O
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#6   Celebration   06:31:22 | Donnerstag, 12. Juli 2007
Ordnung muss sein!
Das Gegentum von ordentlich ist unordentlich!
Nicht außerordentlich!! :-D
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#5   Graf von Galen   23:06:26 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Wider VII
Nicht nur der hier genannte Bischof ist über das
Motu proprio beunruhigt.
Es gab heute von ca. 20 Uhr nach den Nachrichten
bis 20:30 Uhr einen interessanten Bericht des
DLF über den „Bischof aus Dakar“, also Erzbischof
Lefebvre. So wurde dem Bischof vorgeworfen, den
„Front National“ und andere rechte oder reaktionäre
Parteien und Bewegungen unterstützt zu haben.
Für mich als NPD- Sympathisanten ein Grund mehr,
ein Anhänger diesen großen Mannes zu sein.
Auch wurde bedauert, daß der Hl. Vater und der
Vatikan überhaupt zu viel Rücksicht auf die Traditiona-
listen nehmen würde und daß diese nun glauben, VII
wieder rückgängig machen zu können.
Dies kann ich nur bestätigen. VII wird fallen und
zukünftig als Anbiederung an die Welt und die falschen
Religionen auf Kosten der Wahrheit verurteilt werden.
Dies ist meine feste Überzeugung.
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#4   Leblhuber   22:22:21 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Einmal vermurxt, immer vermurxt!
Der Finanzberater der Stones, Fürst Prinz Rupert von Loewenstein hat zwei Söhne bei der Petrusbruderschaft.
Jedesmal, wenn die Stones „Sympathy for the Devil“ singen, dann verdient der Papa von Loewenstein über die Tantiemen mit und seine Söhne erben das, bzw. die FSSP.
Was hat Avrillé mit den Bilderbergern zu tun? Père Pierre Marie de Kergolay ist Erbe eines der größten Schlösser in Les-Deux-Sèvres, welches die Bilderberger einmal zu nutzen pflegten
Könnten Sie Ihre vermurxten Gedanken wenigstens einmal in ein verständliches Deutsch transferieren?
Wie soll man sonst Ihre vermurxten Sätze verstehen und erwidern können?
Nichts für ungut.
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#3   Karl Murx   21:49:37 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Was haben die Rolling Stones mit dem Motu propio zu tun?
Der SPIEGEL www.spiegel.de/…,1518,493539,00.html lästert:
„On this rock I will build my Church!“
Der Finanzberater der Stones, Fürst Prinz Rupert von Loewenstein hat zwei Söhne bei der Petrusbruderschaft.
Jedesmal, wenn die Stones „Sympathy for the Devil“ video.google.fr/videoplay?docid=-6243444… singen, dann verdient der Papa von Loewenstein über die Tantiemen mit und seine Söhne erben das, bzw. die FSSP.
Was hat Avrillé mit den Bilderbergern zu tun? Père Pierre Marie de Kergolay ist Erbe eines der größten Schlösser in Les-Deux-Sèvres, welches die Bilderberger einmal zu nutzen pflegten.
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#2   zwobbel   19:31:14 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Warum außerordentlich?
von hier: www.kreuz.net/bookentry.1263.html
Der alte Gebrauch des römischen Ritus wird im neuen Motu Proprio als außerordentliche Form bezeichnet. Warum außerordentlich? Ich denke, der Papst wollte damit auch einen Hinweis geben, auf die außerordentliche hohe Bedeutung, welche die alten Bücher für die Kirche und das Leben der Gläubigen haben.
Durch die Bezeichnung außerordentliche Form bei der Nutzung der alten Bücher des einen römischen Ritus wird zwar auch gesagt, dass die neue Form auch ganz ordentlich sein kann, wenn man sie ordentlich genau so feiert wie das Missale es vorsieht. Aber der alte Gebrauch ist ganz außerordentlich feierlich, würdig und schön. Diese außerordentlich erhabende alte Form drückt in außerordentlich tiefer Weise und in außerordentlich vollständigem Umfang die Glaubensgeheimnisse aus und vertieft entsprechend den Glauben und die Liebe. Es bietet sich förmlich an für außerordentliche Anlässe wie Taufen, Eheschließungen, Firmungen, Hochfeste, Priester- und Bischofsweihen oder Jubiläen diesen außerordentlich ausdrucksstarken alten Gebrauch für die heilige Messe zu wählen.
Ja, in weiser Voraussicht hat der Papst diejenige Form das heilige Opfer darzubringen als außerordentlich bezeichnet, welche diejenigen Gläubigen besonders schätzen, die sich …
www.kreuz.net/bookentry.1263.html
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#1   Pater Lingen   18:00:36 | Mittwoch, 11. Juli 2007
Errare humanum est
Immerhin: Mit der Erkenntnis, dass „etwas nicht stimmt“, ist schon ein wichtiger Schritt getan. Denn – machen wir uns nichts vor: Im Endeffet tun doch die meisten gerne so, als ob das totale Chaos seine Richtigkeit hätte.
Es ist ein schmerzhafter Weg, wenn man immer wieder an die „Bischöfe“ appelliert und um Hilfe bittet wegen objektiver Missstände, sei es „liturgischer Wildwuchs“, sei es Häresie von „Professoren“ etc. pp.
Nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch mit Blick auf zahlreiche Aktionen zahlreicher Personen / Gruppen weiß ich: Wenn man auf eine Beschwerde überhaupt Antwort von den „Bischöfen“ erhält, dann allenfalls die Versicherung, dass eigentlich alles in Ordnung sei. Nun, aus V2-Ideologie stimmt das ja auch, nur eben nicht objektiv.
De Jaeghere ist allem Anschein nur ein Schaumschläger, ein Schattenboxer, dem es wohl nur darum geht, diejenigen zu täuschen und bei der Stange zu halten, die den Satansbraten riechen. Man sollte sich von seinem Gerede nicht täuschen lassen, sondern konsequent der Wahrheit folgen.
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