Ramponierte Glaubwürdigkeit
Wie bereitet sich die Kirche in Österreich auf den Papstbesuch vor? Mit dem Verkauf von Körpergiften und der Publikation unmoralischer Ethik-Richtlinien? Von Dr. Tamás Csáky-Pallavicini.
(kreuz.net, Wien) In Österreich beteiligen sich Apotheken der Barmherzigen Brüder an der Abtreibung
und an der Kultur des Todes. Das geschieht unter anderem durch den Verkauf der „Pille danach“.
Zweifellos befinden sich Apotheken der katholischen Ordensspitäler in einem Dilemma. Dieses Dilemma besteht darin, daß die Apotheken verpflichtet sind, die Versorgung der Bevölkerung mit allen staatlich zugelassenen Arzneimitteln sicherzustellen.
Doch die Abgabe einer Untergruppe dieser Arzneimittel stellt teilweise die notwendige Bedingung für die straffreie Durchführung der Kinderabtreibung dar.
Erschwerend tritt hinzu, daß die Ordensapotheken diese Abtreibungsmittel an Lager haben – also nicht nur im Bedarfsfall erst bestellen – und daß sie diese Tötungsmittel neu auch ohne ärztliches Rezept im sogenannten Notfall sofort abgeben dürfen.
Die katholischen Ordensspitäler veröffentlichen keine Statistiken über die Zahl der abgegebenen Abtreibungspillen. Dennoch besteht der Verdacht, daß katholische Ordensspitäler massiv an der Abtreibung beteiligt sind – auch wenn sie zweifellos nicht deren entscheidende Ursache sind.
Vorauseilender Gehorsam?
In diesem Zusammenhang ist ein Punkt besonders herauszustellen: Es ist rechtlich bislang nicht ausjudiziert, ob österreichische Apotheken wirklich Abtreibungs- und Verhütungsmittel vertreiben und auf Lager haben müssen und ob es bei Verstoß zu Sanktionen seitens des Gesetzgebers kommen kann.
In Österreich ist gesetzlich festgeschrieben, daß niemand gezwungen werden darf, an einer Abtreibung mitzuwirken.
Die Abgabe eines potentiell tödlichen Medikamentes wie der „Pille danach“ muß als Bereitschaft zur Mitwirkung an einer Kinderabtreibung betrachtet werden.
Die vorgeburtliche Kindertötung ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, das von der Kirche mit der Exkommunikation bestraft wird.
Bei dem Verkauf von Abtreibungsprodukten durch katholische Apotheken handelt es sich also um eine Art vorauseilenden Gehorsams in Sachen Kultur des Todes.
Katholische Apotheken – insbesondere die sechs Apotheken des Spitalordens der Barmherzigen Brüder Österreichs – beteiligen sich somit an der Durchführung eines Teiles der Abtreibungen in Österreich.
In den Ordensapotheken findet bei der Abgabe der Tötungsprodukte meiner Kenntnis nach in der Regel keine Pro-life-Beratung statt. Dazu gibt es auch keine staatlichen Richtlinien.
Ethikkodox
Es ist hinzuzufügen, daß die Barmherzigen Brüder Österreichs in diesem Jahr leider auch einen neuen skandalösen Ethikcodex ins Internet gestellt haben. Er ist für alle Spitäler als Vorbild gedacht. In seiner ethischen Ausrichtung widerspricht er der Moral der Kirche in grundlegenden Kernpunkten.
Viele katholische Angestellte von Ordensapotheken sowie die Kirche selber, in deren Auftrag Ordensapotheker handeln, geraten dadurch in eine Situation, die mit ihren Überzeugungen in Sachen Lebensschutz und dem Ziel der geordneten Abgabe von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Beschwerden und Krankheiten in Konflikt steht.
Gegen ihre Absicht werden sie in den Vollzug eines Gesetzes verwickelt, der zu unmoralischem Handeln, ja zur Tötung unschuldiger Menschen führt und vielen zum Ärgernis gereicht.
Nach Abwägung aller Argumente kann ich mich der Auffassung nicht entziehen, daß hier eine Zweideutigkeit vorliegt, welche die Klarheit des Zeugnisses der Kirche und ihrer Ordensapotheken verdunkelt.
Appell an die Bischöfe
Deshalb möchte ich die Bischöfe Österreichs eindringlich bitten, Wege zu finden, daß Abtreibungspräparate und andere medizinische Produkte, die nicht der Heilung sondern der Tötung dienen, in kirchlichen oder der Kirche zugeordneten Apotheken nicht mehr abgegeben werden.
Die Bischöfe sollten auch dafür sorgen, daß katholische Apotheker und ihre Mitarbeiter in ethischen Fragen geschult werden. Das scheint derzeit zu wenig zu geschehen.
Dieses Übel ist bereits seit Jahren von gläubigen Menschen aller Schichten immer wieder angemahnt worden.
Leider haben sich die Dinge nicht zum Besseren gewendet.
Die Abgabe der „Pille danach“ verwickelt die Kirche in die Tötung unschuldiger Kinder in ihrer frühesten Entwicklungsphase, wo sie des größten Schutzes bedürfen und statt dessen oft der größten Willkür ausgesetzt sind.
Die Glaubwürdigkeit des unbedingten kirchlichen Widerspruchs gegen die Abtreibung erleidet dadurch Schaden.
Der Verfasser ist Arzt für Allgemeinmedizin in Wien.
© Titelbild: Pressebild/ www.papstbesuch.at
Zweifellos befinden sich Apotheken der katholischen Ordensspitäler in einem Dilemma. Dieses Dilemma besteht darin, daß die Apotheken verpflichtet sind, die Versorgung der Bevölkerung mit allen staatlich zugelassenen Arzneimitteln sicherzustellen.
Doch die Abgabe einer Untergruppe dieser Arzneimittel stellt teilweise die notwendige Bedingung für die straffreie Durchführung der Kinderabtreibung dar.
Erschwerend tritt hinzu, daß die Ordensapotheken diese Abtreibungsmittel an Lager haben – also nicht nur im Bedarfsfall erst bestellen – und daß sie diese Tötungsmittel neu auch ohne ärztliches Rezept im sogenannten Notfall sofort abgeben dürfen.
Die katholischen Ordensspitäler veröffentlichen keine Statistiken über die Zahl der abgegebenen Abtreibungspillen. Dennoch besteht der Verdacht, daß katholische Ordensspitäler massiv an der Abtreibung beteiligt sind – auch wenn sie zweifellos nicht deren entscheidende Ursache sind.
Vorauseilender Gehorsam?
In diesem Zusammenhang ist ein Punkt besonders herauszustellen: Es ist rechtlich bislang nicht ausjudiziert, ob österreichische Apotheken wirklich Abtreibungs- und Verhütungsmittel vertreiben und auf Lager haben müssen und ob es bei Verstoß zu Sanktionen seitens des Gesetzgebers kommen kann.
In Österreich ist gesetzlich festgeschrieben, daß niemand gezwungen werden darf, an einer Abtreibung mitzuwirken.
Die Abgabe eines potentiell tödlichen Medikamentes wie der „Pille danach“ muß als Bereitschaft zur Mitwirkung an einer Kinderabtreibung betrachtet werden.
Die vorgeburtliche Kindertötung ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, das von der Kirche mit der Exkommunikation bestraft wird.
Bei dem Verkauf von Abtreibungsprodukten durch katholische Apotheken handelt es sich also um eine Art vorauseilenden Gehorsams in Sachen Kultur des Todes.
Katholische Apotheken – insbesondere die sechs Apotheken des Spitalordens der Barmherzigen Brüder Österreichs – beteiligen sich somit an der Durchführung eines Teiles der Abtreibungen in Österreich.
In den Ordensapotheken findet bei der Abgabe der Tötungsprodukte meiner Kenntnis nach in der Regel keine Pro-life-Beratung statt. Dazu gibt es auch keine staatlichen Richtlinien.
Ethikkodox
Es ist hinzuzufügen, daß die Barmherzigen Brüder Österreichs in diesem Jahr leider auch einen neuen skandalösen Ethikcodex ins Internet gestellt haben. Er ist für alle Spitäler als Vorbild gedacht. In seiner ethischen Ausrichtung widerspricht er der Moral der Kirche in grundlegenden Kernpunkten.
Viele katholische Angestellte von Ordensapotheken sowie die Kirche selber, in deren Auftrag Ordensapotheker handeln, geraten dadurch in eine Situation, die mit ihren Überzeugungen in Sachen Lebensschutz und dem Ziel der geordneten Abgabe von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Beschwerden und Krankheiten in Konflikt steht.
Gegen ihre Absicht werden sie in den Vollzug eines Gesetzes verwickelt, der zu unmoralischem Handeln, ja zur Tötung unschuldiger Menschen führt und vielen zum Ärgernis gereicht.
Nach Abwägung aller Argumente kann ich mich der Auffassung nicht entziehen, daß hier eine Zweideutigkeit vorliegt, welche die Klarheit des Zeugnisses der Kirche und ihrer Ordensapotheken verdunkelt.
Appell an die Bischöfe
Deshalb möchte ich die Bischöfe Österreichs eindringlich bitten, Wege zu finden, daß Abtreibungspräparate und andere medizinische Produkte, die nicht der Heilung sondern der Tötung dienen, in kirchlichen oder der Kirche zugeordneten Apotheken nicht mehr abgegeben werden.
Die Bischöfe sollten auch dafür sorgen, daß katholische Apotheker und ihre Mitarbeiter in ethischen Fragen geschult werden. Das scheint derzeit zu wenig zu geschehen.
Dieses Übel ist bereits seit Jahren von gläubigen Menschen aller Schichten immer wieder angemahnt worden.
Leider haben sich die Dinge nicht zum Besseren gewendet.
Die Abgabe der „Pille danach“ verwickelt die Kirche in die Tötung unschuldiger Kinder in ihrer frühesten Entwicklungsphase, wo sie des größten Schutzes bedürfen und statt dessen oft der größten Willkür ausgesetzt sind.
Die Glaubwürdigkeit des unbedingten kirchlichen Widerspruchs gegen die Abtreibung erleidet dadurch Schaden.
Der Verfasser ist Arzt für Allgemeinmedizin in Wien.
© Titelbild: Pressebild/ www.papstbesuch.at
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Freitag, 13. Juli 2007 10:24
Berengeria: Pünktchen
Die jetzigen österreichischen Bischöfe in diesem Kloster unterzubringen kann man den armen Schwestern wohl nicht antun. Sie sind nämlich durch den Vorgänger von Kardinal Schönborn – einen untadeligen Kirchenfürsten von Format – qualitätsverwöhnt.
Donnerstag, 12. Juli 2007 20:41
Pünktchen: Berengeria
Vielleicht interniert man die Bischöfe im Zisterzienserinnenkloster Marienfeld! Die Schwestern dort haben immerhin schon Erfahrung gesammelt: mit dem Amtsvorgänger von Kard. Schönborn!
Donnerstag, 12. Juli 2007 20:22
Berengeria: Trappistenkloster für Bischöfe
Nachdem die französischen Bischöfe, die mit der deutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg zusammengearbeitet
hatten, zum Tod durch Erschießen verurteilt waren, erreichte Johannes XXIII. – damals noch als Sonderbeauftragter
des Heiligen Stuhles für Frankreich – daß sie lebenslänglich in ein Trappistenkloster gesteckt wurden.
Einen ähnlichen Vorschlag könnte man dem Papst bei seinem Besuch in Maria Zell für die jetzige Österreichische Bischofskonferenz, vor allem aber für bestimmte Bischöfe im Osten Österreichs einen ähnlichen Vorschlag unterbreiten: für den Rest des Lebens ins Trappistenkloster. Die Versäumnisse in bezug auf die Abtreibung sind sicher nicht die einzigen, die sie bereuen müßten. Vielleicht wäre ein Aufenthalt im Trappistenkloster noch eine Chance für sie.
Einen ähnlichen Vorschlag könnte man dem Papst bei seinem Besuch in Maria Zell für die jetzige Österreichische Bischofskonferenz, vor allem aber für bestimmte Bischöfe im Osten Österreichs einen ähnlichen Vorschlag unterbreiten: für den Rest des Lebens ins Trappistenkloster. Die Versäumnisse in bezug auf die Abtreibung sind sicher nicht die einzigen, die sie bereuen müßten. Vielleicht wäre ein Aufenthalt im Trappistenkloster noch eine Chance für sie.
Donnerstag, 12. Juli 2007 09:10
Baron Bolligru: Leblhuber, hörte ich, sei wegen
Unbeschulbarkeit aus dem ersten Jahr Kindergarten entlassen worden.
Da es ein katholischer Kindergarten war, hat er ewige Rache geschworen und versucht nun mit sehr, sehr mässigem Erfolg, Katholiken zu nerven.
Allerdings stolpert er dabei immer wieder über sich selbst und sorgt so für immer wieder aufgefrischte Heiterkeit der mitlesenden Katholiken.
Ein Kaschperl eben.
Da es ein katholischer Kindergarten war, hat er ewige Rache geschworen und versucht nun mit sehr, sehr mässigem Erfolg, Katholiken zu nerven.
Allerdings stolpert er dabei immer wieder über sich selbst und sorgt so für immer wieder aufgefrischte Heiterkeit der mitlesenden Katholiken.
Ein Kaschperl eben.
Donnerstag, 12. Juli 2007 06:00
Nachtlaterne: zuerst wird immer…
…der verstand und das herz abgetrieben, dann kommen die dämonischen abtreibungen unschuldiger kinder dazu. schlussendlich treibt man auch seelen ab und produziert mit schweren irrtümern und verführungen „lebende tote“ von denen schon jesus warnend spricht.
Donnerstag, 12. Juli 2007 01:59
Leblhuber: Friedrich Reusch:
Möglicherweise ist Ihnen diese Seite einfach zu katholisch. Da empfehle ich Ihnen die Websites der deustchen
oder österreichischen Bischofskonferenzen.
Diese Seite ist nicht röm. katholisch!
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