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Der Papst zu Aids, Abtreibung und Euthanasie + Papst-Memoiren + Theoretische Sexualität + Kloster Einsiedeln sucht Bargeld + Portugals Sozialisten wollen Kinderblut + Ökumene: Wichtiger Akzent am Weltjugendtag
Der Papst zu AIDS, Abtreibung und Euthanasie

Vatikan. Papst Johannes Paul II. zeigte sich in einer Ansprache an die neue niederländische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Monique Frank, betroffen über die schnelle Ausbreitung von AIDS. „Der Heilige Stuhl glaubt“, so der Papst am vergangenen Samstag, „daß für eine verantwortliche Bekämpfung von AIDS zuerst die Prävention zu stärken ist.“ Man solle „zum Respekt vor dem heiligen Wert des Lebens erziehen und zu einer korrekten Ausübung der Sexualität anleiten.“ Diese müsse auf Keuschheit und Treue basieren. Vergangene Woche waren Keuschheit und Treue in die Schlagzeilen geraten, nachdem sich mehrere Vertreter der Kirche für die Verwendung von Kondomen zur Aids-Bekämpfung ausgesprochen hatten. In seiner Ansprache äußerte sich der Heilige Vater auch besorgt über die niederländischen Gesetze zu Abtreibung und Euthanasie.

Papst-Memoiren

Vatikan. Am 8. März werden zeitgleich in neun Sprachen, die Memoiren von Papst Johannes Paul II erscheinen. Dies berichtet die Berliner Morgenpost in ihrer heutigen Ausgabe. Die Verlagsgruppe Droemer/Weltbild wird die deutschsprachige Ausgabe publizieren. Das Buch des Papstes handelt von den großen Strömungen der Zeitgeschichte, enthält aber auch viel Persönliches über den Heiligen Vater. Im Buch kommen Details aus der Woityla-Familiengeschichte wie der frühe Tod der Mutter des Papstes oder der ebenfalls frühe Verlust seines Bruders zur Sprache. Das Schlußkapitel enthält Gedanken, die den Heiligen Vater nach dem Attentat im Mai 1981 bewegten.

Theoretische Sexualität

Österreich. Die Grüne Frauensprecherin im österreichischen Nationalrat, Sabine Mandak (48), kritisierte in einer Aussendung vom 21. Januar die Ablehnung des Vatikan von Kondomen: „Es ist unverantwortlich, daß die Antwort des Vatikan an die Menschen ist, daß sie ‘keusch und enthaltsam’ leben sollen.“ Das bedeute, Sexualität mit ‘Unzucht’ gleichzusetzen. Dies erkläre sich nur durch den „theoretischen Zugang“ der hier Urteilenden zur Sexualität. Die Haltung des Vatikan sei daher nicht nur lebensfremd, sondern auch unverantwortlich. Frau Mandak vertrete diese Meinung nicht nur als Familien- und Jugendsprecherin, sondern auch als Katholikin. Sabine Mandak war von 1992 bis 1999 Mitarbeiterin des katholischen Bildungswerkes im Bistum Feldkirch (Vorarlberg).

Kloster Einsiedeln sucht Bargeld

Schweiz. Der Abt des Benediktinerklosters Einsiedeln, Martin Werlen (42), sucht für die Finanzierung anstehender Restaurierungsarbeiten Hilfe in der Privatwirtschaft. Nach einem Bericht der täglich erscheinenden „Neuen Züricher Zeitung“ muß das Kloster mehrere Dutzend Millionen aufbringen. Der ehemalige Chef der zweitgrößten Schweizer Bank, Crédit Suisse, Rainer E. Gut hat seine Unterstützung schon zugesagt. Nun sucht Abt Werlen weitere finanzkräftige Spitzenmanager. Das Kloster Einsiedeln liegt in der Zentralschweiz und zählt unter seinen Besitztümern eine prunkvolle Klosteranlage, zwei Inseln, Schlösser, Gasthöfe und das älteste Gestüt Europas. Der Landbesitz des Klosters umfaßt 2,4 Millionen Quadratmeter.

Portugals Sozialisten wollen Kinderblut

Portugal. Die Sozialisten Portugals, die zur Zeit in der Opposition sind, haben für den Fall eines Sieges bei den Neuwahlen am 20. Februar angekündigt, ein Referendum zugunsten der Fristenregelung anzustreben. Die Fristenregelung erlaubt bis zu einer bestimmten Frist die Zerstückelung und Absaugung von Kindern im Mutterleib. Derzeit wird die Kinderabtreibung in Portugal bestraft, außer für den Fall, daß das Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr sind, das Kind womöglich behindert zur Welt kommen könnte oder, daß die Frau vergewaltigt wurde. An einem 1998 durchgeführten Referendum zugunsten der Abtreibung war die Stimmbeteiligung sehr gering. Damals entschied sich eine knappe Mehrheit gegen die Kinderabtreibung. Schätzungen sprechen von jährlich rund 30.000 illegalen und 700 legalen Kinderabtreibungen in Portugal.

Ökumene: Wichtiger Akzent am Weltjugendtag

Deutschland. Der Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl Hillenbrandt, unterstrich laut einem Bericht von ‘Radio Vatikan’, daß die Vorbereitungen für den XX. Weltjugendtag in Köln auf Hochtouren liefen. Zu den wichtigsten Akzenten gehöre nicht nur die Anwesenheit des Heiligen Vaters, sondern auch die ökumenischen Veranstaltungen. Dadurch werde der Weltjugendtag über Köln hinaus wirken. Günter A. Menne, Pressesprecher des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln, meinte Anfang Januar, daß man in den evangelischen Gemeinden noch nicht genau wisse, was zum Weltjugendtag geplant werde. „So herrlich spontan kann nämlich in den evangelischen Gemeinden im Rheinland nach dem Willen ihrer ziemlich autonomen Pfarrer noch alles Mögliche „angedacht“ werden“.
      
4 Lesermeinungen
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#4   sttn   00:23:22 | Dienstag, 25. Januar 2005
@Dolfus
Wie Karl Valentin zu sagen pflegte: „früher war die Zukunft auch besser“ …
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#3   Dolfus   20:41:46 | Montag, 24. Januar 2005
@sttn
Wenn ich es nicht so meine, wie geschrieben, warum hätte ich es dann sonst geschrieben?
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#2   sttn   18:08:03 | Montag, 24. Januar 2005
@Dolfus
Meinst Du das wirklich?
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#1   Dolfus   09:43:32 | Montag, 24. Januar 2005
Die Zeichen der Zeit
Milliardenfacher Ungeborenenmord, Religionssynkretismus unter Vorsitz des Vicarius Christi, amtskirchliche Verfolgung des überlieferten hl. Meßopfers, emsige Versuche, einen perfekten Menschen biologisch neu zu erschaffen … ich wüßte keine Epoche in den Jahren des Herrn, in denen es größere Umwälzungen und gleichzeitig größere Beleidigungen Gottes des Ewigen Vaters gegeben hätte als in der Epoche, in der wir alle leben.
Diese gravierenden Zeichen fallen den meisten bloß nicht auf, weil sie schon zu sehr Teil unseres Alltags geworden sind.
In Portugal ist die hl. Jungfrau den Seherkindern erschienen und übermittelte durch sie im Jahre 1917 alarmierende Botschaften von apokalyptischer Tragweite.
Die Kriege seien nichts als Strafen für die Sünden der Menschen, es werde noch einen Zweiten Weltkrieg geben, wenn sich die Menschen nicht bekehren, die Irrlehre werde in Rußland an die Macht kommen, ungezählte Seelen werden in die Ewige Hölle stürzen, weil niemand für sie betet … mehrere Nationen werden vernichtet werden …
Mit dem Ende des Sowjet-Kommunismus haben nun viele die erschütternde Fátima-Botschaft ad acta gelegt. „Lassen wir uns nicht täuschen“, soll Schwester Lucia nach dem Umsturz in Osteuropa und in der UdSSR geäußert haben, „die Wende in Osteuropa führt nicht zum Frieden.“
Selbst wenn wir die Fátima-Botschaft als Privatoffenbarung ausblendeten, so bleiben uns doch eine große Zahl an anderen Zeichen der Endzeit, die uns der Herr in der apostolischen Überlieferung (einschließlich der Hl. Bibel) hinterlassen haben wollte.
Ich glaube, wenn man unsere Zeit aus einer Distance betrachtet, so müßte man nur eins und eins zusammenzählen, um draufzukommen, daß uns noch einiges von Gottes Seite bevorsteht: die eingangs genannten Ungeheuerlichkeiten, dazu noch der Glaubensabfall einer großen Zahl der römischen Christen, einschließlich höchster Würdenträger, die staatliche Propagierung gleichgeschlechtlicher Hochzeiten – eine Sünde, die die Kirche stets als „Sünde, die nach Gottes Vergeltung ruft“ eingestuft hat –, ebenso das mutwillige Verhungernlassen von mehreren Millionen in der Dritten Welt – auch eine ebensolche „himmelsschreiende Sünde“, während eine kleine Gruppe von Weltregenten an diesem System mächtig verdient durch Nichtstun und Unterdrückung.
Der Westeuropäer hat sich seit Kriegsende vor nicht allzu langer Zeit daran gewöhnt, dass sämtliche Katastrophen an ihm vorüberschrammen, mit welcher Legitimation eigentlich?
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