08:51:15 | Montag, 24. Januar 2005
Der Papst zu Aids, Abtreibung und Euthanasie + Papst-Memoiren + Theoretische Sexualität + Kloster Einsiedeln sucht Bargeld + Portugals Sozialisten wollen Kinderblut + Ökumene: Wichtiger Akzent am Weltjugendtag
Der Papst zu AIDS, Abtreibung und EuthanasieVatikan. Papst Johannes Paul II. zeigte sich in einer Ansprache
an die neue niederländische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Monique Frank, betroffen über die schnelle
Ausbreitung von AIDS. „Der Heilige Stuhl glaubt“, so der Papst am vergangenen Samstag, „daß für eine
verantwortliche Bekämpfung von AIDS zuerst die Prävention zu stärken ist.“ Man solle „zum Respekt vor
dem heiligen Wert des Lebens erziehen und zu einer korrekten Ausübung der Sexualität anleiten.“ Diese
müsse auf Keuschheit und Treue basieren. Vergangene Woche waren Keuschheit und Treue in die Schlagzeilen
geraten, nachdem sich mehrere Vertreter der Kirche für die Verwendung von Kondomen zur Aids-Bekämpfung
ausgesprochen hatten. In seiner Ansprache äußerte sich der Heilige Vater auch besorgt über die niederländischen
Gesetze zu Abtreibung und Euthanasie.
Papst-MemoirenVatikan. Am 8. März werden zeitgleich in neun
Sprachen, die Memoiren von Papst Johannes Paul II erscheinen. Dies berichtet die Berliner Morgenpost in
ihrer heutigen Ausgabe. Die Verlagsgruppe Droemer/Weltbild wird die deutschsprachige Ausgabe publizieren.
Das Buch des Papstes handelt von den großen Strömungen der Zeitgeschichte, enthält aber auch viel Persönliches
über den Heiligen Vater. Im Buch kommen Details aus der Woityla-Familiengeschichte wie der frühe Tod
der Mutter des Papstes oder der ebenfalls frühe Verlust seines Bruders zur Sprache. Das Schlußkapitel
enthält Gedanken, die den Heiligen Vater nach dem Attentat im Mai 1981 bewegten.
Theoretische Sexualität
Österreich. Die Grüne Frauensprecherin im österreichischen Nationalrat, Sabine Mandak (48), kritisierte
in einer Aussendung vom 21. Januar die Ablehnung des Vatikan von Kondomen: „Es ist unverantwortlich, daß
die Antwort des Vatikan an die Menschen ist, daß sie ‘keusch und enthaltsam’ leben sollen.“ Das bedeute,
Sexualität mit ‘Unzucht’ gleichzusetzen. Dies erkläre sich nur durch den „theoretischen Zugang“ der
hier Urteilenden zur Sexualität. Die Haltung des Vatikan sei daher nicht nur lebensfremd, sondern auch
unverantwortlich. Frau Mandak vertrete diese Meinung nicht nur als Familien- und Jugendsprecherin, sondern
auch als Katholikin. Sabine Mandak war von 1992 bis 1999
Mitarbeiterin des katholischen Bildungswerkes
im Bistum Feldkirch (Vorarlberg).
Kloster Einsiedeln sucht BargeldSchweiz. Der Abt des Benediktinerklosters
Einsiedeln, Martin Werlen (42), sucht für die Finanzierung anstehender Restaurierungsarbeiten Hilfe in
der Privatwirtschaft. Nach einem Bericht der täglich erscheinenden „Neuen Züricher Zeitung“ muß das
Kloster mehrere Dutzend Millionen aufbringen. Der ehemalige Chef der zweitgrößten Schweizer Bank, Crédit
Suisse, Rainer E. Gut hat seine Unterstützung schon zugesagt. Nun sucht Abt Werlen weitere finanzkräftige
Spitzenmanager. Das Kloster Einsiedeln liegt in der Zentralschweiz und zählt unter seinen Besitztümern
eine prunkvolle Klosteranlage, zwei Inseln, Schlösser, Gasthöfe und das älteste Gestüt Europas. Der
Landbesitz des Klosters umfaßt 2,4 Millionen Quadratmeter.
Portugals Sozialisten wollen Kinderblut
Portugal. Die Sozialisten Portugals, die zur Zeit in der Opposition sind, haben für den Fall eines Sieges
bei den Neuwahlen am 20. Februar angekündigt, ein Referendum zugunsten der Fristenregelung anzustreben.
Die Fristenregelung erlaubt bis zu einer bestimmten Frist die Zerstückelung und Absaugung von Kindern
im Mutterleib. Derzeit wird die Kinderabtreibung in Portugal bestraft, außer für den Fall, daß das
Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr sind, das Kind womöglich behindert zur Welt kommen könnte
oder, daß die Frau vergewaltigt wurde. An einem 1998 durchgeführten Referendum zugunsten der Abtreibung
war die Stimmbeteiligung sehr gering. Damals entschied sich eine knappe Mehrheit gegen die Kinderabtreibung.
Schätzungen sprechen von jährlich rund 30.000 illegalen und 700 legalen Kinderabtreibungen in Portugal.
Ökumene: Wichtiger Akzent am WeltjugendtagDeutschland. Der Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl
Hillenbrandt, unterstrich laut einem Bericht von ‘Radio Vatikan’, daß die Vorbereitungen für den XX.
Weltjugendtag in Köln auf Hochtouren liefen. Zu den wichtigsten Akzenten gehöre nicht nur die Anwesenheit
des Heiligen Vaters, sondern auch die ökumenischen Veranstaltungen. Dadurch werde der Weltjugendtag über
Köln hinaus wirken.
Günter A. Menne, Pressesprecher des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln, meinte
Anfang Januar, daß man in den evangelischen Gemeinden noch nicht genau wisse, was zum Weltjugendtag geplant
werde. „So herrlich spontan kann nämlich in den evangelischen Gemeinden im Rheinland nach dem Willen
ihrer ziemlich autonomen Pfarrer noch alles Mögliche „angedacht“ werden“.
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sttn 00:23:22 | Dienstag, 25. Januar 2005
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Dolfus 20:41:46 | Montag, 24. Januar 2005
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sttn 18:08:03 | Montag, 24. Januar 2005
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Dolfus 09:43:32 | Montag, 24. Januar 2005