Fromme Werke
Es gab eine Zeit, da ging die katholische Liturgie und kirchliche Musik den Gläubigen noch zu Herzen. Von Dr. Julius Vermeulen.
(kreuz.net) Hw. Franz Nekes wirkte von 1871 bis 1887 als Priester an St. Christophorus zu Gerderath bei
Erkelenz im Rheinland. Gleichzeitig brachte er das kirchenmusikalische Leben im Erkelenzer Land zu einer
prachtvollen Blüte.
Von 1891 bis 1912 leitete er als Stiftskapellmeister des Liebfrauenmünsters zu Aachen den Chor am Münsterstift.
Er war auch Dozent an der Aachener Kirchenmusikschule „Gregoriushaus“ und Komponist.
Kürzlich erschien eine Biographie dieses Priestermusikers aus der Feder des Aachener
Musikwissenschaftlers und Theologen Dr. Michael Tunger.
Nekes Vorgänger, Stiftskapellmeister Heinrich Böckeler, hatte in Aachen seit dem Jahr 1864 die Zeit der cäcilianischen Bewegung eingeläutet.
Lebensinhalt des Priestermusikers Nekes war die cäcilianische Bewegung – die Restauration der Kirchenmusik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Diese hatte die Meister der altklassischen Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts und den Gregorianischen Choral in der katholischen Liturgie wiederbelebt und zum Maßstab für kirchenmusikalische Neuschöpfungen gemacht.
Die cäcilianische Bewegung war nicht – wie heute gerne behauptet wird – ein elitäres Unternehmen abgehobener kirchenmusikalischer Idealisten.
Sie war vielmehr tief in den katholischen Gläubigen verwurzelt, ganz besonders in den Kirchenchören.
So diente sie auch der allgemein musikalischen und künstlerischen Bildung des Volkes und entwickelte sich mancherorts – vor allem im Rheinland – zu einer wahren katholischen Volksbewegung.
Hw. Nekes verschrieb sein Leben aus tiefer Gläubigkeit heraus der Musica sacra, im besonderen dieser kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung. Er wollte der Tonkunst wieder den ihr gebührenden liturgischen und pastoralen Platz in der Kirche zuweisen.
Hw. Nekes wurde am 13. Februar 1844 in Huttrop bei Essen geboren. Er war das vierte von neun Kindern des Töpfermeisters Leonhard Franz Nekes und seiner Ehefrau Wilhelmina.
Schon im Grundschulalter erhielt er elementaren Musikunterricht. Dies war wohl der einzige Musikunterricht, den Nekes jemals genoß.
Da ihm ein Instrument fehlte, stellte er eine Tonleiter aus Töpfen seines väterlichen Geschäftes her. Darauf spielte er seinen acht Geschwistern vor.
Nach dem Abitur am Essener Burggymnasium begann Nekes an der Universität Münster das Studium der katholischen Theologie.
1866 setzte er sein Studium an der Bonner Universität fort.
Das Studium beendete Nekes am Kölner Priesterseminar, wo er auch den Seminaristenchor geleitet hatte.
Am 24. August 1868 empfing er im Kölner Dom mit vierzig anderen Kandidaten durch Paulus Kardinal Melchers († 1895) die heilige Priesterweihe.
Seine seelsorgerische Tätigkeit begann er als achter Domvikar am Kölner Dom, wo damals schon fünf Jahre aktiver Pflege der liturgischen a-cappella-Musik vergangen waren.
Hw. Nekes kam so als junger Priester in engsten Kontakt mit der Erneuerungsbewegung der katholischen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts und identifizierte sich mit ihr.
Nach einer kurzen Schultätigkeit in Mönchengladbach wurde Hw. Nekes im Mai 1871 in das Amt des Vikars an der Pfarrkirche zum Heiligen Christophorus in Gerderath bei Erkelenz eingeführt.
Sechzehn Jahre widmete er seine priesterlichen Dienste dieser Gemeinde.
Im Jahr 1875 starb der dortige Pfarrer. Infolge des Kulturkampfes blieb die Pfarrstelle wie an vielen anderen Orten unbesetzt.
Von nun an hatte Hw. Nekes als Pfarrverwalter die seelsorgerische Verantwortung allein zu tragen. Er war in Gerderath sowohl im priesterlichen als auch im kirchenmusikalischen Bereich eifrig tätig.
Als sich Hw. Nekes anschickte, Gerderath zu verlassen, um sein kirchenmusikalisches Wirken in Aachen weiter zu entfalten, hinterließ er im Erkelenzer Land dank seines von hohem Können und Idealismus getragenen Einsatzes für die Musica sacra für die damaligen Verhältnisse zur Zeit des Kulturkampfes Bismarcks ein blühendes kirchenmusikalisches und damit auch kirchliches Leben.
Seine Begeisterung übertrug sich auf Chorleiter, Organisten und Chorsänger. Er komponierte in seiner Gerderather Zeit etwa dreißig Werke.
Noch viele Jahre, nachdem Nekes das Dekanat Erkelenz verlassen hatte, stand die dortige eifrige Chorpflege auf hohem Niveau.
Mit Beginn des neuen Schuljahres im November 1887 trat Hw. Nekes auf Weisung des Erzbischöflichen Ordinariates in Köln sein Amt als Inspektor und Lehrer für Harmonielehre und Kontrapunkt an der jungen Aachener Kirchenmusikschule ‘Gregoriushaus’ in Aachen an.
Im Februar 1891 wurde er zum Stiftsvikar und Nachfolger von Hw. Heinrich Böckeler als Stiftskapellmeister am Aachener Marienmünster berufen.
Er führte den Stiftschor zu anerkannt hohen Leistungen: „In Franz Nekes fand die Stiftsmusik den Meister der Komposition, der im Geist der Restauration seine frommen und zu Herzen gehenden Werke schuf und damit den Ruhm der Aachener Kirchenmusik wieder in die weiten Lande hinaustrug“, schrieb Prof. Theodor Bernhard Rehmann.
Im Jahr 1911 wurde Hw. Nekes zum Stiftskanonikus ernannt.
86 Werke von Hw. Nekes sind heute noch nachweisbar: 27 lateinische Messen, ungefähr 130 lateinisch- und deutschsprachige Motetten, sieben Te Deum, vier Litaneien, zwei Passionen und eine Orgelbegleitung für den Gregorianischen Choral.
Das kompositorische Werk war ursprünglich sicher umfangreicher. Zahlreiche Werke Nekes’ sind auch im Internet abrufbar.
Hw. Nekes’ bekannteste Werke sind die berühmten sechsstimmigen Messen „O crux ave“ (Opus 30) und „Jubilaei Immaculatae Conceptionis B.M.V.“ (Opus 44), die fünfstimmige Missa festiva (Opus 40) und die Missa in honorem Sancti Foillani für fünfstimmigen Männerchor (Opus 31).
Kein Geringerer als der in Regensburg ausgebildete Brixener Domkapellmeister Ignaz Mitterer nannte Hw. Nekes in einer Besprechung der Missa festiva einen „Joannes Praenestinus redivivus“ – den „wiedererstandenen Giovanni Pierluigi da Palestrina“, welcher der große römische Kompositions-Meister des 16. Jahrhunderts war.
Einige Monate vor seinem Tod wurde Hw. Nekes zum Königlichen Musikprofessor ernannt.
Am 6. Mai 1914 starb er an einem Schlaganfall. Nach einem feierlichen Requiem im Aachener Münster wurde er unter großer Beteiligung von kirchlicher und musikalischer Prominenz sowie der Aachener Bevölkerung auf dem Aachener Ostfriedhof am Adalbertsteinweg beigesetzt. Dort findet sich sein Grab noch heute.
Auf dem Grabmal stehen die Worte seiner berühmtesten Motette: „O crux ave, spes unica“.
Michael Tunger, Stiftskapellmeister Franz Nekes (1844-1914), „Der Aachener Meister heiliger Tonkunst“ – Leben und Werk –,
Aachen 2007, 282 Seiten, ca. 50 Abbildungen,
ISBN 3-8107-9260-8, € 14,80.
Von 1891 bis 1912 leitete er als Stiftskapellmeister des Liebfrauenmünsters zu Aachen den Chor am Münsterstift.
Er war auch Dozent an der Aachener Kirchenmusikschule „Gregoriushaus“ und Komponist.

Nekes Vorgänger, Stiftskapellmeister Heinrich Böckeler, hatte in Aachen seit dem Jahr 1864 die Zeit der cäcilianischen Bewegung eingeläutet.
Lebensinhalt des Priestermusikers Nekes war die cäcilianische Bewegung – die Restauration der Kirchenmusik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Diese hatte die Meister der altklassischen Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts und den Gregorianischen Choral in der katholischen Liturgie wiederbelebt und zum Maßstab für kirchenmusikalische Neuschöpfungen gemacht.
Die cäcilianische Bewegung war nicht – wie heute gerne behauptet wird – ein elitäres Unternehmen abgehobener kirchenmusikalischer Idealisten.
Sie war vielmehr tief in den katholischen Gläubigen verwurzelt, ganz besonders in den Kirchenchören.
So diente sie auch der allgemein musikalischen und künstlerischen Bildung des Volkes und entwickelte sich mancherorts – vor allem im Rheinland – zu einer wahren katholischen Volksbewegung.
Hw. Nekes verschrieb sein Leben aus tiefer Gläubigkeit heraus der Musica sacra, im besonderen dieser kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung. Er wollte der Tonkunst wieder den ihr gebührenden liturgischen und pastoralen Platz in der Kirche zuweisen.
Hw. Nekes wurde am 13. Februar 1844 in Huttrop bei Essen geboren. Er war das vierte von neun Kindern des Töpfermeisters Leonhard Franz Nekes und seiner Ehefrau Wilhelmina.
Schon im Grundschulalter erhielt er elementaren Musikunterricht. Dies war wohl der einzige Musikunterricht, den Nekes jemals genoß.
Da ihm ein Instrument fehlte, stellte er eine Tonleiter aus Töpfen seines väterlichen Geschäftes her. Darauf spielte er seinen acht Geschwistern vor.
Nach dem Abitur am Essener Burggymnasium begann Nekes an der Universität Münster das Studium der katholischen Theologie.
1866 setzte er sein Studium an der Bonner Universität fort.
Das Studium beendete Nekes am Kölner Priesterseminar, wo er auch den Seminaristenchor geleitet hatte.
Am 24. August 1868 empfing er im Kölner Dom mit vierzig anderen Kandidaten durch Paulus Kardinal Melchers († 1895) die heilige Priesterweihe.
Seine seelsorgerische Tätigkeit begann er als achter Domvikar am Kölner Dom, wo damals schon fünf Jahre aktiver Pflege der liturgischen a-cappella-Musik vergangen waren.
Hw. Nekes kam so als junger Priester in engsten Kontakt mit der Erneuerungsbewegung der katholischen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts und identifizierte sich mit ihr.
Nach einer kurzen Schultätigkeit in Mönchengladbach wurde Hw. Nekes im Mai 1871 in das Amt des Vikars an der Pfarrkirche zum Heiligen Christophorus in Gerderath bei Erkelenz eingeführt.
Sechzehn Jahre widmete er seine priesterlichen Dienste dieser Gemeinde.
Im Jahr 1875 starb der dortige Pfarrer. Infolge des Kulturkampfes blieb die Pfarrstelle wie an vielen anderen Orten unbesetzt.
Von nun an hatte Hw. Nekes als Pfarrverwalter die seelsorgerische Verantwortung allein zu tragen. Er war in Gerderath sowohl im priesterlichen als auch im kirchenmusikalischen Bereich eifrig tätig.
Als sich Hw. Nekes anschickte, Gerderath zu verlassen, um sein kirchenmusikalisches Wirken in Aachen weiter zu entfalten, hinterließ er im Erkelenzer Land dank seines von hohem Können und Idealismus getragenen Einsatzes für die Musica sacra für die damaligen Verhältnisse zur Zeit des Kulturkampfes Bismarcks ein blühendes kirchenmusikalisches und damit auch kirchliches Leben.
Seine Begeisterung übertrug sich auf Chorleiter, Organisten und Chorsänger. Er komponierte in seiner Gerderather Zeit etwa dreißig Werke.
Noch viele Jahre, nachdem Nekes das Dekanat Erkelenz verlassen hatte, stand die dortige eifrige Chorpflege auf hohem Niveau.
Mit Beginn des neuen Schuljahres im November 1887 trat Hw. Nekes auf Weisung des Erzbischöflichen Ordinariates in Köln sein Amt als Inspektor und Lehrer für Harmonielehre und Kontrapunkt an der jungen Aachener Kirchenmusikschule ‘Gregoriushaus’ in Aachen an.
Im Februar 1891 wurde er zum Stiftsvikar und Nachfolger von Hw. Heinrich Böckeler als Stiftskapellmeister am Aachener Marienmünster berufen.
Er führte den Stiftschor zu anerkannt hohen Leistungen: „In Franz Nekes fand die Stiftsmusik den Meister der Komposition, der im Geist der Restauration seine frommen und zu Herzen gehenden Werke schuf und damit den Ruhm der Aachener Kirchenmusik wieder in die weiten Lande hinaustrug“, schrieb Prof. Theodor Bernhard Rehmann.
Im Jahr 1911 wurde Hw. Nekes zum Stiftskanonikus ernannt.
86 Werke von Hw. Nekes sind heute noch nachweisbar: 27 lateinische Messen, ungefähr 130 lateinisch- und deutschsprachige Motetten, sieben Te Deum, vier Litaneien, zwei Passionen und eine Orgelbegleitung für den Gregorianischen Choral.
Das kompositorische Werk war ursprünglich sicher umfangreicher. Zahlreiche Werke Nekes’ sind auch im Internet abrufbar.
Hw. Nekes’ bekannteste Werke sind die berühmten sechsstimmigen Messen „O crux ave“ (Opus 30) und „Jubilaei Immaculatae Conceptionis B.M.V.“ (Opus 44), die fünfstimmige Missa festiva (Opus 40) und die Missa in honorem Sancti Foillani für fünfstimmigen Männerchor (Opus 31).
Kein Geringerer als der in Regensburg ausgebildete Brixener Domkapellmeister Ignaz Mitterer nannte Hw. Nekes in einer Besprechung der Missa festiva einen „Joannes Praenestinus redivivus“ – den „wiedererstandenen Giovanni Pierluigi da Palestrina“, welcher der große römische Kompositions-Meister des 16. Jahrhunderts war.
Einige Monate vor seinem Tod wurde Hw. Nekes zum Königlichen Musikprofessor ernannt.
Am 6. Mai 1914 starb er an einem Schlaganfall. Nach einem feierlichen Requiem im Aachener Münster wurde er unter großer Beteiligung von kirchlicher und musikalischer Prominenz sowie der Aachener Bevölkerung auf dem Aachener Ostfriedhof am Adalbertsteinweg beigesetzt. Dort findet sich sein Grab noch heute.
Auf dem Grabmal stehen die Worte seiner berühmtesten Motette: „O crux ave, spes unica“.
Michael Tunger, Stiftskapellmeister Franz Nekes (1844-1914), „Der Aachener Meister heiliger Tonkunst“ – Leben und Werk –,
Aachen 2007, 282 Seiten, ca. 50 Abbildungen,
ISBN 3-8107-9260-8, € 14,80.
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Dienstag, 24. Juli 2007 14:03
Aurelius: @r.ruhrgebietler: Von wegen VII-Gebäude!
Ist das, was Sie hier verlinkt haben, nicht die Residenz von Scaramanga in The Man With The Golden Gun?
Dienstag, 24. Juli 2007 07:27
r.ruhrgebietler: Schöne Gotteshäuser!
Gott also zur Ehre!!
Und keine V-II-Gebäude, bei denen schon hinguggen Augenschmerzen verursacht! Viele V-II-Gebäude erinnern an das hier was ja in seiner zeitlosen Eleganz immer wieder besticht
Und keine V-II-Gebäude, bei denen schon hinguggen Augenschmerzen verursacht! Viele V-II-Gebäude erinnern an das hier was ja in seiner zeitlosen Eleganz immer wieder besticht
Dienstag, 24. Juli 2007 00:11
litterae sunt divitiae: Schöner Artikel
Ja, ein schöner Artikel! Naja, man kann halt nicht immer ins Klo greifen.
Dienstag, 24. Juli 2007 00:02
Joseph von Eichendorff: Wahrscheinlich
ist der Artikel von irgendwo anders her importiert und kopiert…
Montag, 23. Juli 2007 23:23
Sentinel: Ja, vor allem fehlerfrei …
… was bedeutet, daß der Autor zumindest der deutschen Schriftsprache mächtig ist.
Montag, 23. Juli 2007 20:26
zum Glück katholisch: Super!
Einfach mal wieder ein wunderschöner Artikel! Danke!
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