16:31:01 | Samstag, 14. Juli 2007
Die Sonderrechte einiger Schweizer Diözesen bei der Bischofswahl sind alte Zöpfe, die abgeschnitten gehören. Von Markus Carloni.

Der designierte Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder
(kreuz.net) Am Freitag, 6. Juli, wählte das Domkapitel von Chur einen neuen Bischof.
Kaum war die streng
geheime Wahl vorüber und die Sakristei der Kathedrale, wo der neue Bischof gewählt worden war, verlassen,
petzte ein eidbrüchiger Domherr das Wahlergebnis der antikatholischen Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’.
Der ‘Tages-Anzeiger’ Journalist Michael Meier brüstete sich anschließend, daß er die Informationen
über die Bischofswahl von einer „sehr zuverlässigen“ Quelle bekommen habe.
Wahrscheinlich ist es der
gleiche Verräter, der bereits bei der Wahl von Mons. Amédée Grab – dem Vorgänger von Mons. Vitus Huonder –
tätig war.
Blitzartig erschien die Meldung zuerst im Internet, am Samstag morgen in der Zeitung. Meiers
Bericht ist ein primitiver Hetzartikel gegen den neuen Bischof.
Weitere EnthüllungenAm Montag vernahm
man, daß der stellvertretende Pressesprecher des Zürcher Generalvikariats, Domherr Franz Stampfli, sich
negativ über die Dreierliste geäußert hatte, die der Nuntius am Freitag dem Domkapitel persönlich
vorgelegt hatte.
Domherr Stampfli war seinerzeit ein Intimfeind von Bischof Wolfgang Haas und nahm an
der jüngsten Bischofswahl teil.
Jetzt schimpfte er über ein angeblich „undurchsichtiges Wahlverfahren“.
Auf der Liste seien Prälat Vitus Huonder und zwei weitere unwählbare Kandidaten gestanden, die mit dem
Bistum nichts zu tun hätten.
[Anm. d. Red.: Die mittlerweile bekannt gewordenen beiden weiteren Namen
auf der Dreierliste waren der Weihbischof der Diözese Genf, Freiburg und Lausanne, Mons. Pierre Bürcher
(61), und der Nuntius in Korea und der Mongolei, Erzbischof Emil Paul Tscherrig (60), beide gebürtig
aus dem Kanton Wallis]
Dadurch sei den Domherren nichts anderes übrig geblieben, als Mons. Vitus Huonder
zu wählen.
Die Äußerungen des berüchtigten Domherrn sind verurteilungswürdig.
Man kann davon ausgehen,
daß die anderen beiden Priester oder eventuell Bischöfe auch Schweizer waren. Waren sie wertlos?
Und
wenn sie keine Schweizer gewesen wären? Ist die katholische Kirche nicht eine Weltkirche? Wenn es um
eine Bischofswahl geht, zeigen sich gewisse Katholiken furchtbar kleinkariert.
Sie fördern in großer
nationalistischer Engstirnigkeit den antirömischen Affekt.
Kündigung des KonkordatsWeil die antirömischen
Querelen bei einigen Priestern und Laien schon seit Jahrzehnten anhalten, müßte der Vatikan das Konkordat
mit dem Bistum Chur endlich kündigen.
Gleiches gilt für die Sonderwahlrechte in den Schweizer Bistümern
Basel und St. Gallen. Das sind alte Zöpfe.
Das Zweite Vatikanum hat alle Regierungen der Welt aufgefordert,
auf Privilegien bei Bischofsernennungen zu verzichten.
Gewisse Aussagen des Zweiten Vatikanums werden
zwar von manchen gerne bejubelt. Dennoch werden legitime Forderungen des Konzils zur Entpolitisierung
von Bischofsernennungen nicht erfüllt – und das schon seit über vierzig Jahren.
Markus Carloni ist
Präsident der ‘Pro Ecclesia Zürich’ und spricht hier auch im Namen der ‘Pro Ecclesia’ der Kantone Schwyz
und Uri.
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#7
landorganist 13:35:30 | Montag, 16. Juli 2007
#6
RJH 22:28:53 | Samstag, 14. Juli 2007
#5
Pünktchen 20:01:03 | Samstag, 14. Juli 2007
#4
Marina 19:38:18 | Samstag, 14. Juli 2007
#2
Gotthard 17:19:38 | Samstag, 14. Juli 2007