18:04:01 | Sonntag, 15. Juli 2007
In einer österreichischen Tageszeitung erschien kürzlich ein Artikel über die „Petrus-Brüderschaft“. Ein Kommentar.

Weihbischof Andreas Laun zelebriert in der Minoritenkirche eine Alte Messe. Hinter ihm Pater Walthard
Zimmer als Diakon.
© Petrusbruderschaft(kreuz.net, Linz) Unter dem Titel „Pater Walthards Predigtdienst“ hat sich der Journalist Markus Rohrhofer
in der antikirchlichen österreichischen Tageszeitung ‘Der Standard’ eine nette Lachnummer geleistet.
Rohrhofer ist in seiner bisherigen kirchlichen Berichterstattung mit einseitigen und vor allem ungenauen
Beiträgen aufgefallen.
In seinem Artikel geht es um die Indultpfarrei der Priesterbruderschaft St. Petrus
in Linz.
Rohrhofer kommt im Vorspann zur Erkenntnis, daß die „Petrus-Brüder“ die Messe auf Lateinisch
feiern und die Jugend der Kirche den Rücken zukehrt. Auf diese Aussage wird im Artikel kein Bezug mehr
genommen.
Dafür fühlt sich Rohrhofer zu Beginn von einer alten Dame bedroht, die er mutig zitiert:
„»Die heilige Messe muß immer gleich sein. Das muß einfach stimmen. Ich will nicht jeden Tag etwas
anderes.« Fast bedrohlich schwingt die aufgebrachte ältere Dame ihren Rosenkranz.“

Die Linzer Petrusbruderschaft organisiert im Sommer lustige Jugendlager
© PetrusbruderschaftDer anschließende
Griff der Dame in das Weihwasserbecken habe ob ihrer Aufgebrachtheit eher in einem „Schöpfungsakt“ geendet –
versucht Rohrhofer witzig zu sein.
Die Szene trug sich – nach Angaben des Artikels – um 8.30 Uhr kurz
vor Beginn der Alten Messe in der Minoritenkirche zu Linz zu. Dort versieht die altgläubige Priesterbruderschaft
St. Petrus ihren Dienst.
„Mit der päpstlichen Freigabe der alten katholischen Messe können Priester
in Zukunft im Einvernehmen mit ihrer Gemeinde den Gläubigen den Rücken kehren“ – weiß der Autor.
Während
ihm eine Frau mit einer „Gottesmutter Maria-Haarspange“ auffällt, hat Pater Walthard Zimmer nach Rohrhofers
Ausdrucksweise „mit dem Rücken zum Kirchenvolk, Stellung bezogen“.
Es ist unklar, wo die Muttergottes
dem Journalisten das letzte Mal mit Haarspange erschienen ist.
Dem Autor fällt auf, „daß man auf die
Orgel pfeift“. Die Idee, daß sich die Gemeinde für eine Wochentagesmesse keinen Organisten leisten kann,
kommt ihm nicht.
Dafür warnt er Latein-Fans: „Ein Großteil der gemurmelten Gebete verliert sich unverständlich
im Gotteshaus.“
Hier wird klar, daß sich der Kirchenberichterstatter des ‘Standard’ zum ersten Mal in
einer Alten Messe befindet. Man fragt sich, ob dieses Blatt für die ressortspezifische Berichterstattung
immer Anfänger vorbeischickt?
Wegen der „germurmelten Gebete“ sollte sich Rohrhofer keine Sorgen machen.
Es ist nicht notwendig, Gebete zu schreien. Gott hört hervorragend. Er versteht auch Latein.
Doch dann
kommt für den Journalisten die Enttäuschung: „Man spricht doch Deutsch“.
Lesung und Evangelium werden
auf Deutsch gelesen, nicht auf Latein, das Rohrhofer gerne eine „tote Sprache“ nennt, obwohl der Priester,
der sie eben noch gesprochen hat, quicklebendig und kugelrund ist – ein Bild des blühenden Lebens.
Für
die „Petrus-Brüderschaft“ – Rohrhofer kennt den Namen der Priestergemeinschaft nicht, über die er berichtet –
sei mit der Aufwertung der lateinischen Messen durch Benedikt XVI. eine vierzigjährige Bitte und Hoffnung
in Erfüllung gegangen, zitiert er Pater Walthard Zimmer von der Linzer Petrusbruderschaft.
Der Geistliche
bringt die Situation nach dem Erscheinen des Motu Proprios ‘Summorum Pontificum’ auf den Punkt:
„Früher
hat man die lateinischen Messen immer durchsetzen müssen. Jetzt gibt es Gleichberechtigung. Es ist wie
im Straßenverkehr: Neben neuen Autos gibt es eben auch ein paar Oldtimer.“
Eigentlich ganz vernünftig.
Doch Vernünftiges darf in Rohrhofers Berichterstattung nicht unkontrastiert stehenbleiben.
Darum zitiert
er schnell einen Seufzer des liberalen Sprechers des liberalen Erzbischofs von Wien: „Es ist eigentlich
eine traurige Sache, und es krampft sich das Herz. Meist sind da doch nur ein paar alte Menschen bei solchen
Messen.“
Alles alte Knacker? Was ist dann das Problem? Vielleicht die Haarspange der Dame?
Zum Schluß
des Artikels gibt’s noch ein Zitat des Ex-Generalvikars von Wien. Es bezieht sich offensichtlich nicht
auf die Freigabe der Alten Messe, sondern auf das jüngste
Kirchendokument der Glaubenskongregation.
Doch das sind Details. Unter Rohrhofers Teppich hat viel Platz. Zum Glück gibt es die Kirche.
Worüber
sonst wäre es dem ‘Standard’-Journalisten Markus Rohrhofer erlaubt, auf einem solchen Niveau zu berichten.
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wiener 14:34:04 | Montag, 16. Juli 2007
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monti 13:38:35 | Montag, 16. Juli 2007
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ultimo 09:51:27 | Montag, 16. Juli 2007
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Sirilo 22:12:50 | Sonntag, 15. Juli 2007
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wiener 21:44:53 | Sonntag, 15. Juli 2007