09:57:01 | Montag, 16. Juli 2007
Der Vatikan hat eine altgläubige Nonnengemeinschaft, die bisher mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden war, anerkannt.

Einfache Gelübde einer künftigen Novizenmeisterin († 1998)
(kreuz.net, Vatikan) Am 28. Juni soll die beschauliche Schwestern- kommunität ‘Oasis de Jesús Sacerdote’ –
Oase von Jesus Priester – kirchenrechtlich anerkannt worden sein.
Das berichtete ein Leser im französischen
‘Forum Catholique’.
Der Orden wurde offenbar als kontemplative Gemeinschaft päpstlichen Rechts errichtet.
Bislang waren die Nonnen mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. verbunden. Nach wie vor wird sie auf
Webseiten der Bruderschaft für weibliche Berufungen empfohlen.
Der Präfekt der Kommission ‘Ecclesia
Dei’ hat die Verhandlungen mit der Gemeinschaft bereits Ende Mai in seiner Ansprache im brasilianischen
Marienwallfahrtsort Aparecida vor der lateinamerikanischen Bischofskonferenz
erwähnt.
Die klausurierten
Schwestern sind eine Gründung des 1952 geweihten Priesters Pedro de Muñoz. Er wirkte als Vikar in Barcelona,
als sich mehrere fromme Frauen um ihn sammelten.
Der frühere Erzbischof von Barcelona, Mons. Gregorio
Modrego († 1972), anerkannte die Vereinigung im Jahr 1965 als fromme Vereinigung.
Danach lebte die Gemeinschaft
in einer kirchenrechtlich irregulären Situation.
Der Name „Oasis“ steht gemäß seinen Buchstaben für
Gebet (Oración), Liebe (Amor), Unterordnung (Sumisión), Aufopferung (Inmolación) und Stille (Silencio).
Die Gemeinschaft orientiert sich an der Spiritualität des Heiligen Franz von Sales.
Oase von Jesus
Priester

© oasisjesussacerdote.es

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Geschichtlicher AbrißIm Jahr 1966 begannen die Schwestern ihr gemeinsames Leben
in einem bescheidenen Haus in Barcelona.
1980 konnten sie ein Eigentum in der Ortschaft Argentona – dreißig
Kilometer nordöstlich von Barcelona – erwerben. Dort errichteten sie ihr Kloster.
In den ersten Jahren
kamen wenige Berufungen. Hw. Muñoz mahnte seine Töchter zum Vertrauen: „Meine Kinder, wenn Gott eure
Arbeit wünscht, wird er euch Berufungen schicken. Habt daran niemals auch nur einen Moment Zweifel.“
Die Gebete wurden erhöht.
Dann kam eine Welle von Kandidatinnen aus der ganzen Welt: Mexico, Frankreich,
USA, Afrika, Argentinien, Uruguay, Chile, Dominikanische Republik, Indien.
Bei einem seiner zahlreichen
Besuche ermutigte Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991) Hw. Muñoz, eine Kirche zu errichten:
„Sie müssen
eine Kirche bauen. Beginnen Sie mit der Setzung des ersten Steines. Sie werden sehen, wie Gott selber
sich um den Rest kümmert.“
Heute sind die Schwestern stolz auf eine „große und sehr schöne“ Kirche –
berichten sie in ihrem Informationsblatt.
Leben der SchwesternDie Nonnen opfern sich in besonderer
Weise für Priesterberufungen auf. Sie legen zu den üblichen drei Gelübden – der Armut, des Gehorsams
und der Keuschheit – ein viertes Gelübde ab: täglich für heilige Priester zu opfern.
Ihren Tag verbringen
sie schweigend mit Gebet und Arbeit.
Sie wohnen der Messe bei, rezitieren das alte Offizium – außer
die Matutin. Sie beten zwei Stunden still vor dem Tabernakel und den Rosenkranz.
Neben den alltäglichen
Hausarbeiten fertigen die Nonnen Rosenkränze und andere Kunstgegenstände zum Verkauf. Wenn nötig, reparieren
sie auch das Dach, bedienen die Kettensäge oder fahren den Traktor.
Zweimal unterbrechen sie den Tag
durch insgesamt eine Fünfviertelstunde Rekreation in der sie reden, lachen und singen.
Geschichten aus
dem LebenDie beiden Hauptpatrone der Gemeinschaft sind die Muttergottes und der Heilige Joseph.
Als
einmal im Kloster große Not herrschte, führten die Schwestern eine Josephsstatue in Prozession durch
das Kloster, um dem Heiligen ihre Bedürfnisse zu zeigen. Bald darauf meldeten sich zahlreiche freiwillige
Helfer.
Ein andermal waren zwei Seminaristen zum Helfen mit einer Kettensäge gekommen. Doch das Gerät
versagte seinen Dienst.
Als die beiden Helfer aufgeben wollten, fragte sie eine Schwester: „Habt ihr
die Heilige Jungfrau schon angerufen?“
Etwas verdutzt verneinten die Seminaristen. „Wie könnt ihr dann
erwarten, daß diese Maschine funktioniert, wenn ihr nicht um Hilfe gebeten habt?“
Nach dem Gebet funktionierte
die Säge wieder.
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