Etikettenschwindel Jugendkirche
Eine Frankfurter Eventagentur mit Erlebnisschuppen bietet Jugendlichen Streßabbau, ein ätzendes Licht- und Lärmspektakel zum Streßaufbau sowie Hochseil-Klettern. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) Eine katholische Eventagentur in Frankfurt Sachsenhausen nennt ihren Erlebnisschuppen „Jugendkirche
Jona“. Sie ist seit gut einem Jahr in dem Kirchengebäude St. Bonifatius in Frankfurt Sachsenhausen installiert.
Für die letzte Schulwoche vor den Sommerferien hatte sich die angebliche Jugendkirche zur „Holiday Church“ erklärt.
Ziel der jugendkirchlichen Veranstaltungswoche sollte sein, „ein Ventil zum Streßabbau und Entspannung zu bieten“. Oder auch: den abgeschlafften Schülern zum Aufbau von Spannung und „Anspannung im Streßraum“ der Jugendkirche zu verhelfen.
Die Jugendkirchenmacher warben in den drei umliegenden Schulen mit Plakaten und Handzetteln für das Programm der Holiday Church Week:
Start im „Stressraum“ des Schülercafés Orca mit allen angesagten „Licht- und Lärmeffekten“, die heute zur Jugendszene dazugehören.
Jugendpfarrer Hw. Werner Otto zog alle Register der aktuellen Jugendsprache, wenn er den Licht- und Lärmstreß als „richtig ätzend“ ankündigte.
Nach dem aufheizenden Start im Streßraum der Jugendkirche konnten die Schüler sich ein erstes Fun Special reinziehen: den Surfsimulatur.
Mit dieser authentischen Trockenübung sollte ein globalisierender Phantasie- und Erlebnisraum erschlossen werden: Hawai, Californien, Malediven, mentaler Kurzurlaub für Schüler – ohne sich in Schulden stürzen zu müssen.
Danach wurden die Jugendlichen zu einem voll totalen Hammer-Erlebnis geführt: der ultimative Thrill beim Hochseilklettern im Chorraum der Holiday Church.
Bei dieser erlebnispädagogischen Übung sollten Spiel, Spaß und Spannung mit Transzendenzerfahrungen vernetzt werden: den Himmel über sich und die Erde unter sich – wo gibt es das heute noch?
Wer es nicht so himmelhoch haben mochte, konnte sich im Niedrigseilgarten im Pfarrsaal vergnügen.
Zur Chill out „Oase der Ruhe“ hatte man die Krypta der Holiday Church umfunktioniert: Bei „meditativer Musik“- wie es in der Ankündigung heißt – konnten sich die Jugendlichen in „Phantasiereisen“ durch die World of Visions bewegen.
Es wurde sogar auf das „Gebet als Möglichkeit der Entlastung im Gespräch mit Gott“ hingewiesen. Es konnte in der Krypta ausprobiert werden.
Der Kirchenraum ist schon lange kein Gebetsraum mehr, seit die meisten Kniebänke für die diversen jugendlichen Spaßveranstaltungen herausgeworfen wurden.
Die Entsakralisierung der katholischen Kirche war auch der örtlichen Zeitung „Frankfurter Neue Presse“ aufgefallen: „Liegestühle vor dem Altarraum, ein kleiner Teich mit Springbrunnen statt Gebetsbänke und ein Surfsimulator neben dem Kreuzweg.“
Mit dieser Profanisierung des Gotteshauses zu einer Spiel- und Spaßlandschaft ist gewissermaßen das Programm der Selbstsäkularisierung der Kirche durch modernistische Kräfte sinnlich dargestellt.
Als weitere Chill out Area war der Jona Beach Club auf dem Parkplatz vor der Jugendkirche eingerichtet, ausgestattet mit allen Dekos und Drinks für coole Fans von „Clubben am Jona Beach und Relaxen unter Palmen“.
Als ultraheißes Highlight sollte der Freitag als „Jona School’s out“ in die Annalen der Holiday Jona Church eingehen – mit einem „School’s out-Gottesdienst“ und dem ersten Open Air Konzert der Jugendkirche mit angesagten Schülerbands.
Beides wurde ein Reinfall.
Zum School’s out-Gottesdienst erschienen statt der erwarteten 130 Schüler nur 13 Kinder. Sie kippelten gelangweilt in den Leinenstühlen um den Altar herum, als der Gottesdienstleiter ihnen was vom richtigen Leben im falschen erzählte.
Auch den Lärmteppich der Schülerbands mit so aufregenden Namen wie Mind Occupation und The Humus lockte nicht die erwarteten Massen der Schüler an – eine Stunde nach Schulschluß waren es gerade mal ein paar Dutzend Laufkundschaft-Schüler, die auf dem Weg von der Schule nach zuhause an der Holiday Church vorbeimußten.
Frankfurter Katholiken sprechen im Zusammenhang der angeblichen Jugendkirche von Etikettenschwindel: Wo Kirche drauf steht, müsse auch Kirche drin sein.
Wenn aber in dem ehemaligen Kirchengebäude eine Eventagentur und ein Erlebnisschuppen für Jugendliche installiert würden, dann sollte man das auch so etikettieren.
Eine ähnliche Jugendkirche in Frankfurt
Für die letzte Schulwoche vor den Sommerferien hatte sich die angebliche Jugendkirche zur „Holiday Church“ erklärt.
Ziel der jugendkirchlichen Veranstaltungswoche sollte sein, „ein Ventil zum Streßabbau und Entspannung zu bieten“. Oder auch: den abgeschlafften Schülern zum Aufbau von Spannung und „Anspannung im Streßraum“ der Jugendkirche zu verhelfen.
Die Jugendkirchenmacher warben in den drei umliegenden Schulen mit Plakaten und Handzetteln für das Programm der Holiday Church Week:
Start im „Stressraum“ des Schülercafés Orca mit allen angesagten „Licht- und Lärmeffekten“, die heute zur Jugendszene dazugehören.
Jugendpfarrer Hw. Werner Otto zog alle Register der aktuellen Jugendsprache, wenn er den Licht- und Lärmstreß als „richtig ätzend“ ankündigte.
Nach dem aufheizenden Start im Streßraum der Jugendkirche konnten die Schüler sich ein erstes Fun Special reinziehen: den Surfsimulatur.
Mit dieser authentischen Trockenübung sollte ein globalisierender Phantasie- und Erlebnisraum erschlossen werden: Hawai, Californien, Malediven, mentaler Kurzurlaub für Schüler – ohne sich in Schulden stürzen zu müssen.
Danach wurden die Jugendlichen zu einem voll totalen Hammer-Erlebnis geführt: der ultimative Thrill beim Hochseilklettern im Chorraum der Holiday Church.
Bei dieser erlebnispädagogischen Übung sollten Spiel, Spaß und Spannung mit Transzendenzerfahrungen vernetzt werden: den Himmel über sich und die Erde unter sich – wo gibt es das heute noch?
Wer es nicht so himmelhoch haben mochte, konnte sich im Niedrigseilgarten im Pfarrsaal vergnügen.
Zur Chill out „Oase der Ruhe“ hatte man die Krypta der Holiday Church umfunktioniert: Bei „meditativer Musik“- wie es in der Ankündigung heißt – konnten sich die Jugendlichen in „Phantasiereisen“ durch die World of Visions bewegen.
Es wurde sogar auf das „Gebet als Möglichkeit der Entlastung im Gespräch mit Gott“ hingewiesen. Es konnte in der Krypta ausprobiert werden.
Der Kirchenraum ist schon lange kein Gebetsraum mehr, seit die meisten Kniebänke für die diversen jugendlichen Spaßveranstaltungen herausgeworfen wurden.
Die Entsakralisierung der katholischen Kirche war auch der örtlichen Zeitung „Frankfurter Neue Presse“ aufgefallen: „Liegestühle vor dem Altarraum, ein kleiner Teich mit Springbrunnen statt Gebetsbänke und ein Surfsimulator neben dem Kreuzweg.“
Mit dieser Profanisierung des Gotteshauses zu einer Spiel- und Spaßlandschaft ist gewissermaßen das Programm der Selbstsäkularisierung der Kirche durch modernistische Kräfte sinnlich dargestellt.
Als weitere Chill out Area war der Jona Beach Club auf dem Parkplatz vor der Jugendkirche eingerichtet, ausgestattet mit allen Dekos und Drinks für coole Fans von „Clubben am Jona Beach und Relaxen unter Palmen“.
Als ultraheißes Highlight sollte der Freitag als „Jona School’s out“ in die Annalen der Holiday Jona Church eingehen – mit einem „School’s out-Gottesdienst“ und dem ersten Open Air Konzert der Jugendkirche mit angesagten Schülerbands.
Beides wurde ein Reinfall.
Zum School’s out-Gottesdienst erschienen statt der erwarteten 130 Schüler nur 13 Kinder. Sie kippelten gelangweilt in den Leinenstühlen um den Altar herum, als der Gottesdienstleiter ihnen was vom richtigen Leben im falschen erzählte.
Auch den Lärmteppich der Schülerbands mit so aufregenden Namen wie Mind Occupation und The Humus lockte nicht die erwarteten Massen der Schüler an – eine Stunde nach Schulschluß waren es gerade mal ein paar Dutzend Laufkundschaft-Schüler, die auf dem Weg von der Schule nach zuhause an der Holiday Church vorbeimußten.
Frankfurter Katholiken sprechen im Zusammenhang der angeblichen Jugendkirche von Etikettenschwindel: Wo Kirche drauf steht, müsse auch Kirche drin sein.
Wenn aber in dem ehemaligen Kirchengebäude eine Eventagentur und ein Erlebnisschuppen für Jugendliche installiert würden, dann sollte man das auch so etikettieren.
Eine ähnliche Jugendkirche in Frankfurt
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Donnerstag, 19. Juli 2007 09:34
wiener: @ the humus
vorsicht!
ironie und sarkasmus werden nicht überall verstanden …
ironie und sarkasmus werden nicht überall verstanden …
Donnerstag, 19. Juli 2007 08:42
landorganist: Komisch,
Lingen darf mich ungestraft als „Stalinorgel“ bezeichnen, wenn ich ihn einen üblen Hochstapler zeihe, werde ich gelöscht. Merkwürdige Maßstäbe sind das hier!
Donnerstag, 19. Juli 2007 01:12
the humus: Danke für den „Support“
Grüß Gott Kreuzpunktnet,
Vielen Dank für Ihren ehrlichen Artikel über die „ätzende“ Jona Holiday church. Dass der Erlebnisschuppen Bands wie uns mit langweiligen Namen spielen lässt, ist uns genau so zuwider wie Ihnen.Solange aber der Rubel rollt, sind wir gerne an der Entsakralisierung der Kirche beteiligt.
Damit wir auch weiterhin auf Ihrer Webseit erwähnt werden, bitten wir Sie uns zu verlinken. www.myspace.com/thehumusband. Natürlich wird Kreuznet auch auf unserer Internetseite Einzug erhalten.
Vielen Dank für den „Support“ –
Hochachtungsvoll-
I.A. Horst Strubinski
(Pressesprecher von The Humus)
Vielen Dank für Ihren ehrlichen Artikel über die „ätzende“ Jona Holiday church. Dass der Erlebnisschuppen Bands wie uns mit langweiligen Namen spielen lässt, ist uns genau so zuwider wie Ihnen.Solange aber der Rubel rollt, sind wir gerne an der Entsakralisierung der Kirche beteiligt.
Damit wir auch weiterhin auf Ihrer Webseit erwähnt werden, bitten wir Sie uns zu verlinken. www.myspace.com/thehumusband. Natürlich wird Kreuznet auch auf unserer Internetseite Einzug erhalten.
Vielen Dank für den „Support“ –
Hochachtungsvoll-
I.A. Horst Strubinski
(Pressesprecher von The Humus)
Mittwoch, 18. Juli 2007 15:53
Johnny Smash: Komplett falsche Beschreibung Teil 2
Punkt 2 ist die Art wie sie über die Jugendlichen aus Frankfurt reden. Ihre Argumentation der „abgeschlafften
Schüler“ sowie der „Laufkundschaft-Schüler“ ist für jeden Jugendlichen in Frankfurt am Main eine verletzende
Beleidigung. Schüler haben gerade kurz vor den ferien eine schwierige Phase der Schulzeit hinter sich.
Gerade Sie, der Sie der wahrscheinlich älteren Generation angehören, bestätigen den Jugendlichen Katholiken
Frankfurts, durch solche Äußerungen das Bild der konservativen Generation, die an veralteten Werten
fest hängt. Jugendliche, die so wichtig für die Zukunft der Kirche sind wenden sich durch solche Darstellungen
ab. Auch ihre Beschreibung des Schools Out am Freitag ist gelogen. Die Jugendlichen konnten kulturell
tätig werden und im Rahmen der Jugendkirche viel Spaß haben. Ich bin gar erschrocken als ihr lass, wie
wenig Schüler das Bandfestival besucht haben sollen. Es waren ca. 20.mal so viele Schüler da, wie sie
(natürlich auch hier nicht anwesend) beschrieben hatten.
Ihre Beschreibung der Holiday Church ist in meinen Augen höchst unchristlich und sollte sehr beschämend für sie sein, da er dazu noch sehr kontraproduktiv, im Bezug auf die Jugendarbeit der Katholischen Jugend Ffm ist. Dennoch wünsche ich ihnen einen Einfluss der ihre Sicht auf Jugendkirchen und deren Tätigkeit verändert.
Ihre Beschreibung der Holiday Church ist in meinen Augen höchst unchristlich und sollte sehr beschämend für sie sein, da er dazu noch sehr kontraproduktiv, im Bezug auf die Jugendarbeit der Katholischen Jugend Ffm ist. Dennoch wünsche ich ihnen einen Einfluss der ihre Sicht auf Jugendkirchen und deren Tätigkeit verändert.
Mittwoch, 18. Juli 2007 13:31
landorganist: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 17. Juli 2007 19:14
Sentinel: @wiener
Ich sehe in dem guten ‘Pastor’ Lingen absolut niemandem gefährlichem. [von der Redaktion zensuriert].
Sonst würde er auf seiner Seite nicht so schamlos gegen Frauen, alte Männer und dumme Politiker wettern.
Amüsant ist es alle Mal. Und er hat einige technische Kenntnisse, die anderen Leuten helfen, ihre Clips zusammen zu bekommen.
@Pater Lingen
Ich suche immer noch bei YOUTUBE den Clip, in dem sie zu sehen sein sollen! Und zwar bei einem Kirchentreffen, bei dem sie als Pfarrer aufgetreten sein sollen. Bitte stellen sie die entsprechende Adresse hier ein, damit ich sie einmal sehen kann.
Sonst würde er auf seiner Seite nicht so schamlos gegen Frauen, alte Männer und dumme Politiker wettern.
Amüsant ist es alle Mal. Und er hat einige technische Kenntnisse, die anderen Leuten helfen, ihre Clips zusammen zu bekommen.
@Pater Lingen
Ich suche immer noch bei YOUTUBE den Clip, in dem sie zu sehen sein sollen! Und zwar bei einem Kirchentreffen, bei dem sie als Pfarrer aufgetreten sein sollen. Bitte stellen sie die entsprechende Adresse hier ein, damit ich sie einmal sehen kann.
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