[ « 484 485 486 487 488 » ]
Montag, 31. Januar 2005 17:54
Was für ein Süppchen kocht die „Aktion Leben Österreich“?
„Aktion Leben“ bedeutet in Österreich nicht unbedingt, was man sich in anderen Ländern darunter vorstellt. Was sich wie eine Gruppe von Lebensschützern anhört, hat in Wahrheit viel Verständnis für die Abtreibung und die Fristenregelung. Zweideutig katholisch.
(kreuz.net, Salzburg) Die „Aktion Leben“ ist in Österreich schon lang nicht mehr, was sich ein normal Sterblicher unter einer echten Lebensschutzorganisation vorstellt. Trotzdem lebt sie im herzlichen Nahverhältnis zu den österreichischen Bischöfen und gilt in Sachen Lebensschutz als deren rechte Hand.

Ein Beispiel ist die „Aktion Leben Salzburg“. Bekanntlich will die sozialistische Regierungschefin im Landeskrankenhaus der Mozartstadt die Abtreibung durchsetzen. Den größten und unmittelbarsten Widerstand gegen diese blutigen Pläne würde man sich von der lokalen Sektion der „Aktion Leben“ erwarten. Dem aber war und ist nicht so.

Die „Aktion Leben“ braucht ihre Kräfte in Salzburg statt dessen, um jene zu bekämpfen, die den Absichten der abtreibungswütigen Landeshauptfrau Widerstand leisten. Ansonsten bemüht sich die „Aktion Leben“ nach eigenen Angaben um eine „Vermittlung und Aufklärung mit lebensbejahenden Methoden“. Es scheint, daß diese Aussage als ein kleinlautes Bekenntnis zur Fristenregelung zu verstehen ist.

Die „Aktion Leben Salzburg“ untersteht der Katholischen Aktion und diese wiederum der Österreichischen Bischofskonferenz. Die „Aktion Leben Salzburg“ arbeitet mit der Erzdiözese und mit dem „Frauengesundheitszentrum ISIS“ zusammen. „ISIS“ gehört zum umstrittenen „Netzwerk der Frauengesundheitszentren“, das sich unter anderem für die Kinderabtreibung einsetzt und Mütter zur Abtreibung ihrer Kinder überredet.

Das „Netzwerk der Frauengesundheitszentren“ ist eine Gruppierung, die der Sozialistischen Partei Österreichs nahesteht. Die Sozialisten sind die führende Abtreibungspartei in Österreich. Sie sind auch darum bemüht, daß dem „Netzwerk der Frauengesundheitszentren“ das Geld nicht ausgeht. Das „Frauenzentrum ISIS“, zum Beispiel, erhält Geld vom Bund, vom Land Salzburg, von der Stadt Salzburg und von der Salzburger Gebietskrankenkasse. Zu Beginn der Salzburger Abtreibungswirren hat sich „ISIS“ an Frau Burgstaller gewandt – eine koordinierte Aktion? – und sie um vom Staat verwaltete Abtreibungsmöglichkeiten in Salzburg gebeten.

Aus Leserbriefen und Stellungnahmen in der Salzburger Presse geht hervor, daß in der Beratung schwangerer Mütter durch „ISIS“-Mitarbeiter auch für die Tötung des Kindes mittels Abtreibung geworben wird.

Leider bietet die Mütterberatung der „Aktion Leben“ in Salzburg keine überzeugende Alternative. Nach Informationen, die in einer letztes Jahr publizierten Broschüre enthalten sind, berät man dort „ergebnisoffen“. Im Wortlaut der Broschüre: „Das Beratungskonzept beinhaltet, daß die betroffenen Frauen und/oder Paare zu einer Entscheidung finden, zu der sie stehen und mit der sie leben können.“ Und das Kind?

Man kann somit nicht behaupten, daß die Salzburger Erzdiözese für die nächste Runde im Kampf gegen die finsteren Abtreibungspläne der Regierungschefin gerüstet ist. Die „Aktion Leben Österreich“ ist jedenfalls an einer anderen Front beschäftigt. Denn während die Aktivisten der „Jugend für das Leben“ in klirrender Kälte vor dem Salzburger Landeskrankenhaus gegen die Kinderabtreibung demonstrierten, setzte die „Aktion Leben“ die „Vermittlung und Aufklärung mit lebensbejahenden Methoden“ durch die Publikation eines Kochbuches in die Tat um.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Dienstag, 1. Februar 2005 17:49
GerdEric: Stimme aus dem Tradiland (01. Februar 2005, 12:47):
Stimme aus dem Tradiland: Egal, was der Bischof gemacht hat, hat er es jedenfalls nicht zum Gesetz erklärt, dies zum Unterschied von den Münsteraner Täufern.

Es ist nicht egal!
Man kann auf der einen Seite den Juden im Israel des Jesus nicht „Pharisäerhaftigkeit“ vorwerfen,
wenn man dieses den eigenen „Pharisäern“ entschuldigt…

von wegen: der werfe den ersten Stein…

Stimme aus dem Tradiland: Die Hinrichtung der Sachsenfürsten wegen ihrer Weigerung zur Taufe war falsch und nach dem Kirchenrecht jeder Zeit verboten. Wie soll die Logik lauten? Weil jemand einen Ladendiebstahl begangen hat und nicht erwischt wird, darf der andere – erwischte – Ladendieb nicht verurteilt werden?

Für mich hat ein Bischof Vorbildfunktion,
aber nicht als Beispiel,
was man nicht tun darf,
er hat Christentum zu leben
(und das ist, was man den Pharisäern nicht vorwerfen kann,
denn sie lebten das Judentum
(nur war es für das einfache Volk schwer,
im Alltag dieses zu leben,
von den Kenntnissen mal zu schweigen)).

Stimme aus dem Tradiland: Und ob Gott das tut, Christus selbst spricht, wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden Glauben allein reicht also nicht aus.

Oh doch,
denn er sagt auch:
Auf denen liegt der Atem GOTTes.

Stimme aus dem Tradiland: allerdings nicht in Übereinstimmung mit der katholischen Kirche.

Mir reicht einzig die Übereinstimmung mit Gott,
da ist Jesus nur ein Rufer in der Wüste.

Stimme aus dem Tradiland: Unschuldig ungetaufte Kinder kommen nicht in den Himmel, sondern in den Limbus Puerorum, das ist für Katholiken verpflichtende Lehre.

Ob sich Gott an diese verpflichtende Lehre hält?
warten wir es doch ab.

Stimme aus dem Tradiland: Frech ist nur, sich ohne grundlegende Kenntnis des Christentums und des katholischen Glaubens auf Diskussionen einzulassen.

Da sollten sich dann erstmal die Katholiken selbst einig werden.

Frage: Wieviele Katholiken folgen denn díeser Auslegung des Katholizismus?
Wenn nur die gezählt werden,
dann werden es nicht so viele sein,
als dass sie in einer Demokratie je eine Rolle spielen könnten
(weshalb ja auch gerade der spanische Kathoilizismus eng mit Franco zusammen gearbeitet…).

Stimme aus dem Tradiland: Die Münsteraner Täufer haben nur ihre gerechte Strafe erhalten, jene, die sie verdient hatten.

Wofür?
Dass sie den „Bischof“ verjagen wollten?
Wir von solchen Bischöfen nicht auch im NT gewarnt.
Dienstag, 1. Februar 2005 14:08
Stimme aus dem Tradiland: Gemeinsame Kultur versus Gleichmacherei
Das erstere ist freiwillig und geschieht insb. unter Vermittlung der katholischen Kirche, die übernational agiert. Das zweitere wird von oben verordnet und zwangsweise durchgesetzt. Im übrigen ist mir nach wie vor nicht bekannt, dass wir per Du wären.
Dienstag, 1. Februar 2005 13:59
FioreGraz: @TRadiland
ad)
Ich spreche hier nicht von Hexenbverbrennungen, ich spreche hier von Ketzerverfolgung und Verurteilung sowie übergabe an die weltliche Gerichtsbarkeit und dies fand auch im Mittlelalter statt, in welcher Form die staatliche Gerichtsbarkeit dann die Bestrafung (Tod) vollzog blieb ihr überlassen, der Scheiterhaufen dient nur als Synonym. Und die Wiedertäufer waren nicht die einzigen denen man sich in einer Massenverfolgung entledigt hat. Es stimmt sehr wohl das man die Geschnisse aus der Sicht damals und der Menschen betrachten muß, nur darf dies deshalb nicht zu einer „Beschönigung“ führen.

ad) Kultur
Einerseits schreibst du gegen gleichmacherei andereseits schreibst du etwas von einer gemeinsamen Kultur. Was jetzt?

LG
Fiore
Dienstag, 1. Februar 2005 13:41
Stimme aus dem Tradiland: Antworten zu FioreGraz’schen Fragen
Kursiv: FioreGraz, Normalschrift Stimme aus dem Tradiland: Die Kirche vollzog also keine Zwangstaufen? Richtig. Die Kirche überurteilte Ketzer nicht der weltlichen Gerichtsbarkeit? Doch, auch der „Hexenhammer“, der im übrigen die kirchliche Lehre zu Hexerei, Häresie und Daemonen richtig zusammenfaßt (Egon v. Petersdorff, Daemonologie in zwei Bänden) diente der Belehrung der weltlichen Strafverfolgungsbehörden. Die Kirche versuchte immer, eine ordnungsgemäße Untersuchung zu erreichen und jegliche Form von Lynchjustiz auszuschalten. Deswegen gab es im katholischen Kulturraum auch wesentlich weniger Opfer der Hexenverfolgungen als im protestantischen Raum. Hauptsache ist immer, dass man der Kirche – ob in Gegenwart oder Vergangenheit etwas am Zeug flickt. Die Bestrafungen der Kirche waren nicht willkürlich?… Die Kirche war immer nur für die Kleriker und Ordensleute Strafbehörde. Im weiteren Sinne auch auf kirchlichen Territorien (Kirchenstaat, selbständige Bistümer). Willkür kann man generell weder ausschließen noch beweisen. Auf jeden Fall lag derartiges nicht im kirchlichen System, sondern in dessen Mißbrauch durch Menschen. Ich frage mich wofür hat sich JP II. entschuldigt? Und weiters was ist jetzt der Unterschied? Das frage ich mich auch, ich kann sein Handeln nicht nachvollziehen. Theologisch ist das Ganze sinnloc, sachlich in vielen Punkten gar nicht berechtigt oder einseitig und im übrigen hat er sich nicht – was er wirklich könnte – für seine eigenen Fehler und Sünden entschuldigt (z.B. die ungerechtfertigte Exkommunikation Erzbischof Lefebvres, die er gegenüber den vier von diesem geweihten Weihbischöfen ohne gerechten Grund weiter aufrecht erhält. Sie werden entgegenen die Kriche handelte in ihren damaligen Gesetzen, tja und ich frage was taten die Wiedertäufer? Sie handelten nach ihren Gesetzen. Hängt also die Legitimation von der größe des „Regimes“ ab? Die Legitimation hängt von der Lehre Christi und der Kirche ab, die auch dafür von Christus eingesetzt wurde „zu lösen und zu binden“ mit Wirkung für das ewige Leben. Was da wiederum gilt, ergibt sich aus der Hl. Tradition, die schon vor der Hl. Schrift galt und hinsichtlich letzterer auch die richtige Auslegung vermittelt. LG Fiore MfG Tradi.
Dienstag, 1. Februar 2005 13:28
Stimme aus dem Tradiland: 2. Fortsetzung des Geschichteunterrichts für FioreGraz
Schöners heiles Mittelalter, als Scheiterhaufen noch brannten, Bischöfe und Fürsten völlerten, und Rom ein Hurenhaus war. In der Beziehung hast recht da war die Kultur einheitlich zwischen Klerus und Fürsten in ganz Europa. Auch diesbezüglich kennen Sie sich überhaupt nicht aus. Fast alle Scheiterhaufen brannten in der Neuzeit und davon wiederum die große Mehrheit in protestantischem Gebiet. Die katholische Kirche kann eben auch mit Hexen und Daemonen besser umgehen… Völlern und Hurerei: Ich bin weder für das eine noch für das andere, aber eines sollte klar sein: Viel schlimmer ist es, die katholische Lehre anzutasten oder nicht zu verteidigen, wie es heute vielfach der Fall ist. Ein Papst, der völlert und hurt, aber die Lehre Christi und der Kirche nicht antastet, schadet weniger, als ein Papst, der persönlich untadelig und fromm ist, aber die Paralysierung der Lehre zuläßt. Im übrigen ist heute alles schlimmer, wenn ich mir die Herren Schröder, Fischer (beide vier mal „verheiratet“, der letztere genausooft geschieden und wieder mit einer jungen Gespielin zusammen), Wowereit (Bürgermeister v. Berlin „ich bin schwul und das ist gut so“) und Ole v. Beust, CDU-Bürgermeister von Hamburg (ebenso, aber ohne das wowereit’sche „mutige“ Bekenntnis) anschaue (beispielsweise). Die „Fürsten v. heute“ sind noch schlechter und haben nicht einmal den Hauch v. Kultur. Im übrigen wüßte ich nicht, dass wir per Du wären! Diese unsinnige Vulgärkultur des Internets mache ich nicht mit und ich ersuche, mich damit auch in Ruhe zu lassen!
Dienstag, 1. Februar 2005 13:28
Stimme aus dem Tradiland: 1. Fortsetzung des Geschichteunterrichts für FioreGraz
Also wenn ich mir den EWR anschaue dann frage ich mich was jetzt zersezter war, ein Europa wo ich bis ich meine Ware in der nächstgrößeren Stadt an den Mann brachte 15 mal Zoll zahlen mußte oder jetzt? Tja, damals war ja auch niemand so blöd und hat Kartoffel oder Getreide über hunderte Km transportiert. Fast alles, was man gebraucht hat, konnte im gleichen Dorf oder in der nächsten Stadt hergestellt werden. Der EU-Markt ist ja eine künstliche Geschichte, weil die Transportkosten auf Kosten der Umwelt, der Gesundheit der Fahrer und der Steuerzahler der Mitgliedsländer (keine kostendeckenden Straßenabgaben) künstlich klein gehalten werden. Dafür gab es damals eine viel größere Artenvielfalt, sowohl bei Nutztieren als auch bei Nutzpflanzen. Gesünder war das Zeug auch, ohne die vielen E-Stoffe. Außerdem habe ich mit Zersetzung die moralische Komponente gemeint. Dass ein – nicht einmal traditionalistischer, also ohnedies der Konzilsgedächtniskirche ergebener – Katholik wie Buttiglione nicht Kommissar werden darf, zeigt, welche Art von Gesinnungsdruck in der Freimaurergemeinschaft herrscht. Und einheitlicher Kulturraum? Deswegen bedurfte es ja anscheinend eines Konzil v. Trients um alleine die unterschiede bei Messen zu bändigen. Und die kulturellen unterschiede sind natürlich erst in den letzten paar Jahrzenten entstanden… Bitte sich mehr mit Kirchengeschichte zu befassen. Das Konzil von Trient hat „nur“ (sehr wertvoll) die Grundlagen der Hl. Messe definiert. Erst später, nämlich 1570 hat der Hl. Papst Pius V. mit der Bulle Quo Primum die römische Messe neu geordnet, wobei er sich aber an der Tradition orientierte. Dem entsprach, dass alle Meßriten, die 200 Jahre oder älter waren, weiter zelebriert werden durften. Ganz zum Unterschied von der gleichmacherischen revolutionären Meßreform Papst Pauls VI., die alle alten Meßformen unterdrückte. Soweit es um „Bändigen“ ging, ging es nur um Klarstellungen gegenüber den Protestanten, die ja unter dem Einfluß Martin Luthers und der anderen Reformatoren das Meßopfer abgeschafft hatten. Mit regionalen oder ordensgemäßen Unterschieden hatte dies nichts zu tun.
Alle Lesermeinungen anzeigen 16 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net