14:11:53 | Donnerstag, 19. Juli 2007
Ein goldenes Kalb, ein vertrottelter Moses und der Dompfarrer sitzt mit Krawättchen artig im Beirat der Festspiele. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.

Der „Tanz in der Kathedrale“ im Schweizerischen Kulturfernsehen „Art-Tv.ch“
(kreuz.net, Sankt Gallen) Im Rahmen des Festspielsommers 2007 wurde die Kathedrale der Ostschweizer Stadt
Sankt Gallen am 3. und 5. Juli 2007 zum „idealen Inspirationsraum für einen geistlich-sinnlichen Dialog“ –
so der Choreograph Philipp Egli im Festspielkalender.
Auf dem Programm stand unter anderen der Tanz um
das goldene Kalb – zwei Tage vor der Freigabe der Alten Messe durch Papst Benedikt XVI. Die Veranstaltung
trug den Titel „Tanz in der Kathedrale“.
Sie wurde von der Tanzkompanie des Stadttheaters St. Gallen
im Rahmen der 2. Sankt Galler Festspiele bestritten. Als Choreographen der Festspiele traten ein ehemaliger
Jesuitenschüler, der Argentinier Roberto Galvan, sowie Philipp Egli, Leiter der Tanzkompanie des Theaters
St.Gallen, in Aktion.
Zur Legitimation der Gottgefälligkeit
des Spektakels mußte eine willkürliche Interpretation der Verse 5 und 23 im 6. Kapitel des 2. Buches
Samuel herhalten.
Die Verse wurden ebenfalls in Tanzform gebracht. „Wie eine Selbstrechtfertigung bildet
die Szene, ausdrucksstark getanzt, den Dreh- und Angelpunkt des Abends“ – hieß es im St.Galler Tagblatt
vom 5. Juli 2007.
Ein „vertrottelter Moses“ mußte zum wilden Tanz vor dem Götzenbild „arg theatralisch
gestikulieren“.
Die Szene wurde dazu benutzt, um biblische Werte verschoben und verzerrt darzustellen.
Das ahnungslose Publikum quittierte die Manipulationen mit warmem Applaus.
Im Beirat der Festspiele
sitzt auch Dompfarrer Josef Raschle. Namhafte katholische Laienorganisationen traten als Sachsponsoren
auf.
Großsponsor des Tanzspektakels war die Bank ‘Credit Suisse’. Deren Ex-Chef Oswald Grübel trumpfte
im Jahr 2006 mit einem Jahressalär von mindestens dreißig Millionen Franken auf.
Bei dieser Firma werden
somit Werte verwaltet, die zum christlichen – insbesondere katholischen – Wertekanon in Hochspannung stehen.
Die ‘Katholische Volkspartei’ würde sich wenigstens wünschen, daß solche unwürdige Spektakel nicht
mehr in sogenannten Gotteshäusern stattfänden.
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#2
HarroMeyer † 17:04:34 | Donnerstag, 19. Juli 2007
#1
Botschafter 16:21:02 | Donnerstag, 19. Juli 2007