Schweiz
Ein Ort für Durchgeknallte?
Ein goldenes Kalb, ein vertrottelter Moses und der Dompfarrer sitzt mit Krawättchen artig im Beirat der Festspiele. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.
Der "Tanz in der Kathedrale" im Schweizerischen Kulturfernsehen "Art-Tv.ch"
Der „Tanz in der Kathedrale“ im Schweizerischen Kulturfernsehen „Art-Tv.ch“
(kreuz.net, Sankt Gallen) Im Rahmen des Festspielsommers 2007 wurde die Kathedrale der Ostschweizer Stadt Sankt Gallen am 3. und 5. Juli 2007 zum „idealen Inspirationsraum für einen geistlich-sinnlichen Dialog“ – so der Choreograph Philipp Egli im Festspielkalender.

Auf dem Programm stand unter anderen der Tanz um das goldene Kalb – zwei Tage vor der Freigabe der Alten Messe durch Papst Benedikt XVI. Die Veranstaltung trug den Titel „Tanz in der Kathedrale“.

Sie wurde von der Tanzkompanie des Stadttheaters St. Gallen im Rahmen der 2. Sankt Galler Festspiele bestritten. Als Choreographen der Festspiele traten ein ehemaliger Jesuitenschüler, der Argentinier Roberto Galvan, sowie Philipp Egli, Leiter der Tanzkompanie des Theaters St.Gallen, in Aktion.

„Tanz in der Kathedrale“ auf ‘Art-Tv.ch’
Das Schweizerische Online-Kulturfernsehen 'Art-Tv' präsentierte einen Film über den "Tanz in der Kathedrale"Die Kanzel wieder im EinsatzEin Choreograph der Festspiele, der Argentinier Roberto Galvan

Zur Legitimation der Gottgefälligkeit des Spektakels mußte eine willkürliche Interpretation der Verse 5 und 23 im 6. Kapitel des 2. Buches Samuel herhalten.

Die Verse wurden ebenfalls in Tanzform gebracht. „Wie eine Selbstrechtfertigung bildet die Szene, ausdrucksstark getanzt, den Dreh- und Angelpunkt des Abends“ – hieß es im St.Galler Tagblatt vom 5. Juli 2007.

Ein „vertrottelter Moses“ mußte zum wilden Tanz vor dem Götzenbild „arg theatralisch gestikulieren“.

Die Szene wurde dazu benutzt, um biblische Werte verschoben und verzerrt darzustellen.

Das ahnungslose Publikum quittierte die Manipulationen mit warmem Applaus.

Im Beirat der Festspiele sitzt auch Dompfarrer Josef Raschle. Namhafte katholische Laienorganisationen traten als Sachsponsoren auf.

Großsponsor des Tanzspektakels war die Bank ‘Credit Suisse’. Deren Ex-Chef Oswald Grübel trumpfte im Jahr 2006 mit einem Jahressalär von mindestens dreißig Millionen Franken auf.

Bei dieser Firma werden somit Werte verwaltet, die zum christlichen – insbesondere katholischen – Wertekanon in Hochspannung stehen.

Die ‘Katholische Volkspartei’ würde sich wenigstens wünschen, daß solche unwürdige Spektakel nicht mehr in sogenannten Gotteshäusern stattfänden.
      
2 Lesermeinungen
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#2   HarroMeyer †   17:04:34 | Donnerstag, 19. Juli 2007
So was kann ja nicht ausbleiben,
wenn man das alte Testament ernst nimmt :-)
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#1   Botschafter   16:21:02 | Donnerstag, 19. Juli 2007
BMB & seine Taten
Die Glaubenskongregation und den Nuntius habe ich über diese Verhöhnungen bereits benachrichtig mit der Bitte, Bischof Markus Büchel und seine Zerberusse in den Vorzimmern zu entfernen.
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