Kirchenverkauf
Im Turm läuten die Alarmglocken
Tankstellen, Toilettenhäuschen und Fabrikgebäude aus den 50er Jahren stehen auf der Denkmalliste der Stadt Bochum. Aber die Marienkirche?
(kreuz.net, Essen) Über der Marienkirche in Bochum hängt immer noch die Abrißbirne. Das berichtete der Bochumer ‘Stadtspiegel’ am 14. Juli.

Der Förderverein ‘Pro Marien Kirche’, der sich für das Gotteshaus einsetzt, ist in Panik. Seit Jahren fordert der Verein, daß die Stadt die inzwischen säkularisierte Kirche unter Denkmalschutz stellt.

Doch der jüngste Brief der Bochumer Oberbürgermeisterin, Ottilia Scholz, gibt keinen Anlaß zur Freude.

Anfang Mai wendete sich der Förderverein an die Oberbürgermeisterin und forderte sie erneut auf, die Kirche sofort unter Denkmalschutz zu stellen.

Diese Forderung wurde durch ein Gutachten des Kirchenbaurates Dr. Ing. Gerhard Pasch aus Leipzig unterstützt.

Die Antwort der Oberbürgermeisterin alarmierte den Verein: „Die Oberbürgermeisterin negiert das Gutachten von Dr. Pasch völlig. Sie lehnt den Denkmalschutz für die Marienkirche weiterhin ab“ – erklärt ein Vertreter des Vereins.

Das einstige Gotteshaus Marienkirche Bochum
Linkes SeitenschiffDie Chorfenster aus dem Jahre 1969 von Heinrich Wildhelm.Detailaufnahme eines Kapitells des rechten Seitenschiffs geziert mit Ahornblättern. Die Farbfassung erfolgte in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts unter der Gemeindeleitung von Pfarrer Christoph Allroggen.

Der Vorstand vermutet außerdem, daß der örtliche Bochumer Klerus – der für einen Abriß der Kirche ist – Einfluß auf die Stadtbehörden besitzt.

Für seine Vermutung zitiert der Förderverein aus dem Brief der Oberbürgermeisterin:

„Parallel dazu ist auch die Variante zu prüfen, was passiert, wenn sich niemand findet, der ökonomisch die berechtigten Interessen der katholischen Kirche befriedigen will und somit das Gebäude selbst zum Hindernis für die Vermarktung wird.

Vor dem Hintergrund einer möglichen wirtschaftlichen Unzumutbarkeit bliebe aus Sicht der Stadt Bochum letztendlich nur der Weg über den Abriß und die dann anschließende Neubebauung.“

Von einem Abriß will der Förderverein nichts wissen. Für ihn ist die Marienkirche unbestritten ein Denkmal.

Das ergibt sich für ihn zum Beispiel aus der einzigartigen Stellung der Kirche zur Zeit des Kulturkampfes und ihrer Bedeutung für die Entwicklung der ersten Bochumer Stadterweiterung.

Den Zweiten Weltkrieg überlebte die Kirche dagegen mit Mühe: Nur der siebzig Meter hohe Kirchturm blieb wie durch ein Wunder vollkommen unversehrt.
      
36 Lesermeinungen
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#36   Rudolfus   14:24:34 | Mittwoch, 8. August 2007
Die Kirchen sind die herausragendsten architektonischen Meisterwerke,
die die alten Europäer jahrhundertelang hervorgebracht haben.
Das prägendste Element Europas sind bis heute die vielen Kirchenbauten als architektonisches Zentrum jeder Stadt und der Dörfer.
Von einem Europa ohne Kirchen bliebe baumäßig wenig übrig, von den Regierungs- und Verwaltungshäusern in den Haupt- und Verwaltungsstädten abgesehen,
und es wäre dann auch optisch ein Erdteil ohne Gott (so wie dies die KP hinter dem Eisernen Vorhang mit ihren neuen Wohnbezirken 1945-1989 errichtete).
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#35   Isidor   15:53:56 | Dienstag, 7. August 2007
Warum kommen nicht genügend Menschen ins Heiligtum (Gotteshaus)
Diese Frage sollten die Bischöfe zur größten Unruhe veranlassen. Anstatt Stellen wegzustreichen, müssten diese hohen Kirchenfunktionäre einmal nachdenken wie man wieder die Menschen zur Kirche zurückführt. Aber sie besitzen keinen heiligen Geist mehr – sind verlassen von ihm bei ihrem Lebenswandel. Davon spricht keiner dieser Kirchenfunktionäre – überhaupt nicht Herr Felix Genn der dem Bistum Essen als „Bischof“ vorsteht. Besondere Schuld trägt der amtierende Generalvikar Hans-Werner Thönnes.
Ein schlechter Hirt – der seine Schafe in die Irre schickt.
Geld ist genug da um die Marienkirche orginal nochmal zu erbauen! Die Kirche besitzt etliche Grundstücke mitten in der City – Einahmen über Einnahmen die allmonatlich das „Geldsäckel“ füllen. Der Grund und Boden ist es auf dem die Marienkirche steht – der schnöde Mammon – die Geldgier und Habgier hat das Hirn der Verantwortlichen schrumpfen lassen.!
Bei den amtierenden „Priestern“ und Bischöfen ist es doch kein Wunder, wenn immer mehr Menschen den Kirchen fernbleiben. Wer will sich denn dieses „abstossende“ Geschwätz innerhalb der Veranstaltung von den schlechten Schauspielern noch anhören. Die Jugend ist sehr feinfühlig – sie sucht Halt – der bei dieser bestehenden Personalkonstellation nur seltenst anzutreffen ist.
WARUM KOMMEN DIE MENSCHEN NICHT MEHR ZUM GOTTESHAUS – das müssen sich die Bischöfe & Kardinäle fragen! Auch „Bischof“ Dr. Felix Genn könnte sein Ansehen nur noch retten – wenn er zurücktritt.
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#34   Montfalcone   21:03:33 | Montag, 23. Juli 2007
@ Kurt
Nicht nur, aber sicher auch… da haben Sie sicher recht.
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#33   Kurt K.   20:46:20 | Montag, 23. Juli 2007
@ Montfalcone
Kosten sind immereine Frage der Priorität, nichts weiter…
Stimmt. Anscheinend haben selbst die Gläubigen andere Prioritäten gesetzt. Denn alleine ihre Aufgabe wäre es, das Gotteshaus zu erhalten. Anderer Menschen Aufgabe ist es nicht.
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#32   Montfalcone   18:07:25 | Montag, 23. Juli 2007
@ KK:
Das wird behauptet. Stimmt es aber? Und wie lange ließe sich da aushalten? Kosten sind immereine Frage der Priorität, nichts weiter… Außerdem stellt sich dann die Frage: Wenn die Kirche (zeitweise) leer bleibt, warum? Was kann man da machen? Es erschiene mir sinnvoller, in diese Richtung weiterzudenken…
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#31   Kurt K.   17:59:05 | Montag, 23. Juli 2007
Das Problem, Montfalcone
scheint ja aber genau das zu sein: Nicht genug Menschen benutzen das Gotteshaus. Also ist ihre Forderung schön aber eben sehr Realitätsfern.
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#30   Montfalcone   16:35:42 | Montag, 23. Juli 2007
@ Kurt:
Einfachste Maßnahme also: Nicht aufgeben. Niemals.
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#29   Kurt K.   16:33:28 | Montag, 23. Juli 2007
@ Montfalcone
Verlassene Altäre werden von Dämonen bewohnt“. (Ernst Jünger). Darüber sollte man einmal nachdenken…
Einfachste Massnahme also: Abreissen.
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#28   Montfalcone   16:31:06 | Montag, 23. Juli 2007
„Verlassene Altäre werden von Dämonen bewohnt“. (Ernst Jünger)
Darüber sollte man einmal nachdenken… abgesehen von aller kunstgeschichtlichen und städtebaulichen Barbarei.
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#27   Isidor   16:19:31 | Montag, 23. Juli 2007
Für die Marienkirche gibt es mehrere finanzierbare und raumreversible Umnutzungsvorschläge
Es gibt mehrere raumverträgliche und reversible Umnutzungsvorschläge für die Marien Kirche. Obendrein sind diese finanzierbar und tragen sich anschließend selbst.
In Bochum geht es um nur das „Filetgrundstück“ – um nichts anderes und da geht man über Lei…wenn erforderlich. Ob die Oberbürgermeisterin Ottilia Scholz die Abrissgenehmigung wohl schon unterschrieben hat. Dem Papier nach ist sie ja katholisch.
Leider gibt es zuwenige Christen – diese würden kämpfen – koste es was es wolle.
DIE KIRCHE zerstört sich selbst – durch die momentanen Kirchenfürsten.
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#26   Kurt K.   12:04:25 | Montag, 23. Juli 2007
Eben, Gilbert
Das Problem bei Kirchen ist ja auch noch, dass sie, wenn stehengelassen und unter Denkmalschutz, kaum eine andere Nutzung erlauben. Zuerst natürlich wegen ihrer Architektur. Ein einzelner hoher Raum. Wenn keine oder zu wenig Gläubige das Teil nutzen, dann kostet es nur und bringt keinen Nutzen. Fabrikgebäude hingegen kann man für alles mögliche nutzen, z.B. Ausstellungen, Jugendräume, Künstlerwerkstätten, usw. Sie sind nicht auf eine einzelne Gruppe von Menschen beschränkt. Und die Erhaltung derselben bringt somit auch einen Nutzen für die Allgemeinheit.
Eine ungenutzte Kirche hingegen kostet nur. Wenn die Gläubigen sie erhalten wollen, dann sollen sie es tun. Aus eigenen Mitteln.
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#25   Aleph †   22:01:19 | Sonntag, 22. Juli 2007
Bei allem Eifer für alte Kirchengebäude
Man sollte bei allem Eifer für alte Kirchengebäude vielleicht nicht übersehen, dass es Fabrikgebäude waren, die Bochum zu „Bochum“ gemacht haben. Dem Umstand ist durch Denkmalschutz entsprechend Rechnung zu tragen.
Die besagte Kirche mag ihren Sinn in der Geschichte haben. Wenn aber für den Abriss entschieden wurde, braucht niemand deswegen Sturm zu laufen. Kirchen dieser obskuren Stilgattung aus den siebziger Jahren des 19.Jahrhunderts (Historismus) gibt es wie Sand am Meer.
Auf die eine oder andere kann man verzichten. Sie sind keine Unikate. Das gilt besonders, wenn sie als Kirchen keine Verwendung mehr haben. Da sind schon ganz andere Gebäude abgrissen worden.
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#24   Antonia-Maria   19:46:23 | Sonntag, 22. Juli 2007
Denkmal!
Wissen die Verantwortlichen in Bochum eigentlich, was auf eine Denkmalliste gehört oder was ein Denkmal ist?
Will Frau Dr. O. Scholz tatsächlich den Abriss eines Baudenkmals verantworten? Es wäre ein nicht wiedergutzumachender Fehler! Oder kann sie vielleicht gar nicht mehr anders und es handelt sich wirklich um Korruption?
Gehört Bochum im Jahre 2010 nicht auch zur Kulturhauptstadt? Was will Bochum denn dann präsentieren, Toilettenhäuschen und zerfallene Fabrikgebäude?
Man kann nur hoffen, dass die Stadtspitze und die Kirchenfunktionäre rechtzeitig einsehen, welches Kulturerbe sie dem Mammon opfern wollen!
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#23   Aleph †   19:40:11 | Sonntag, 22. Juli 2007
Der irdische Himmel des Barock
Im Barock hat man tatsächlich altehrwürdige Kirchen, Schlösser und andere Gebäude radikal dem Zeitgeschmack angepasst.
Wenn man von Barockkirchen umgeben ist, kann es leicht zu Widerwillen gegen diese Architektur des Gerundeten, der üppigen Treppenaufgänge und der theaterhaften Garten- und Raumgestaltung kommen.
Barock satt: dann sind romanisch schlichte Formen eine Wohltat fürs Gemüt und die Gotik vermag auch nach etwa sieben Jahrhunderten ein himmelstürmendes Sursum corda vermitteln.
Diese Qualitäten besitzt der Barock kaum. Er ist auf die Erde heruntergeholter Himmel, theatralisch, puttenhaft eine Opernsszenerie mit dick aufgetragenen Motiven aus der christlichen Religion.
Das macht es problematisch, Zeitgnossen barockes Lebensgefühl zu vermitteln, wenn gefühlsmäßiger Überschwang als unschicklich gilt, unpassend aber auch für die strongen Gesetze des Marktes, der Globalisierung.
Es sind nur die üppigen Rundungen, die den Barock halbwegs erträglich erscheinen lassen und ihn etwas in Menschennähe rücken.
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#22   Maurice Corvisier   19:23:05 | Sonntag, 22. Juli 2007
Bochum … Bochum? … Bochum!
Ist das nicht die Stadt, in der man einen Besenstiel rot anstreichen kann, ihn auf den Marktplatz stellen kann:
und er wird gewählt!?
Na. Dann wundert’s nicht.
Trotzdem: Die Sache mit der Marienkirche bleibt eine riesengroße Schande (es gibt da leicht zu ergoogelnde Heimseite über das Thema)!
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#21   Isidor   14:50:29 | Sonntag, 22. Juli 2007
zu Kurt.K – neue DDR Bochum – was in Bochum erhaltenswert ist…da sind die Beispiele!
Damit auch die Fragenden hier informiert werden, über die genannten Gebäude die unter Schutz stehen:
Als Fabrikgebäude – die „Schürzenfabrik“ ehemals Pongs & Zahn an der Vierhausstrasse, Tankstelle an der Ecke Rottstrasse !, Toilettenhäusken an der Herner Strasse !…und und…einfach mal hinfahren und anschauen! Das sind schließlich Denkmäler!!!
Was in Bochum vorherrscht sind Korruption und es ist bald anzunehmen das die allseits geschätzte OB Ottilia Scholz die ABRISSGENEHMIGUNG schon unterzeichnet hat. Diese Kirche abzureissen ist ein Verbrechen!
Aber …das GELD schaltet alle VERNUNFT aus, besonders bei den Kirchenmenschen in Verbindung mit den Verstrickungen der Stadtspitze.
Liegt Bochum eigentlich in der neuen DDR ?…man könnte es fast vermuten denn das Regime dort hat ja auch in den 60-iger Jahren sogar noch gotische „Denkmale“ vernichtet.
Hätten wir noch richtige Katholiken, die hätten nicht nur den zuständigen Bischof Dr. Felix Genn und alle Verantwortlichen nach Münster gebracht. An der Lambertikirche hängen sie, die Käfige der…und es ist Platz da!
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#20   r.ruhrgebietler   14:38:27 | Sonntag, 22. Juli 2007
faschistischer Barock???
na besser als V-II-Gemäuer die an so was hier erinnern www.7grad.org/…Atlantikwall_003.jpg! In Velbert-Niviges upload.wikimedia.org/…iendom_Neviges01.jpg steht auch so’n häßlicher Bau. Da bekomme ich jedesmal alle meine Sünden erneut vor Augen geführt…
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#19   Kurt K.   20:04:48 | Samstag, 21. Juli 2007
Faschistischer Barock?
Ich interpretiere Typs Äußerungen über den Barock als faschistische Kulturepoche wie folgt:
Im Barock hat man tatsächlich altehrwürdige Kirchen, Schlösser und andere Gebäude radikal dem Zeitgeschmack angepasst.
Man müsste allerdings den Befriff „Faschismus“ ziemlich weit fassen, um den Barock so zu nennen.
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#18   Aleph †   16:25:31 | Samstag, 21. Juli 2007
Einfach als häßlich abqualifiziert
Es gibt überhaupt keinen Grund, die Simeonkirche in Hamburg als „häßlich“ anzuprangern. Bezeichnenderweise werden bei der Bildpräsentation nur Außenansichten gezeigt, die wenig aufschlussreich sind. Kirchen haben in der Regel aber auch ein Innenleben. Das wurde eleganterweise nicht gezeigt, vielleicht, dass der eine oder andere Forumsteilnehmer überhaupt keine Gelegenheit hat, Sympathien für die Kirche zu entwickeln, nach dem sie ja gleich als „häßlich“ abqulifiziert wurde. Da wird sie dann ja auch sein müssen, auch wenn das Innere dagegen spräche. Bloß keine andere Meinung als die vorgebene aufkommen lassen…!
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#17   Romulus   00:18:12 | Samstag, 21. Juli 2007
@maliems – wegen dieses Typen da
Typ ist eben ein nicht ganz ernstzunehmener Typ…
barock = faschistisch, so einen Blödsinn bekäme man nicht mal im ND zu lesen… :-!
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#16   maliems   22:22:39 | Freitag, 20. Juli 2007
barock
was ist am barock faschistisch?
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#15   Typ   20:33:30 | Freitag, 20. Juli 2007
@ Ansbach
Sehr richtig!
Leider hat die faschistischste aller Kulturepochen, der Barock, haufenweise romanische, aber auch gotische Schätze zerstört.
Wer DAS gut findet, muss dann freilich auch den Verantwortlichen des 20. und 21. Jahrhunderts zugestehen, dasselbe zu tun, was der Barock gemacht hat: Alte gewachsene architektonische und künstlerische Konzepte einfach niederwalzen und töten.
Tabernakel aus der Wand reißen und in den Hochaltar pressen. Ambonen vernichten. etc. etc.
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#14   Ansbach.Dragoner   20:27:19 | Freitag, 20. Juli 2007
Kurt K
wenn man sagt dass Architetur nur im zeitlich gesellschaftlichen Kontext als „schön“ wahrgenommen wird ist dies zu widerlegen am Beispiel der Ortsgestaltungen in vielen romanischen Ländern. Die Bausubstanz durt ist teilweise schon Jahrhunderte alt und niemand kommt auf die Idee umzureissen oder Zetgeistarchitekten eine Spielwiese für zum Teil sehr krude „Visionen“ zu bieten. Mitte der 50 bis in die 70 vollzog sich die gesellschftliche Revolution im dtschsprachigen Raum auch im Bauwesen welches bedauerlicher Weise der Ideologie zum Opfer fiel.
de.wikipedia.org/…iusstadt_closeup.jpg
Für mich sind das BetonZeugen einer geschiterten gesellschaftlichen Uptope die sich gesamtgesellschftlich auswirkte und mit der Architektur ins allgemeine Bewußtsein einzementiert werden sollte.
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#13   Kurt K.   19:54:28 | Freitag, 20. Juli 2007
Schade, dass
von dieser Kirche keine Innenaufnahmen in dem Link zu sehen sind. Würd mich mal interessieren, wie die ausschaut innen.
Da fühlen sich Menschen schon nicht wohl drinne, wie dann mal erst das Höchste das es gibt, GOTT??
Sagen wir lieber: HEUTE fühlen sich Menschen darin wohl nicht wohl. Als sie erbaut wurde, also in den 70er Jahren, wurden ja sehr viele Gebäude (nicht nur kath. Kirchen) so oder so in dem Stil (auch wenn speziell diese sehr hässlich für heutige Begriffe ist) gebaut. Anscheinend fanden die Menschen damals das irgendwie schön. Alleine deshalb ist eine Erhaltung vielleicht geboten, aber muss auch nicht unbedingt sein, wenn man die Architektur in Wort und Bild ordentlich konserviert und so für die Nachwelt festhält.
Und ich denke Gott wäre es vollkommen Wurscht, in welcher Art von Haus er verehrt wird. Ob im Kuhstall oder einer Kathedrale.
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#12   r.ruhrgebietler   15:53:45 | Freitag, 20. Juli 2007
@Kurt K. – Häßlichkeit und Erhaltungswert?
Dies verlinkte Gebäude (man kann es ja nicht als Kirche oder gar Gotteshaus der hlg. röm.-kath. Kirche bezeichnen erinnert an sowas hier www.7grad.org/…/132_Pano_aussen.jpg
erotischer grauer Beton des Westwall! Da fühlen sich Menschen schon nicht wohl drinne, wie dann mal erst das Höchste das es gibt, GOTT?? Da hilft auch keine gute landorgel drinne – die würde genauso klingen wie’s Gebäude aussieht: quäkend.
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#11   Kurt K.   13:57:02 | Freitag, 20. Juli 2007
@ Ansbach dragoner
Aber vielleicht ists gerade die absolute Hässlichkeit, die die Erhaltung des Bauwerkes gebieten.
So als Abschreckung für künftige Generationen quasi. Ob man es als Kirche weiternutzen muss, ist eine andere Frage.
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#10   Ansbach.Dragoner   13:39:51 | Freitag, 20. Juli 2007
@Kurt K.
Ja finde ich auch.
Ich bin der Meinung Architektur prägt immens.
Ich kann darin nichts „erhabenes – sakrales“ finden.
Der Mensch ist halt nnmal ein sehr emotionales Lebewesen…
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#9   Kurt K.   13:31:51 | Freitag, 20. Juli 2007
@ Ansbach Dragoner
Die ist ja mal hässlich! Igitt!
Aber eben wahrscheinlich ziemlich einzigartig.
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#8   Ansbach.Dragoner   13:29:24 | Freitag, 20. Juli 2007
@Organist
das dürfte Ihnen doch zusagen oder nicht?
bildarchiv-hamburg.de/…meonkirche/index.htm
:-D
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#7   Kurt K.   13:23:28 | Freitag, 20. Juli 2007
Ich bin zwar nicht gilbert, aber:
warum Sie die ebenfalls im Artikel genannten Fabrikgebäude nicht erwähnen, um Ihre Logik zu untermauern. Glauben Sie, daß diese im Unterhalt wirklich so viel günstiger sind als eine Kirche?
Ja, sind sie. Fabrikgebäude sind sicherlich deutlich günstiger als Kirchen, alleine schon wegen der meist viel Zweckmäßigeren Konstruktion derselben.
Selbstverständlich haben Sie aber Recht damit, dass auch und gerade bei Fabrikgebäuden die Stadt ganz genau überlegen wird, ob diese unter Denkmalschutz gestellt werden müssen.
Der Knackpunkt ist halt wahrscheinlich, dass es mehr Kirchen aus dieser Epoche als Fabrikgebäude gibt, da die Schwelle, Kirchen abzureissen seit jeher höher liegt, als ein olles Fabrikgebäude zu entfernen.
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#6   landorganist   13:18:55 | Freitag, 20. Juli 2007
@Ansbach
Ich Bemerkung ist einfach nur dümmlich! Die Zeit, die ich mich in meinem bisherigen Leben in Kirchen aufgehalten habe, werden Sie möglicherweise an Lebensjahren nicht erreichen.
Aber um Ihre Frage zu beantworten, ich mag keinen Kitsch in Kirchen, so süße pseudobarocke Gipsfigürchen, oder überdimensionale Madonnen auf kleinen Tabernakeln, die vor Spitzendeckchen, und Blumengebinden kaum noch zu sehen sind.
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#5   Defensor Fidei   13:15:24 | Freitag, 20. Juli 2007
gilbert (Czibo) sieht Gespenster
Bestimmt keine Verschwörung der Kirchenfeinde
Da interpretieren Sie mehr in den Artikel als überhaupt drinsteht. Von einer „Verschwörung der Kirchenfeinde“ ist in dem ganzen Artikel nicht ein Mal die Rede. Vielmehr bringt man dort lediglich sein Bedauern zum Ausdruck, weil Kirchen der Stadt Bochum scheinbar nicht so wichtig sind wie Tankstellen, Toilettenhäuschen und Fabrikgebäude aus den 50er Jahren.
Das ist doch klar, bei Tankstellen und Toilettenhäuschen spiegelt sich der architektonische Zeitgeist wieder. Die sind besser instandzustalten wegen ihrer Größe und verschlingen keine Geldunmengen für den Unterhalt.
Ihr Geldargument ist zwar nicht pauschal von der Hand zu weisen, jedoch ist zu beachten, daß der Denkmalschutz nun mal nicht gratis zu haben ist. Wenn auch Tankstellen und Toilettenhäuschen deutlich günstiger in ihrem Unterhalt sind, so frage ich mich doch, warum Sie die ebenfalls im Artikel genannten Fabrikgebäude nicht erwähnen, um Ihre Logik zu untermauern. Glauben Sie, daß diese im Unterhalt wirklich so viel günstiger sind als eine Kirche?
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#4   Kurt K.   13:01:28 | Freitag, 20. Juli 2007
@ Gilbert: Ja, so ist es wahrescheinlich.
Hab mal schnell auf der Seite des Fördervereins geschaut. Die Kirche wurde fertig 1872.
Ich kenn mich da nicht so aus, aber wahrscheinlich gibts zig Kirchen aus dieser Epoche. Denkmalgeschützt werden aber nur rare Gebäude oder besondere Gebäude, nicht einfach Gebäude ab einem gewissen Alter.
Ich kenn das Prozedere aus eigenem Umfeld. Wenn ein Gebäude denkmalgeschützt wird, dann sinkt sein Wert augenblicklich und private Personen/Unternehmen lassen die Finger davon, weil man plötzlich nichts mehr an der Bausubstanz verändern darf und Reparaturen das Gebäude nur mehr wieder in den Originalzustand versetzen dürfen. Ich habe einen kleinen Teil eines solchen Baudenkmales gemietet (Fabrikgebäude aus dem 19. Jhd) und seit JAHREN suchen die jetzigen Besitzer einen Käufer. Seitdem verfällt es immer mehr. Die jetzigen Besitzer haben nicht genug Geld um das ordentlich zu sanieren, die Käufer werden abgeschreckt durch die hohen Sanierungskosten.
Denkmalschutz ist manchmal auch kontraproduktiv, da private Investoren die hohen Kosten dieser Bauten fürchten, die häufig deren Einnahmen übersteigen.
So wird sich die Stadt Bochum hüten, die Kirche unter Denkmalschutz zu stellen, wenns denn nicht unbedingt sein muss. In ihrem jetzigen Zustand kann man wahrscheinlich Um-/Anbauen was man will und wie man will. Ists erstmal denkmalgeschützt, kosten Sanierungsmassnahmen ein vielfaches dessen was es kostet wenn man schaffen kann wie man will.
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#3   Aleph †   12:22:20 | Freitag, 20. Juli 2007
Bestimmt keine Verschwörung der Kirchenfeinde
Fabrikgebäude aus den 50er Jahren stehen auf der Denkmalliste der Stadt Bochum. Aber die Marienkirche?[kursiv]
Das ist doch klar, bei Tankstellen und Toilettenhäuschen spiegelt sich der architektonische Zeitgeist wieder. Die sind besser instandzustalten wegen ihrer Größe und verschlingen keine Geldunmengen für den Unterhalt.
Das ist bei einem kirchlichen Gebäude doch etwas anderes, wenn es auch noch unter Denkmalschutz stehen sollte, dann sind ständig Reparaturen fällig.
Bei der Finanzknappheit der Kommunen infolge der Wiedervereinigung, sollte der Stadt Essen bei ihrer Zurückhaltung kein kirchenverachtendes Verhalten vorgeworfen werden.
Die Zurückhaltung ist einfach durch die Finanzierungsfolgen begründet. Es muss nicht bei allem, was für kirchliche Kreise nicht nach Wunsch verläuft gleich die große Konspiration oder gar eine Verschwörung der Kirchenfeinde dahinter vermutet werden.
Die Ursachen liegen häufig viel näher, als mancher Zeigenosse zu denken vermag.
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#2   Ansbach.Dragoner   12:08:20 | Freitag, 20. Juli 2007
@Landorganist
Seit wann haben Sie etwas für Kirchen übrig ?
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#1   landorganist   11:56:35 | Freitag, 20. Juli 2007
Es wäre
in der Tat eine Schande, wenn diese Kirche dem Abrissbagger zum Opfer fiele.
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