Die „Legionäre Christi“ haben einen neuen Generaloberen
P. Marcial Maciel (84), der Gründer der „Legionäre Christi“, nahm eine Wiederwahl zum Generaloberen nicht an. Er sei zu alt und wolle die Kongregation noch zu Lebzeiten unter einem Nachfolger blühen sehen. Neuer Generaloberer wird erwartungsgemäß Pater Alvaro Corcuera.
(kreuz.net) Gegenwärtig läuft in Rom das dritte Generalkapitel der Kongregation der „Legionäre Christi“.
Die aus aller Welt herbeigeströmten Kapitulare (Delegierten) haben bei dieser Gelegenheit einen neuen
Generaloberen gewält. Es handelt sich um P. Alvaro Corcuera Martinez (47). P. Alvaro Corcuera ist der
erste Nachfolger von P. Marcial Maciel (84), dem Gründer der Kongregation. P. Maciel hatte auf dem Generalkapitel
eine Wiederwahl abgelehnt. Er sei zu alt und wolle die Kongregation noch zu Lebzeiten unter einem Nachfolger
blühen sehen.
Die Kapitulare bereiteten sich mit achttägigen Einkehrtagen auf das gegenwärtige Generalkapitel
vor. Bei der Wahl des Generaloberen erreichte der Gründer P. Marcial Maciel die absolute Mehrheit. Doch
P. Maciel, der die Kongregation 64 Jahre lang seit der Gründung im Jahre 1941 geleitet hat, nahm die
Wahl nicht an.
In einem zweiten Wahlgang entschied sich das Generalkapitel für P. Alvaro Corcuera.
„Ich wünsche“, so P. Alvaro Corcuera nach der Wahl, „dem Charisma der Kongregation und ihrem Gründer
treu zu bleiben. Ich möchte seine Arbeit im Dienst der Kirche fortsetzen.“
P. Corcuera ist Mexikaner
und seit 1987 Regens des Priesterseminars der „Legionäre Christi“ in Rom. Bevor er den „Legionären Christi“
beitrat, war er ein konsekriertes Laienmitglied der ebenfalls von P. Maciel gegründeten Bewegung „Regnum
Christi“. P. Corcuera absolvierte das Studium der Philosophie und Theologie in Rom an den beiden Päpstlichen
Universitäten „Gregoriana“ und „Angelicum“. Die „Gregoriana“ wird von den Jesuiten geleitet, während
das „Angelicum“ vom Dominikanerorden geführt wird. Zwischen 1993 und 2000 war P. Corcuera Präsident
der päpstlichen Hochschule „Regina Apostolorum“, die in der Trägerschaft der „Legionäre Christi“ ist.
P. Maciel gründete die „Legionäre Christi“ im Januar 1941. Er war damals 20 Jahren alt. Seit 1965 ist
die Kongregation von Priestern und Brüdern päpstlichen Rechts, das heißt, sie ist, wie die meisten
international tätigen Ordensgemeinschaften, direkt dem Vatikan unterstellt. Von Mexiko ausgehend erlebten
die „Legionäre Christi“ eine rasante Ausbreitung, zunächst auf dem amerikanischen Kontinent, dann auch
in einigen süd- und westeuropäischen Ländern. Mittlerweile zählt die Ordensgemeinschaft fast 650 Priester
und 2500 Seminaristen. Die Kongregation ist in über 18 Ländern tätig.
Die Laienbewegung „Regnum Christi“,
deren Statuten von Papst Johannes Paul II. vergangenen November anerkannt wurden, zählt ebenfalls über
65.000 Mitglieder. Sie wurde 1949 von P. Maciel gegründete. Die Mitglieder des „Regnum Christi“ sind
verheiratete oder konsekrierte Laien, sowie Diakone und Weltpriester.
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