10:50:01 | Sonntag, 22. Juli 2007
P. James Manjackal
Viele Gläubige waren über die Skandale nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geschockt, als Priester und Ordensschwestern die Kirche verließen. Interview.

Die europäischen Christen sind verwundete, streunende Schafe
© Iain Barker, Creative Commons(kreuz.net) In einem Interview äußerte sich der indische Heiler und Exerzitienprediger, Pater James
Manjackal, über das Schicksal Europas.
Papst Johannes Paul II. nannte Christus die Hoffnung Europas.
Pater James Manjackal: Christus ist die Hoffnung Europas. Europa ist christlich bis tief in seine Wurzeln
hinein. Die Europäer sind ihrem Blut nach Christen.
Und heute?Fast zweitausend Jahre hat Christi Botschaft
Europa gestaltet. Die Menschen auf der ganzen Welt sehen auf Europa als ein christliches Europa, obwohl
einige Europäer das seit neuestem nicht zugeben wollen.
Was hat sich geändert?Es ist wahr, daß Europa
nach den beiden Weltkriegen viel gelitten hat. Die Europäer wurden ein verwundetes Volk. Vielleicht haben
die Kirchenvertreter Jesus, den verwundeten Heiler, nicht wirksam genug in ihr Leben gebracht, damit sie
Heilung und neues Leben gefunden hätten.
Deshalb rennen die Menschen den Heilern und Gurus anderer Religionen
und Kulturen hinterher.
Was ist die Folge?Auf ihrer verzweifelten Suche nach Heilung und Sinngebung,
haben die Europäer ihre kulturellen und religiösen Werte und ihr Erbe geopfert. So entfernten sich viele
von ihnen von der Kirche und vom Christentum und lebten wie Heiden.
Was hätte man anders machen sollen?
Wenn die heilende Liebe Jesu nach den beiden Weltkriegen gut gepredigt und der Heilige Geist zur Heilung
der Wunden der Menschen angerufen worden wäre, hätte die gegenwärtige Katastrophe in der Kirche vermieden
werden können.
Die Zeit nach dem Zweiten Vatikanum?Viele Gläubige waren über die Skandale nach dem
Zweiten Vatikanischen Konzil geschockt, als viele Priester und Ordensschwestern ihre Klöster und die
Kirche verließen. Das hat zum Glaubensabfall in der Kirche beigetragen.
Wie sehen sie die europäische
Kirche heute?Die europäischen Gläubigen sind verwundete, abgelehnte, streunende, verstreute und zertrampelte
Schafe.
Papst Johannes Paulus II. – der große Jahrhundertpapst – hat die schmerzhafte europäische Glaubenskrise
mit dem Herzen eines guten Hirten zutiefst erkannt.
Mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt – mich hat
es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die
das Wasser nicht halten.
Die Lösung?Wißt ihr nicht, daß ihr Heilung und neues Leben nur im Herzen
Jesu finden könnt?
Er ist es, der für euch durchbohrt wurde und aus dem Blut und lebendiges Wasser
im Übermaß fließen, um euch zu reinigen und zu heilen, damit ihr ein neues Volk werdet. (Jer 2,13;
Joh 19,34; 1 Pet 2,24).
Gibt es wirklich noch eine Hoffnung?Europa wird in Christus Hoffnung finden.
Wie soll das geschehen?Wenn die Kirchenvertreter die Zeichen der Zeit deuten und der Notwendigkeit
nachkommen, die heilende Liebe Jesu unter Einsatz der Charismen des Heiligen Geistes wirksam zu predigen,
wird Europa neu werden.
Was sind die Mittel?Das Wort Gottes und der Heilige Geist können und werden
Europa als ein christliches Europa unter dem Banner der Liebe Jesu Christi wieder vereinen.
Das ist der
Weg, um den gegenwärtigen Säkularismus, den Relativismus und Modernismus zu bekämpfen.
Pater James
Manjackal wird vom 3. bis 5. August in Linz eine Veranstaltung für Jugendliche abhalten. Informationen
hier. Vom 6. bis 9. September wird er im Bistum Würzburg Exerzitien halten. Informationen hier.
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