Ökumene
Gefühlsduselei statt Wahrheit?
„Wie sollen wir in der Ökumene mit den Protestanten in Deutschland weiterkommen, wenn wir einander wehtun?“ – so die schmerzliche Frage eines Weihbischofs.
Der deutsche Papst: antiökumenisch? Interrkonfessioneles Treffen beim Papstbesuch in Brasilien.
Der deutsche Papst: antiökumenisch? Interrkonfessioneles Treffen beim Papstbesuch in Brasilien.
© Joao Rangel, visitadopapa.org
(kreuz.net) Überall, wo er sich in diesen Tagen sehen lasse, würden ihn „liebe, vertraute Menschen“ durchaus scherzhaft ansprechen: „Daß Sie noch mit uns reden, wo wir Evangelischen doch keine Kirche sind!“

Das schrieb der Hamburger Weihbischof, Mons. Hans-Jochen Jaschke, am 21. Juli in einem Kommentar für die Springer-Tageszeitung ‘Hamburger Abendblatt’.

Die jüngste Erklärung der Glaubenskongregation über die Kirche habe „böse Verletzungen“ bewirkt:

„Unser deutscher Papst hat es zwar nicht selber gesprochen, aber er hat reden lassen und denkt wohl auch in dieser Richtung.“ So würden die meisten kopfschüttelnd sagen.

„Wie sollen wir in der Ökumene mit den Protestanten in Deutschland weiterkommen, wenn wir einander wehtun?“ – fragt der Weihbischof.
Weihbischof Jaschke:
„Natürlich wissen wir: Am Kirchenverständnis hapert es.“


Die Schlagzeile „Ihr seid nicht Kirche“ führe zu Verhärtungen und Gegenreaktionen: „So kommen wir nicht weiter.“

Der Weihbischof bedauert die „wenig sensible Sprache“ von Theologen, welche eine von ihm nicht weiter ausgeführte „altkirchliche Realität der Christen“ nicht sehen würden:

Er sei traurig, wenn man sich in Schützengräben zurückziehe, anstatt aufeinander zuzugehen: „Natürlich wissen wir: Am Kirchenverständnis hapert es.“

Weihbischof Jaschke
Weihbischof Jaschke
© Erzbistum Hamburg
Luther habe sich mit der Kirche seinerzeit gerieben und so manches reduziert.

Doch jetzt sei man im Gespräch über ein „wirkliches geistliches Amt mit bischöflicher Ordnung“ und die Sakramente, die über die Taufe und Eucharistie hinausgingen: „Es gibt viele gute Ansätze“ – glaubt der Weihbischof.

Die Ökumene werde und müsse weitergehen: „Wir dürfen einander nicht loslassen.“

Nach vierzig Jahren Ökumenismus glaubt Mons. Jaschke immer noch, daß es vielleicht gut sei, die „steilen Sätze“ auf die Seite zu schieben:

„Wir respektieren uns in unseren Kirchen, beten in ihnen, stellen sie uns zur Verfügung – bis wir alle lernen, Kirche Christi in der Welt zu werden.“
      
9 Lesermeinungen
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#9   Alkuin   17:45:31 | Dienstag, 24. Juli 2007
Um bei der Wahrheit zu bleiben
Fragender: @Nachtlaterne: Um bei der Wahrheit zu bleiben:Nicht die r.k. Kirche soll das Christentum und seine Wahrheit bestimmen, sondern Christus…
Werte Fragender, wie soll dann ihre Meinung nach Christus das denn tun? Etwa bei den Pfingstlern durch persönliche Eingebung des Hl. Geistes, oder durch die abertausenden Protestantische Gruppen -welche meinen, dass sie einzig allein die hl. Schrift richtig auslegen-, oder per göttliche SMS?
Christus kann man weder von der hl. r.k. Kirche trennen, noch teilen.
Die RKK ist die Kirche Christi und „…die Säule und das Fundament der Wahrheit“ (1 Tim 3,15)
So sehr manche es leugnen wollen, gibt es keine christliche Gemeinschaft, welche ohne Bezug zur katholischen Kirche existieren kann, weil sie Die Kirche Christi ist. „Dies ist die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen.“ (LG 8).
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#8   Fragender   18:03:21 | Montag, 23. Juli 2007
@Nachtlaterne: Um bei der Wahrheit zu bleiben:
Nicht die r.k. Kirche soll das Christentum und seine Wahrheit bestimmen, sondern Christus…
… der hat viel mehr Ahnung davon! (und sein „sedis“ ist sicher nicht „vakant“… noch ein großer Vorteiil!!!)
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#7   Nachtlaterne   12:48:17 | Montag, 23. Juli 2007
ökumene darf…
…nicht zu lasten der wahrheit gehen, aber genau das wollen so viele ökumeniker erreichen. nicht gott soll herrschen, sondern ihr gott soll herrschen.
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#6   Strepto von Kokke   12:46:11 | Montag, 23. Juli 2007
@Sozial…
Manchmal frage ich mich wirklich ob man in diese Kirche noch jemanden ohne Gewissensbisse zu bekommen, einladen kann.
Sie sprechen mir leider aus dem Herzen.
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#5   Sozialkatholisch   12:19:17 | Montag, 23. Juli 2007
@ Strepto von Kokke
Manchmal frage ich mich wirklich ob man in diese Kirche noch jemanden ohne Gewissensbisse zu bekommen, einladen kann. o.O
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#4   Berengeria   11:47:37 | Montag, 23. Juli 2007
Ökumene: im Sinne der Freimaurerei
Die bisher betriebene Ökumene steht ganz im Zeichen eines wichtigen Anliegens der Loge, nämlich der „Gleichheit der Religionen“ im Sinne des Freimaurers Lessing (Ringparabel in „Nathan der Weise“).
Ohne Ökumene würden die Protestanten – und nicht nur sie – wahrscheinlich eher zur Einsicht gelangen, daß die Katholische Kirche wirklich die einzig wahre ist.
Daher: Man verzichte auf Ökumene und „Dialog“, um zur Einheit zu gelangen.
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#3   Strepto von Kokke   11:34:28 | Montag, 23. Juli 2007
@sozial…
Seezungenröllchen, Perlhuhnbrust und Orangensorbet, dazu Musik aus Mozarts „Zauberflöte“ www.abendblatt.de/…04/02/26/266616.html
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#2   Sozialkatholisch   11:24:03 | Montag, 23. Juli 2007
Hab ich das richtig verstanden?
Ein röm/kath Bischof spricht am Aschermittwoch, an einem gebotenen Fast und Abstinenztag während eines Freundschaftsessen vor Freimaurern?
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#1   Strepto von Kokke   10:48:24 | Montag, 23. Juli 2007
@ zu Jaschke!
… gähn …
Weihbischof Jaschke zu Gast bei den Freimaurern www.ik-hh.de/index.php?inhalt=Nachric…
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