Die Alten hatten ein klares Verständnis der Alten Messe
Gingen die Gläubigen vor dem Konzil in die Kirche, ohne zu wissen, was sie dabei taten? Ein Diözesanbischof erinnert sich.
(kreuz.net) Kürzlich kommentierte der Bischof von Bridgeport, Mons. William Lori (56), in seiner Diözesanzeitung
das päpstliche Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe.
Bridgeport befindet sich im US-Bundesstaat
Connecticut – im Nordosten der Vereinigten Staaten.
In seinem Beitrag erinnert sich Bischof Lori, an
die Meßkarte, die er erhielt, als er im Kindesalter mit dem Ministrieren begann.
Das Ziel der Meßkarte
bestand darin, den Ministranten beim Auswendiglernen der lateinischen Gebete, die sie während der Messe
rezitieren mußten, zu helfen:
„Meine Mitministranten und ich waren stolz darauf, diese Antworten auswendig
zu lernen und die lateinischen Wörter klar auszusprechen.“
Mons. Lori
„Wir waren auch von der Komplexität der
Alten Messe fasziniert“.
Unter Anleitung des Vikars lernten die Ministranten, beim Hochamt und bei der
stillen Messe mit müheloser Präzision zu dienen:
„Die Vierzig Stunden, Firmungen, Beerdigungen und
Hochzeiten sowie die Karwoche waren besondere Herausforderungen, die wir mit Freude annahmen.“
Der Bischof
spricht auch vom „bleibenden Wert“ der Alten Messe.
Das alte Meßbuch enthalte Jahrhunderte der liturgischen
Entwicklung.
Wenn er an seine Jugenderfahrungen mit dieser Liturgie zurückdenke, erinnere er sich nicht
nur an seine Altertümlichkeit, sondern auch an den formenden Einfluß, den die Alte Messe im Leben praktisch
aller Menschen seiner Umgebung ausgeübt habe – „meine Eltern eingeschlossen“:
„Die Messe und die Sakramente
in dieser Gestalt haben den Glauben großer Heiliger, katholischer Intellektueller und von Millionen normaler
Katholiken genährt.“
Der Bischof erinnert sich an den wertvollsten Besitz seiner Jugendtage: ein lateinisch-englisches
Handmeßbuch, in dem die Texte und Riten der Alten Messe enthalten waren:
„Meine Mitschüler und ich
folgten der Liturgie mit unseren Handmeßbüchern und gewannen dadurch ein klares Verständnis der Meßteile
und ihrer Bedeutung.“
In den Anstrengungen, die Liturgie nach dem letzten Konzil zu reformieren, habe
man „vielleicht“ die wichtige Rolle unterschätzt, welche diese ehrwürdigen liturgischen Formen weiterhin
im geistlichen Leben vieler spielte.
„Vielleicht brauchte es einige Jahrzehnte der Erfahrung, um das
klar zu erkennen.“
Bischof Lori glaubt nicht, daß die Autorität der Ortsbischöfe über die Liturgie
durch das jüngste Motu Proprio des Papstes gefährdet wird.
Die Rolle der Ortsbischöfe sei nicht, die
Liturgie zu „erfinden“, sondern sicherzustellen, daß sie getreu und fromm zelebriert werde – gemäß
der Lehren und der Disziplin der Kirche.
Email-Adressen der Empfänger
43 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Liebes Pünktchen: Sie stellen einen unzulässigen Zusammenhang mit dem NOM her, wenn Sie den Rückgang
der Gottesdienstteilnehmer mit dem Wechsel zum NOM verknüpfen. Schon bis 65 nimmt die Anzahl kontinuierlich
ab. Aber ab 1970 (Rituswechsel) springt der prozentuelle Rückgang exorbitant an. Ich behaupte folgendes:
1. Der Ritus der Messe ist nicht entscheidend. Ob tridentinischer Ritus oder NOM ist für den Besuch der
Messe irrelevant. 2. Für den Messebesuch gibt es andere Faktoren: Glaube, Tradition, sozialer Druck.
3. Wenn Tradition, als Wert an sich, an Bedeutung verliert und der soziale Druck wegfällt, bleiben nur
die überzeugten Katholiken übrig. 4. 1968 wurde die Enzyklika »Humanae Vitae« verkündet. Es ergab
sich eine breite Diskussion, die zeigte, dass viele Katholiken dieser Morallehre nicht mehr folgen wollten.
Das waren nicht nur Traditionalisten und solche, die bisher unter sozialem Druck standen und diesem Druck
durch die geänderten sozialen Umstände nicht mehr ausgesetzt waren. 5. Bessere Bildung breiter Bevölkerungsschichten
hat der Kirche mehr geschadet als genützt. Die Reputation hat durch die zunehmende Kenntnis der Kirchengeschichte
und insbesondere der Morallehre abgenommen. 6. Viele Kirchensteuerzahler bindet an die Kirche nur mehr
die Caritas und die Erhaltung von Kulturgütern. Mit tridentinischem Ritus, Dogmatik und Moraltheologie
sind keine Kirchen zu füllen.
#42 Tridentinus 11:05:49 | Donnerstag, 26. Juli 2007
@Müller Es geht dem Papst m.E. mit Summorum Pontificum Cura zunächst liturgisch und sodann dogmatisch
(entsprechend der Gliederungsstruktur von (1) lex orandi – (2) lex credendi) um eine Hermeneutik der Kontinuität.
Wenn er von einem Ritus spricht, der sich in zwei Usus ausprägt, drückt er darin offenbar diplomatisch
oder sogar taktisch ein Desiderat in Gestalt eines bestehenden Faktums aus. Langfristig steht ihm – auch
wenn man seine Schriften zur Liturgie aus der Zeit vor seinem Pontifikat mitbedenkt – ein organischer
Römischer Ritus in voller Kontinuität mit der liturgischen Tradition vor Augen. Dafür spricht auch
ganz besonders eines: Wenn man Sacramentum Caritatis Nr. 3 liest, wo die Entwicklung des eucharistischen
Ritus beschrieben wird, fällt auf, daß der einzige konkrete Bezugspunkt die Kodifikation des Römischen
Ritus auf dem Konzil von Trient ist. Darauf wird zwar die Liturgiereform des II. Vaticanums erwähnt und
durchaus gewürdigt, aber das MR 1970 erscheint nicht als sein definitives Ergebnis, sozusagen nicht als
eine neue Kodifikation, die die tridentinische im doppelten Wortsinn überholt hätte. Im Begleitbrief
zu SPC ist dann noch sehr bemerkenswert, daß gesagt wird, liturgische Bildung und Lateinkenntnis, die
der usus antiquior fordere, seien heute nicht sehr verbreitet. Ist das ein Erfolg der Liturgiereform?
Aber vor allem – die Anhänglichkeit an den usus antiquior wird in Kontinuität mit der Liturgischen Bewegung
gesetzt, gerade nicht die Liturgiereform oder der NOM.
#41 Pünktchen 10:22:31 | Donnerstag, 26. Juli 2007
Müller Der Papst kritisiert aber unverhohlen das „versus populum“ und die damit einhergehende Mahlgemeinschaftsideologie,
die den communio-Gedanken gefährlich horizontalisiert hat. Hier wird eine „Reform der Reform“ ansetzen
müssen!
@Pünktchen: Mag sein, dass mir nicht immer alle zusammenhänge Ihrer Postings präsent sind. Aber: Ist
es denn nicht ein Problem, bei der Frage der Selbstzerstörung der Liturgie, wie Sie S.H. richtig zitieren,
davon auszugehen, das sei dem NOM immanent, weil er existiert? Papst Benedikt bezieht sich hier wohl auf
die vielen Missbräuche in der Liturgie, die es zweifelsohne gibt, er schreibt doch gerade in SP, dass
er eine hohe Wertschätzung für den NOM hat und erklärt diesen zum ordentlichen Ritus.
#39 Pünktchen 10:00:27 | Donnerstag, 26. Juli 2007
Müller Tatsächlich habe ich immer wieder (darin dem Leser Benedikt zustimmend) – ist Ihnen das entgangen? –
davor gewarnt zu glauben, daß mit der Wiedereinführung des Neuen Ritus die Gläubigen in Scharen zur
Kirche zurückkehren. Das Problem ist ein anderes als sie denken: die Menschen, die hauptsächlich, aber
nicht ausschließlich (ich hatte nämlich nirgends eine Monokatusalität vertreten, diese im Gegentreil
verworfen : ist Ihnen auch das entgangen?) wegen der eingetetenen Banalisierung und Entsakralisierung
der kathol. Messen der Kirche den Rücken zugekehrt haben, sind weitgehend säkularisiert worden und nunmehr
sowohl für die Messe im neuen wie im alten Ritus verloren! Der Analyse von Papst Benedikt, der von einer
„Selbstzerstörung der Liturgie“ gesprochen hat, kann man schwer widersprechen. Die Gebetshaltungen sind
heute nicht mehr geprägt von dem Bewußtsein, daß in der Hl. Messe etwas Wunderbares und Anbetungswürdiges
geschieht, sondern von einer spirituellen Verbrauchermentalität, die den Menschen und seine Bedürfnisse
in den Mittelpunkt stellt, dabei Gott aus dem Auge verliert und die wahren Bedürfnisse trotz aller „Bemühungen“
und Gestaltungsvarianten dennoch verfehlt …
@Pünktchen: Ich kenne die Situation in der eifel nicht, da ich weder dort herstamme noch dort wohne.
Ich beziehe mich auf das Saarland, wo nach Einführung des Neuen Messritus wenigstens an drei mir bekannten
Gottesdienststellen Priester den Alten Ritus weiter zelebrierten. eine Gemeinde davon ist die hiesige.
Ich beziehe mich also auf einen konkreten Fall, zu dem tridentinus mich schon kontaktierte. Nach Ihren
unfehlbaren Überlegungen hätten ja tatsächlich die gottesdienste hier, weil über die Gemeinde hinaus
bekannt, Heerscharen von Christgläubigen anziehen müssen. Dem war nicht so. Ähnliches könnte man für
das Priorat St. Maria zu den Engeln in Saarbrücken konstatieren, in dem die Priesterbruderschaft St.
Pius ausschließlich nach dem Messbuch von 1962 zelebriert. Adäquates kann man konstatieren von Köllerbach,
Niedaltdorf und Saarlouis im Saarland, sowie Trier. Also, mit Ihrer Logik kommt man offensichtlich nicht
weiter.
#37 Pünktchen 09:19:53 | Donnerstag, 26. Juli 2007
Müller Die Zahlen der DBK spiegeln die Gesamtentwicklung dbk.de/…h_gott_1950_2005.pdf in Dtland in
den letzten 50 Jahren wider! Sie kommen dagegen mit einem Einzelfall aus der Eifel, dessen situative Einbettung
und fallbezogene Charakteristik mir nicht bekannt ist. Offensichtlich peinigt Sie die Deutlichkeit, in
der die Zahlen einen Rituseffekt in der Meßbesuchsabnahme nahelegen, gewaltig! Das ist gut so! Daß der
Ritus keinen oder einen untergeordneten Einfluß auf die Besuchsentwicklung haben soll, glauben Sie in
Wahrheit selber nicht! MfG Ihr .chen
@pÜNKTCHEN. Es erstaunt mich, dass Sie wieder mit der Zashlenfolge kommen. Ich habe Ihnen schon bei anderer
Gelegenheit erklärt, wie es hier in der Pfarrgemeinde aussah, wo ein Pfarrer bis zum Jahr 1980 im alten
Ritus zelebrierte und die gottesdienstbesucherzahl genau so abnahm wie anderswo. Sie sind darauf nie eingegangen.
Übrignes: Absolut gesehen feiern heute so viele Menschen wie noch nie die heilige Messe (auch im Neuen
Ritus). Von mir befreundeten Missionaren kenne ich aus Teilen Nigerias Zahlen von annähernd 80 Prozent!
Leider sind Sie in Ihren Zahlen so verhaftet, dass Sie auch nicht auf mein Argument eingingen, dass Deutschland
sich genau in jenen Jahren entscheidend, leider nicht nur zum Gute hin veränderte. Die Menschen haben
es verlernt, sich ihrem Schöpfer zu verdanken. Gerade die Kriegsgenerationen wussten das noch besser!Übrignes:
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie mein Argument ablehnen, dass die Gesellschaft und ihre Ausprägung einen
entscheidenden Einfluss auf den Kirchenbesuch ausübte. Denn sonst fiele es schwer zu erklären, warum
gerade in Zeiten des Krieges der kirchebsuch so stark anstieg, obwohl er in den Jahren davor auch durch
Repressionen abnahm. In unseren Kirchenstatistiken hatten wir die größte Austrittswelle aus der kirche
in den Jahren 1937 bis 1939. obwohl niemand dazu gezwungen wurde und der Alte Messritus gefeiert wurde.
#35 Pünktchen 08:44:35 | Donnerstag, 26. Juli 2007
Es freut mich, daß die hier präsentierten Zahlen (s. mein posting vom 25. Juli 2007 18:36 Uhr) eine
so rege Diskussion entfachen. Wer als Parteigänger der nach-vatikanischen (!) Liturgiereform unter Paul
VI. die Zahlen über den Meßbesuch betrachtet, steht tatsächlich vor der schmerzlichen Erkenntnis, daß
der katstrophale Einbruch zeitlich mit der Einführung der neuen Liturgie zusammenfällt. Will man die
mit der Liturgie eingetretene Haltungsänderung im Frömmigkeitsleben der Kirche nicht als (haupt-)ursächlich
ansehen, begibt man sich in eine gewaltige Erklärungsnot. Die Fernsehübertragungen, die 68er, eine angeblich
erst in den 60ern entstandene „Denk“befähigung ( ), die vom Meßbesuch suspendiert … Kurz: Die bloßen
Zahlen (sie stammen von der Bischofskonferenz!) legen tatsächlich nahe, daß der Rituswechsel einen negativen
Effekt auf den Gottesdienstbesuch hatte. Bei der Diskussion um das Latein vermisse ich eines: es wird
so getan, als sei der vollbewußte gedankliche Mitvollzug der Gebete entscheidend und nicht etwa die ehrfurchtsvolle
Haltung, die ich als Mensch gegenüber dem Heiligen und dem Sakralen einnehme, und die alles Beten und
das Stehen vor Gott begleitet und ausdrückt. Ist es denn so, daß ich beim Beten in der Volkssprache
immer vollbewußt bete? Ist es nicht viel mehr gerade die innere Haltung, die sich mit der äußeren zu
einer bedeutungsvollen Einheit verbindet? Was hat in dieser Hinsicht das „versus populum“, das vis-à-vis,
als Gebetshaltung gesehen, zerstört? s. dazu: Papst Benedikt www.kreuz.net/bookentry.980.html!
Durch den Stolz … … lassen wir uns doch alle manipulieren: Die einen sagen: wir sind viiiiel schlauer
als die alten, und glauben alles was sich irgendwie vom alten abhebt – der Stolz ist der Stolz über das
alte. Anders herum funktioniert es genauso – man kann sich auch über alles neue heben und es verachten,
ohne nachzudenken ob es nicht doch gut ist. Beides gibt es. Also das alte prüfen, das neue prüfen, und
das gute bewahren. Auch als „Tradi“ komme ich nicht daran vorbei, immer wieder meine Meinung anhand anderer
und ihrer Argumente zu prüfen und manchmal zu revidieren.
fernsehmnesse Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wer 1 mal die Fernsehmesse als Ausrede hat, sie
auch die kommenden Wochen und ist nach 1 Jahr ganz weg. meine Provokation jetzt: Schafft die Hörfunk/Fernseh-Messen
ab und und ihr tut etwas für das Seelenheil derer die sonst nur vor dem Ferbnseher hocken würden
Rückgang der Meßbesucher Zum Thema „Meßbesuch vor und nach der ‘Liturgiereform’“ könnte ich (Jahrgang
1943, von 1952 bis 1962) viel sagen – vielleicht ein andermal. Ich möchte jetzt auf etwas anderes hinweisen:
Wann hat die Übertragung von Messen im Rundfunk bzw. im Fernsehen begonnen? Ich erinnere mich vage, daß
um die Zeit des Eucharistischen Weltkongresses eine Erklärung aus dem Vatikan kam des Inhalts: Wer die
Messe live am Radio/Fernseher mitverfolgt, erfüllt damit unter gewissen Umständen seine Sonntagspflicht.
Ist es nicht möglich, daß sehr viele bequeme (und vielleicht etwas laue) Meßbesucher seitdem mehr und
mehr von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und somit im heimischen Wohnzimmer „Messe mitfeiern“ und
deshalb in den Statistiken der sonntäglichen Meßbesucher fehlen?
@verecundus Ich stimme ihnen zu. Allerdings drängt sich mir die Frage auf, wie die 68’er dann derartig
erfolgreich sein konnten, wenn sie solche niederen Ziele verfolgten. Oder waren es doch nur Scheinerfolge?
@monti Vermutlich brechen Sie aus purem Eigeninteresse eine Lanze für die 68er, das ist ihr gutes Recht,
aber lügen sollte man dabei nicht. Wenn man sich vor Augen führt, welches erbärmliche Mittelmaß, welche
verlaberten Dumpfbacken die Bildungsdeformen der 68er produziert haben, dann kann beim besten Willen nicht
die Rede von „Denken lehren“ sein. Das Gegenteil ist der Fall: den 68ern war und ist sehr daran gelegen,
bornierte, unwissende und ungehobelte Tölpel aus den Schulen zu entlassen, denn nur aufgeblasene Dummköpfe
lassen sich so herrlich einfach manipulieren.
Die Frage die ich mir stelle ist, inwiefern die Liturgiereform tatsächlich dafür verantwortlich ist,
dass die Realpräsenz in den Köpfen der Menschen nicht mehr gegenwärtig zu sein scheint. Das Kernstück
des christlichen Lebens ist die Eucharistie. Viele Menschen sehen dies nicht mehr. Kirche besteht nicht
hauptsächlich aus Pfarrfesten, Jugendgruppen und Reisen, Weltjugendtagen, Workshops und sämtlichen anderen
Aktivitäten. Diese habe gewiß ihre Berechtigung. Dennoch haben viele dieser Gläubigen die zentrale
Mitte ihres Glaubens verloren-Die Eucharistie! Christus ist die Mitte, der Weinstock. Ich denke, die Bilder
von Weltjugendtagen täuschen, da sie Menschen/Gläubige zeigen, welche sich für die Kirche irgendwie
begeistern (was ich nicht als negativ darstelle, solche Menschen braucht die Kirche), aber die das Zentrum
ihrer Begeisterung nicht mehr kennen.
@leblhuber Kein Ministrant hat in den frühen 60ern wirklich erkannt, was er da spricht. Ich weiß ein
Gegenbeispiel und möchte nicht damit anfangen weitere Gegenbeispiele sammeln zu müssen. Sagen wir doch
einfach: Die Kirche ist eine communio permixta. Es gabe welche, die’s konnten und welche, die’s nicht
konnten. Um nicht mit Prozenzten ankommen zu müssen, sagen wir doch einfach: So viele Gymnasiasten, wie’s
gab, so viel Prozent haben’s ganz anständig verstanden. Und die Volkssschüler: wahrscheinlich die meisten
nicht wirklich, aber doch einige mehr, als man heute glauben würde. (denn: Volksschule war nicht dasselbe,
was heute Hauptsschule ist, in der damaligen Volksschule gab es viele intelligente, junge Katholiken,
die durchaus einiges verstanden haben werden.)
@Pünktchen et al. Und warum tun es dann immer weniger? Weil bei allem, was man gegen die 68er sagen kann,
sie doch eins bewirkt haben: Sie haben die Menschen das Denken gelehrt, ihnen die angst vor den Pfarrern
genommen, die ihren Gläubigen die Hölle angedroht haben, falls diese nicht brav Sonntags zur Messe kamen !
Dass dem so ist: Gott sei’s gelobt, gepfiffen, getrommelt und gebaßgeigt!!
@Sirilo, Leblhuber Zuviel Messwein kann schon sein … in der Tat … nicht im „Vater unser“, sondern
im kath. „Glaubensbekenntnis“ erscheint sonntäglich der gute P.P., der wunschgemäß vollstreckte und
Lateinbuchstaben ans Kreuz nageln ließ.
@ Leblhuber Kommentar Ich erzähle nur gelegentlich Mist. Ihre Erfahrung ist nicht meine. Ich erkannte
schon als Kind, dass diese Sprache eine fremde ischt. Klang nicht nach schwäbisch, auch nicht so, wie
der Volksschullehrer sprach, klang nach dem Stadtpfarrer – im dunklen Beichtstuhl – mea culpa … Das
ischt Latein, wurde mir gesagt, von wem, weiß ich zugegeben nicht mehr. Es wurde nur dabei vergessen
zu sagen, dass der Schöpfer dies so will, schließlich hat er die Römer ausgesucht. – Was sagen Sie
denn dazu, Herr Bischof Leblhuber, ausgerechnet die Römer … über das römische Recht hält er bis
heute seine schützende Hand oder tut er das nicht. – Genug damit …Ihr Pontius Pilatus
@Dr. Lothar Ziegler Was für ein „Vater unser“ beten Sie denn, wenn darin Pontius Pilatus vorkommt? (Übrigens,
Pontius Pilatus sprach mit Jesus Griechisch.)
@Dr. Lothar Ziegler: Ich nehme an, dass Pontius Pilatus, der im „Vater unser“ ja vorkommt, auch lateinisch
und nicht hebräisch oder deutsch sprach. Der Schöpfer suchte sich für sein Exempel mit der Menschheit
ein Gebiet aus, das unter römischem Recht stand, stehen sollte. Warum denn das, um Gotteswillen. Cruxifix
nomal. Warum Rom und nicht eine Ortschaft im Teutoburger Wald. Friedrich Schiller schrieb seine Diplom-Arbeit
in Latein. Warum denn das? Er war nicht der einzige, der mit Latein zurecht kam. Warum soll ein Ministrant
nicht, wie ich damals, Latein lernen – die, seine erste Fremdsprache mit (8-10 Jahren). – Difficile est
satiram non scribere … Es heißt cruzifix noch einmal (nu amal) . Gott handelt dort, wo sein erwähltes
Volk ist. Und das ist weder Rom noch der Teutoburger Wald. Difficile est satiram ist bestens gewählt.
Satira als Vorlesung und als Torheit! Wenn Sie als Ministrant Latein gelernt haben, fresse ich einen Besen.
Kein Ministrant hat in den frühen 60ern wirklich erkannt, was er da spricht. Es wurde auch dementsprechend
verhunzt. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Was erzählen Sie hier für eine Mist!
Pontius Pilatus sprach auch Latein. Ich nehme an, dass Pontius Pilatus, der im „Vater unser“ ja vorkommt,
auch lateinisch und nicht hebräisch oder deutsch sprach. Der Schöpfer suchte sich für sein Exempel
mit der Menschheit ein Gebiet aus, das unter römischem Recht stand, stehen sollte. Warum denn das, um
Gotteswillen. Cruxifix nomal. Warum Rom und nicht eine Ortschaft im Teutoburger Wald. Friedrich Schiller
schrieb seine Diplom-Arbeit in Latein. Warum denn das? Er war nicht der einzige, der mit Latein zurecht
kam. Warum soll ein Ministrant nicht, wie ich damals, Latein lernen – die, seine erste Fremdsprache mit
(8-10 Jahren). – Difficile est satiram non scribere …
@Stimme der Vernunft „Meine Mitministranten und ich waren stolz darauf, diese Antworten auswendig zu lernen
und die lateinischen Wörter klar auszusprechen.“ Ja, das ist sehr wohl ein Argument. Dieser Stolz ist
ein positiver Verstärker. Auf diesem Boden wachsen Berufungen. Wo der Verstärker fehlt, nehmen die Berufungen
ab.
Der „Erfolg“ des Pastoralkonzils der 1960er und der deformierten neuvatikanischen Reformmesse: Pünktchen:
1950: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 50,4% 1955: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 48,4% [-4,0%] 1960: 11,9
Millionen (Alter Ritus) = 46,1% [-5,1%] 1965: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 45,1% [-2,1%] 1970: 10,1
Millionen („Rituswechsel“) = 37,4% [-17,1%] 1975: 8,8 Millionen (Neuer Ritus) = 32,6% [-12,8%] 1980: 7,8
Millionen (Neuer Ritus) = 29,1% [-10,7%] 1985: 6,8 Millionen (Neuer Ritus) = 25,8% [-11,3%] 1990: 6,1
Millionen (Neuer Ritus) = 21,9% [-15,1%] 1995: 5,2 Millionen (Neuer Ritus) = 18,6% [-15,1%] 2000: 4,4
Millionen (Neuer Ritus) = 16,5% [-11,3%] 2005: 3,7 Millionen (Neuer Ritus) = 14,3% [-13,3%] Selbstverständlich
hat das II. Vaticanum mit all diesen Zahlen vom Super-GAU der katholischen Kirche nichts zu tun – wer
das sagt, der hat nichts vom Geist des Konzils begriffen und sollte lieber auf Erzbischof Lefebvre und
die Piusbrüder schimpfen, die schließlich an allem schuld sind.
Neues Ministrantenbüchlein Ja, es gibt da ein ganz neues von einem kath. Pfarrer in der Schweiz. Leider
habe ich den Namen vergessen. Das hier könnte gemeint sein: www.fatima.ch/Seiten/Seite101.htm
litterae Ich bin mir sicher, daß es viele Faktoren gibt! Natürlich! Aber der Rituswechsel ist einer
der entscheidenden Faktoren! Dies wurde alles sehr ausführlich hier www.kreuz.net/…ticle.5482-page.html
besprochen. Ich zitiere Burgorus, ich kann es nicht besser sagen! „Es ist richtig, dass der statistische
Beweis nicht die Ursache ermitteln kann. Er stellt lediglich fest, dass vor und nach Rituswechsel ein
gewaltiger Unterschied in der Besucherzahlabnahme geherrscht hat. Theoretisch könnte die Ursache auch
ein Ereignis sein, das mit dem Rituswechsel korreliert. Allerdings sind solche Behauptungen weit hergegriffen.
Es ist doch naheliegend, bei Mess-Besucherzahlen zunächst die Art der Gestaltung der Messe in Betracht
zu ziehen. Wenn ein schlechtes Theater aufgeführt wird und die Leute abhauen, sagen Sie doch auch nicht:
„Der Tagesschausprecher war schuld.“ Die 68er-Bewegung halte ich insofern für mitverantwortlich, als
sie die Theologenschaft ergriffen und so theologisch dem Modernismus Vorschub geleistet hat. Dies hat
den erkennbaren Rituseffekt bei der Gottesdienstentleerung noch verstärkt. Nicht nur, daß der Ritus
gewechselt hatte, die Priester predigten auch zunehmend modernistisch und zeitgeistig! Das Ergebnis: s.
die Zahlen!
stimme Heute kann man der Liturgie sogar ohne Dolmetscher, Handmessbücher und den kleinen Stowasser folgen!
Und warum tun es dann immer weniger? Zur Erinnerung: 1950: 11,7 Millionen (Alter Ritus) = 50,4% 1955:
11,9 Millionen (Alter Ritus) = 48,4% [-4,0%] 1960: 11,9 Millionen (Alter Ritus) = 46,1% [-5,1%] 1965:
11,7 Millionen (Alter Ritus) = 45,1% [-2,1%] 1970: 10,1 Millionen („Rituswechsel“) = 37,4% [-17,1%] 1975:
8,8 Millionen (Neuer Ritus) = 32,6% [-12,8%] 1980: 7,8 Millionen (Neuer Ritus) = 29,1% [-10,7%] 1985:
6,8 Millionen (Neuer Ritus) = 25,8% [-11,3%] 1990: 6,1 Millionen (Neuer Ritus) = 21,9% [-15,1%] 1995:
5,2 Millionen (Neuer Ritus) = 18,6% [-15,1%] 2000: 4,4 Millionen (Neuer Ritus) = 16,5% [-11,3%] 2005:
3,7 Millionen (Neuer Ritus) = 14,3% [-13,3%]
Was für gute Argumente! „Meine Mitministranten und ich waren stolz darauf, diese Antworten auswendig
zu lernen und die lateinischen Wörter klar auszusprechen.“ Meinem Papgei schwillt auch der Kamm vor Stolz,
wenn er es geschafft hat, ein neues Wort auswendig zu lernen und nachzusprechen. Wirklich ein sehr überzeugendes
Argument für die alte Messe. „Meine Mitschüler und ich folgten der Liturgie mit unseren Handmeßbüchern
und gewannen dadurch ein klares Verständnis der Meßteile und ihrer Bedeutung.“ Heute kann man der Liturgie
sogar ohne Dolmetscher, Handmessbücher und den kleinen Stowasser folgen!
@litterae 1.) ich glaube viele Menschen haben Angst vor einem Leben, das nicht in geordneten Bahnen verläuft,
keinem geregelten Ablauf gehorcht, das sie nicht planen können. Ich habe davor keine Angst. Mir macht
es nichts planlos zu leben, ich liebe diese Freiheit und auch mögliche chaotische Zustände, die damit
verbunden sein können. Es ist für mich eigentlich der Gegensatz zwischen dem Sesshaften- und dem Vagabundendasein,
den ich meine. Ich bin so eine Art geistiger Vagabund, der eigenlich auch keine Heimat hat, weil er sich
stets nach dem sehnt, was ihm fern ist, weil ich in allem einen Bezug zu mir erkenne und eine Chance zur
Selbsterfahrung. Das ist die Konsequenz die ich meine: in der Suche nach dem Realen, dem Geistigen alle
Grenzen zu überwinden und sich nie zufriedengeben. 2.) Was mein Lebensinhalt ist habe ich ja bereits
weiter unten charakterisiert. Wer ich bin, ja, das habe ich hier auch schon öfter verlautbaren lassen.
Ich denke, dass ich mich einer ultimativen Rolle verschrieben habe, deren konkrete Ausführung und Darstellung
ich anderen überlasse. Es ist eine Art schlampiger und vagabundierender Messias den ich darstelle. Ein
nach eigenem Ermessen eher unverhoffter Buhle im christianischen Weltenraum, aber kein Widersacher der
Wahrheit und schon garnicht der Liebe.
@zum Glück katholisch Ja, es gibt da ein ganz neues von einem kath. Pfarrer in der Schweiz. Leider habe
ich den Namen vergessen. Vielleicht könntest Du einmal Pro Ecclesia in der Schweiz kontaktieren oder
Pater Engelbert Recktenwald, der seit mehreren Jahren in der Schweiz sitzt. Beide müßten den Pfarrer
und das Büchlein kennen.
@matt2 Ich weiß, dass mich viele Leute als Schmarozer ansehen, aber ich nehme ihnen das garnicht übel,
denn im Grunde haben sie nur Angst vor mir. Nun, ich glaube diese Leute haben einfach keine Ahnung von
der Konsequenz mit der ich lebe, wo es mir nämlich nur um das Wesentliche und Tiefgründige geht, nachdem
es mich innerlich verzehrt. Also eines muss man Ihnen einfach lassen: Sie können schreiben! :)3 Mit diesem
Talent sollten Sie eigentlich versuchen, etwas anzufangen. Aber nun zum Inhaltlichen: Wieso sollte man
Angst vor Ihnen haben? Was ist diese „Konsequenz“, mit der Sie leben genau? Was sehen Sie demnach als
Ihren Lebensinhalt und – vor allem: Für wen halten Sie sich selbst? Die Fragen sind ernst gemeint, also
hoffe ich auf Antwort.
Ich wollte Opus Dei schon erwähnen… gut, dass Sie es aufgebracht haben. Nun: ich bin ja weder das eine
noch das andere, weder Priester noch Arbeiter und ich will es auch nicht sein, weil ich mich ganz der
freiheitlichen Sehnsucht und dem Streben nach Erfüllung meines Daseins im Geist und in der Liebe verschrieben
habe. Ich weiß, dass mich viele Leute als Schmarozer ansehen, aber ich nehme ihnen das garnicht übel,
denn im Grunde haben sie nur Angst vor mir. Nun, ich glaube diese Leute haben einfach keine Ahnung von
der Konsequenz mit der ich lebe, wo es mir nämlich nur um das Wesentliche und Tiefgründige geht, nachdem
es mich innerlich verzehrt. Ja, ich kann es zuweilen fühlen in gewissen Riten, aber es kann auch völlig
mit ihnen versickern, leer und tot und langweilig werden. Ich meine die Leute halten daran fest, weil
sie es gewohnt sind, aber der Geist ist nicht darin, behaupte ich. Denn ähnlich wie der Wind weht wo
er will, so ist es mit dem Empfinden und dem Geist. Es kommt unerwartet, oder man muss danach suchen und
es stets von neuem auffassen, sich selbst dafür aufopfern. Aber in erster Linie denke ich, muss man frech
und rücksichtslos sein und sich einfach nehmen was man will. Denn ein Mensch definiert sich aus meiner
Sicht nicht durch das, was er besitzt, sondern durch das, was er begehrt und seine Fähigkeit es zu lieben.
Und das ist eigentlich mein wahrer Lebensinhalt, meine Fähigkeit zu lieben zu mehren, und das ganze unwichtige
Zeug fällt halt dann von einem ab und wirkt belanglos.
Ganz sachte! Ich bestreite nicht, dass in „profaner Arbeit“ die Verbindung zum Himmel bestehen kann (siehe
Opus Dei: „Finding God in daily life“ – www.opusdei.org/). Nur ist diese Verbindung manches Mal schwerer
zu sehen und manchesmal leichter: In einem Konzert schwerer als in der Liturgie, beim Entdecken der Konstruktion
einer Dampfmaschine schwerer als bei der Entdeckung der Struktur der heiligen Messe (es könnte an Texten
liegen, die uns darauf stoßen – wenn Sie gut sind – was wiederum bei der real existierenden Formenvielfalt
innerhalb des ordentlichen Ritus in Deutschland nicht selbstverständlich ist).
@iustus: aha! und was soll da der gewöhnliche Lehrbub/Arbeiter/Bauer von seiner Tätigkeit halten? eine
Verbindung zum Himmel läßt sich hier wohl nicht konstruieren, oder doch? Sollen etwa alle Leute Ministranten
und hernach Bischöfe werden? Ich sage Ihnen was: es gibt im Leben viele Riten, manche die scheinbar profan
anmuten und manche die scheinbar erhaben wirken. Man kann jede Tätigkeit transzendieren, sodass es erhaben
ist. Wenn ein Mensch im Zuge seiner Tätigkeit Nähe zu Gott gewinnt, es als Meditation in diesem Sinn
versteht, dann kann man fast mit jeder Handlung etwas Sakrales darstellen.
lateinisches Levitenamt Also ich hab das schon sehr oft als Ministrant erlebt: Ein lateinisches, levitiertes
Hochamt und dazu noch, z.B. die Krönungsmesse von Mozart!!! O:O ein erhebendes Erlebnis, wie in einem
Guß, schließlich wurde ja diese Musik für eben diese überlieferte Messe geschrieben. o^/ Da paßt
alles zusammen. :)3 Wer das noch nicht erlebt hat, hat meines Erachtens etwas versäumt; für das Auge,
für das Ohr UND für die Seele!!!! Einfach hingehen, miterleben und mitfeiern…
@matt2 Das ist ganz ähnlich wie mit der Kirchenmusik. Ich kann von den Kompositionen fasziniert sein,
dem großen, zweifellos unter großen gedanklichen Mühen entstandenen Werk, aber vollendet wird die Faszination
erst durch die Verbindung zum Himmel. Ganz konkretes Beispiel: Die Aufführung einer Orchestermesse als
Konzert ist ein großer Genuss, aber perfektioniert wird das Ganze durch die Darbringung als Teil der
Liturgie.
Fragt sich nur, ob der ehrwürdige Bischof einen Unterschied gemerkt hätte… wenn man ihm statt dem
Erlernen des Messritus eine profane Tätigkeit zum Erlernen aufgegeben hätte, etwa den Zusammenbau und
die Betätigung einer Dampfmaschine. Wahrscheinlich hätte er sich daran als Kind mit derselben Hingabe
faszinieren können.
Handbücher für Ministranten Weiß jemand, wo man Handbücher, in denen die Anweisungen für die Ministranten
während der tridentinischen Messe enthalten sind, bekommen kann?