Deutsche Pfarrei
Sehnsucht nach dem Tantum Ergo
In Deutschland beginnen die Priester, die Freigabe der Alten Messe in die Tat umzusetzen. Mit Unterstützung der Pfarrjugend: „Nach ‘ner Stunde Meß-Musik im Kelly-Familiy Stil sehnt man sich zum Tantum Ergo zurück.“
Der Film der Piusbruderschaft zur Erlernung der Alten Messe ist in der Pfarrkirche St. Gertrud in Herzogenrath aufgenommen.
Der Film der Piusbruderschaft zur Erlernung der Alten Messe ist in der Pfarrkirche St. Gertrud in Herzogenrath aufgenommen.
(kreuz.net, Aachen) Der Pfarrer von St.Gertrud in Herzogenrath, Hw. Guido Rodheudt, hat kürzlich eine Stellungnahme zum Motu Proprio abgegeben. Der Artikel von Hw. Rodheudt erschien am 14. Juli in der ‘Süddeutschen Zeitung’.

Der Geistliche ist Priester des Bistums Aachen und Gründungsmitglied des ‘Netzwerks katholischer Priester’. Diesem gehören im deutschsprachigen Raum etwa 400 Priester an.

In seinem Artikel erzählt Hw. Rodheudt – Jahrgang 1964 –, wie er mit dem Alten Ritus in Kontakt kam. Er entdeckte ihn während des Theologiestudiums in Bonn und Augsburg:

Hw. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen.
Hw. Guido Rodheudt aus Herzogenrath im Bistum Aachen.
„Ich bin damals quasi geheim zur Priesterbruderschaft St. Pius X. gegangen, weil man sich als Seminarist immer einem Verdacht aussetzt, wenn man sich für den Alten Ritus interessiert.“

Als Priester machte er nie einen Hehl daraus, die klassische Liturgie zu befürworten, obwohl er sie bislang nicht zelebriert hat.

In seiner Pfarrei versucht Hw. Rodheudt, den Neuen Ritus im Licht der Tradition zu feiern: „Ich muß mich ja auch am Volksaltar nicht als Nachrichtensprecher oder wie ein Fernsehkoch gebärden und tausend persönliche Einlassungen machen.“

Die meisten Priester seien dem Mißverständnis erlegen, daß der Gottesdienst eine kommunikative Handlung zwischen Gemeinde und Priester sei – bedauert er:

„Aber wer sich am Sonntag aus dem Bett erhebt, tut das nicht, weil ihm am Altar ein netter Mann gegenübersteht. Bei der Messe geht es um Gott.“

Durch das Wenden des Altares habe sich ein unguter Subjektivismus eingeschlichen. Der Priester, seine Brille, seine Schlauheit seien plötzlich wichtiger als die Sache.

Dieses anthropozentrische Moment habe Gott letztlich verdrängt:

„Der liturgische Verfall zeigt sich oft in Kleinigkeiten, geht aber bis zur Groteske, wenn Priester hemdsärmlig am Altar stehen.“

Bei besonderen Gelegenheiten zelebriert Pfarrer Rodheudt am Hochaltar zum Herrn hin: „Das hat überhaupt keinen Ärger gegeben, weil ich es vernünftig begründet habe.“

Zum Latein erklärt er, daß jede große Religion ihre Kultsprache besitzt. Diese sei zur Identitätsfindung „notwendig“.

Ab dem ersten Advent will er in seiner Pfarrei einmal pro Woche eine Alte Messe feiern.

Seine Ministranten hätten nichts dagegen, weil sie Freude an der Liturgie besitzen:

„Vor kurzem hatten wir in einer Messe Musik im ‘Kelly-Family-Stil. Da haben die Jugendlichen gesagt: War ja ganz schön, aber nach ‘ner Stunde sehnt man sich zum Tantum Ergo zurück.“

© Video: Pressevideo der ‘Aktion Alte Messe’
      
9 Lesermeinungen
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#9   Aleph †   09:25:20 | Donnerstag, 2. August 2007
Ancilla Domini
Das ist doch klar: die Kirche kann sich nicht ganz vor der Zeit verschließen, weil sonst niemand mehr zu ihr kommt. Da muss die moderne Technik eingesetzt. In dem Fall Technik als willfährige ancilla Domini. Das ist doch gut so.
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#8   r.ruhrgebietler   07:17:58 | Donnerstag, 2. August 2007
@gilbert – Zelebrationsautomat
Das hätten die Atheisten und V-II’ler gerne! Statt Demut, Anbetung und Gottverherrlichung alles lächerlich machen.
Das doofe daran ist nur: bei den V-II’ler gibt es schon heute midi-gestützte Musikautomaten – Liednummer rein und schon dudelt das Instrument das Lied. Warten wir nur darauf: „Wir entschuldigen uns das der Pfarrer noch schläft und schalten live nach xxyyzz zu Ihrer Messe. Die entsstehenden Kosten werden Ihnen bei verlassen des Gebäude automatisch von Ihrem Girokonto einbehalten. Wir bedanken uns für Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen angenehmen Tag!“
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#7   Aleph †   20:32:52 | Mittwoch, 1. August 2007
Zelebrationsautomat
Wenn der Priester seine Person nicht einbringen kann oder darf, könnte ja auch ein Zelebrationsautomat hingestellt werden. Der macht das bestimmt genauso gut.
Vielleicht ist er in der Anschaffung etwas teurer. Aber das amortisiert sich mit jeder Messe, die er hält. Für NOM ist so ein Automat natürlich völlig ungeeignet, aber für extraordinäre Messen wäre dAs doch die Lösung. Der Automat könnte Tag und Nacht Messen lesen, ohne Abnutzungserscheinungen.
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#6   matt2 †   15:04:26 | Mittwoch, 1. August 2007
Wieso sollte der Priester seine Persönlichkeit nicht einbringen dürfen?
und sich einer gewissen Verherrlichung aussetzen indem er seine rituellen Handlungen vor der Gemeinde vollzieht. In der Alten Messe ist der Priester halt der stumme Diener. Er macht da seine Zauberei am Altar. Das soll den Sohn stimulieren sich herabzulassen und einzufahren in die Hostie, so in etwa. Wieso soll sich der Priester nicht auch an der Gemeinde stimulieren, ihre Zuwendung genießen?
Natürlich bietet sich die ganze Messe nicht an für großartige inspirierte personelle Performances. Es ist halt einfach ein repetatives Ritual, alt oder neu, das immer gleich abläuft. Variationen wirken in dem Rahmen eher gekünstelt und unangebracht.
Aber wieso sollte die Gemeinde ihren Priester nicht lieben, weil er für sie die Beziehung mit Gott darstellt. Dann erfährt er halt eine gewisse Vergottung, soll sein. Ein mancher kann damit besser umgehen, als ein anderer. Freilich, wenn der Priester von Haus aus ein biederes Manderl ist, dann wird er sich wahrscheinlich eher davor scheuen.
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#5   Karl Murx   13:57:32 | Mittwoch, 1. August 2007
Haben Sie jemals ein Argument dazu vorgebracht, werter Heggi?
Immerhin nimmt Tridentinus das Problem www.rore-sanctifica.org/…plement_la_force.pdf ernst.
Darüber hinaus hatte ausgerechnet Pater Mura in Le Sel de la Terre die Gültigkeit der Bischofsweihe Ratzingers angezweifelt:
www.rore-sanctifica.org/…vrille_abbe_Mura.pdf
Seitdem Sie in Avrillé virulent geworden waren, ist damit ja nun Schluß.
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#4   Heggi   13:27:06 | Mittwoch, 1. August 2007
Karl Murx
Herr Rotheut ist aber kein Priester.
Karl Murx, Sie werden vermutlich mit dieser vermurxten Theologie noch ins Grab sinken. Denn Änderung ist nicht in Sicht.
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#3   Karl Murx   13:16:13 | Mittwoch, 1. August 2007
Bei dieser Diskussion kommt mir ein unguter Verdacht
Die Anhänger der überlieferten Messe scheinen diese zu bevorzugen, – und zwar ausschließlich-, weil sie einem „so viel gibt“, besonders hinsichtlich des „sakralen Erlebnisses“.
Das ist ein sehr subjektivistischer Ansatz. Es geht bei dem überlieferten Ritus aber hauptsächlich um seinen dogmatischen Gehalt. Diesen kann aber nur jemand zur Geltung bringen, der auch wirklich Priester ist.
Herr Rotheut ist aber kein Priester.
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#2   stat crux   12:42:03 | Mittwoch, 1. August 2007
Messkommunikation
Selbstverständlich ist die Hl. Messe eine kommunikative Handlung, aber der Gemeinde und des Priesters gemeinsam zu Gott; die „Anthropozentrik“ verdrängt „Gott“ nicht zwingend. Gott ist unverdrängbar, sonst wären wir Beter ja Naturalisten wie die Heiden und Pantheisten. Die Transzendenzproblematik, wenn man das so nennen will, ist letztlich in der neuen Messe, wird sie bewusst gebetet, sogar besser „gelöst“.
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#1   Tridentinus   12:01:36 | Mittwoch, 1. August 2007
Our Lady of Walsingham,
pray for us!
We beseech thee, another pint of beer, please.
But now be serious: Great article, great parish priest!
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