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Dienstag, 25. Januar 2005 17:47
Hans oder Hänslein? Das ist hier die Frage
Ein Erzbischof war bestürzt, als er erfuhr, daß kein einziger von den Abschlußschülern einer katholischen Sekundarschule seiner Erzdiözese den Glauben praktiziert. Neue, ungeahnte Initiativen sind gefragt. Ein Hausfrauenkommentar.
(kreuz.net/Korrespondent) Der Erzbischof kommentierte das erschreckende Faktum folgendermaßen: „Wir müssen uns damit abfinden, daß der Abfall von der Kirche weitergehen wird, solange wir nicht neue und ungeahnte Initiativen starten. Diese Initiativen werden wir nur finden, wenn wir die Probleme, an welchen die Kirche gegenwärtig leidet, gemeinsam angehen. Jeder Katholik ist verpflichtet, an der Evangelisierung seiner Freunde und Familie und der Gesellschaft teilzunehmen.“

Eine der vorgeschlagenen Initiativen ist ein mit der Post verschickter Glaubenskurs. Der Kurs scheint ziemlich solide und gut gemacht zu sein. Er fußt auf dem berühmten Werk von Erzbischof Sheehan „Apologetik und Katholische Lehre“.

Seltsam scheint mir allerdings, daß es offenbar keine erzbischöfliche Initiative gibt, um die religiöse Erziehung in den katholischen Schulen wiederherzustellen. Statt dessen sollen Katholiken, die sich um den jämmerlichen Zustand des Religionsunterrichtes Sorgen machen, für einen weiteren Glaubenskurs bezahlen. Dort können sie dann Dinge erfahren, die sie in grauen vorkonziliaren Urzeiten im Religionsunterricht mit Erfolg gelernt haben.

Anschließend soll die bezogene Glaubensinformation wie durch ein Wunder an junge Menschen weitergeben werden, die während ihrer gesamten katholischen Schulerziehung zwölf lange Jahre in einer fast totalen religiösen Apathie gehalten wurden.

Darf man wirklich erwarten, daß diese gleichen Jugendlichen von heiligem religiösen Feuer entbrannt, den Glauben, den sie im katholischen Religionsunterricht zwölf Jahre lang nicht mitbekommen haben, auf einmal den Verteilern des neuen Glaubenskurses aus der Hand fressen?
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 64 Lesermeinungen:
Samstag, 5. Februar 2005 13:22
Danke Yersinia
was ich diesmal durch copy&paste richtig schrieb

Für die Privatnachricht, dass das mir völlig unbekannte Wort
«Suderei»
umgangssprachlich ist für „Jammern, Lamentieren“

Ich nehme an, dass andere Urgermanen hier, es auch nicht wussten
es muss vom Stamm der österreichischen Brüder sein

Love
Bruno-Maria Schulz
Samstag, 5. Februar 2005 08:45
Bruno-Maria Schulz: Total daneben wäre; anzunehmen, dass
„gottlosen Karnevalisten wie zB. Kardinal Lehmann…
möglicherweise der richtige Glaube fehlt“ wie
Gerd am 31. Januar 2005, 21:15 argwöhnt.

Was am Glauben hindert uns ausgelassen fröhlich und lustig zu sein?

Am Christentum ist nichts Trauriges, nichts Beengendes und nichts Bedrückendes. Im Gegenteil – Christsein erfüllt mit Freude und Frohsinn auch dann, wenn man das bei einigen Verklemmten nicht merkt. Sauertöpfisches Christsein ist nicht im Sinne Gottes. Ja, es widerspricht diametral der großen Freude die aller Welt widerfuhr durch Jesus Christus.

Wieso sind Karnevals-Zentren insbesondere röm. katholische Gebiete. Auswüchse gibt es auf allen Ebene – nicht nur in Sachen Humor.

Helau und Alaaf
Bruno-Maria Schulz
Samstag, 5. Februar 2005 08:36
Bruno-Maria Schulz: Natürlich ist der Satz richtig:
>Religionsunterricht allein wird gar nichts bewirken<
wo Eltern und Angehörige eines Kindes gottlos oder gleichgültig sind und Glaube als beliebige Privatsache sehen (beliebig im Annehmen oder Ablehnen), wird das Kind kaum Interesse an Gott (oder Religionsunterricht und Kirche) finden.

Mein Vater brachte uns Kindern von Klein auf Gott, Engel, Teufel, Himmel, Schöpfung mit all ihrer Pracht und Schönheit und den Menschen mit seinem freien Willen in einer so natürlichen Weise bei, dass wir wussten GOTT IST SO REAL EXITENT WIE WIR. Er sagte auch, dass wir eine Gebrauchsanweisung haben. Das Gewissen.

Das Gewissen das uns Gott gab, ist ein Handbuch, dessen erste Seiten die Eltern jeden Kindes für das Kind aufschlagen müssen, mit ihm darin spazieren gehen und erklären, dass da nur 2 Gebote sind; das der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Mitgeschöpfen.

In dieser Erzählweise meiner Eltern, die alles immer wiederholend neu umrankten mit Detailerklärungen, war das komplexe Thema Gottnähe, wie später für unsere Kinder, intuitiv voll erfassbar.

Intuitives Denken der Kinder im Erfassen solcher Grundgedanken des Seins und Lebens in Gott, das ich mit solchen und anderen Geschichten um den Glauben sehr früh und keineswegs zu früh von meinen Eltern vermittelt bekam; meinen Kindern ebenso früh weitergab, wird vielfach unterdrückt, weil Eltern zu früh zu viel Logisches vom Kind erwarten; logischem Denken Priorität einräumen.
Ja – auch deshalb; weil Eltern sich schlicht und einfach genieren, nicht real Sicht- und Greifbares auszusprechen! Genieren voreinander, und später vor den Kindern. Genieren am falschen Objekt. Sündhaft genieren!

Namentlich das Sein des Ichs, ist den Kindern als sehr klare Frage bewusst und will klar und eindeutig beantwortet werden. Hier ist in hohem Maße intuitives Denken der Eltern; sprachliches Übersetzen dies philosophischen Denkens gefragt. Überzeugende Antworten können nur Überzeugte geben. Überzeugendes aufzeigen, können Alle die es wollen – ohne höheres Studium.

Bruno-Maria Schulz
Samstag, 5. Februar 2005 07:41
Yersinia: Mir passt diese Suderei nicht!
Insbesondere machen mich Meldungen vom „zerfallenden Glauben“ skeptisch, wenn sich zugleich und oft in den gleichen Medien die genau gegenteiligen Meldungen finden, in denen über einen Anstieg des Glaubens gejubelt wird. Und der Religionsunterricht allein wird gar nichts bewirken, das ist eine Überforderung dessen, was schulischer Unterricht leisten kann.
Montag, 31. Januar 2005 21:15
GerdEric: wie ist das eigentlich
gottlosen Karnevalisten?
zB Kardinal Lehmann…

warum sind die denn so auf Dei.bel komm raus so lustig?
Fehlt denen auch der richtige Glaube?
Montag, 31. Januar 2005 18:24
Bruno-Maria Schulz: eine Umfrage
Irgendwo aus dem Internet:
Wenn bundesweit nur noch 17,3 Prozent an einen persönlichen Gott glauben (ohne den z.B. das Alte Testament und weite Teile des Neuen Testaments völlig unhaltbar wären), so sind darin auch gläubige Moslems und Juden erfasst. Der Anteil der „unverkürzt“ glaubenden Christen liegt unter einem Sechstel. Eine Umfrage von 1999 im Auftrag des Focus ergab sogar nur noch einen Anteil von 12 Prozent, was den Anteil der „unverkürzt“ glaubenden Christen noch weiter drücken würde.

was genau die oben unter „unverkürzt“ verstehen, weiß ich nicht.

Nun frage ich mich: Soll ich mich wirklich darüber aufregen? Die Nichtglaubenden sind doch angeblich happy…
Gut – sie sind tot; erwarten nichts, als ihr bisschen Leben zu Ende zu leben. Könnte man nicht sagen; lass sie glücklich sein und was sie haben auskosten? So wie man sagt; lasst dieses Vieh glücklich leben – sie werden doch zum Schnitzel.
Glaubenslose müssen eh mit Gewalt glücklich sein, denn dieses leere Glück überdeckt das tödliche NICHTS DAHINTER und deshalb müssen sie laut glücklich sein. Je lauter desto besser, sonst kommt der schale Geschmack des Kunstglücks durch.

Mehr als den Glauben anbieten als das Vollkommendste im Leben und einzig wirklich Erfüllende, können wir doch wohl kaum. Oder?

Der Eine hat’s der Andere nicht
Kanns uns nicht wurscht sein ob’s Andere haben oder nicht – zumal sie sich dagegen wehren?

OK gut – wir haben den Missionsauftrag. Aber gar manches Mal schüttelte ich den Staub von meinen Füßen zum Zeugnis gegen sie – wenn’s so gar keinen Sinn hat.

Andererseits wird uns Christus fragen WARUM HAST DU DEINEN BRUDER NICHT MITGEBRACHT – WARUM LIESST DU ZURÜCK?

Sollen wir dann antworten, weil der Kerl nervte und alles besser wusste und sagte mein Weg ist falsch und dich lästerte?
Könnte sein, dass Gott dann sagt: Dann begleite ihn wenigstens in die Hölle?

Bruno-Maria Schulz
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