(kreuz.net, Essen) Einen Dialog zwischen Glas und Raum hat die Webseite des Bistums Essen am 12. Juli
entdeckt.
Der Ort des Dialoges: Adveniat-Krypta im Essener Dom. Die 1981 bis 1983 in brutalem Beton errichtete
Westkrypta dient als Begräbnisstätte der Essener Bischöfe.
Dort wurden jüngst ein neuer Glasaltar
und ein aus Glas gefertigtes Kästchen mit den Reliquien des heiligen Ludgerus aufgestellt. Der Heilige
ist der zweite Patron des Bistums Essen.
Idee und Entwurf für den Glasaltar stammen von der Berliner
Künstlerin Marie-Luise Dähne.
Von der Künstlerin stammt auch das Lesepult – Ambo – und der Gabentisch.
„So ausdrucksstark die in Betonreliefs gegossenen Geschichten auf den Besucher wirken, so leicht und
transparent erscheinen Altar, Ambo und Kredenz“ – erklärt die Webseite der Diözese.
„Die Transparenz
dieses Materials läßt die Raumgewalt unberührt, und doch wird durch die markante Form des Altars eine
Gewichtung der Mitte erreicht“ – analysiert die Künstlerin.
Sie hat sich – so die Bistumszeitung – intensiv
mit diesem Raum der Essener Bischofskirche auseinandergesetzt, und die prägnanten architektonischen und
künstlerischen Vorgaben „auf ihre Weise“ aufgenommen und gedeutet.
Die achteckige Form der Altarplatte
zeigt das ebenso wie der Korpus des Altartisches, der im Grundriß eine gleichschenkelige Kreuzform bildet.
Das „Besondere“ aber – so die Webseite – ist der Reliquienschrein, der sich scheinbar schwebend im Altarkörper
befindet.
Das Glasmaterial des Schreins wurde mit einer Struktur versehen, die an ein Labyrinth erinnert:
„So ist der Schrein einerseits zu sehen und entzieht sich doch einem genauen Einblick.“
„Ahnungsvoll,
vielschichtig und die Zeiten umspannend“, beschreibt Frau Dähne ihre Gestaltungsidee:
„Der Blick des
Betrachters wird in die Mitte geführt und läßt ihn dann seinen eigenen symbolischen Weg gehen.“
Domkapitular
Dr. Rainer Alfs erinnert die Struktur des Glaskästchens an einen Wolkenschleier und daran, daß der Heilige
Ludgerus nach seinem Tod in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde.
„Eine Herrlichkeit, die sich
unseren Blicken und dem Zugriff aus Raum und Zeit entzieht.“
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41 Lesermeinungen
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#41 landorganist 13:43:33 | Donnerstag, 2. August 2007
Das mag ja alles sein, dennoch würde ich den Altar nicht als Aquarium bezeichnen. Selbstverständlich
entwickelt jede Epoche eigene Ausdrucksformen in Kunst und Musik. Ich sehe nicht, warum sich dies nicht
auch im sakralen Bereich spiegeln sollte/dürfte. Maßstab sollte m. E. der Anspruch sein. Edle Materialen
sind gefordert. Ich halte Glas für einen solchen. Trotzdem noch einmal: Ein persönliches Urteil kann
sich nur der leisten, der vor Ort war.
#40 Tarcisius 09:28:20 | Donnerstag, 2. August 2007
@Landorganist Sie haben völlig Recht: Das sind kann Entscheidungen. Natürlich hat Jesus Christus im
Abendmahlssaal auf einem Holztisch zelebriert. Natürlich kann man in der Bedrängnis auf allem möglichen
zelebrieren; da gibt es doch die Erzählung von dem Priester, der in Ermangelung eines Altares auf seiner
eigenen Brust – also wohl im Liegen – zelebriert haben soll. Die Frage ist, was die Kirche zur Regel macht.
Und da hat die Kirche die Vollmacht, Entscheidungen zu treffen und zu revidieren, wobei einige hier (Stöhr,
Lingen, Ruhrgebietler) damit ein Problem zu haben scheinen. Da dies Entscheidungen sind, die veränderbar
sind, können Veränderungen diskutiert werden. Es ist kein Dogma, das ein Altar aus Stein sein muß.
Andererseits ist es weise, daß die Väter des Vat. II angeordnet haben, in der Liturgie solle nur das
geändert haben, was einen wirklichen Nutzen verspricht. Einen Nutzen sehe ich in der Abschaffung der
Steinaltarplatte mit Märtyrergrab (Eine solche 30x30 cm große Platte hätte sich auch in das Essener
Westkrypta-Aquarium integrieren lassen.) nicht. Ansonsten ist es eine Geschmacksfrage. In 20 Jahren fliegt
das Glaszeugs spätestens wieder raus, wetten? Einer der Glas-/Plexiglasfetischisten hat in seinem Wahn
sogar ein mindestens 80 Jahre altes Vortragekreuz seiner Pfarrei zerstören lassen – um den Korpus auf
ein Plexiglaskreuz zu verpflanzen .
#39 landorganist 14:00:07 | Mittwoch, 1. August 2007
Ich habe nichts gegen Glas, oder Holz, oder Stein. Mir scheint wichtig zu sein, dass der Werkstoff zu
einem würdigen Altar verarbeitet wurde. Sicher gehört Glas zu den faszinierendsten Werkstoffen, die
unter fachkundiger Bearbeitung zu höchster Kunst werden können. Warum nicht auch für einen Altar? Hat
Jesus Christus irgendwo gesagt, dass das Abendmahl nur auf einem Steintisch gefeiert werden darf? Er selber
wird wohl an einem Holztisch gelegen haben, könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
@Landorganist Ich hatte auch nicht ernsthaft vor, zu einer Diskusion über Kirchenmusik an diser Stelle
anzuregen. Obwohl da sicher viel zu zu sagen wäre. Die Diskussionen hier kann man leider nicht so recht
ernstnehmen, zu viele Extremisten, sind hier, und das Niveau ist fast konstant unter der Gürtellinie.
Über den Glasaltar kann man in zweierlei Hinsicht Überlegungen anstellen: 1. über die Geschmacksfrage,
2. über die Frage, ob es grundsätzlich eine kluge Entscheidung war, von der Verpflichtung, nur steinerne
Altarplatten (und zwar aus einem Monolithen gefertigte)zu verwenden. Ich sehe in den neuzeitlichen Holz-
und Glastischen keinen liturgischen Vorteil. Mein Eindruck ist, daß die für die Kunst in den Kirchen
verantwortlichen nicht wirklich kompetent sind, sondern ihre vermeintlichen Kunst- (und Liturgie-)Kompetenz
durch Entscheidungen zu möglichst skurilen Projekten betonen zu können. Die Gipsfiguren- und Plastikmadonnen-Ästhetik
mancher Möchtegern-Traditionellen ist der entgegengesetzte Extremismus.
#37 landorganist 08:01:25 | Mittwoch, 1. August 2007
@Tarcisius Über die Kirchenmusik und deren Niedergang könnte ich sicher viel schreiben, doch reichen
die Zeilen nicht und so scheint mir, ist das hier auch nicht der richtige Ort. Tatsächlich kann man aber
feststellen, dass das was z. B. an neuem geistlichen Liedgut seit 40 Jahren auf den Markt kommt, nur bedingt
gottesdiensttauglich ist. Dennoch würde ich mich nicht anschicken, Allgemeinurteile zu fällen. Es gibt
viele grandiose neue Werke, Meß- oder Psalmvertonungen z. B. von Avo Pärt u. a. Die musikalische Entwicklung
ist nicht im 19. Jahrundert stehengeblieben, dass sind nur die hier vertretenen Fundamentalisten, deren
Verstand auch nur die Botschaft völlig entseelter süßlicher Gipsmadonnen erfasst. Kirchenmusik hat
schon immer eine besondere Auseinandersetzung zwischen musikalischen Ausdrucksmitteln und Texterfordernissen
notwendig gemacht, früher, wie heute. Das liegt vielen, die hier meinen, „Sachkenntnis“ verbreiten zu
müssen, aber fern. Die fällen ihr „kunstsachverständiges Urteil“ z. B. anhand eines völlig nichtssagenden
Fotos, wie es hier über den Glasaltar geschieht.
@Landorganist: „Welche Sorgen…“ Um beim liturgischen und künstlerischen zu bleiben: Der Niedergang
der Kirchenmusik in unserer Zeit. Ihr Fachgebiet, nicht wahr? – schreiben Sie doch mal was dazu… (Nein,
ich unterstelle Ihnen nicht, einen schlechten Job zu machen – wie könnte ich das beurteilen.)
@PietroParente …also müßte man bevor man einen Altar errichtet erst 5 Meter tief ausschachten – hm,
dies kann der Intention der Regelung nicht entsprechen. Also schön, dann liegt formal in der Tat ein
Verstoß vor. (Durch den die Zelebrationsvitrine allerdings weder an Ästhetik gewinnt noch verliert.)
@Tarcisius, Typ Ich kenne mich sehr wohl mit Hagiographien und Heiligenverehrung aus, Märtyrergräber
sind vom „Altarverbot“ ausgenommen. Meines Wissens jedoch sind unter diesem Altar sehr wohl Gebeine begraben.
Es handelt sich wohl um ein Massengrab der Gebeine, die bei den Domrenovierungen gefunden wurden. Also?
Landorganist Die traditionalistischen Kunstsachverständigen besuchen eher die Basilika von Wigratzbadmit
ihren Gipsheiligen aus dem 19. Jahrhundert und geben dann ihr von keinem Kunstsachverstand getrübten
Statement ab. Schließlich stehen sie ja loyal zu ihren Winkellogen und vertreten deren fragwürdigen
Geschmack nach außen, ob passend oder ungelegen. Nach Essen würdes sie nie wegen des angeprangerten
„Frevels“ niemals nicht fahren und ihn auch nicht in Augenschein nehmen wollen, wegen der Gefahr der Sünde.
Lieber gehen sie in den Münchner Herkulessaal um an einem „wunderschönen“ Altar unter einer schlimmen
Kitschmadonna die extraordinäre Messe abzuwickeln.
Warum kein Glasaltar in einer Barockkirche? Um sichtbar zu machen was ohnehin nicht zu sehen ist, dafür
ist Glas ein hervorragender Werkstoff. Es gibt keinen hinreichenden Grund, in barockem Überschwang Ersatzmaterialien
zu verwenden, gemalten Marmor zu verwenden oder die Dienstbarkeit von nachempfundenen Alabaster zu testen.
Wenn der Stein, das Glas, der Beton als Materialien zur Verfügung stehen. Die zu verwenden ist allemal
ehrlicher und Ausdruck er Gegenwart als unidentische Materialien zu verwenden. Warum sollte ein gläserner
Altar nicht in eine barocke Umgebung passen, um durch diese Gegensätzlichkeit dennoch einen einheitlichen
Willen architektonisch zum Ausdruck zu bringen. Auch barocker Überschwang ist an der Realität zu messen,
bevor er ins Uferlose abgleitet. Wer es fassen kann, der fasse es…!
@matt Das ist leider wahr. Andererseits ist das, was gotteslästerlich ist, in der Gothic-Musik meist
offen erkennbar – das kann man dann ja meiden, in anderen Genres ist es oft subtil verborgen. Die Blasphemien
sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie finden sich dementsprechend auch in diesem Genre. Ich möchte
das aber an dieser Stelle nicht weiter ausdiskutieren.
@Vorposter… kennen Sie etwa nicht das Lied „Blasphemous Rumours“ oder „Personal Jesus“ von Depeche Mode?
Also haben Sie da streng genommen auch Gotteslästerliches in ihren Reihen. Ich mag die Jungens trotzdem.
Ich hab auch Sinead O’Connor ganz gerne gehört auch wenn die ein Papst Bild verbrannt hat. Herrgott ich
hab auch Lieder von Elton John, obwohl der Typ ein übler Sodomist ist.
Reden wir also weiter lieber über Musik… … bei mir stehen zur Zeit Lyriel, Unto Ashes (Mariko ist
einfach genial talentiert und obendrein ziemlich süß), Elane und Qntal hoch im Kurs, Helium Vola darf
es auch mal sein oder Cruxshadows… Die Musik von Deine Lakaien mag ich eigentlich auch, allerdings bin
ich etwas sauer auf die Herren, weil sie ein böses Spottlied über den Papst veröffentlicht haben. Und
natürlich die Evergreens: The Cure und Depeche Mode…O:O o^/
Ich steh auf Toto… was hab ich hier noch z.B…mehr so 80er und 90er Sachen…Fleetwood Mac, Tom Petty,
Bon Jovi, Zuchero… bisschen rockig, bisschen herzig.
Haha,laßt uns über unsere Musikgeschmäcker austauschen,das Theologische ist hier meist eh zu flach…
:)3 … Meine Wenigkeit favorisiert an geistlicher Musik den Gregorianischen Choral, was das Profane
angeht Dark-Folk und Gothic. Und nun zerreißt Euch schön das Maul. Ist das niedlich hier bei Kreuz.net…
@Heinrich von und zu und überhaupt Wenn Sie den Krach der Rolling Stones oder der Beatles als Musik empfinden,
sind Sie eindeutig geistesgestört. Ich tue mir so etwas nicht an – dafür lausche ich Tag für Tag lieber
gregorianischen Gesängen, die in ihrer Reinheit und Vollkommenheit wirklich das Herz erwärmen. Zur Abwechslung
tut es auch hin und wieder ein guter alter deutscher Militärmarsch.
BenediktXVI über Bischofskonferenzen ! Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bischofskonferenzen keine
theologische Grundlage haben, sie gehören nicht zur unaufgebbaren Struktur der Kirche, so wie sie von
Christus gewollt ist: Sie haben nur eine praktische, konkrete Funktion.“ „Keine Bischofskonferenz hat
als solche eine lehramtliche Funktion. Entsprechende Dokumente verdanken ihr Gewicht allein der Zustimmung,
die ihnen von den einzelnen Bischöfen gegeben wird.“ So bringt in vielen Bischofskonferenzen der Gruppengeist
und vielleicht der Wunsch nach einem ruhigen Leben oder der Konformismus die Mehrheit dazu, die Positionen
von aktiven, zu klaren Zielen entschlossenen Minderheiten zu akzeptieren. Ich kenne Bischöfe, die unter
vier Augen zugeben, dass sie anders entschieden hätten als in der Konferenz, wenn sie allein hätten
entscheiden müssen. Indem sie das Gruppenspiel akzeptierten, haben sie die Mühe gescheut als ‘Spielverderber’,
als ‘rückständig’ und ‘wenig aufgeschlossen’ angesehen zu werden. Es schein recht angenehm, immer gemeinsam
entscheiden zu können. Auf diese Weise besteht jedoch die Gefahr, dass das ‘Skandalon’ und die ‘Torheit’
des Evangeliums verlorengehen, jenes ‘Salz’ und jener ‘Sauerteig’, was heute angesichts der Schwere der
Krise weniger denn je für einen Christen entbehrlich ist.“
@PietroParente Unter dem Glasaltar ist kein (bekanntes) Grab. Der Altar steht nicht über dem einen Bischofsgrab.
Man kann wohl bei keiner Kirche, die auf einem so alten Kirchhof steht und vielen baulichen Veränderungen
unterlag sicher sein, das nicht ein Seiten- oder gar der Hochaltar über einem Nicht-Märtyrer-Grab steht,
das einfach nicht mehr bekannt ist. Wäre auch nicht schlimm. Ich vermute, die von Ihnen benannte Vorschrift
sollte sicherstellen, daß die Messe über Märtyrergräbern gefeiert wird, und verhindern, daß auch
Gräber von Nicht-Märtyrern für Altäre genutzt werden. Weiß jemand mehr darüber? Es wäre interessant.
@ Pietro Parente Na dann mal ganz schnell den Petersdom niederreißen! Und natürlich die ganze Geschichte
der Märtyrerverehrung! Jahrhunderte der Liturgiegeschichte von Ihnen mal so eben in die Tonne geworfen!
Gratuliere, das nenne ich Chuzpe.
Gräber et al. Es kommt auf die Gräber an. Wenn es sich im Heilige handelt, darf wohl ein Altar drauf
stehen. Man fügt ja gerade aus diesem Grunde Reliquien in den Altar ein. –---- Ich persönlich finde
solche Lösungen aus Glas und Stahl/Metall für einen Altar jedoch als äußerst unpassend. Dieses „Industriedesign“
passt einfach nicht in einen sakralen Raum.
@Heinrich von und zu und überhaupt Stimmt, ICH HASSE DIE BEATLES & DIE ROLLING STONES Aber solchen Schrott
tue ich meinen Ohren nicht einmal an, selbst wenn ich dazu gezwungen wäre. Sie scheinen jedoch solchen
Schrott gerne zu hören, sonst würden Sie es hier nicht erwähnen. Ich liebe jedoch die Gregorianischen
Gesänge!
Nüchternheit unserer Zeit? Man darf sich sicherlich geteilter Meinung über die künstlerische Gestaltung
des Altars sein. Auf mich wirkt er sehr steril, auf andere mag er anders wirken. Moderne Kunst wird meist
unter der Prämisse gestaltet, etwas Neues, bisher noch nicht Dagewesenes, konzeptionell Anderes zu verfertigen.
Und da muss man nahezu zwangsläufig auf solche Lösungen zurückgreifen. Wahrscheinlich spiegelt die
Art der Gestaltung auch den „Geist“ unserer Zeit wieder, der eher auf Nützlichkeit und nüchterne Funktionalität
ausgerichtet ist und somit dem schmückenden Ornament, ja vielleicht einer Ästhetik im traditionellen
Sinn insgesamt eher abhold ist. Ich persönlich finde z. B. den Altar im Londoner Oratorium ungleich beeindruckender.
Natürlich würde dieser nicht in eine Krypta gehören, aber dennoch würde ich diesen Stil insgesamt
vorziehen. Es ist vielleicht ganz ähnlich wie mit so mancher modernen Liturgiegestaltung: Es ist alles
zumindest dem Worte nach „verständlich“, der Priester bemüht sich um eine gewisse Verbindlichkeit der
Gemeinde gegenüber und wünscht einen „Schönen guten Morgen“. Was fehlt, ist manchmal das „Mysterium
tremendum et fascinosum“. Wenn man die Liturgie, sakrale Kunst, Musik, etc. zu stark dem Alltag annähert,
verlieren sie ihre Fähigkeit, gleichsam über diese Welt hinaus zu verweisen. Sie verlieren ihre Würze,
ihre prinzipielle Andersheit gegenüber dem Profanum. Das Heilige zeigt sich in der Welt, aber übersteigt
diese „alltägliche“ Welt um ein Unendliches.
Liturgisches Verständnis im Bistum Essen „Das von der Künstlerin gewählte Material belässt dem Raum
seine Wirkung, lenkt also nicht ab.“ (Domkapitular O. Vieth) www.bistum-essen.de/66+M5d517d04fe4.html
Schön, daß so etwas unwichtiges wie der Altar nicht von den Wänden ablenkt…
auf mich wirkt das auch alles eher kühl und steril, wie im Operationssaal. Ist der damit verbundene Versuch,
dass Mysterium transparent zu machen, liturgisch überhaupt vertretbar?
Peinliches Geschwafel rund um ein ominöses Ding… ich finde das auch stillos, da kann man reden was
man will. Es wirkt kitschig und hässlich. Das Problem ist, das Menschen, die ihre Inspiration leider
nicht vom hl. Geist erfahren hier herumbasteln an Kirchengebäuden mit ihrer selbstgefälligen, klotzigen
Kunst.
Glasaltar Da die Altarplatte bedauerlicherweise nicht mehr zwingend aus Stein gefertigt sein muß – wieder
mal eine Neuregelung, die im Widerspruch zur Liturgie-Kostitution „Sacrosanctum Concilium“ („Schließlich
sollen keine Neuerungen eingeführt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen
der Kirche verlange es.“) steht –, ist der neue Couchtisch kirchenrechtlich leider o.k. Er ist aber
bezeichnend für die Geschmacklosigkeit, die den Essener Dom (Nikolaus-Groß-Kapelle ) und manch andere
Kirche im Bistum Essen mit allerlei Scheußlichkeiten veunstaltet hat. Wenn die 68er-Reaktionäre abgetreten
sein werden, wird es viel Mühe und Geld kosten, deren Unrat wieder aus den Kirchen zu entfernen und zu
ersetzen. Ich möchte nicht wissen, was dieser Kitsch hier wieder gekostet hat.
erfüllt dieser Glastisch die Anforderungen des CIC? Persönlich finde ich diesen Hang zu Tranparenz und
Glas in der modernen Architektur nicht so berauschend. Es passt nicht in die meisten Kirchen. Wann kommt
das tranparente Tabernakel?
Geschmacksfrage Kunst ist ja nun immer eine Geschmacksfrage… Aber wenn man sich überlegt, daß die
gotischen Altäre auch mal als „modern“ galten, sollten man die Kirchen auch für das neue öffnen! Im
übrigen: ich habe selten so etwas wirklich Schönes und Geschmackvolles gesehen! Einfach toll!
Lieber Sentiel, ist schon klar. Und Sie hören Beatles und Rolling Stones. Hätte mich auch gewundert,
wenn Sie auf diesem Gebiet nun vernünftige Ansichten hätten.
Kunst in der Kirche Als einzige Kunst, anerkenne ich die vielen Freimaurerstatuen, die es zB im Kölner
Dom gibt, oder in anderen hochsakralen Kirchenbauten. Diese Statuen, die im Gegensatz zu den Heiligenbildnissen
(Götzenbilder), einen Blick auf das damalige Leben und Sterben zulassen, sind in meinen Augen die wahren
Kunstwerke, die man heutzutage in einer Kirche finden kann. Selbst die kleinen, fettgefressenen Putten
sind keine Kunst, da man sie millionenfach kopiert und zu anderen Zwecken mißbraucht hat, als den, den
diese Figuren eigentlich dienen sollten. Selbst das Abbild eines Domherren aus dem 16. Jahrhundert empfinde
ich als Kunst, da es zeigt, daß es damals halt eben nicht einen vollen Monstranz mit riesigem Ornat gegeben
hat, sondern man ganz würdevoll und still in schwarz zelebrierte. Selbst wenn man Domherr und emirierter
Kardinal zu Rom war. Kunst in der Kirche ist all daß, aus dem man das zeitgenössische Leben ersehen
kann – aber nicht eine zerbrochene Glasscheibe an einem Terrarium. Wäre die Kirche ein solches, besäße
dieses Terrarium nur zerbrochene Wände …
Alabasterne Madonnen, blutleere Jesusse… Da sind ja wohl die ganz großen Kunst- und Kulturexperten
unter sich, beim Austausch ihrer sich gegenseitig bestärkenden Meinungen, was denn Kunst sein dürfe:
alabasterne Madonnen mit entsagendem Blick, kraftlos blutleere Jesusgestalten, die nicht weh tun, sondern
einlullen und andere Heilig mit dem ewig schrägen Blick nach oben. Wenn das denn die Kunst sein soll,
dann sind die Experten ja bei den Petrus- und Puisbruderschaften bestens aufgehoben. In deren Tempeln
findet sich die alabasterne Gipsbüstenkunst zum Ergötzen der Massen, die doch nicht eintreffen. o^/
@Heinrich – das passt wirklich ! Der Modernismus ist ja doch ausgeprägt kleinbürgerlich und kleinlich.
Die Großzügigkeit und der weite Atem des Katholizismus fehlen völlig. Dass sich das auch in der Kunst
widerspiegelt erstaunt nicht. Ja, es fehlen nur noch die Goldfische in dem Aquarium, dann ist alles stimmig
und die vollkomme Harmonie des seienden Ganzen mit dem Universum wieder hergestellt.
Also ich finde, das passt alles sehr gut! Der Modernismus ist ja doch ausgeprägt kleinbürgerlich und
kleinlich. Die Großzügigkeit und der weite Atem des Katholizismus fehlen völlig. Dass sich das auch
in der Kunst widerspiegelt erstaunt nicht.