Kultur
Gläserne Geschichte
In einer deutschen Bischofskirche wurde der Bestattungsort für die Bischöfe mit „Kunstwerken der Gegenwart“ bestückt.
Neue Neue Glasaltar in der Adveniat-Krypta im Essener Dom
Neue Neue Glasaltar in der Adveniat-Krypta im Essener Dom
© Pressestelle des Bistums Essen
(kreuz.net, Essen) Einen Dialog zwischen Glas und Raum hat die Webseite des Bistums Essen am 12. Juli entdeckt.

Der Ort des Dialoges: Adveniat-Krypta im Essener Dom. Die 1981 bis 1983 in brutalem Beton errichtete Westkrypta dient als Begräbnisstätte der Essener Bischöfe.

Dort wurden jüngst ein neuer Glasaltar und ein aus Glas gefertigtes Kästchen mit den Reliquien des heiligen Ludgerus aufgestellt. Der Heilige ist der zweite Patron des Bistums Essen.

Idee und Entwurf für den Glasaltar stammen von der Berliner Künstlerin Marie-Luise Dähne.

Von der Künstlerin stammt auch das Lesepult – Ambo – und der Gabentisch.

„So ausdrucksstark die in Betonreliefs gegossenen Geschichten auf den Besucher wirken, so leicht und transparent erscheinen Altar, Ambo und Kredenz“ – erklärt die Webseite der Diözese.

„Die Transparenz dieses Materials läßt die Raumgewalt unberührt, und doch wird durch die markante Form des Altars eine Gewichtung der Mitte erreicht“ – analysiert die Künstlerin.

Sie hat sich – so die Bistumszeitung – intensiv mit diesem Raum der Essener Bischofskirche auseinandergesetzt, und die prägnanten architektonischen und künstlerischen Vorgaben „auf ihre Weise“ aufgenommen und gedeutet.

Die achteckige Form der Altarplatte zeigt das ebenso wie der Korpus des Altartisches, der im Grundriß eine gleichschenkelige Kreuzform bildet.

Das „Besondere“ aber – so die Webseite – ist der Reliquienschrein, der sich scheinbar schwebend im Altarkörper befindet.

Das Glasmaterial des Schreins wurde mit einer Struktur versehen, die an ein Labyrinth erinnert: „So ist der Schrein einerseits zu sehen und entzieht sich doch einem genauen Einblick.“

„Ahnungsvoll, vielschichtig und die Zeiten umspannend“, beschreibt Frau Dähne ihre Gestaltungsidee:

„Der Blick des Betrachters wird in die Mitte geführt und läßt ihn dann seinen eigenen symbolischen Weg gehen.“

Domkapitular Dr. Rainer Alfs erinnert die Struktur des Glaskästchens an einen Wolkenschleier und daran, daß der Heilige Ludgerus nach seinem Tod in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde.

„Eine Herrlichkeit, die sich unseren Blicken und dem Zugriff aus Raum und Zeit entzieht.“
      
41 Lesermeinungen
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#41   landorganist   13:43:33 | Donnerstag, 2. August 2007
Das mag ja alles sein,
dennoch würde ich den Altar nicht als Aquarium bezeichnen. Selbstverständlich entwickelt jede Epoche eigene Ausdrucksformen in Kunst und Musik. Ich sehe nicht, warum sich dies nicht auch im sakralen Bereich spiegeln sollte/dürfte. Maßstab sollte m. E. der Anspruch sein. Edle Materialen sind gefordert. Ich halte Glas für einen solchen. Trotzdem noch einmal: Ein persönliches Urteil kann sich nur der leisten, der vor Ort war.
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#40   Tarcisius   09:28:20 | Donnerstag, 2. August 2007
@Landorganist
Sie haben völlig Recht: Das sind kann Entscheidungen. Natürlich hat Jesus Christus im Abendmahlssaal auf einem Holztisch zelebriert.
Natürlich kann man in der Bedrängnis auf allem möglichen zelebrieren; da gibt es doch die Erzählung von dem Priester, der in Ermangelung eines Altares auf seiner eigenen Brust – also wohl im Liegen – zelebriert haben soll.
Die Frage ist, was die Kirche zur Regel macht. Und da hat die Kirche die Vollmacht, Entscheidungen zu treffen und zu revidieren, wobei einige hier (Stöhr, Lingen, Ruhrgebietler) damit ein Problem zu haben scheinen. Da dies Entscheidungen sind, die veränderbar sind, können Veränderungen diskutiert werden. Es ist kein Dogma, das ein Altar aus Stein sein muß. Andererseits ist es weise, daß die Väter des Vat. II angeordnet haben, in der Liturgie solle nur das geändert haben, was einen wirklichen Nutzen verspricht. Einen Nutzen sehe ich in der Abschaffung der Steinaltarplatte mit Märtyrergrab (Eine solche 30x30 cm große Platte hätte sich auch in das Essener Westkrypta-Aquarium integrieren lassen.) nicht. Ansonsten ist es eine Geschmacksfrage. In 20 Jahren fliegt das Glaszeugs spätestens wieder raus, wetten? Einer der Glas-/Plexiglasfetischisten hat in seinem Wahn sogar ein mindestens 80 Jahre altes Vortragekreuz seiner Pfarrei zerstören lassen – um den Korpus auf ein Plexiglaskreuz zu verpflanzen :-! .
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#39   landorganist   14:00:07 | Mittwoch, 1. August 2007
Ich habe nichts
gegen Glas, oder Holz, oder Stein. Mir scheint wichtig zu sein, dass der Werkstoff zu einem würdigen Altar verarbeitet wurde. Sicher gehört Glas zu den faszinierendsten Werkstoffen, die unter fachkundiger Bearbeitung zu höchster Kunst werden können. Warum nicht auch für einen Altar? Hat Jesus Christus irgendwo gesagt, dass das Abendmahl nur auf einem Steintisch gefeiert werden darf? Er selber wird wohl an einem Holztisch gelegen haben, könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
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#38   Tarcisius   13:39:28 | Mittwoch, 1. August 2007
@Landorganist
:-) Ich hatte auch nicht ernsthaft vor, zu einer Diskusion über Kirchenmusik an diser Stelle anzuregen.
Obwohl da sicher viel zu zu sagen wäre.
Die Diskussionen hier kann man leider nicht so recht ernstnehmen, zu viele Extremisten, sind hier, und das Niveau ist fast konstant unter der Gürtellinie.
Über den Glasaltar kann man in zweierlei Hinsicht Überlegungen anstellen:
1. über die Geschmacksfrage,
2. über die Frage, ob es grundsätzlich eine kluge Entscheidung war, von der Verpflichtung, nur steinerne Altarplatten (und zwar aus einem Monolithen gefertigte)zu verwenden. Ich sehe in den neuzeitlichen Holz- und Glastischen keinen liturgischen Vorteil.
Mein Eindruck ist, daß die für die Kunst in den Kirchen verantwortlichen nicht wirklich kompetent sind, sondern ihre vermeintlichen Kunst- (und Liturgie-)Kompetenz durch Entscheidungen zu möglichst skurilen Projekten betonen zu können. Die Gipsfiguren- und Plastikmadonnen-Ästhetik mancher Möchtegern-Traditionellen ist der entgegengesetzte Extremismus.
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#37   landorganist   08:01:25 | Mittwoch, 1. August 2007
@Tarcisius
Über die Kirchenmusik und deren Niedergang könnte ich sicher viel schreiben, doch reichen die Zeilen nicht und so scheint mir, ist das hier auch nicht der richtige Ort. Tatsächlich kann man aber feststellen, dass das was z. B. an neuem geistlichen Liedgut seit 40 Jahren auf den Markt kommt, nur bedingt gottesdiensttauglich ist. Dennoch würde ich mich nicht anschicken, Allgemeinurteile zu fällen. Es gibt viele grandiose neue Werke, Meß- oder Psalmvertonungen z. B. von Avo Pärt u. a. Die musikalische Entwicklung ist nicht im 19. Jahrundert stehengeblieben, dass sind nur die hier vertretenen Fundamentalisten, deren Verstand auch nur die Botschaft völlig entseelter süßlicher Gipsmadonnen erfasst. Kirchenmusik hat schon immer eine besondere Auseinandersetzung zwischen musikalischen Ausdrucksmitteln und Texterfordernissen notwendig gemacht, früher, wie heute. Das liegt vielen, die hier meinen, „Sachkenntnis“ verbreiten zu müssen, aber fern. Die fällen ihr „kunstsachverständiges Urteil“ z. B. anhand eines völlig nichtssagenden Fotos, wie es hier über den Glasaltar geschieht.
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#36   Tarcisius   12:07:16 | Dienstag, 31. Juli 2007
@Landorganist: „Welche Sorgen…“
Um beim liturgischen und künstlerischen zu bleiben:
Der Niedergang der Kirchenmusik in unserer Zeit.
Ihr Fachgebiet, nicht wahr? – schreiben Sie doch mal was dazu… ;-)
(Nein, ich unterstelle Ihnen nicht, einen schlechten Job zu machen – wie könnte ich das beurteilen.)
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#35   landorganist   07:59:27 | Dienstag, 31. Juli 2007
Und welche
Sorgen plagen Euch sonst noch?
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#34   Tarcisius   22:32:53 | Montag, 30. Juli 2007
@PietroParente
…also müßte man bevor man einen Altar errichtet erst 5 Meter tief ausschachten ;-) – hm, dies kann der Intention der Regelung nicht entsprechen.
Also schön, dann liegt formal in der Tat ein Verstoß vor. (Durch den die Zelebrationsvitrine allerdings weder an Ästhetik gewinnt noch verliert.)
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#33   PietroParente   20:47:09 | Montag, 30. Juli 2007
@Tarcisius, Typ
Ich kenne mich sehr wohl mit Hagiographien und Heiligenverehrung aus, Märtyrergräber sind vom „Altarverbot“ ausgenommen. Meines Wissens jedoch sind unter diesem Altar sehr wohl Gebeine begraben. Es handelt sich wohl um ein Massengrab der Gebeine, die bei den Domrenovierungen gefunden wurden. Also?
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#32   Aleph †   13:17:39 | Montag, 30. Juli 2007
Landorganist
Die traditionalistischen Kunstsachverständigen besuchen eher die Basilika von Wigratzbadmit ihren Gipsheiligen aus dem 19. Jahrhundert und geben dann ihr von keinem Kunstsachverstand getrübten Statement ab.
Schließlich stehen sie ja loyal zu ihren Winkellogen und vertreten deren fragwürdigen Geschmack nach außen, ob passend oder ungelegen.
Nach Essen würdes sie nie wegen des angeprangerten „Frevels“ niemals nicht fahren und ihn auch nicht in Augenschein nehmen wollen, wegen der Gefahr der Sünde.
Lieber gehen sie in den Münchner Herkulessaal um an einem „wunderschönen“ Altar unter einer schlimmen Kitschmadonna die extraordinäre Messe abzuwickeln.
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#31   landorganist   12:56:06 | Montag, 30. Juli 2007
Wer von den
traditionalistischen „Kunstsachverständigen“ war schon vor Ort und hat sich den Raum persönlich angesehen?
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#30   Aleph †   10:18:29 | Montag, 30. Juli 2007
Warum kein Glasaltar in einer Barockkirche?
Um sichtbar zu machen was ohnehin nicht zu sehen ist, dafür ist Glas ein hervorragender Werkstoff. Es gibt keinen hinreichenden Grund, in barockem Überschwang Ersatzmaterialien zu verwenden, gemalten Marmor zu verwenden oder die Dienstbarkeit von nachempfundenen Alabaster zu testen. Wenn der Stein, das Glas, der Beton als Materialien zur Verfügung stehen. Die zu verwenden ist allemal ehrlicher und Ausdruck er Gegenwart als unidentische Materialien zu verwenden. Warum sollte ein gläserner Altar nicht in eine barocke Umgebung passen, um durch diese Gegensätzlichkeit dennoch einen einheitlichen Willen architektonisch zum Ausdruck zu bringen. Auch barocker Überschwang ist an der Realität zu messen, bevor er ins Uferlose abgleitet. Wer es fassen kann, der fasse es…!
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#29   Tarcisius   01:28:53 | Montag, 30. Juli 2007
@matt
Das ist leider wahr. Andererseits ist das, was gotteslästerlich ist, in der Gothic-Musik meist offen erkennbar – das kann man dann ja meiden, in anderen Genres ist es oft subtil verborgen.
Die Blasphemien sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie finden sich dementsprechend auch in diesem Genre. Ich möchte das aber an dieser Stelle nicht weiter ausdiskutieren.
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#28   matt2 †   01:18:49 | Montag, 30. Juli 2007
@Vorposter…
kennen Sie etwa nicht das Lied „Blasphemous Rumours“ oder „Personal Jesus“ von Depeche Mode? Also haben Sie da streng genommen auch Gotteslästerliches in ihren Reihen. Ich mag die Jungens trotzdem. Ich hab auch Sinead O’Connor ganz gerne gehört auch wenn die ein Papst Bild verbrannt hat. Herrgott ich hab auch Lieder von Elton John, obwohl der Typ ein übler Sodomist ist.
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#27   Tarcisius   01:06:03 | Montag, 30. Juli 2007
Reden wir also weiter lieber über Musik…
… bei mir stehen zur Zeit Lyriel, Unto Ashes (Mariko ist einfach genial talentiert und obendrein ziemlich süß), Elane und Qntal hoch im Kurs, Helium Vola darf es auch mal sein oder Cruxshadows… Die Musik von Deine Lakaien mag ich eigentlich auch, allerdings bin ich etwas sauer auf die Herren, weil sie ein böses Spottlied über den Papst veröffentlicht haben.
Und natürlich die Evergreens: The Cure und Depeche Mode…O:O
o^/
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#26   matt2 †   00:15:12 | Montag, 30. Juli 2007
Ich steh auf Toto…
was hab ich hier noch z.B…mehr so 80er und 90er Sachen…Fleetwood Mac, Tom Petty, Bon Jovi, Zuchero… bisschen rockig, bisschen herzig.
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#25   Tarcisius   23:55:51 | Sonntag, 29. Juli 2007
Haha,laßt uns über unsere Musikgeschmäcker austauschen,das Theologische ist hier meist eh zu flach…
:)3 …
Meine Wenigkeit O:) favorisiert an geistlicher Musik den Gregorianischen Choral, was das Profane angeht Dark-Folk und Gothic.
Und nun zerreißt Euch schön das Maul.
Ist das niedlich hier bei Kreuz.net…
:-D :-D :-D
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#24   Sentinel   23:16:21 | Sonntag, 29. Juli 2007
@Heinrich von und zu und überhaupt
Wenn Sie den Krach der Rolling Stones oder der Beatles als Musik empfinden, sind Sie eindeutig geistesgestört.
Ich tue mir so etwas nicht an – dafür lausche ich Tag für Tag lieber gregorianischen Gesängen, die in ihrer Reinheit und Vollkommenheit wirklich das Herz erwärmen.
Zur Abwechslung tut es auch hin und wieder ein guter alter deutscher Militärmarsch.
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#23   Ansbach.Dragoner   22:35:22 | Sonntag, 29. Juli 2007
BenediktXVI über Bischofskonferenzen !
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bischofskonferenzen keine theologische Grundlage haben, sie gehören nicht zur unaufgebbaren Struktur der Kirche, so wie sie von Christus gewollt ist: Sie haben nur eine praktische, konkrete Funktion.“
„Keine Bischofskonferenz hat als solche eine lehramtliche Funktion. Entsprechende Dokumente verdanken ihr Gewicht allein der Zustimmung, die ihnen von den einzelnen Bischöfen gegeben wird.“
So bringt in vielen Bischofskonferenzen der Gruppengeist und vielleicht der Wunsch nach einem ruhigen Leben oder der Konformismus die Mehrheit dazu, die Positionen von aktiven, zu klaren Zielen entschlossenen Minderheiten zu akzeptieren. Ich kenne Bischöfe, die unter vier Augen zugeben, dass sie anders entschieden hätten als in der Konferenz, wenn sie allein hätten entscheiden müssen. Indem sie das Gruppenspiel akzeptierten, haben sie die Mühe gescheut als ‘Spielverderber’, als ‘rückständig’ und ‘wenig aufgeschlossen’ angesehen zu werden. Es schein recht angenehm, immer gemeinsam entscheiden zu können. Auf diese Weise besteht jedoch die Gefahr, dass das ‘Skandalon’ und die ‘Torheit’ des Evangeliums verlorengehen, jenes ‘Salz’ und jener ‘Sauerteig’, was heute angesichts der Schwere der Krise weniger denn je für einen Christen entbehrlich ist.“
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#22   HeinrichderZweite   21:20:27 | Sonntag, 29. Juli 2007
Lieber Sentinel,
ICH HASSE DIE BEATLES & DIE ROLLING STONES
na na na! Hass ist doch nie gut.
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#21   Tarcisius   21:05:05 | Sonntag, 29. Juli 2007
@PietroParente
Unter dem Glasaltar ist kein (bekanntes) Grab. Der Altar steht nicht über dem einen Bischofsgrab. Man kann wohl bei keiner Kirche, die auf einem so alten Kirchhof steht und vielen baulichen Veränderungen unterlag sicher sein, das nicht ein Seiten- oder gar der Hochaltar über einem Nicht-Märtyrer-Grab steht, das einfach nicht mehr bekannt ist. Wäre auch nicht schlimm. Ich vermute, die von Ihnen benannte Vorschrift sollte sicherstellen, daß die Messe über Märtyrergräbern gefeiert wird, und verhindern, daß auch Gräber von Nicht-Märtyrern für Altäre genutzt werden. Weiß jemand mehr darüber? Es wäre interessant.
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#20   Typ   20:20:32 | Sonntag, 29. Juli 2007
@ Pietro Parente
Na dann mal ganz schnell den Petersdom niederreißen!
Und natürlich die ganze Geschichte der Märtyrerverehrung! Jahrhunderte der Liturgiegeschichte von Ihnen mal so eben in die Tonne geworfen!
Gratuliere, das nenne ich Chuzpe.
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#19   juergen   20:12:19 | Sonntag, 29. Juli 2007
Gräber et al.
Es kommt auf die Gräber an. Wenn es sich im Heilige handelt, darf wohl ein Altar drauf stehen. Man fügt ja gerade aus diesem Grunde Reliquien in den Altar ein.
–----
Ich persönlich finde solche Lösungen aus Glas und Stahl/Metall für einen Altar jedoch als äußerst unpassend. Dieses „Industriedesign“ passt einfach nicht in einen sakralen Raum.
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#18   PietroParente   19:19:38 | Sonntag, 29. Juli 2007

Der „Altar“ steht übrigens auf Gräbern. Auf Gräbern darf kein Altar stehen und somit auch keine Hl. Messe auf ihnen gefeiert werden!
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#17   Sentinel   19:18:44 | Sonntag, 29. Juli 2007
@Heinrich von und zu und überhaupt
Stimmt,
ICH HASSE DIE BEATLES & DIE ROLLING STONES
Aber solchen Schrott tue ich meinen Ohren nicht einmal an, selbst wenn ich dazu gezwungen wäre.
Sie scheinen jedoch solchen Schrott gerne zu hören, sonst würden Sie es hier nicht erwähnen.
Ich liebe jedoch die Gregorianischen Gesänge!
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#16   Montfalcone   16:18:16 | Sonntag, 29. Juli 2007
@Marsilius:
fascinans. ;-)
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#15   Marsilius Ficinus   16:13:37 | Sonntag, 29. Juli 2007
Nüchternheit unserer Zeit?
Man darf sich sicherlich geteilter Meinung über die künstlerische Gestaltung des Altars sein. Auf mich wirkt er sehr steril, auf andere mag er anders wirken. Moderne Kunst wird meist unter der Prämisse gestaltet, etwas Neues, bisher noch nicht Dagewesenes, konzeptionell Anderes zu verfertigen. Und da muss man nahezu zwangsläufig auf solche Lösungen zurückgreifen. Wahrscheinlich spiegelt die Art der Gestaltung auch den „Geist“ unserer Zeit wieder, der eher auf Nützlichkeit und nüchterne Funktionalität ausgerichtet ist und somit dem schmückenden Ornament, ja vielleicht einer Ästhetik im traditionellen Sinn insgesamt eher abhold ist. Ich persönlich finde z. B. den Altar im Londoner Oratorium ungleich beeindruckender. Natürlich würde dieser nicht in eine Krypta gehören, aber dennoch würde ich diesen Stil insgesamt vorziehen. Es ist vielleicht ganz ähnlich wie mit so mancher modernen Liturgiegestaltung: Es ist alles zumindest dem Worte nach „verständlich“, der Priester bemüht sich um eine gewisse Verbindlichkeit der Gemeinde gegenüber und wünscht einen „Schönen guten Morgen“. Was fehlt, ist manchmal das „Mysterium tremendum et fascinosum“. Wenn man die Liturgie, sakrale Kunst, Musik, etc. zu stark dem Alltag annähert, verlieren sie ihre Fähigkeit, gleichsam über diese Welt hinaus zu verweisen. Sie verlieren ihre Würze, ihre prinzipielle Andersheit gegenüber dem Profanum. Das Heilige zeigt sich in der Welt, aber übersteigt diese „alltägliche“ Welt um ein Unendliches.
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#14   Tarcisius   15:56:26 | Sonntag, 29. Juli 2007
Liturgisches Verständnis im Bistum Essen
:'( „Das von der Künstlerin gewählte Material belässt dem Raum seine Wirkung, lenkt also nicht ab.“
(Domkapitular O. Vieth)
www.bistum-essen.de/66+M5d517d04fe4.html
Schön, daß so etwas unwichtiges wie der Altar ;-) nicht von den Wänden ablenkt… :-D :-D :-D
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#13   HeinrichderZweite   15:42:15 | Sonntag, 29. Juli 2007
Lieber Jürgen,
die alte Einrichtung war barock! Gelsenkirchener Barock um es genau zu sagen.
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#12   Typ   15:24:26 | Sonntag, 29. Juli 2007
@ Fabianus
Wenn man das Mysterium sogar essen darf, darf in Essen auch Glas stehen.
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#11   Fabianus   15:08:31 | Sonntag, 29. Juli 2007
auf mich wirkt das
auch alles eher kühl und steril, wie im Operationssaal. Ist der damit verbundene Versuch, dass Mysterium transparent zu machen, liturgisch überhaupt vertretbar?
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#10   matt2 †   15:04:54 | Sonntag, 29. Juli 2007
Peinliches Geschwafel rund um ein ominöses Ding…
ich finde das auch stillos, da kann man reden was man will. Es wirkt kitschig und hässlich. Das Problem ist, das Menschen, die ihre Inspiration leider nicht vom hl. Geist erfahren hier herumbasteln an Kirchengebäuden mit ihrer selbstgefälligen, klotzigen Kunst.
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#9   Tarcisius   14:53:05 | Sonntag, 29. Juli 2007
Glasaltar
Da die Altarplatte bedauerlicherweise nicht mehr zwingend aus Stein gefertigt sein muß :'( – wieder mal eine Neuregelung, die im Widerspruch zur Liturgie-Kostitution „Sacrosanctum Concilium“ („Schließlich sollen keine Neuerungen eingeführt werden, es sei denn, ein wirklicher und sicher zu erhoffender Nutzen der Kirche verlange es.“) steht o.O –, ist der neue Couchtisch kirchenrechtlich leider o.k. :-S
Er ist aber bezeichnend für die Geschmacklosigkeit, die den Essener Dom (Nikolaus-Groß-Kapelle :-! ) und manch andere Kirche im Bistum Essen mit allerlei Scheußlichkeiten veunstaltet hat. :-!
Wenn die 68er-Reaktionäre abgetreten sein werden, wird es viel Mühe und Geld kosten, deren Unrat wieder aus den Kirchen zu entfernen und zu ersetzen.
Ich möchte nicht wissen, was dieser Kitsch hier wieder gekostet hat. :-[
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#8   juergen   14:44:39 | Sonntag, 29. Juli 2007
Die alte Einrichtung…
…war auch nicht gerade toll
www.bistum-essen.de/…dveniatkrypta-me.jpg
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#7   Fabianus   14:15:16 | Sonntag, 29. Juli 2007
erfüllt dieser
Glastisch die Anforderungen des CIC?
Persönlich finde ich diesen Hang zu Tranparenz und Glas in der modernen Architektur nicht so berauschend. Es passt nicht in die meisten Kirchen. Wann kommt das tranparente Tabernakel?
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#6   timpressum †   14:11:25 | Sonntag, 29. Juli 2007
Geschmacksfrage
Kunst ist ja nun immer eine Geschmacksfrage… Aber wenn man sich überlegt, daß die gotischen Altäre auch mal als „modern“ galten, sollten man die Kirchen auch für das neue öffnen!
Im übrigen: ich habe selten so etwas wirklich Schönes und Geschmackvolles gesehen! Einfach toll!
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#5   HeinrichderZweite   14:08:26 | Sonntag, 29. Juli 2007
Lieber Sentiel,
ist schon klar. Und Sie hören Beatles und Rolling Stones. Hätte mich auch gewundert, wenn Sie auf diesem Gebiet nun vernünftige Ansichten hätten.
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#4   Sentinel   13:44:39 | Sonntag, 29. Juli 2007
Kunst in der Kirche
Als einzige Kunst,
anerkenne ich die vielen Freimaurerstatuen, die es zB im Kölner Dom gibt, oder in anderen hochsakralen Kirchenbauten.
Diese Statuen, die im Gegensatz zu den Heiligenbildnissen (Götzenbilder), einen Blick auf das damalige Leben und Sterben zulassen, sind in meinen Augen die wahren Kunstwerke, die man heutzutage in einer Kirche finden kann.
Selbst die kleinen, fettgefressenen Putten sind keine Kunst, da man sie millionenfach kopiert und zu anderen Zwecken mißbraucht hat, als den, den diese Figuren eigentlich dienen sollten.
Selbst das Abbild eines Domherren aus dem 16. Jahrhundert empfinde ich als Kunst, da es zeigt, daß es damals halt eben nicht einen vollen Monstranz mit riesigem Ornat gegeben hat, sondern man ganz würdevoll und still in schwarz zelebrierte. Selbst wenn man Domherr und emirierter Kardinal zu Rom war.
Kunst in der Kirche ist all daß, aus dem man das zeitgenössische Leben ersehen kann – aber nicht eine zerbrochene Glasscheibe an einem Terrarium. Wäre die Kirche ein solches, besäße dieses Terrarium nur zerbrochene Wände …
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#3   Aleph †   13:27:48 | Sonntag, 29. Juli 2007
Alabasterne Madonnen, blutleere Jesusse…
Da sind ja wohl die ganz großen Kunst- und Kulturexperten unter sich, beim Austausch ihrer sich gegenseitig bestärkenden Meinungen, was denn Kunst sein dürfe: alabasterne Madonnen mit entsagendem Blick, kraftlos blutleere Jesusgestalten, die nicht weh tun, sondern einlullen und andere Heilig mit dem ewig schrägen Blick nach oben. Wenn das denn die Kunst sein soll, dann sind die Experten ja bei den Petrus- und Puisbruderschaften bestens aufgehoben. In deren Tempeln findet sich die alabasterne Gipsbüstenkunst zum Ergötzen der Massen, die doch nicht eintreffen. o^/
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#2   Strepto von Kokke   12:05:41 | Sonntag, 29. Juli 2007
@Heinrich – das passt wirklich !
Der Modernismus ist ja doch ausgeprägt kleinbürgerlich und kleinlich. Die Großzügigkeit und der weite Atem des Katholizismus fehlen völlig. Dass sich das auch in der Kunst widerspiegelt erstaunt nicht.
Ja, es fehlen nur noch die Goldfische in dem Aquarium, dann ist alles stimmig und die vollkomme Harmonie des seienden Ganzen mit dem Universum wieder hergestellt.
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#1   HeinrichderZweite   11:42:06 | Sonntag, 29. Juli 2007
Also ich finde, das passt alles sehr gut!
Der Modernismus ist ja doch ausgeprägt kleinbürgerlich und kleinlich. Die Großzügigkeit und der weite Atem des Katholizismus fehlen völlig. Dass sich das auch in der Kunst widerspiegelt erstaunt nicht.
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