08:31:57 | Mittwoch, 26. Januar 2005
Vor knapp zwei Wochen nannte der linksextreme Kölnern Lokalpolitiker Claus Ludwig den Erzbischof von Köln in einer wüsten Beschimpfung einen „Haßprediger“ und „Frauenfeind“. Der Generalvikar der Erzdiözese ließ jetzt dem Lokalpolitiker ausrichten, rechtliche Schritte zu prüfen, sollte dieser nicht öffentlich widerrufen.
(kreuz.net, Köln) Die linksliberale Kölner „Tageszeitung“ (taz) berichtete am Dienstag, daß Joachim
Kardinal Meisner „rechtliche Schritte“ gegen den Kölner Ratsherrn Claus Ludwig prüft, weil dieser seine
Haßtiraden gegen den Erzbischof nicht zurücknehmen will. Ludwig denke nicht daran, seine
diffamierenden
Aussagen gegen den angeblichen „Haßprediger“, „Frauen- und Menschenfeind“ und „aggressiven Fundamentalisten“
im Kölner Dom zurückzunehmen.
Anlaß für Ludwigs Ausfälle war eine Predigt, in der sich Kardinal
Meisner gegen die Zerstückelung und Absaugung von Kindern im Mutterleib aussprach. Ludwig selbst ist
ein starker Befürworter der Gewalt gegen ungeborene Kinder.
Claus Ludwig gehört zu einem kleinen extremistischen
Wahlbündnis, das sich „Gemeinsam gegen Sozialraub“ nennt und sich als „linke Alternative in Köln“ bezeichnet.
Der Generalvikar des Kölner Erzbischofs, Dominik Schwaderlapp, forderte Ludwig in einem Schreiben auf,
seine Aussagen „öffentlich zu korrigieren“. Mit diesen habe er den höchsten Repräsentanten der katholischen
Kirche in Köln beleidigt. Sollte Ludwig keine Korrektur vornehmen, „werde der Generalvikar rechtliche
Schritte gegen den beleidigenden Inhalt seiner Äußerungen prüfen lassen“.
Ludwigs Beschimpfungen seien
eine „untragbare Entgleisung, die einer öffentlichen Richtigstellung“ bedürften.
Wie es scheint, sieht
der Linksextremist keinen Handlungsbedarf. Er denke nicht an Widerruf, meinte er gegenüber der linksliberalen
Kölner „Tageszeitung“ (taz). Der angedrohten Prüfung rechtlicher Schritte sehe er „gelassen entgegen“.
Er empfinde seine Beurteilung als „sachlich und von der Meinungsfreiheit gedeckt“.
Statt der geforderten
Richtigstellung Genüge zu leisten, verteidigte und wiederholte Ludwig seine Aussagen. Die Art wie Kardinal
Meisner seit Jahren Schwangerschaftsabbrüche in den Mittelpunkt seiner Reden stelle, gegen die Gleichstellung
von Schwulen und Lesben polemisiere und mit Inbrunst Soldatengottesdienste zelebriere, erweise ihn als
christlichen Fundamentalisten. Wenn Kardinal Meisner in seiner Dreikönigspredigt wieder einmal Frauen
und Ärzte auf eine Stufe mit Verbrechern gestellt habe, nehme er „zumindest billigend in Kauf, daß seine
Anhängerschaft Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch haben vornehmen lassen, verachtet und haßt“,
behauptete Ludwig. „Daher halte ich die Formulierung ‘Haßprediger’ für korrekt.“
Kirchliche Kreise
äußerten ihr breites Unverständnis zur uneinsichtigen Haltung von Claus Ludwig. Ludwig benehme sich
wie ein trotziges Kind, das nicht wisse, wann Schluß sei. Obwohl der Staatsanwalt bereits öffentlich
erklärt hatte, daß die Dreikönigspredigt von Kardinal Meisner keinen strafrechtlich relevanten Inhalt
habe, zeigte der Lokalpolitiker den Erzbischof auch noch nach dessen Entschuldigung an.
Nach heftigen
medialen Angriffen ist Kardinal Meisner eingeknickt und hat den
veröffentlichten Text seiner Predigt
geändert. Die Passage, wonach „zuerst Herodes die Kinder von Betlehem umbringen ließ, dann unter anderem
Hitler und Stalin, Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit ungeborene Kinder
millionenfach umgebracht würden“, wurde ersatzlos gestrichen.
Beobachter bezweifeln, daß die Drohungen
des Kölner Generalvikars gegen Ludwig mehr sind als Säbelrasseln. Auch der Kardinal selbst habe durch
die Modifikation seiner Predigt gezeigt, daß seine häufig publikumswirksamen Worte in Tat und Wahrheit
nicht immer ganz so ernst gemeint seien.
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#3
GerdEric 22:10:54 | Donnerstag, 3. Februar 2005
#2
Uwe Schmidt 07:07:02 | Mittwoch, 2. Februar 2005
#1
Bruno-Maria Schulz 09:01:03 | Freitag, 28. Januar 2005