11:23:26 | Donnerstag, 2. August 2007
Die Lippenbekenntnisse der Kirchenvertreter müssen endlich aufhören. Offener Brief von Dipl. Ing. Andreas Kirchmair an den Bischof von Graz.

Mons. Egon Kapellari, Bischof von Graz
© Pressefoto, www.papstbesuch.at(kreuz.net, Piberegg) In Ihrem Fastenhirtenbrief vom März 2007 schreiben Sie: „Christen sollen für das
Prinzip Leben eintreten – gebeten oder ungebeten“.
Davon angesprochen schickte ich Ihnen am 25. März
einen bisher unbeantworteten
Offenen Brief.
Einen Monat später – am 24. April – baten Sie in der gleichen
Sache um Ideen und Vorschläge aller Mitarbeiter und Helfer in Ihrer Diözese.
Ich habe mich entschlossen,
meine Vorschläge wieder in der Form eines Offenen Briefes an Sie zu richten.
Der Lebensschutz befindet
sich in Österreich in einer tragischen Situation. Mit Unterstützung von Politik und Bischofskonferenz
wird er von der ‘Aktion Leben Österreich’ verwaltet.
Die Tätigkeit der ‘Aktion Leben Österreich’ ist
von verharmlosenden Sprüchen wie „große Wunde“, „Helfen statt Strafen“, „Wir sind nicht radikal“, „Es
gibt kein Post-Abortion-Syndrom“, „Schwangerschaftsabbruch“, „Fristenregelung nicht antasten“ gekennzeichnet.
Wer in Politik und Kirche aus diesem Reservat ausbricht, wird gejagt und verjagt.
Seit langem ist die
Kirche beim Lebensschutz zerstritten und kaum wirksam. Die amtskirchlichen Strategien sind gescheitert.
Bis auf wenige Ausnahmen hat man sich arrangiert. Man ist nicht bereit, zu kämpfen.
Die Ideologie der
Abtreibung ist so tief in die Kirche eingedrungen, daß die Kirche ohne Hilfe von außen und von oben
nicht gesunden kann.
Glauben Sie an das Evangelium! Handeln Sie endlich! Das Blut der Kinder und die
Not ihrer Eltern schreien zum Himmel!
Einige konkrete Ideen zur Förderung des Lebensschutzes:
• Die
Realität sehen. Die schwangere Mutter wird alleine gelassen. Das ungeborene Kind ist schutzlos. Uneheliche
Kinder und Mütter werden diskriminiert. Viele Väter machen sich aus dem Staub. In Kirche und Gesellschaft
gibt es eine Schweigemauer. Die Kindestötung ist ein Geschäft. Österreich ist eines der reichsten und
zugleich kinderfeindlichsten Länder
der Welt. Es herrscht ein Krieg gegen die eigene Zukunft.

Kinderleiche mit 2 Monaten.
• Eindeutige
Worte und Taten. Die Lippenbekenntnisse der Kirchenvertreter müssen aufhören. Verharmlosende politische
Lügen über die Abtreibung sind zu ächten.
Verdrehte Ausdruckweisen sind zu tabuisieren. Die sogenannte
„Kriminalisierung der Mutter“ ist in Wirklichkeit eine Garantie des geschuldeten Rechtsschutzes für Mutter
und Kind.
Der sogenannte Schwangerschaftsabbruch ist in Wirklichkeit die Tötung eines ungeborenen Kindes.
Der Spruch „Helfen statt Strafen“ muß „Helfen statt töten“ heißen.
Es geht bei einer Abtreibung nicht
um die Mutter – es geht um die Mutter, den Vater und das Kind.
• Die Glaubwürdigkeit wieder herstellen.
Das kann nur geschehen, wenn jede Institution unseres Landes – vor allem die Kirche – jetzt und nicht
erst in sechzig Jahren ein Mea Culpa spricht.
Wir sind schuld daran geworden, daß ungeborene Kinder
und ihre Mütter – in einer Situation höchster Schutzbedürftigkeit – dem freien Spiel der Kräfte überlassen
werden.
Es braucht Zeichen der Umkehr, Reue und Wiedergutmachung.
• Ungeborene ins Bewußtsein holen.
Das Leben beginnt mit der Empfängnis, nicht mit der Geburt. Diese ist nur eine Zwischenstation.
Echte
katholische Berater müssen ausgebildet werden. In den Schulen ist eine umfassende Aufklärung über alle
Lebensphasen notwendig. Ungeborene Kinder sollen einen Namen erhalten und gesegnet werden.
Der namenlosen,
getöteten ungeborenen Kinder ist – wie der Kriegsgefallenen – zu gedenken. Sie sind auf Friedhöfen zu
bestatten und nicht als Sondermüll zu behandeln.
In jedem katholischen Friedhof muß es eine Gedenkstätte
für das unbekannte Kind geben.
• Pro Life Gruppen sind zu fördern. Sie leisten seit Jahren Unglaubliches
und verdienen höchste Wertschätzung und Unterstützung. Allianzen sind notwendig. Regelmäßige Kontakte
sollen dazu beitragen, Spannungen auszuräumen.
• Der heute enorme Druck auf Mütter und ihre ungeborenen
Kinder muß abgebaut werden.
Alleingelassene Mütter sollen nicht über Leben und Tod ihrer eigenen Kinder
entscheiden müssen.
Sie sind vielmehr vom Augenblick der Empfängnis an mit allen Mitteln des Rechtsstaates,
des Kirchenrechts und der Caritas zu schützen. Jeder muß bestraft werden, der eine schwangere Mutter
zur Abtreibung drängt.
Pfarren und Organisationen sollen „Mütter in Not“ aufnehmen.
• Die Väter
sind wachrütteln. Jedes Kind – auch das ungeborene – besitzt Vater und Mutter. Aber vor dem Gesetz existieren
die Väter praktisch nicht. Die Väter stehen ihren Kindern gegenüber in einer Mitverantwortung.
• Öffentliche
Maßnahmen sind zu setzen. Die Massentötungen ungeborener Kinder sind keine Privatsache. Sie werden mit
Steuergeldern und durch die Medien gefördert – teilweise in öffentlichen Krankenhäusern verübt.
Darum
sind auch öffentliche Gebetsprozessionen gegen die Kinderabtreibung ein Gebot der Stunde.
Katholiken
sollen auch Ehrungen des Abtreibungsstaates ablehnen.
Kollaborateure der Abtreibung sind mit kirchlichen
Sanktionen zu belegen.
Andreas Kirchmair ist ein steirischer Lebensschützer und Unternehmensberater.
Der Text des Offenen Briefes ist gekürzt und bearbeitet.
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