(kreuz.net, Hamburg) Die katholische Kirche im Norden Deutschlands sieht kaum Bedarf für Messen im Alten
Ritus.
Das erklärte der Hamburger Weihbischof, Mons. Hans-Jochen Jaschke (65), am 21. Juli vor der Tageszeitung
‘Lübecker Nachrichten’.
Die Deutsche Bischofskonferenz habe bundesweit Erhebungen zur Alten Messe durchgeführt:
„Nur aus wenigen Großstädten – Köln und München – ist der Wunsch nach Messen im Alten Ritus gekommen.“
Im Norden Deutschlands existiert praktisch keine Nachfrage – so der Weihbischof.
Weihbischof Jaschke
Darum gibt der Weihbischof
Entwarnung. Der neue Ritus, der „vom Zweiten Vatikanischen Konzil festgelegt“ worden sei, bleibe der Normalfall.
Dennoch will der Weihbischof, sofern er von einer Gruppe angesprochen wird, selber die Alte Messe für
sie lesen: „Und wenn sie zu mir kommen und sich eine lateinische Messe etwa am Dienstag abend wünschen,
dann feiere ich mit ihnen diese Messe.“
Er sei mit Latein groß geworden: „Der Alte Ritus hat für mich
auch eine ästhetische Komponente: feierlich ohne Entertainment, in sich gültig.“
Als Gründe für die
Freigabe der Alten Messe sieht der Weihbischof Versöhnung mit den Anhängern im großen Umfeld des „traditionalistischen
Kardinals Lefebvre“.
Auch liturgische Entwicklungen seit dem Pastoralkonzil sieht der Weihbischof als
Grund für die Freigabe der Alten Messe. Die Neue Messe habe sich in dieser Zeit „bei allem Guten manchmal
aber doch zu sehr in Richtung Event entwickelt“.
Der Schritt des Papstes sei eine „leicht Korrektur“.
„Diese
Verlautbarung, die der Papst hat machen lassen, war in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig,
sie belastet die Stimmung und erschwert sachliche ökumenische Bemühungen.“
Email-Adressen der Empfänger
49 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@ viroblationis Da ich weiß, dass Sie intelligent sind, gehe ich davon aus, dass Sie den Unterschied
zwischen einer einzelnen Veranstaltung und einem regelmäßigen Angebot kennen. Hätte Jaschke stattdessen
eine Messe zelebriert, so hätte Ihnen das übrigens ohnehin nicht gepasst. Schließlich war das Treffen
ja abends… Jaschke hat offenbar auch nicht verschwiegen, dass es Probleme zwischen Kirche und Freimaurerei
gibt. Seinen Auftritt hätte er sich vermutlich dennoch besser gespart, da kann ich Ihnen zustimmen.
Wes Geistes Kind er ist Als Ärgernis für die katholische Öffentlichkeit hat der Initiativkreis katholischer
Laien und Priester im Erzbistum Hamburg (IKH) den angekündigten Vortrag von Weihbischof Dr. Hans-Jochen
Jaschke vor Hamburger und Bremer Freimaurern bezeichnet. Wie das Hamburger Abendblatt meldete und wie
ein Sprecher der Hamburger Freimaurerlogen bestätigte, sollte der Weihbischof am Aschermittwoch vor „rund
100 Freimaurern aus 16 Hamburger und vier Bremer Logen“ anlässlich ihres 2. Internationalen Freundschaftsessens
sprechen. Mit seiner Teilnahme an diesem Freundschaftsessen und seinem als „Hauptreferat“ angekündigten
Vor- trag werde, so der IK in einem Schreiben an den Weihbischof, nach außen der Eindruck erweckt, als
habe die Kirche ihr Urteil gegenüber den Freimaurern geändert… Tatsächlich besteht jedoch die ablehnende
Haltung der Kirche unverändert fort. Dies stellte die Kongre- gation für die Glaubenslehre in ihrer
Erklärung vom 26.11.1983 fest, der sich auch die Deutsche Bi- schofskonferenz ausdrücklich angeschlossen
hat. Der Initiativkreis erwartet vom Weihbischof, dass sein Vortrag, entgegen der Mitteilung der Veranstal-
ter, auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, um nicht nur Vermutungen zu vermeiden, sondern
auch jeglichem Verdacht auf Geheimniskrämerei entgegenzuwirken. (IK-Hamburg,23.02.2004) Merke: Für die
Feinde der Kirche hat er auch am Feiertag Zeit.
@ virOblationis Ich finde es ungehörig, dass Sie das Angebot des Weihbischofs als „abspeisen“ verstehen.
Jaschke kann, wie ich bereits darlegte, als Weihbischof aller Voraussicht nach keine regelmäßige Sonntagsmesse
anbieten. Dies kann nur über die Pfarreien selbst geschehen. Insofern ist das Angebot des Weihbischofs
nicht als Angebot der Diözese, sondern als persönliches Angebot zu verstehen. Wie wäre es denn, wenn
jeder so handelt würde wie der Weihbischof? Wäre es dann gut? Kann also das Angebot Jaschkes isoliert
noch schlecht sein?
konkurrenzlos Diejenigen, die im Erzbistum nach der Alten Messe fragen würden (Initiativkreis) hat man
jahrelang auflaufen lassen, bis sich die meisten frustriert zerstreut haben. Das Abspeisen mit einem „Dienstagabend“
liegt ganz auf dem Niveau der Indulte vor Erscheinen des Motu Proprio. Die nächste für Hamburger erreichbare
überlieferte Messe wurde Mittwochabends in Osnabrück zelebriert. – Konkurrenz ist unter solchen Umständen
nicht zu befürchten.
@ virOblationis Offenbar würde er ja eine Messe FE zelebrieren, dann können die in Hamburg ansässigen
Gläubigen ja mal die Probe aufs Exempel machen. Aber vielleicht fragt ja keiner, weil es keinen gibt
und die FSSPX sähe solches als „Konkurrenz“. Kann ja auch sein.
Kapelle St. Theresia von Avila Die Zahl der Gottesdienstbesucher in der Hamburger FSSPX-Kapelle liegt
in Hamburg sonntags bei etwa 50. Es gibt in den Gemeinden schon noch Gläubige, die sich nach einer überlieferten
Messe sehnen. Sie werden aber mißachtet, wenn nicht in ihrer Frömmigkeit verunglimpft. Oft handelt es
sich um Ältere. Da wartet man wohl auf eine biologische Lösung. Doch die Neu-Gläubigen sind unbeständige
Gottesdienst-Besucher; man sieht’s an den sich leerenden Kirchen. In letzter Zeit tauchen in der Alsterdorfer
FSSPX-Kapelle zunehmend neue Gesichter auf, wobei natürlich längst nicht alle bleiben werden; das ist
gewiß. Doch Wachstum ist unverkennbar. Weihbischöfliche Konkurrenz wird kaum in nennenswertem Umfang
zu erwarten sein. Viel lieber trifft sich Seine Exzellenz ja auch im Straßenanzug mit den Vertretern
anderer Religionen zu ökumenistischem Begängnis, als daß er eine Alte Messe zelebrieren würde; von
letzterem ist jedenfalls nichts bekannt, von ersterem hingegen mehr als genug.
@ Benedikt Danach wurde Jaschke aufgenscheinlich nicht gefragt. Und so wie ich die Situation der Kirche
im Erzbistum Hamburg einschätze, wird dies wohl auch kaum jemand tun. Dafür ist die Messe viel zu katholisch.
Man muß dazu wissen, daß der hochkirchlich eingestellte evangelische Pfarrer Rüß in Hamburg Eppendorf
mit seinen Gottesdiensten dem katholischen Meßverständnis wohl um ein Vielfaches näher kommt als jede
katholische Durchschnittspfarrei im Erzbistum. Wenn Sie dort einen Priester suchen, der die Lehre vom
Meßopfer noch glaubt, dann müssen Sie lange suchen. Ganz zu schweigen von den Gläubigen. Wie viele
Besucher hat die FSSPX-Kapelle (scheinbar das einzige altrituelle Meßzentrum dort) in der Millionenstadt
Hamburg eigentlich? Wie viele Besucher die FSSPX-Kapelle in HH hat, weiß ich nicht, jedoch ist sie nicht
das einzige altrituelle Meßzentrum im Erzbistum. Daneben gibt es auch noch eine Niederlassung in Lübeck.
Man beachte außerdem, daß der Anteil der katholischen Bevölkerung im Erzbistum Hamburg mit 3,6 % (M-V),
6,1 % (S-H) und 10,3 % (HH) auch extrem niedrig liegt. P.S.: Jene Priester im Erzbistum, die ihren Glauben
(i.S.d. Lehre) noch nicht verloren haben und deshalb selber furchtbar unter den gegenwärtigen Verhältnissen
leiden, seien bei dieser Gelegenheit dem Gebet aller anempfohlen.
@ virOblationis Wenn Seine Exzellenz ein akzeptables Angebot machen wollte, könnte er einen Priester
des Bistums mit der Zelebration beauftragen. Danach wurde Jaschke aufgenscheinlich nicht gefragt. Er hat
nur gesagt, was er tun würde. Im übrigen könnte Jaschke wahrscheinlich keinen Priester damit beauftragen.
Als Weihbischof hat er keine natürliche Jurisdiktion im Erzbistum Hamburg, seine Aufgaben als Bischofsvikar
umfassen andere Felder. Jaschke kann gar nichts derartiges anweisen, das kann nur der Erzbischof oder
der Generalvikar (evtl ein Bischofsvikar mit entsprechenden Befugnissen). Aber egal: Jaschke ist hiernach
offensichtlich auch gar nicht gefragt worden, er hat lediglich darauf geantwortet was er tun würde und
er würde es tun. Langt das dem Traditionalisten? Natürlich nicht, er hackt weiter darauf herum und erwarten
Antworten, die mit der Frage nichts zu tun haben. Im Übrigen ist die Einschätzung Jaschkes gar nicht
widerlegt. Haben Sie etwa bessere Kenntnisse über die tatsächliche Nachfrage? Hätte der Bischof über
mein Bistum gesprochen, so müsste ich ihm jedenfalls Recht geben. Das MP oder die Messe in der außerordentlichen
Form sind weder in meiner Pfarrei noch meinem Dekanat kein Thema. Auch fällt auf, das die oft zitierten
Initiativkreise, Netzwerke etc. nie im Norden angesiedelt sind. Wie viele Besucher hat die FSSPX-Kapelle
(scheinbar das einzige altrituelle Meßzentrum dort) in der Millionenstadt Hamburg eigentlich?
@ Benedikt Wie schön es wäre, wenn Traditionalisten mal guten Willen auch honorieren würden. Darum
geht es nicht. Es geht darum, dass jeder, der nicht nach der Pfeife von kreuz.net tanzt, mit Kübeln voller
Schmutz beworfen wird. Denn kreuz.net steht über den Bischöfen und über ihrer Zuständigkeit, selbst
Sorge zu tragen für ihre Herde. kreuz.net erwartet, dass jeder Bischof sich erst hier im Forum Einverständnis
erbetteln muss, ansonsten hat ist er eben Abschaum und hat es nicht verdient, dass man versucht, ihn zu
seinen Gunsten zu verstehen und zu interpretieren. Merke: Die Hermeneutik des Hasses hat immer recht,
solange es sich um Hass von kreuz.net, niemals gegen kreuz.net handelt. Und Bischöfe sind überhaupt
Dreckschweine, über die kreuz.net eines Tages Gericht sitzen und sie alle händereibend in die Hölle
werfen wird, wo diese Judenfreunde und Untermenschen eben hingehören!
Es ist schon fast überflüssig zu antworten: Wenn Seine Exzellenz ein akzeptables Angebot machen wollte,
könnte er einen Priester des Bistums mit der Zelebration beauftragen. Natürlich ist daran nicht gedacht.
Es ist auch nicht die Rede von Nachfrage und Angebot(en) in Gemeinde(n). Stattdessen: Eine Messe im Alten
Ritus am Dienstagabend. Vielleicht einmal pro Monat oder noch öfter? Bieten Sie doch so etwas ‘mal den
Anhängern des NOM an!
@ virOblationis „Und wenn sie zu mir kommen und sich eine lateinische Messe etwa am Dienstag abend wünschen,
dann feiere ich mit ihnen diese Messe.“ Was für ein großzügiges, attraktives Angebot! Ist es ja wohl
auch. Eine Sonntagsmesse oder gar tägliche Messe kann ein mit Firmungen und Visitationen beauftragter
Weihbischof nicht turnusgemäß zelebrieren. Auch sonst hat er vermutlich einen nicht gerade kleinen Terminkalender.
Ein Weihbischof ist eben kein Pfarrer mit einer eigenen Gemeinde. Wie schön es wäre, wenn Traditionalisten
mal guten Willen auch honorieren würden.
@ gilbert et spacerat nur zur info: Bach hat aber ohne „Skrupel“ Messen für das ach so verfemte „katholische
Hochamt“ geschrieben, dies nur im Gegensatz zu den Wölfen im Schafspelz (möglicherweise kommt diese
Bemerkung sogar in Bezug auf Palliumträger), die diesen Ritus kleinhalten wollen. Unsere Hierarchie verhält
sich nach dem MP um kein Jota anders, als der angelsächsische Episkopat unter Cranmer. Luther selbst
wollte die Liturgiesprache Latein beibehalten, hat sich aber dann für den leider beschrittenen Weg der
Muttersprache (soweit mir in Erinnerung, damit auch der Bauer es versteht) entschieden.
@gotthard Ja, Du hast schon recht, die Umerziehung der letzten Jahrzehnte war eben gründlich. Das Motu
proprio ist aber doch so gefasst, dass die Priester privat den alten Ritus feiern können, deshalb kann
es jedem Tradi ziemlich egal sein, wie er selbst, wie der Bischof, wie die Öffentlichkeit die Nachfrage
einschätzt. Natürlich wurden damals nicht alle gegen ihren Willen umerzogen, viele wollten eine Änderung.
Über Prozentzahlen zu streiten ist müßig. Wozu? Aber schaumer dochmal, wie’s in 40 Jahren aussieht
(so Gott will natürlich).
Nachfrage? natürlich gibt es praktisch keine Nachfrage… selbst in diesem eindeutig ausgerichteten Portal
und Forum ergäbe die Nachfrage wohl noch keine feste Gruppe, wie sie im MP vorausgesetzt wird. Der Weihbischof
kennt halt seine Diözese – und die Wünsche seiner Leute. Alles andere sind Potemkinsche Dörfer und
Hirngespinste… im besten Fall Wunschdenken…„wünschen darf man ja noch wollen dürfen…“
SapaceRat Das soll und wird nichts ändern. Aber warum betonen Sie, dass Johann Sebastian Bach ein lutherischer
Organist war. Wer das nicht weiß, den interessiert es nicht. Und wer es weiß, wird Bach viel eher als
den Thomaskantor und Schöpfer des Weihnachtsoratoriums identifizieren, von dem übrigens auch die berühmte
h-Moll-Messe stammt mit dem nicäanischen Credo. An den Tatsachen ändert sich auch kein Jota.
@gilbert: Weihnachtsoratorium @gilbert Inwiefern ändert Ihre Feststellung etwas an den Tatsachen? Auch
„Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren“ wird in Versammlungshallen der römischen Gemeinschaft
gerne gesungen, ist aber urprotestantisch (J. Neander, ref. Pfarrer, 1680).
Wenn Lefebrve weiter bunkert Aber Ilion gehört doch nicht in den römischen Jurisdiktionsbereich. Möglicherweise
bunkert Lefebrve dort weiter westwärts und plötzlich entsteht im Gelände des Vatikan plötzlich ein
tiefes Loch… ochh!
Trojanisches Pferd Das sieht Pater Rahna anders, eher müsste Mgr G. einiges gut machen, was aber leider
nicht zu erwarten ist. Mgr L. könnte man stattdessen zum Titularbischof von Ilion …ww.catholic-hierarchy.org/diocese/d2i19.html
ernennen, denn er war ein Trojanisches Pferd in der heiligen Kirche.
Wiedergutmachungseffekt Dann könnte man dem posthum zu Kardinal ernannten Bishof Lefebrve zum Kardinalbischof
von Partenia mitten in der Wüste ernennen und dem derzeitigen Titelträger Bischof Gaillotwieder ein
ordentliches Bistum in Frankreich zuweisen. So hätte die posthume Kreierung Lefebrves auch noch einen
spezifisch christlichen Wiedergutmachungseffekt.
Msgr Lefebvre … … ist anerkanntermaßen eine der übelsten Gestalten der Kirchengeschichte des 20.
Jahrhunderts. Der Herr hat seinen Glaubensabfall zugelassen, denn oportet et haereses esse.
@panetta bei der heilige eucharistie geht es ja wohl nur! um den empfang des leibes christi und nicht
welcher priester den leib austeilt völliger schmu, daß das eine besondere ehre sein soll, von dem schismatiker
die kommunion empfangen zu haben – jeder priester ist hierbei gleich und immer nur medium…
Erzbischof Lefebvre posthum zum Kardinal ernannt Das wäre zwar zu schön, so es denn ginge, aber die
Einleitung des Seligsprechungsprozesses wäre statt dessen die richtige Ehrung. Jedenfalls zählt Monseigneur
Lefebvre zu den überragenden Persönlichkeiten des XX.Jahrhunderts, vielleicht darf er sogar als der
Mann des Jahrhunderts gelten. Als junger Mann hatte ich dreimal die Ehre, von ihm persönlich die heilige
Kommunion zu empfangen.
Liebes Redaktiuonsmitglied Rudolf! Ändern Sie diesen Schwachsinn einfach, und zwar möglichst umgehend.
Aber es zeigt einmal mehr, wie widerlich diese Hetz-Seite ist. Das meint nicht nur Pater Rahna
Magisterium +.net? Auch liturgische Entwicklungen seit dem Pastoralkonzil sieht der Weihbischof als Grund
für die Freigabe der Alten Messe. Ist mit dem »Pastoralkonzil« etwa das Concilium Oecumenicum Vaticanum
Secundum gemeint? Willkommen im Club von Pino Alberigo und der Schule von Bologna, die ihrerseits in der
Neuausgabe von COD eigenmächtig z. B. das Tridentinum als »Generalsynode« der lateinischen Kirche verkaufen.
Pater Rahna meint: da ist +.net um keinen Deut besser.
@ Bischof Jaschke Jaschke: „Nur aus wenigen Großstädten – Köln und München – ist der Wunsch nach Messen
im Alten Ritus gekommen.“ Dies ist nachweislich nicht wahr, Herr Bischof. Und das wissen Sie! Darum gibt
der Weihbischof Entwarnung. Wovor müßte denn gewarnt werden? Der neue Ritus, der „vom Zweiten Vatikanischen
Konzil festgelegt“ worden sei, bleibe der Normalfall. Auf dem 2. Vat. Konzil (1962-65) wurde kein „neuer
Ritus festgelegt“, schon gar nicht der Ritus von 1969/70! Dennoch will der Weihbischof, sofern er von
einer Gruppe angesprochen wird, selber die Alte Messe für sie lesen: „Und wenn sie zu mir kommen und
sich eine lateinische Messe etwa am Dienstag abend wünschen, dann feiere ich mit ihnen diese Messe.“
Er sei mit Latein groß geworden: „Der Alte Ritus hat für mich auch eine ästhetische Komponente: feierlich
ohne Entertainment, in sich gültig.“ Warum ist der Alte Ritus dann etwas, wovor Bischöfe, Dekane Pfarrgemeinderäte,
ZdK-Funktionäre solch eine große Scheu haben? (…) des „traditionalistischen Kardinals Lefebvre“. Lefebvre
ein Kardinal? Interessant! Und andere traditionsverbundene Gemeinschaften außer der FSSPX scheint der
Bischof überhaupt nicht zu kennen! Auch liturgische Entwicklungen seit dem Pastoralkonzil sieht der Weihbischof
als Grund für die Freigabe der Alten Messe. Die Neue Messe habe sich in dieser Zeit „bei allem Guten
manchmal aber doch zu sehr in Richtung Event entwickelt“. Bischof Jaschke hat offensichtlich verstanden,
worum es geht!
SpaceRat Merkwürdiger Weise werden einige Lieder vom Weihnachtsoratorium „Ich steh’ an deiner Krippen…“
(z.B.) auch in katholischen Gottesdiensten gesungen, wie dort auch das Weihnachtsoratorium sehr gern aufgeführt
wird. Das wissen Sie vielleicht nicht besser, weil Sie immer stolz weggeschat haben oder sie haben es
einfach immer ignoriert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Übrigens Bach hat von 1685-1750 gelebt,
als Gedächtnisstütze. Er ist kein Zeitgenosse.
#22 virOblationis 12:13:17 | Freitag, 3. August 2007
Ein Hoch auf Seine Exzellenz! „Und wenn sie zu mir kommen und sich eine lateinische Messe etwa am Dienstag
abend wünschen, dann feiere ich mit ihnen diese Messe.“ Was für ein großzügiges, attraktives Angebot!
@cum te Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Die alte Messe könnte sich irgendwie als Stachel im breiten
Gesäß der „Konzilsgeist“-Beamten erweisen. Zur „Reform der Reform“ liefe die Rückbindung (re-ligio)
an das Konzil parallel und die Re-form des Eigensinns zum wahren Konzilsgeist (der nicht mit dem Buchstaben
zu verwechseln ist, sich aber von diesem auch nicht ins Selbstsüchtige und Eigensinnige emanzipieren
darf) @Sirilo Es ist interssant, wie Kard. Ratzinger in seiner autobiograph. Schrift die Dinge in seiner
„oberbayer.“ Jugend wahrnimmt. Der Gebrauch des Schott (resp. „Bomm“) war wohl auch ein wichtiger Bestandteil
der aktiven Teilnahme. Es war bei vielen doch ein größere Bereitschaft vorhanden, sich mit dem Ritus
auseinanderzusetzen, als sie es darstellen. Die volkspädagogischen Belehrungen, die heute oft als Einleitung
zu den liturg. Vollzügen und manchmal gar in Begleitung derselben gewählt werden, zerstören den Sinn
des Objektiven, der dem Kultus innewohnt. Die ganze Ehrfurcht „der Altvorderen“ bestand ja darin, daß
sie – wie viel sie auch immer verstanden o. nicht verstanden haben – „wußten“, daß sich am Altar ein
Geheimnis der Liebe Gottes vollzieht, das ihnen geschenkt wird, sich zu ihnen herabneigt. Stattdessen
ist heute die Vorstellung vom Selber –„Gestalten“ und „Machen“ getreten, die das Ganze stark in die Richtung
gruppendynamischer Therapien rückt.
„Geist des Konzils“ Das Konzil bietet nicht den geringsten Anhaltspunkt z.B. für eine Abschaffung des
Zölibats. Dennoch stellte Regens Trippen schon 1974 vdie Z.-Frage in den Mittelpunkt seines Beitrags
zum Hdb. Der Kirchengeschichte (Bd. VII). Den Rest kann man sich denjen: Wer die Aufweichung des Z. zum
Dreh- und Angelpunkt der Kirchenreform macht (Träumerei!), erzielt gar nichts. Aber vermutlich erwarteten
große Teile des Klerus schon 1959 vom Konzil den „Bruch“ mit dem Tridentinum und „frischen Wind“ in der
Z. Frage. Die Enzyklika Paul VI. von 1967 (Z. bleibt) war dann ja das Signal zum „Sturm“, der den Klerus
bis zum Amtsantritt JP 2 ziemlich lahmgelegt hat. Mein Verdacht: Wer im Klerus „nein“ zu Humanae vitae
(1968) sagte, meinte eigentlich das andere, „kleine Problem“. Und wo der Ungehorsam erstmal zum Prinzip
wird, da gibts dann eben so viele Schismen wie Priester (von P. VI. bereits 1964 „vorhergesehen“, Eccl.
suam); und wo jeder sein eigener Hl. Vater ist, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, an einer öffentlichen
Religion festzuhalten. So sieht der „Kult“ dann auch bisweilen aus. Da die meisten Altrituellen (aus Unverstand,
wie ich meine) wenig mit dem Konzil anfangen können, erhofft man von dort vdie „re-lecture“ vermutlich
vergebens. Richtig ist, dass insb. Dei Verbum und Lumen Gentium ziemlich „konservativ“ klingen. Johannes
Paul I. sagte bereits: Das I. Vatikanum hat viele Freunde (die „Tradi“), das III. Vatikanum hat viele
Freunde (die „Modernisten“), nur das II. nicht.
@Pünktchen Sie schrieben: „Zu diesen „Voraussetzungen“ gehört zwar nicht das Große Latinum, aber die
Bereitschaft, Sinn und Bedeutung der liturgischen Vollzüge zu erkunden und verstehen zu lernen.“ Ich
habe die „Alte Messe“ mindestens von meiner Erstkommunion 1953 an (in einem stockkatholischen Dorf in
Oberbayern) bis zur „Liturgiereform“ miterlebt und kann mich nicht erinnern, jemals eine Predigt oder
eine Homilie über „Sinn und Bedeutung der liturgischen Vollzüge“ gehört zu haben. In meiner Erinnerung
hat nie ein Priester etwas Erklärendes über den Ritus gesagt (außer im Erstkommunionunterricht, und
dort in sehr kindorientierter Form). Das Volk hat seine Lieder gesungen, ist an den entsprechenden Stellen
aufgestanden oder niedergekniet und ansonsten passiv dem geheimnisvollen Geschehen am Altar gefolgt (die
älteren Frauen haben Rosenkranz gebetet, die ‘gestandenen’ Männer standen im Kirchenvorraum und haben
sich über die Getreide- und Rinderpreise unterhalten). Der Klerus hat meiner Meinung nach wenig getan,
um das Verständnis für die Liturgie zu fördern. Heute liest man auf einmal sehr viele schöne Dinge
über die tridentische Liturgie, über die man damals zumindest dem Volk gegenüber nicht geredet hat.
Vielleicht hat das Kirchenvolk deshalb die alte Liturgie im großen und ganzen so widerstandslos aufgegeben –
weil man es nie gelehrt hatte, den alten Ritus zu verstehen und zu lieben…
cum te Die heutige Re-Integration der „alten Messe“ ist ganz etwas anderes, nämlich die Erweiterung der
konzilaren Einsichten zugunsten der eigenen, älteren Tradition (vgl. Nr. 399 AEM 2002). Möglicherweise
eröffnet die Re-integration der alten Messe eine neue Runde der Re-lecture des Konzils! Bei den „Geist
des Konzils“- Interpreten geht es mir so wie im bekannten Goethe-Zitat: Was ihr den Geist der Zeiten heisst
Das ist im Grund der Herren eigener Geist
Nett von ihm dass er selber nach dem Messbuch Johannes XXIII. zelebrieren möchte. Aber auf die statistische
Erhebung der DBK vertraut er etwas allzu blauäuig. Ich hätte Bedarf, wurde aber nicht gefragt.
@Pünktchen – ob Jaschke das begriffen hat was Sie gerade geschrieben haben? Er müßte ja selber den
Sinn der Liturgie verstanden haben (was zum jetzigen Ztpkt. nicht der Fall ist, da er irre redet) Wie
schön doch das Weihnachtsoratorium ist…
Ottaviani ihre kranhaften phantasuen kommentiere ich nicht Da tun Sie sogar ein gutes Werk, in dem Sie
dem Forum Ihre Kommentare mit der individuellen Rechtschreibung ersparen… :)3
@matt Falsch. Die Liturgie regelt in der Kirche die zuständige Autorität. 1970 eine „Wahlfreiheit“ zu
gewähren, hätte zum (echten) Schisma geführt, weil die Tradi (seit 1963!!) die alte Messe gegen das
Konzil vereinnahmt haben. Die Provokation kam von „rechts“. Nicht der Papst, der das Konzil durchgeführt
hat, hat den „Gläubigen“ damit Unrecht getan, sondern die inszenierte Rebellion gegen die Reform war
mit der katholischen Tradition unvereinbar. Die heutige Re-Integration der „alten Messe“ ist ganz etwas
anderes, nämlich die Erweiterung der konzilaren Einsichten zugunsten der eigenen, älteren Tradition
(vgl. Nr. 399 AEM 2002).
cum te Da fällt mir von Johann Sebastian Bach aus dem Weihnachtsoratorium ein (erster Chor im vierten
Teil): Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben, so gib, dass wir im festen Glauben nach deiner Macht und
Hülfe sehn. Wir wollen dir allein vertrauen; so können wir den scharfen Klauen des Feindes unversehrt
entgehn.“ Das isses doch und zum krönenden Abschluss noch: „Ein Haus voll Glorie…“
Die Alte Messe hätte damals nicht einfach durch NOM ersetzt werden dürfen… bei der Einführung der
NOM sollte ja die Alte Messe aus dem alltäglichen liturgischen Ablauf verschwinden, soweit ich weiß
und das war ein Fehler und dieser Schritt war damals wahrscheinlich bewußt gegen die Traditionalisten
gerichtet um sie aus der Kirche hinauszutreiben. Die Alte Messe sollte denselben Status innehaben. Wenn
sie nachgefragt wird, soll sie gefeiert werden und die Priester müssen diesen Ritus dann eben auch beherrschen.
Das ist ja nicht zuviel verlangt. Vermutlich wird das den Pius-Brüdern aber nicht genügen, weil sie
die NOM ja grundsätzlich ablehnen.
Es wird keine massenhafte Nachfrage nach der außerordentlichen Form d. Röm. Ritus geben! Nicht in Mitteleuropa.
Es ist zu bedenken, daß die ehrfürchtige und segensreiche Teilnahme an der Alten Messe nicht ganz voraussetzungsfrei
ist. Zu diesen „Voraussetzungen“ gehört zwar nicht das Große Latinum, aber die Bereitschaft, Sinn und
Bedeutung der liturgischen Vollzüge zu erkunden und verstehen zu lernen. Das wiederum setzt den wiederholten
Besuch des Ritus über eine längere Zeit voraus. Wo es jedoch seit Jahrzehnten gar keine Zelebrationen
im alten Ritus gab, da kann eben auch jene gewachsene Kultur der aktiven innerlichen Teilnahme nicht mehr
bestehen. Zu erwarten ist vielmehr, daß anfangs zwar einige Neugierige auftauchen, soz. „eucharist. Naschkatzen“,
die aber mit ihrem negativen Urteil schnell bei der Hand sind, weil ihre Erwartungshaltung ganz von der
sakralen Eventkultur unserer Tage geprägt ist. (Was sich ihnen nicht sofort erschließt, kann nichts
Bedeutendes sein! Analoges Beispiel: ein gewohnheitsmäßiger Biertrinker ist auch nicht auf Anhieb in
der Lage, die Qualität eines ausgezeichneten Bordeaux im Vergleich zu einem durchschnittlichen festzustellen.)
Wichtig bei der Traditionellen Messe ist, daß Qualität vor Quantität geht! Ein langsames stetiges Wachstum
ist einem vorübergehenden Knallfeuerwerk unbedingt vorzuziehen!
@Gilbert Jawohl. Es geht bei der SSPX um („anti“masonistische) Arkandisziplin, nicht um die Verkündung
des Evangeliums. Daher ist das m.p. des Papstes eine strikt antiritualistische und antitraditionalistische
Maßnahme. B XVI hat „denen“ die Kriegsflagge geklaut.
Müller: Grotten- und Katakombenbewusstsein Sie sagen Verfehlung. Ich würde es als verstärktes Grotten-
und Katakombenbewusstsein bezeichnen, damit die Arkandisziplin gewahrt ist.
@Ottaviani Das ist’s. Aber H. Thiandoum, Schüler und Nachfolger von M.L. als Erzbischof von Dakar, wurde
1976 Kardinal. Grund genug für den persönlichen Hass des neopaganen Antimodernisten auf Paul VI.
Moderate Reaktion Bischof Jaschke reagiert sehr moderat, wie es einem Bischof gebührt. Das ist anerkennenswert,
im Gegensatz zu vielen Heißspornen, die alles daran setzen für die Rolle rückwärts und beim Gedanken
an die extraordniäre Messe es nicht nur am moderaten Umgangston mangeln lassen, sondern an jedweder Sachlichkeit.
Plötzlich wird bei den Heißspornen dann alles wirrsalig.