09:56:39 | Mittwoch, 26. Januar 2005
Je jünger desto besser + Die Zölibatsfrage aufgekocht + Krebskranke Mutter opfert Leben für ihr Kind + Mitläufer tragen Schuld + „Passion Christi“ für drei Oskars nominiert + Neues Bildnis Christi entdeckt
Je jünger desto besserVatikan. Der Präfekt der Kleruskongregation, Dario Kardinal Castrillon Hoyos
(75), veröffentlichte letzten Samstag einen Brief an alle Priester. Er schrieb über „das Jahr der Eucharistie
und die Kinderpastoral“. „Je jünger die Kinder sind, umso sicherer kann man sein, daß sie Christus im
Sakrament würdig empfangen.“ Die Kinderkommunion wurde besonders vom heiligen Papst Pius X. († 1914)
gefördert. Die Eltern müßten dafür sorgen, daß ihre Kinder, sobald sie zum Vernunftgebrauch fähig
sind, auf die heilige Beichte und die göttliche Speise der heiligen Kommunion vorbereitet würden. Die
Kinder, unterstrich Kardinal Castrillon, seien die ersten Adressaten der Katechese und der heiligen Eucharistie.
Die Zölibatsfrage aufgekochtAustralien. Der „Nationale Rat katholischer Priester“, ein Zusammenschluß
liberaler Kleriker in Australien, wandte sich im Dezember mit einer schriftlichen Bitte um Aufhebung des
Weltpriesterzölibats an die Vatikanische Bischofssynode. Dies berichtete gestern die australische Tageszeitung
„Sydney Morning Herald“. Die sogenannte „Bischofssynode“ ist eine vatikanische Stelle, die in regelmäßigen
Abständen Zusammenkünfte von Vertretern des Weltepiskopats in Rom organisiert. Nach Auffassung der Eingabe,
sollte die Ehe kein Hindernis für die Priesterweihe darstellen. Darum sei es zu wünschen, daß die Kirche
angesichts des Priestermangels jene Priester wieder einstelle, die ihren Stand aufgrund einer Hochzeit
verlassen haben. Dem „Nationalen Rat katholischer Priester“ gehört rund die Hälfte der 1649 australischen
Kleriker an. In diese Zahl sind 42 Bischöfe und drei Kardinäle eingeschlossen. Auch der Erzbischof von
Sydney, George Kardinal Pell, ist Mitglied des Rates. Er lehnte es ab, eine Stellungnahme zum Schreiben
abzugeben. Er meinte lediglich, daß er dem Rat nicht in allen Punkten zustimmen könne.
Krebskranke
Mutter opfert Leben für ihr KindItalien. Gestern wurde die Italienerin Rita Fedrizzi in der Ortschaft
Pianello del Lario unweit der Schweizer Grenze zu Grabe getragen. Drei Monate nachdem sie einen Jungen
zur Welt gebracht hatte, erlag sie einer Krebserkrankung. Während ihrer Schwangerschaft zog es Frau Fedrizzi
vor, auf eine Chemotherapie zu verzichten, die sie vielleicht hätte retten können, ihr Kind aber mit
Sicherheit getötet hätte. Die vatikanische Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ verglich die Verstorbene
mit der Heiligen Gianna Beretta Molla. Die heilige Gianna hatte ebenfalls aufgrund einer Schwangerschaft
eine Chemotherapie abgelehnt und war kurz nach der Geburt einer Tochter gestorben. Frau Fedrizzi hinterläßt
zwei weitere Kinder im Alter von zehn und zwölf Jahren.
Mitläufer tragen SchuldDeutschland. Die deutschen
Bischöfe veröffentlichten gestern eine Erklärung zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers
Auschwitz. „Bis heute sind Mechanismen der Verdrängung wirksam. Zweifellos ist es richtig, die Vorstellung
einer Kollektivschuld abzulehnen. Wahr ist aber auch, daß sich weit mehr Deutsche persönlich schuldig
gemacht haben, als ihre Mitschuld einzugestehen bereit waren. Schuld tragen nicht allein die Täter vor
Ort und die politische Führung. In verschiedenem Grad haben auch die Mitläufer und alle diejenigen,
die weggesehen haben, Mitschuld auf sich geladen.“ Die deutschen Bischöfe sprechen von einer „alle Maße
übersteigenden Katastrophe“ und dem „größten Zentrum für die systematische, industriell betriebene
Massenvernichtung menschlichen Lebens“. Würde – so kommentierten deutsche Lebensrechtler die Erklärung –
die deutsche Bischofskonferenz selbiges auch über die Kinderabtreibung veröffentlichen?
„Passion Christi“
für drei Oskars nominiertUSA. „Die Passion Christi“ von Mel Gibson wurde in drei Bereichen für den
Oskar nominiert: bestes Make-Up, beste Kamera und beste Filmmusik. Von den wichtigeren Kategorien, in
denen Schauspieler und Regisseure ausgezeichnet werden, wurde der Film jedoch ausgeschlossen. Die Oskarverleihung
findet am 27. Februar statt.
Neues Bildnis Christi entdecktSchweiz. Ende November wurde im Internet-Auktionshaus
,Ebay’ ein altes Käsebrot mit einem angeblichem Marienbild für mehr als 20.000 Euro verkauft. Nun will
der Schweizer Matteo Brandi das Antlitz Jesu Christi in einer Austernschale erblickt haben. In der Donnerstagsausgabe
der Schweizer Tageszeitung „Le Matin“ erklärte er, daß er die Austernschale schon im Dezember 2002 wegwerfen
wollte. Doch, so Brandi, sie sei an seiner Hand haften geblieben. Dann habe er in ihr deutlich das „das
Antlitz des Heilands“ erblickt. Auf der Muschel waren laut Angaben des Schweizers eine Nase, ein Mund
und eine angedeutete Dornenkrone zu sehen. Seit dem
Verkauf des wunderbaren Käsetoasts gab auch ein Kanadier
an, „die Züge Christi“ erspäht zu haben: Auf einem gegrillten Fischstäbchen.
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Dolfus 13:12:08 | Mittwoch, 26. Januar 2005