Euthanasie
Hinrichtung: Tod durch Verhungern
Nach jahrelangem Streit um das Leben von Frau Terri Schiavo hat der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Florida ein Todesurteil gegen die hirngeschädigte Patientin ausgesprochen. Die junge Frau soll verhungern.
(kreuz.net, Florida) Letzten Montag lehnte der Oberste Gerichtshof von Florida eine Berufung von Gouverneur Jeb Bush ab, die im Zusammenhang mit dem Schicksal der seit 1990 im Halbkoma lebenden Frau Terri Schiavo (40) steht.

Wegen einer Eßstörung erlitt die US-Amerikanerin Terri Schiavo, geborene Schindler, 1990 im Alter von 26 Jahren einen Zusammenbruch. Der Kollaps hatte einen schweren Hirnschaden zur Folge. Seitdem liegt Frau Schiavo in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Florida. Bisher hat Frau Schiavo überlebt, weil sie über eine Magensonde künstlich ernährt wird. Auf andere lebensrettende Maßnahmen ist sie nicht angewiesen.

Um das jetzt vom Gouverneur von Florida verlorene Berufungsverfahren zu verstehen, muß man ins Jahr 2003 zurückblicken. Damals erwirkte der Ehemann von Frau Schiavo, der schon seit langem mit einer anderen Frau zusammenlebt und mit dieser zwei Kinder gezeugt hat, einen gerichtlichen Beschluß, den Ernährungsschlauch, der seine behinderte Frau am Leben erhält, zu entfernen.

Gouverneur Bush, ein Bruder des gegenwärtigen Präsidenten der USA, erwirkte im letzten Augenblick ein Gesetz, das die Ernährung der bereits ausgehungerten Patientin wieder erlaubte. Im letzten Frühjahr wurde dieses durch den Obersten Gerichtshof von Florida außer Kraft gesetzt. Jeb Bush appellierte gegen diesen Entscheid des Gerichtes, um das Leben von Frau Terri Schiavo zu retten. Dieser Appell wurde vergangenen Montag abgelehnt.

Das Gericht gab keine Begründung für den Entscheid. Er könnte es dem Ehemann von Terri Schiavo, der sich sonst um sie nicht kümmert und sie nie besucht, endgültig erlauben, Terri durch Entzug der Magensonde verhungern zu lassen.

Die Eltern von Terri sind vom Gerichtsentscheid erschüttert: „Das ist ein gerichtlicher Mord. Sie wollen sie töten“, kommentierte Terris Vater, Robert Schindler, vergangenen Montag die Entscheidung des Gerichtes: „Ich habe keine Ahnung, was wir tun sollen. Aber wir werden um das Leben unserer Tochter mit allen Kräften weiterkämpfen. Sie verdient eine Chance.“ Man habe die Fakten einfach ignoriert. Seine Tochter sei nicht in einem „vegetativen Zustand“. Sie reagiere auf ihre Familie. Sie reagiere auf Anweisungen.

Die Frage ist offen, wann Terris Ehemann, Michael Schiavo, die Erlaubnis erhalten wird, die Magensonde seiner Frau entfernen zu lassen. Als frühesten Termin nennt die US-amerikanische Presse den Anfang des nächsten Monats. Es ist nicht voraussehbar, wie lange Terri ohne Essen und Trinken überleben und unter welchen Umständen sie genau verhungern wird.

Gouverneur Jeb Bush, der vor Jahren zum Katholizismus konvertiert ist, gibt sich noch nicht geschlagen. Er werde alle legalen Möglichkeiten ausschöpfen, um Terris Leben zu retten: „Ich werde tun, was immer in meiner gesetzlichen Macht steht.“ Es müsse jetzt geprüft werden, welche Möglichkeiten noch offen stünden. Er werde auch der geringsten Chance nachgehen. Bush deutete an, daß er von der Entscheidung des Gerichtes „enttäuscht, aber nicht überrascht“ sei.
      
3 Lesermeinungen
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#3   1+1=7   08:39:25 | Freitag, 28. Januar 2005
Vielleicht muss die Familie
in ein Nicht-christliches-Land fahren um dort Ihre Tochter zu schützen.
Ich hoffe dass Gott dieser Frau die Gnade schenkt ohne Nahrung ein paar Jahre durchzuhalten.
Dieser Wahnsinn braucht Mahnmale.
Wir bitten dich erhöre uns
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#2   FioreGraz   14:39:30 | Mittwoch, 26. Januar 2005
Bis das der Tod euch scheidet
Wortwörtlich umgesetzt, auch wenn er sich die Hände blutig dabei macht. Und der Grund? Gibts keinen, kümmern muß er sich nicht um seine Frau (was er wahrscheinlich eh nicht tut), das würden ihre Eltern wohl gerne übernehmen? Wahrscheinlich um die Gewissensbisse zu beenden das er sich nicht um sie kümmert … Tja nur ob ein Mord leichter zu ertragen ist?
LG
Fiore
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#1   Dolfus   13:32:43 | Mittwoch, 26. Januar 2005
Notfalls gegen den Gerichtsspruch
Selbst, wenn Gouverneur Bush von den Richtern nicht Recht bekäme, müßte er es sich nun herausnehmen, gegen einen klar falschen Spruch zu handeln.
Die Geschichte zeigt, wie oft die US-Richter schon danebengegriffen haben: Nur Weiße seien als US-Bürger anzusehen, das „Recht“ auf Kinderabtreibung (wohl kaum von den Vätern der US-Verfassung vorgesehen) sind nur die ärgsten Fälle.
Wenn Gouverneur Jeb Bush tatsächlich das weiße Schaf seiner Familie ist, dann wäre es an ihm, notfalls gegen die Richter zu handeln.
Man gewinnt langsam den Eindruck, die USA wären keine plutokratische Demokratie, sondern eine plutokratische Richterherrschaft.
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