Im Konzil steht viel: Kein einseitiges Vertrauen auf religiöse Gefühle
Das Priesterseminar ist der Augapfel jeder Diözese. Die Sorge um eine gründliche geistliche Ausbildung der Priesteramtskandidaten war dem Zweiten Vatikanum ein besonderes Anliegen. Das „Dekret über die Ausbildung der Priester“ sagt, was man im Seminar tun und auch was man dort lassen soll.
(kreuz.net, Optatam totius Nr. 8-10) Die geistliche Formung der Priesteramtskandidaten soll mit ihrer
wissenschaftlichen und pastoralen Ausbildung eng verbunden sein. Unter Anleitung des Spirituals sollen
sie lernen, in steter Gemeinschaft mit der heiligen Dreifaltigkeit zu leben.Durch die Priesterweihe werden sie einst Christus dem Priester gleichförmig. Die Seminaristen sollen auch lernen, Christus als Freunde ein Leben lang eng verbunden zu sein. Tod und Auferstehung Christi sollen sie so predigen, daß sie das ihnen anvertraute Volk darin einführen. Sie sollen angeleitet werden, Christus zu suchen: im Studium, in der Liturgie vor allem der Eucharistie und im Stundengebet, im Bischof und in den ihnen anvertrauten Menschen, vor allem den Armen, Kindern, Kranken, Sündern und Ungläubigen.
Die Muttergottes, die Christus dem Jünger am Kreuz als Mutter gab, sollen sie mit kindlichem Vertrauen lieben und verehren. Die alten Frömmigkeitsformen der Kirche sollen eifrig gefördert werden. Man muß aber dafür sorgen, daß sich die geistliche Ausbildung nicht in ihnen erschöpfe und nicht einseitig das religiöse Gefühl anspreche.
Vielmehr sollen die Seminaristen lernen, nach dem Vorbild des Evangeliums zu leben, in Glaube, Hoffnung und Liebe zu erstarken, damit sie in der Übung dieser Tugenden eine Gebetshaltung erwerben, Festigkeit in ihrem Beruf finden, die übrigen Tugenden zur Reife bringen und im Eifer wachsen, alle Menschen für Christus zu gewinnen.
Das Geheimnis der Kirche, das von dieser Heiligen Synode besonders dargelegt wurde, soll sie so erfüllen, daß sie dem Papst in demütiger und kindlicher Liebe ergeben sind und daß sie später als Priester ihrem eigenen Bischof als ergebene Mitarbeiter anhangen und in Zusammenarbeit mit ihren Mitbrüdern die Einheit bezeugen, durch welche die Menschen zu Christus hingezogen werden.
Weitherzig sollen sie am Leben der Kirche teilzunehmen, nach dem Wort des heiligen Augustinus: „Im Maße, wie einer die Kirche liebt, besitzt er den Heiligen Geist.“
Die Seminaristen müssen klar verstehen, daß sie nicht zum Herrschen oder für Ehren bestimmt sind, sondern sich ganz dem Gottesdienst und der Seelsorge widmen sollen. Sorgfältig sollen sie im priesterlichen Gehorsam, in armer Lebensweise und im Geist der Selbstverleugnung erzogen werden. Sie mögen sich so daran gewöhnen, auch auf erlaubte, aber unnötige Dinge zu verzichten und dem Gekreuzigten ähnlich zu werden.
Die Seminaristen sollen über die Lasten des Priestertums aufgeklärt werden. Keine Schwierigkeit soll ihnen verschweigen werden. Sie sollen aber ihre zukünftigen Tätigkeit nicht mehrheitlich als Gefahrenquelle sehen. Vielmehr soll man sie dazu anleiten, aus ihrer pastoralen Tätigkeit Kraft für ihr geistliches Leben zu schöpfen.
Die Seminaristen, die den Zölibat auf sich nehmen, sollen sorgfältig für diesen Stand vorbereitet werden. Sie verzichten darin um des Himmelreiches willen auf die Ehe und hangen dem Herrn mit ungeteilter Liebe an, die dem Neuen Bund besonders entspricht. Sie geben Zeugnis für die Auferstehung im Himmel und erhalten dadurch eine Hilfe, um die vollkommene Liebe zu üben, durch die sie als Priester allen alles werden.
Sie sollen diesen Stand dankbar entgegennehmen, nicht als eine bloße Vorschrift des Kirchengesetzes, sondern als ein kostbares Geschenk Gottes, das sie in Demut erbitten und dem sie mit der Gnade des Heiligen Geistes frei und großherzig entsprechen.
Um die Pflichten und die Würde der Ehe sollen die Alumnen gebührend wissen. Sie sollen aber klar den Vorrang der geweihten Jungfräulichkeit erkennen, so daß sie nach reiflicher Wahl Leib und Seele hingeben und sich hochherzig dem Herrn weihen.
Die Seminaristen sollen auf die Gefahren, die ihrer Keuschheit besonders in der gegenwärtigen Gesellschaft drohen, hingewiesen werden. Sie müssen lernen, sich durch göttliche und menschliche Hilfsmittel zu schützen und den Verzicht auf die Ehe so zu integrieren, daß sie in ihrem Leben und Wirken durch den Zölibat nicht nur keinen Schaden erleiden, sondern eine vollkommenere Herrschaft über Leib und Seele empfangen, eine höhere menschliche Reife gewinnen und die Seligkeit des Evangeliums tiefer erfahren.
Weiterlesen:
Dienstag, 24. Januar 2006 17:16
Benedikt: @ Alumnus
Die niederen Weihen? Warum sollte man Weihestufen wieder einführen, die zum großen Teil schon lange vor dem Konzil völlig funktionslos waren?
Dienstag, 24. Januar 2006 17:07
Alumnus: Montini-Papst
Nun es muss an dieser Stelle wahrscheinlich auch gesagt werden, dass die von Papst Paul VI. durchgeführte
Revision der „Niederen Weihen“ zu einem völligen Chaos innerhalb der Kirche geführt haben. Statt Ordnung
und Verständnis – die ursprüngliche Absicht des Papstes – brachten sie Verwirrung und z.T. auch unakzeptierbare
Fehltritte mit sich, die sich im postkonziliaren Klima sehr gut entwickeln konnten und nicht unschuldig
sind an der Versandung des Klerus. Die Priesteramtskandidaten werden nicht mehr ernst genommen.
Sinnvoll wäre eine wirkliche Revidierung der Minores – und zwar in ihrerer Wiedereinführung, die, meines Erachtens, in wenigen Jahren sicher wieder der Fall sein wird.
Sinnvoll wäre eine wirkliche Revidierung der Minores – und zwar in ihrerer Wiedereinführung, die, meines Erachtens, in wenigen Jahren sicher wieder der Fall sein wird.
Donnerstag, 21. Juli 2005 10:12
katakombus: Was sind das für Zeiten!
Wenn man heute in manche Seminare schaut, kann es einem schlecht werden. Heute ist man doch „weltoffen“ und „kommunikativ“. Anbetung, Rosenkranz, priesterliches Profil sind zwar Begriffe, die hier herumgeistern, aber bestenfalls augenzwinkernd vertreten werden. Ich spreche da aus Erfahrung!!! Eine Fahrt zum Glaubenskongreß nach Regensburg kann da für Mitbrüder schon zur Zitterpartie werden, wenn man hinterher vorgeladen wird und sich an oberer Stelle dafür rechtfertigen muß! Welches Priesterbild wird denn so ganz nebenbei vetreten? Wird überhaupt eines vertreten. Daß Laien gefödert werden sollen ist doch ohnehin die Plicht der Hirten, aber nicht auf Kosten der Priester. Das geht bis hinein in die Sprache. Bewußt gibt es nur noch sog. „Hauptamtliche“. Priester werden nicht mehr eigens erwähnt. Pardon-man könnte ja den Pastoralreferentinnen auf den Fuß treten! Wenn nicht mehr klar ist, was ein Priester ist, wenn sein besonderer Auftrag zum Dienst an den Menschen aus der Vollmacht Jesu Christi abgelehnt wird, dann wird es auch keine Heiligung mehr geben. Es wird weniger Priester geben und statt der Maßnahme, in sich zu gehen und um Prieste zu beten, werden tolle „Pastoralmodelle“ gestaltet, in denen alles ohne Priester funktioniert. Na dann: Prosit
Donnerstag, 27. Januar 2005 21:59
Dolfus: Was die Texte des Pastoralkonzils sind
Wohlklingende Worte, aber ob das, wieder daheim angekommen, noch mal ein Konzilsvater gelesen hat, das
darf man sich aber schon fragen, nach all den sichtbaren Ergebnissen weltweit nach dem Pastoralkonzil.
Die Priesterseminare wurden zu Hotels und Juxbuden umfunktioniert!
Was von „dem Konzil“ übernommen wurde, war Folgendes: die Ortsbischöfe spielten, was sie in Rom gesehen haben, im Kleinen nach: sie beriefen Synoden ein, sie beriefen Kommissionen ein, Laienräte, Gremien etc. etc… das war der eigentliche Konzilsgeist …
Gott bewahre uns vor künftigen Montini-Päpsten!
Die Priesterseminare wurden zu Hotels und Juxbuden umfunktioniert!
Was von „dem Konzil“ übernommen wurde, war Folgendes: die Ortsbischöfe spielten, was sie in Rom gesehen haben, im Kleinen nach: sie beriefen Synoden ein, sie beriefen Kommissionen ein, Laienräte, Gremien etc. etc… das war der eigentliche Konzilsgeist …
Gott bewahre uns vor künftigen Montini-Päpsten!
Donnerstag, 27. Januar 2005 20:27
bonifatius: Arbeiter im Weinberg des Herrn
Wenn man das alles so liest, was man im Priesterseminar tun bezw. lassen soll, dann frage ich mich
1. ob die regentes das alles selber verinnerlicht haben oder zumindest sich darum bemühen?
2. ob der gesellschaftliche Humus überhaupt noch da ist, Menschen mit diesen begnadeten Eigenschaften wachsen zu lassen?
3.wir haben Christus (Gott) in der Öffentlichkeit verleugnet, aus dem Bewußtsein verdrängt, verbannt. Wir „huldigen“ den schamlosen Göttern. Kennt Er uns noch, wenn wir um Arbeiter im Weinberg bitten?
1. ob die regentes das alles selber verinnerlicht haben oder zumindest sich darum bemühen?
2. ob der gesellschaftliche Humus überhaupt noch da ist, Menschen mit diesen begnadeten Eigenschaften wachsen zu lassen?
3.wir haben Christus (Gott) in der Öffentlichkeit verleugnet, aus dem Bewußtsein verdrängt, verbannt. Wir „huldigen“ den schamlosen Göttern. Kennt Er uns noch, wenn wir um Arbeiter im Weinberg bitten?
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