Kardinal Lustiger R.I.P.
Ein intimer Haß auf die Aufklärung
Der kürzlich verstorbene ehemalige Erzbischof von Paris soll selber an seinem „sehr schlechten Charakter“ gelitten haben.
Kardinal Lustiger im Jahr 2000
Kardinal Lustiger im Jahr 2000
© Erzdiözese Paris
(kreuz.net) Christian Terras verfaßte am 6. August in der linkskatholischen französischen Zeitschrift ‘Golias’ einen kritischen Nachruf auf den am 5. August verstorbenen ehemaligen Erzbischof von Paris, Jean-Marie Kardinal Lustiger.

Der Artikel trägt den Titel: „Jean-Marie Lustiger, ein Koloß auf tönernern Füßen“.

Den Schlüssel zu Persönlichkeit und Theologie des Verstorbenen sieht Terras in dessen „intimem Haß“ gegen die Aufklärung.

Der verstorbene Kardinal habe der Aufklärung unter anderem vorgeworfen, die Quelle des Antisemitismus gewesen zu sein. Sie habe als Herz der Modernität eine „Autonomie des Menschen“ gefordert.

Kardinal Jean-Marie Lustiger R.I.P.
Alte Messe am See von Tiberias, 1956Wallfahrt nach Chartres, 1958Bischofsweihe in Orléans, 1979

In Stil und Überzeugungen habe der verstorbene Kardinal jedoch nichts Integristisches oder Konservatives im alten Sinn an sich gehabt:

„Sein Bischofsstab war aus Holz und als Mensch hatte er nichts von einem abgehobenen oder salbungsvollen Prälaten“ – so Terras:

Politisch zeigte der Kardinal sogar eine gewisse Vorliebe für die Linke:

„In gewisser Weise ist Kardinal Lustiger ein Moderner, der das Gebiet der Modernität besetzt hat, um es gegen sich selber zu kehren.“

Den jungen Priester charakterisiert Terras als chaotisch, sehr ängstlich und Kettenraucher.

Im Jahr 1959 wurde Hw. Lustiger Studentenseelsorger am ‘Centre Richelieu’ an der Universität Sorbonne in Paris: Mit seinen Studenten entdeckt er das Heilige Land und die Bedeutung des christlichen Glaubens im Angesicht des Absurden.

Dieser Lebensabschnitt sei der glücklichste und am meisten anerkannte seines Lebens gewesen – meint Terras: „Jean-Marie Lustiger besaß noch keine wirkliche Macht.“

Der Studentenkaplan hatte auch ein gutes Verhältnis zum damaligen Erzbischof von Paris, Pierre Kardinal Veuillot († 1968).

Das sollte sich mit dessen Nachfolger, François Kardinal Marty, ändern. Ihn verdächtigte Hw. Lustiger, „von einer progressistischen Mafia, der er sich gerne unterwarf, manipuliert zu werden“ – so Terras.

Die schwere Kirchenkrise nach dem Konzil traf Hw. Lustiger sehr. Die Geistlichen, die ihr Amt aufgaben, empfand er – so Terras – als Verräter.

Der weichgeklopfte, humanistische Konsens der progressistischen Pastoral, die sein Erzbischof unterstützte, war für ihn eine „pure Illusion“.

Die Pariser Pfarrer hielt er für oberflächlich, weltfromm und für Vertreter einer dialogisierenden und photokopierenden Kirche.

In dieser Zeit knüpfte er Kontakt zum damaligen Nuntius in Paris, Erzbischof Paolo Bertoli, und zum damaligen Weihbischof von Paris, Mons. Daniel Pézeril († 1998).

Der Weihbischof sorgte dafür, daß der junge Priester eine große Pfarrei im 16. Bezirk erhielt: Sainte-Jeanne-de-Chantal.

Die Ankunft des neuen Pfarrers war nach Angaben von Terras „brutal“. Hw. Lustiger zerstörte schnell, was sein Vorgänger mit seiner gemächlichen Pastoral bewahrt hatte.

Pfarrer Lustiger galt als dynamisch, sachlich, liturgisch progressiv, sehr unternehmungslustig, von starker Persönlichkeit, als guter Prediger. Er betete viel.

Seine Mitarbeiter hielt er auf Trab. Einer von ihnen war der junge Kaplan André Vingt-Trois – sein späterer enger Mitarbeiter und gegenwärtige Erzbischof von Paris.

Pfarrer Lustiger geriet in dieser Zeit häufig in Konflikt mit seinen kirchlichen Oberen, die ihm mit einem gewissen Mißtrauen begegnen. Kardinal Marty warf ihm unter der Hand seinen autoritären und besitzergreifenden Charakter vor.

In dieser Zeit kursierten nach Angaben von Terras nicht nachprüfbare Gerüchte, daß Hw. Lustiger Frankreich verlassen und nach Israel oder in die Vereinigten Staaten – die er während eines Sommers besucht – auswandern, ja sogar das Priestertum aufgeben wollte.

Im November 1979 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. überraschend zum Bischof von Orléans. Bei seiner Inthronisation soll er den Namen seines Vorgängers kein einziges Mal erwähnt haben: „Ein Schock“.

„Autoritär, kopflastig und auch mystisch“ richtete der Neubischof ein Priesterseminar ein, das sich nach Terras „auf ein klerikales, tridentinisches und beinahe ordensmäßiges Priesterbild“ stützte.

Schon bald wurde die Nachfolge von Kardinal François Marty von Paris aktuell:

„Nachdem Rom bestimmte Kandidaten ausgeschlossen und andere abgelehnt hatte, kam eine andere Hypothese auf, die dreizehnte – wie gesagt worden ist…“ – so Terras:

Der Bischof von Orléans war nicht der Geheimfavorit des Papstes: „Man muß im Gegenteil sagen, daß er nur deshalb Erzbischof wurde, weil die anderen Kandidaten scheiterten.“

Sein Vorgänger, Kardinal François Marty, sei von Mons. Lustigers Wahl „bestürzt“ gewesen.

Der Neugewählte war damals in Rom nicht sehr bekannt. Terras: „Für die Traditionalisten der Kurie war Jean-Marie Lustiger ein Modernist mit konfusen Ideen und, im übrigen, von schwierigem Charakter.“

Anderen hätte dieser „wenig umgängliche und mürrische Franzose“ keine Sympathien eingeflößt.

In Paris begann der neue Erzbischof schnell zu handeln, entließ die Generalvikare, präsidierte in einem wörtlichen Sinn die Versammlungen des Bischofsrates und verfügte zahlreiche Personaländerungen.

Ausführungsorgan des Erzbischofs war sein ehemaliger Kaplan, Hw. André Vingt-Trois, den er zum Generalvikar ernannte.

Als Freund von Jean Gélamur, dem Chef des Pressehauses Bayard, verstand der neue Erzbischof auch, die Informationsorgane auf seine Seite zu bekommen.

Er knüpft gute Beziehungen zur sozialistischen Regierung und zum sozialistischen Präsidenten François Mitterand – so Terras:

„Seltsamerweise verstand sich dieser Ultraorthodoxe problemlos mit der außerkirchlichen Welt (aber sehr schlecht mit den Dissidenten im Inneren).“

In all den Jahren gelang es dem Erzbischof von Paris nicht, sich von seinen Mitbrüdern zum Präsidenten der Französischen Bischofskonferenz wählen zu lassen.

Im Jahr 1987 veröffentlicht der Kardinal sein Interview-Buch „Le Choix de Dieu“ – Die Wahl Gottes. Darin erzählt er von seinem Werdegang und beginnt mit einer heftigen Kritik der Aufklärung.

Nach den Bischofsweihen durch Mons. Marcel Lefebvre im Jahr 1988 beeilte er sich, öffentlich eine Alte Messe zu zelebrieren.

Für die Priesterausbildung organisiert er eine Alternative, um den existierenden Seminarien auszuweichen. Auch gründet er eine eigene theologische Hochschule in Konkurrenz zu den bestehenden Fakultäten, vor allem zum liberalen Institut catholique.

In Paris regiert Kardinal Lustiger nach Angaben von Terras wie ein Tyrann.

Dabei habe es sogar bei gewissen Lustigerianern zum guten Ton gehört, „den sehr schlechten Charakter des Prälaten“ zu betonen: „Dieses Faktum kann man nicht leugnen“ – so Terras.

Der Kardinal habe wegen der Grenzen seines Temperamentes und seines Charakters selber gelitten. Dennoch habe er dieses Phänomen noch verstärkt: „ängstlich und angstmachend, manchmal unvorhersehbar, zu vertrauensselig und anschließend ungerecht, schlecht im Umgang mit jenen, die er nicht überzeugen konnte“ – so Terras.

Terras hält den verstorbenen Kardinal für intellektuell brillant und eklektisch. Er habe aber nie als präziser und sorgfältiger Forscher gegolten: „Zu nervös und eher intuitiv als überlegt.“

Theologisch beeinflußt wurde Kardinal Lustiger durch den französischen Jesuiten und den Theologen Kardinal Henri de Lubac.

Die zentrale Einsicht von Kardinal de Lubac sei auch jene von Kardinal Lustiger gewesen: Der Mensch kann eine Welt ohne oder gegen Gott aufbauen – aber das wird eine Welt sein, die sich gegen den Menschen richtet.

Mit der Welt wie mit einem geschätzten Partner in Dialog treten wäre für den Kardinal Verrat und Selbstaufgabe gewesen: „Jean-Marie Lustiger konnte die Autonomie der menschlichen Sehnsucht, die auch auf Erden das Glück sucht, nicht akzeptieren“ – so Terras.

Kardinal Lustiger habe es auch nicht ertragen, wenn einem Seminaristen ein persönliches Projekt vorgeschwebt sei. Terras: „Man mußte zu existieren aufhören, seine Freiheit opfern auf dem Altar einer mystifizieren Gehorsams.“

Abschließend zitiert Terras das Zeugnis eines Priesters der Erzdiözese Paris:

„Jean-Marie Lustiger ist nicht hart; mit ihm zusammen existiert man einfach nicht!“
      
17 Lesermeinungen
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#17   Bokrug †   02:12:22 | Mittwoch, 29. August 2007
@stat crux:
@stat crux:
Auf den Philippinen lässt man sich sogar noch wie Christus kreuzigen…
Ich bin als Kind sogar mehrmals den Kreuzweg mit anderen in unserer Gemeinde mitgegangen!
Dennoch hat die kath. Kirche meiner Ansicht nach zu sehr den leidenden und gekreuzigten Christus in den Vordergrund gestellt.
Die orthodoxen Christen haben mehr den siegreichen auferstandenen solarischen Christus in den Vordergrund gestellt…
Symbolisiert durch Hostie und Monstranz!
Hinweise:
www.abacuscity.ch/abashop?i=jr50qz43uHcM…
Christliche Soziallehre
www.vergessene-buecher.de
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#16   stat crux   15:57:13 | Mittwoch, 15. August 2007
@matt
Ohne hier den „advocatus diaboli“ spieleen zu wollen: Die Problematik hat zwei Seiten. Heute sind die Übertreibungen der Sündenlehre weniger das Problem als in anderen Zeiten. Wo überhaupt wird in der Kirche noch von Sünde, Sühne und Buße gesprochen? Ich meine diese Frage nicht „politisch“ wie die kreuz.netter, die aus reinem Vergnügen an der Provokation die „Konzilskirche“ als Liebeskirche denunzieren (Wäre sie es doch!).
Es ist eine schwere Aufgabe, die Botschaft des Kreuzes Christi für unsere Zeit zu entschlüsseln, ohne zu leichtfertig über die Probleme intellektueller, spiritueller und disziplinärer Art hinwegzuguschen.
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#15   matt   15:05:12 | Freitag, 10. August 2007
Fortsetzung…
Warum lässt es denn Gott den halben Tag lang Nacht sein? Weil die Nacht eben auch ihre Zeit, ihre Macht und ihre Relevanz hat im Sein Gottes.
Christus wird ja vorgeworfen er stünde mit dem Teufel im Bunde. Und er sagt darauf etwa: weil ich den Teufel gefesselt habe und er mir nichts kann, weil ich ihm über bin, deshalb vermag ich dies zu tun.
Der Katholizismus hat das Böse viel zu sehr mystifiziert, man huldigt ihm gar indem man den Menschen von Geburt an als von ihm besessen darstellt. Ja, man verleiht dem Teufel eine ungeheure Macht. Das Leben ist beherrscht von der Angst vor ihm und nicht von der Positivität der Liebe in der man den Teufel überkommen hat und ihn wie ein Spielteufelchen in der Tasche führen sollte.
Fürchtet sich Christus etwa vor dem Teufel, oder warum fürchtet sich die Christenheit vor ihm.
Es wird nicht fälschlich angenommen, dass der Rockmusik der Teufel innewohnt. Nur diese Performance macht er nicht aus eigenem Antrieb. Sie stammt eigentlich von dem, der den Teufel überkommen hat und ihn herauslassen kann wenn er will, wie ein Spielzeugteufelchen, sodass sich die Leute über ihn amüsieren können. Er ist zur Freude und für die Unterhaltung. Er muss sich herzeigen, damit die Menschen sehen, dass sie vor ihm garkeine Angst haben brauchen.
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#14   matt2 †   14:51:13 | Freitag, 10. August 2007
Mut zum Leben statt Daseinsängsten…
Die Mentalität der kath. Kirche ist doch lange Zeit bestimmt von der Angst vor der Sünde. Eigentlich war es ja der Sinn des Evangeliums den Menschen die Angst vor der Sünde zu nehmen, auch all ihre Daseinsängste nichtig erscheinen zu lassen durch ein Schauspiel der Liebe, was sie entrücken sollte. Die alte Gesetzesreligion und insb. das, was die Juden daraus gemacht haben war beherrscht von dieser Angst und Paulus z.B. zeugt ja noch sehr stark davon. Er will in den Christen nur den Teufel erkennen, die das Volk zur Sünde und zum Abfall von Gott verführen wollen. Er selbst versteht es ja später in seinen theologischen Briefen so trefflich diese Erlösung von Gesetz und Sünde herauszustellen. Und wenn man erst den Johannesbrief liest, wo dieser die Angst verwirft und in der Liebe als überkommen aufzeigt.
Nun, leider hat sich dieser Geist nicht gut erhalten können in der Kirche. Es geschah vielmehr ein Rückfall in das Angst- und Sünderegime, siehe Erbsündelehre. Warum? Hat die Liebe die Welt alleingelassen? Hat sie keine Früchte mehr getragen? Hat sie sich beschleichen lassen, sodass sie es selbst wiederum mit der Angst bekam? Wieso wirken die Christen vielerorts so kraft- und freudlos?
Ich glaube es fehlt ihnen der Mut sich ihrer Angst zu stellen und die Dunkelheit durchzuschauen. Ich sage ganz ehrlich ich komme aus der Dunkelheit. Ich habe es ihr auch in bestimmten Maß erlaubt mich zu besitzen um sie zu antizipieren, um sie zu besitzen…
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#13   stat crux   11:01:12 | Donnerstag, 9. August 2007
@Matt
Wichtiger Gedanke! Das Leben selbst bietet unmittelbar so viel „Sinn“ an, dass wohl erst ein moderner Theologe hinzutreten muss, um da die „Kontingenzerfahrung“ zu predigen. Diese „Erfahrung“ ist äußerst selten (eher ein geistiges Konstrukt) und außerhalb des hirnverbrannten Europa wohl auch kaum je außerhalb von psychiatrischen Kliniken beobachtet worden. Oder überinterpretiere ich Deine Einlassung jetzt?
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#12   matt2 †   20:16:27 | Mittwoch, 8. August 2007
@VirF: das hast Du gut gesagt und jetzt sind wir bei der Sache…
das Problem ist Du glaubst, dass die Entscheidung für die Positivität des Lebens einhergeht mit der Entscheidung für die kath. Kirche. Und dem muss ich entschieden widersprechen. Es gibt einfach so vieles ausser ihr, das vom Leben zeugt und was sie überhaupt nicht erfassen kann, weil sie zu einfältig ist zu stur und zu aldfaderisch in ihrem Getue, dasselbe gilt natürlich für Christus, weil sie ist ja sein Leib. Und wenn es aber für ihn nicht gölte, dann wäre er ja ein Weichei, weil er sich gegenüber seiner selbstgerechten Braut nicht durchsetzen kann und zum ausführenden Organ verunglimpft wird. Das ist nicht meins. Ich will mein Leben mit einer neuen Kirche, die wirklich von der Liebe zeugt und ich werde versuchen die Welt an mich zu reissen in diesem Sinn und dann wird die vermeintlichen Elternschaft ausgebootet oder halt aufs Abstellgleis gesetzt. Denn ihrer Beziehungspolitik nach zu urteilen, die sie in den letzten Jahrhunderten verzeichnet haben, wäre das wahrscheinliche eh das Beste für sie.
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#11   VirFortis   19:51:21 | Mittwoch, 8. August 2007
Matt2
da keiner nur gut oder nur schlecht ist sondern vielmehr die Seele gespalten ist kann auch ich deine DrJeckyll und MrHyde Phasen nachvollziehen. Das ändert aber nichts daran klare Entscheidungen für eine Seite zu treffen da man keine Neutralitätspositionen beziehen kann sondern sich immer im Schritt zu einer Seite hin befindet wobei man sich gleichzeitig von der anderen entfernt. Kompromisse mit der Sündhaftigkeit schaffen kurzfristige Erleichterungen auf Kosten einer wachsenden Distanz zum Guten und der darausfolgenden Abstumpfung. In den vielen entscheidungen die man so trifft ist im Hintergrnd immer eine Grundmotivation welche entweder zur einen oder anderen Seite tendiert. Deshalb ist es nur möglich zu sagen: ein bischen Kirche schon aber nicht zu viel – oder zu sagen: Christus ja aber Kirche nein, wenn man nicht die Überzegung der besitzt dass es sich wirklich um den mystischen leib Christi handelt.
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#10   Organista   19:51:01 | Mittwoch, 8. August 2007
DE MORTUIS NIHIL NISI BENE!
Wieviel Wahrheit steckt doch in diesem Diktum!
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#9   Rudolfus   19:46:24 | Mittwoch, 8. August 2007
Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe!
S.Em. Jean-Marie Cardinal Lustiger ist sicherlich ein rechtgläubig katholischer Oberhirte von Paris gewesen, der wichtigen Zentralismushauptstadt der alten christlichen Völker Frankreichs.
Außerdem ist jeder einzelne Konvertit eine übergroße Freude für den Himmel und für die gesamte heilige Kirche –
insbesonders, wenn neue Christgläubige aus dem früheren Gottesvolk, dem Alten Israel, kommen.
Die meisten Katholiken ererben zwar ihre Religion ohne eigene Verdienste; deswegen ist der Verdienst eines Konvertiten umso größer anzusehen, der der übergroßen göttlichen Gnade entsprochen hat,
und der göttlichen Offenbarung Christi und Seiner Kirche, mit dem Petrusnachfolger von Rom, gefolgt ist,
obwohl er diese Religion nicht durch seine Geburt geerbt hat, sondern sich durch eigene Verdienste, in der persönlichen Antwort auf die Gnaden Gottes, seinen Weg zu Gott bahnen mußte und dies auch getan hat.
Jean-Marie Cardinal Lustiger von Paris war auch manchmal als ein potentieller Petrusnachfolger nach Johannes Paul II. im Gespräch gewesen.
Die Frage ist, wie das alte Israel darauf reagiert hätte, wenn ein Konvertit aus dem Judentum nach Jahrhunderten wieder Papst geworden wäre.
Viele Altisraeliten sehen es nicht gerne, wenn andere Altisraeliten Christen werden.
Im Staat Israel verlieren diese Konvertiten sogar das Anrecht aller Juden auf die israelische Staatsbürgerschaft.
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#8   matt2 †   19:41:22 | Mittwoch, 8. August 2007
@VirF: Ich glaube Du machst es Dir da etwas leicht…
Solche Rituale sind für mich belanglos. Wenn ich zu den Priestern hingehe so sind sie durch meine Anwesenheit eher befremdet als erfreut.
Ich habe eben keine Angst davor auch wirre Gedanken zu denken, weil manchmal, wennauch nicht immer, ist die Realität eben ziemlich verworren. Was ist so abwägig daran zu sagen: Christus hat mich gezeugt mit wem auch immer, meinetwegen eh mit der Kirche? Ich spreche hier freilich nicht von meinen leiblichen Eltern, sondern von einem geistigen Wesen in mir, einem Wesen, das mir zur Aufgabe gestellt ist.
Lieber VirFortis: Du kannst das garnicht nachvollziehen, denn Du hast nicht dieses Potential.
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#7   VirFortis   19:14:59 | Mittwoch, 8. August 2007
lieber Matt
Wenn man wie Du nicht mehr die Messe besucht und regelmäßig kommuniziert und beichtet kommen solche wirren Ideen. Außerdem fehlt Dir ein bischen die harte Arbeit und Demut.
Trotzdem: Bist ein lieber Kerl – l.g.
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#6   matt2 †   18:52:46 | Mittwoch, 8. August 2007
Nun genauso ging es mir…
ich wusste immer in meinem Inneren wenn ich diesem Regime der kath. Kirche willfahre, dann opfere ich mich selbst, büße meine Freiheit ein. Und das Absurde ist ja nun, dass einem diese Kirche das als scheinbaren Gewinn darzustellen versucht. Ich betone nochmals das auf mich von seiten der Kirche äusserlich nie ein Zwang ausgeübt wurde. Das beschränkte sich höchstens darauf, dass ich einmal zur Beichte gehen sollte. Dennoch sah ich mich von diesem Regime zunächst angebiedert und das hat sicher nichts mit alter oder neuer Messe oder Einfluss des Modernismus zutun.
Ich glaube ich war von Kind auf ein übler Satansbraten mowaha. Ob ich deshalb denken muss ich wäre des Teufels Sohn? Manchmal denke ich, ich bin eine bizarre Zwischenexistenz, ein Licht-Schatten-Mensch, ein Heiliger und ein Verbrecher. Es gibt so viele unterschiedliche Facetten in mir. Ich weiß, dass echte Liebe in mir ist aber eben auch abgründige Dunkelheit. Könnte auch sein, das Christus mein Vater ist und mich aber gezeugt hat mit einer – wie soll man sagen – lasterhaften Frau.
Es gibt soviele Möglichkeiten. Manchmal bin ich der Beziehungskisten auch leid, aber man will ja niemanden mit Verachtung strafen, den man gern haben sollte. Ich bin immer noch auf der Suche nach meiner Identität und nach dem Vollbild meiner Liebe. Ich hoffe im Vertrauen auf Gott auf ein glückliches Ende.
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#5   Nachtlaterne   17:58:48 | Mittwoch, 8. August 2007
vergessen wir nie…
…dass die so genannte aufklärung immer eine schwere abfinsterung der gottlosigkeit ist.
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#4   Catholicus   17:58:42 | Mittwoch, 8. August 2007
Kein Kardinal für eine Schablone
Eminenz Lustiger war eine herausragende, aber auch kantige Persönlichkeit. Er hat vieles bewegt und so manche Scheidung der Geister bewirkt. Seine Treue zu Christus und zur Kirche ist unbestreitbar. R.I.P.
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#3   adlimina   17:29:43 | Mittwoch, 8. August 2007
Wege der Gnade
Auch die von ihm verursachten Opfer gehen ein in den Segen, den er stiften durfte. Nur so konnte er etwas bewirken, bewegen und bereiten.
:-O
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#2   stat crux   16:08:24 | Mittwoch, 8. August 2007
@Terras
Soll das heißen: Ein klerikales, tridentinisches und beinahe ordnungsgemäßes Priesterbild??
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#1   r.ruhrgebietler   16:01:38 | Mittwoch, 8. August 2007
Gott sei seiner Seele gnädig!
Sehr gnädig!
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