Die Alte Messe befriedigt zunächst eine nostalgische Sehnsucht. Im übrigen fördert sie eine Entfremdung der Gemeinde zur Kirche. Die Neue Messe ist Gemeinschaft – mit den leeren Bänken. Pressesplitter zur Alten Messe.
„Die Lehren der tridentinischen »Gegenreformatoren« atmeten noch spürbar den Geist
mittelalterlicher Ordnungsvorstellungen. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte in den Sechzigerjahren mit
dem archaisch anmutenden Rollenverständnis zwischen geweihtem Priester und Gottesvolk, wie es im Meßbuch
‘Missale Romanum’ von 1570 festgelegt und über Jahrhunderte hinweg bewahrt worden war, bewußt gebrochen
und die Kirche ausdrücklich als »Gemeinschaft« definiert.“
Thomas Krazeisen in der ‘Eßlinger Zeitung’
vom 9. Juli.
Abgeschaffte Abschaffung
Der Salzburger Liturgiewissenschaftler Rudolf Pacik „bezweifelt
auch die Papst-Meinung, daß die alte Meßform niemals abgeschafft worden sei. Papst Paul VI. habe in
seiner Apostolischen Konstitution zur Einführung der erneuerten Liturgie deutlich gemacht, daß das neue
Römische Meßbuch das alte ablöse. Und die Gottesdienstkongregation habe 1974 festgehalten, daß die
Messe in Gebieten, wo das neue Römische Meßbuch bereits übersetzt ist, sowohl lateinisch als auch volkssprachig
nur mehr im erneuerten Ritus gefeiert werden darf.“
Aus einem Artikel der Linzer ‘Kirchenzeitung’ vom
11. Juli.
Ein großer Bruch
„Josef Frohn, Pfarrer an St. Heinrich Mülhausen, hat als junger Mann die
Abschaffung des tridentinischen Ritus’ während des Vatikanischen Konzils Anfang der 60er Jahre noch gut
in Erinnerung. »Das war ein großer Bruch damals«, sagt er. »Von einem Sonntag auf den anderen wurde
plötzlich nicht mehr Latein gesprochen in der Heiligen Messe.«“
Aus der ‘Westdeutschen Zeitung’ vom
21. Juli.
Kultur auf dem Schutthaufen
„Die alte Lateinische Messe zeichnet sich durch ihre hohe ästhetische
Qualität aus und gehört zum europäischen Weltkulturerbe, das ebenso wenig wie die Musik von Monteverdi
auf den Schutthaufen vergangener Geschichte geworfen werden darf.“
„Pfarrer
Franz-Günter Aengenheyster von der Gemeinde St. Peter und Paul Kranenburg im Kreis Kleve hat kurz nach
der Priesterweihe noch tridentinische Messen gefeiert: »Aber heute könnte ich das nicht mehr«. Für
jüngere Kollegen wäre es wohl noch schwieriger. Als problematisch sieht der 74jährige weniger das Verständnis
als vielmehr die besondere Atmosphäre der traditionellen Messe. Es befriedige zwar zunächst die nostalgische
Sehnsucht, fördere aber ansonsten eher eine Entfremdung der Gemeinde zur Kirche.“
Aus der Lokalzeitung
‘Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung’ vom 11. Juli.
Das beste Argument für die Alte Messe
„»Die Mitte
des Gottesdienstes ist nicht ein Ritus, sondern die Begegnung mit dem Herrn in Wort und Sakrament«, so
Gottfried Fellner, Regionaldekan und Stadtpfarrer in der Dillinger Pfarrei St. Peter.“
Aus einem Artikel
der Tageszeitung ‘Augsburger Allgemeine’ vom 11. Juli.
Wigratzbad ohne Alte Messe
„Er persönlich habe
ohnehin noch nie eine lateinische Messe miterlebt, obwohl in seinem Heimatort Wigratzbad im Allgäu durchaus
die tridentinische Messe abgehalten wird.“
Der Landsberger Stadtpfarrer und Prodekan Reiner Hartmann
in der ‘Augsburger Allgemeinen’ vom 16. Juli.
Mit seinem Latein am Ende
Ob sein Latein wohl für die
tridentinische Messform ausreichen würde?
„»Nein, das wäre mir jetzt nicht möglich, die Messe auf
Latein zu feiern«, gibt der Markdorfer Pfarrer Ulrich Hund offen zu.“
Aus der ‘Schwäbischen Zeitung’
vom 19. Juli.
Psychologische Erklärung
„Daß sich einige junge Geistliche für die alte Messe interessieren,
erschließt sich Dr. Schult, Arzt für Psychotherapie, durchaus: »Jugend geht in eine Richtung, die sie
zu entdecken glaubt. Nach einer Priestergeneration, in der viele die schwarze Kleidung vermieden, sucht
mancher wieder klerikalen Habitus, trägt steifen Kragen. Und mancher sucht zum Brokat des Gewandes wohl
einen der Sprache«.“
Aus einem Artikel des hessischen Lokalblattes ‘Main-Spitze’ vom 11. Juli.
Email-Adressen der Empfänger
42 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
@gilbert ich hatte gehofft, hier dem Widerspruch zwischen Ihnen und mir – Ihrer Meinung und meiner Meinung
auf den Grund gehen zu können. Dazu ist es wichtig, dass man die Begriffe in derselben Bedeutung verwendet,
deshalb meine Frage dazu. Leider ist Ihr Beitrag von 15:29 dazu nicht sehr hilfreich, auf meine Frage,
was für Sie „Vergegenwärtigung“ ist, gehen Sie ja gar nicht ein. Statt dessen versuchen Sie, die Diskussion
zu zerstören, indem Sie kurzerhand meinen Opferbegriff in Frage stellen, indem Sie mir Vorhaltungen machen,
ich sei ein Inquisitor, indem Sie mir sagen, ich solle die Geheimnisse des Glaubens nicht ergründen,
und indem Sie solche Diskussionen insgesamt in Frage stellen, indem Sie sagen, es wäre dann sowieso ganz
anders, als wir Menschen es uns vorstellen. Vielleicht können wir die Diskussion trotzdem ein ander mal
fortsetzen – ich bin jetzt ohnehin für einige Zeit pclos (also ohne PC ; –). Ihnen viele Grüße.
möchtegern-Kathole Die Messe ist Vergegenwärtigung, Gedächtnis. Kann es sein, dass Sie meinen Text
(siehe oben) bewusst verkehrt gelesen haben. Dann würde mich Ihre Rückfrage überraschen. Wenn Sie der
Meinung sind, dass es ein Opfer ist, muss es für mich doch nicht auch ein Opfer in Ihrem Sinn sein. Woher
wissen Sie eigentlich, dass Ihr Opferbegriff identisch mit dem von der Kirche gelehrten ist. In Ihrem
wie in meinem Fall geht es immer um das Geheimnis des Glaubens, das ausschließlich von Gott zu ergründen
ist und ganz bestimmt nicht von Ihnen. Mittlerweile nervt mich Ihre penetrante Fragerei über das was
ich wie und warum ich etwas anders sehe, als es die kirchliche Lehre vorgibt. Sind Sie ein verspäteter
Inquisitor und lehnen daher grundsätzlich Weite und Horizont bei religiösen Themen ab. Meinen Sie wirklich
Gott wäre inquisitorisch kleinkariert. Er wird immer ganz anders sein, wie wir es als Menschen nie erwarten
können und auch nicht würden. Alles andere sind Spitzfindigkeiten, die kein Geheimnis des Glaubens sind.
Das war jetzt eine ganze Menge. Ich glaube die dürfte reichen.
@gilbert für Sie und mich scheint der Begriff „Vergegenwärtigung“ zwei unterschiedliche Bedeutungen
zu haben. Für Sie ist es nur Gedächtnis, für mich ist es reale Präsenz des Opfers, das damals gebracht
wurde. Halten Sie Ihren Standpunkt mit dem „nur Gedächtnis“ für den katholischen, oder sind Sie der
Meinung, dass es zwar nicht der katholische, jedoch der richtige sei?
möchtegern-Kathole Lesen Sie, was die Kirchenväter, Kirchenlehrer, die Alten Konzilien usw. zu der „Vergegenwärtigung“
geschrieben haben. Es ist das Opfer aller Zeiten, das Christus auf Golgotha darbringt. Es, das Opfer auf
Golgotha, ist das Opfer aller Zeiten. Ich habe nie das Gegenteil behauptet. Deshalb gibt es keine neuen
und anderen Opfer mehr. Das ist es, was ich die ganze Zeit behaupte. Die Messe ist Vergegenwärtigung,
Gedächtnis.
@gilbert zwischen „vergegenwärtigung“ und „Original“ ist da kein Unterschied! Zu Ihrem sprachlichen Einwand:
Das Wort „originell“ taucht in meinen Beiträgen nur als Zitat von Ihnen auf, ich habe es so übernommen
wie Sie es geschrieben haben. Soweit nicht von Ihnen zitiert, verwendete ich ‘original’. Aber das ist
noch nicht mal ein Nebenkriegsschauplatz. Lesen Sie, was die Kirchenväter, Kirchenlehrer, die Alten Konzilien
usw. zu der „Vergegenwärtigung“ geschrieben haben. Es ist das Opfer aller Zeiten, das Christus auf Golgotha
darbringt.
möchtegern-Kathole Wenn Sie also schreiben: „Die Messe … kann nie das originelle Opfer sein“, dann
haben Sie den kath. Glauben und dieses Geheimnis aufgegeben. Die Messe ist Vergegenwärtigung, nicht originales
Opfer. Sie verwenden irrtümlich „originelles“ Opfer. Ein originelles Opfer ist sprachlich problematisch
in dem Zusammenhang.
Lieber Gilbert, ich will doch gar nichts einklagen. Ich habe an den Menschen in Ihnen appelliert. Sonst
nichts. Oder glauben Sie nach dem Augustinischen „Si enim fallor, sum“ irren zu müssen?
Heinrich 2 Erst wenn Sie so ehrlich sind wie ich es bin, können Sie Ihren Wunsch einklagen. Bis dahin
sollten Sie sich aber abgewöhnen, mit der Lehre der Kirche hausieren zu gehen. Ist Heinrich 2 ein sprechender
Katechismus oder steht ein Mensch dahinter? Wenn möglicherweise ein Mensch dahinter stehen sollte, bleibt
ihm nur die Möglichkeit bei Propaganda fide Klage zu erheben. Ich wünsche dem dahinter stehenden Menschen
frohes Gelingen.
Lieber Gilbert, Bleiben Sie mir BITTE mit Ihren Erklärungen meilenweit entfernt. … dafür sorgt wohl
schon der anonyme Kontakt hier über das Internet. Dass Sie mit Ihren Erklärungsversuchen der Kirche
und der kirchlichen Lehre meilenweit entfernt bleiben ist schließlich Ihr Problem und nicht meines. Dann
sein Sie aber auch so ehrlich und gestehen Sie das ein!
Heinrich 2 Bleiben Sie mir BITTE mit Ihren Erklärungen meilenweit entfernt. Was Sie glauben und was Sie
nicht glauben, erschließt sich mir nicht, wenn Sie die offizielle Lehre der Kirche für Ihre Zwecke mir
interpretieren. Sie pochen auf die Lehre der Kirche. Tunb sie es, wenn es ihnen frommt. Das ist eine kaum
verzeihliche katholische Unart. Die ist genauso übel, als wenn Protestanten ständig als leibhaftige
Bibel glauben agieren zu müssen. Jedenfalls möchte ich Ihre fragwürdige Hilfe nicht beanspruchen. Danke
für das Angebot.
Lieber Gilbert, mag sein, dass ich mehr Hilfe brauche als Sie. Jedenfalls habe ich offenbar vor Ihnen
verstanden, worauf es bei der hlg. Messe ankommt. Möchtegern hat es Ihnen gerade noch mal ordentlich
erklärt.
@gilbert Sie schrieben: „Die Messe ist immer Vergegenwärtigung, kann nie das originelle Opfer sein.“
Es gibt nur 1 Opfer, das orginale Opfer. „Vergegenwärtigung“ heisst hier, dass das eine Opfer real, orginal
gegenwärtig wird. Keine Kopie, keine Nachahmung, kein Gedächtnis. Wenn Sie in der Hl. Messe sind ist
es so, als wenn Sie damals persönlich auf Golgotha dabei waren. Es ist so wie bei der Hl. Hostie. Sie
ist Christus. Sie ist keine Kopie, kein Symbol, kein Gedächtnis usw, sondern in Wahrheit der Herr selbst.
Wenn Sie vor dem Altar knien, knien Sie in Wahrheit auf der Schädelstätte, wenn Sie ihr Haupt vor der
Hostie neigen, neigen Sie es vor Christus, der am Kreuz hängt, wenn Sie die Hostie berühren, berühren
Sie in Wahrheit Christus. Vergleiche hinken, trotzdem ein Vergleich: wenn Sieheute, im Jahr 2007 einen
(echten) Nagel vom Kreuz Christi in Händen halten, ist es der selbe Nagel wie damals. Es ist keine Kopie,
sondern der eine Nagel, das original, wie vor knapp 2000 Jahren. Trotzdem sind 2 Jahrtausende dazwischen –
aber es ist der selbe Nagel. Mit dem Opfer Christi am Kreuz und in der Messe ist es ebenso: das selbe
Opfer – ein Opfer obwohl 2 Jahrtausende dazwischen sind. Das ist das Geheimnis, aus dem die Messe schöpft –
und zwar wie im Märchen: der Gnadenquell wird nie leer, wie viel man auch immer daraus schöpft. Wenn
Sie also schreiben: „Die Messe … kann nie das originelle Opfer sein“, dann haben Sie den kath. Glauben
und dieses Geheimnis aufgegeben.
Lieber Gilbert, „Wer sagt, in der Messe werde Gott kein wahres und eigentliches Opfer dargebracht, oder
das Opfer bestehe einzig in der Darreichung zu unserem Genusse: der sei im Banne“ (Konzil von Trient)
was Ihnen näher ist, das zählt nicht wirklich. Manchen Menschen ist die Theorie näher, die Erde sei
eine Scheibe. Deren Pech!
@Gilbert ob sie damit was anfangen können der nicht, lieber Gilbert, ändert nichts an der Tatsache dass
es so ist auch wenn sies für eine Ideologie oder ein „fundamentalistisches Konstrukt“ halten. l.g
Rosenkranzsoldat Danke für die Mühe Ihrer Antwort. Mir ist Ihre Opfertheorie viel zu altertümlich als
dass ich etwas damit anfang könnte. Also laß’ mers!
gilbert als katholik müßten sie wissen dass die hl kirch christi unter anderem aufgrund des geopferten
märtyrerblutes so kraftvoll war. die beendigung des opfers ist wieder ein versuch die kirche zu schwächen
da gott jedes opfer x-fach revanchiert. bei jedem christlichen opfer erzittern die dämonen und das fundament
der hölle bröckelt
Gilbert Damit will ich sagen, dass mir der Mahlcharakter der Messe näher als der Opfercharakter ist.
Klar wir alle fressen doch lieber als zu opfern – gelle
Heinrich 2 Damit will ich sagen, dass mir der Mahlcharakter der Messe näher als der Opfercharakter ist.
Ich will aber auch damit sagen, dass man auch bei Betonung des Mahlcharakters sehr gut katholisch sein,
ohne das von Philistern gleich die Ausschließlichkeit beantragt wird.
Der Mahlcharakter Der Opfercharakter der Messe ist über Jahrhunderte hinweg leider zustark betont, zu
Ungunsten des Mahlcharakters der Messe, der im letzten Abendmahl seine Wurzeln hat, eigentlich in der
familiären Passahfeier des Judentums. Das muss man sich bei der Messe vergegenwärtigen. Die Messe ist
immer Vergegenwärtigung, kann nie das originelle Opfer sein. Auch wenn viel zu viel immer noch vom Opfer
bei der Messe geredet wird, könnte das eine Engführung der Messe sein. Ich sehe in erster Linie die
Mahlfeier mit der Realpräsenz Christi in Wein und Brot. Das originelle Opfer war ein für alle Mal auf
Golgotha. Den hat Vat. II wieder zum Strahlen gebracht.
Das Beiwerk … … ist natürlich veränderbar, da stimme ich zu. Es gibt ausser dem Römischen Ritus
noch andere, teilweise uralte Riten, z.B. in der Ostkirche, und sie sind anerkannt, würdig und gültig.
Aber kann ein Ritus würdig sein, der absichtlich, mit vollem Vorsatz seiner Autoren den Opfercharakter
der Messe verschweigt, zumindest aus vielen oder den meisten Texten getilgt hat? Nein, er kann es nicht.
Wir können und wir dürfen nicht zur Schädelstätte ziehen, unter Seinem Kreuz stehen, und dabei um
Sein Kreuzesopfer herumreden, es verschweigen, so tun als wäre da auf dem Hügel gar kein Kreuz. Wenn
Sie das machen, Gilbert – absichtlich, vorsätzlich – feiern Sie Sein Opfer nicht würdig, sondern unwürdig.
Deshalb muss der NOM weg.
Veränderbares Beiwerk Inhaltlichwar es ganz sicher ein Bruch, das werden Sie selbst wohl kaum abstreiten
können, ohne sich zu disqualifizieren möchtegern-kathole, für mich war es kein Bruch. Für andere kann
ich nicht sprechen. Es geht auch bei NOM um die Messfeier, die Vergegenwärtigung des einen Kreuzesopfers.
Das ist als Kernpunkt erhalten geblieben. Das Ritual drumherum ist wie das Proprium der Messe: veränderbares
Beiwerk.
In bester Nachbarschaft Hahaha, wirklich der Witz des Tages! Leider fehlt die Präzisierung, daß sich
vor allem die Feinde der Kirche über diesen „NOM“ gefreut haben. Da sind Sie ja in bester Nachbarschaft
aufgehoben. Viel Spass bei den Feinden.
@gilbert gilbert: „Deswegen muss aber doch keine Armada aufgerüstet werden, um den alten Kult wieder
zu installieren.“ Es wird eine Armada aufgerüstet (vielmehr besteht eine bereits), um den alten Kult
zu unterdrücken. gilbert: „Der reguläre Gottesdienst wird in NOM gefeiert und damit basta!“ In der Regel
wird er in einer Form gefeiert, die weder der Forma extraordinaria, noch der Forma ordinaria entspricht.
Viele derjeniger, die nun plötzlich den NOM so sehr gegen die überlieferte Form des Römischen Ritus
in Stellung bringen, haben die Aushöhlung des Novus Ordo und seine „kreative“ Verzerrung geduldet oder
sogar aktiv betrieben. Dadurch wanderten viele zur Alten Messe ab. Nicht wegen des NOM, sondern weil selbst
dieser für etliche moderne und ggü. dem Zeitgeist anpasserische Priester nicht gut oder liberal genug
war. gilbert: „Ende mit dem Gezipfe der Sektierer.“ Beleidigen und Erniedrigen ist eben auch Mittel dieser
Armada gegen den alten Kult. Sie, gilbert, gehören dieser Armada an.
möchtegern-Kathole Das mag ein Bruch gewesen sein. Großer Gott! Im Leben gibt es ständig Brüche, auch
Entfernungen von heiß geliebten Gottesdienstformen. Deswegen muss aber doch keine Armada aufgerüstet
werden, um den alten Kult wieder zu installieren. Der reguläre Gottesdienst wird in NOM gefeiert und
damit basta! Ende mit dem Gezipfe der Sektierer. Die sollen eine rituelle Gemeinschaft bilden, besser
noch eine eigene Kirche gründen (ohne Kirchensteuereinzugsberechtigung), damit niemand mehr zu ihnen
kommt…!Amen, Halleluja!
@gilbert: »Das war ein großer Bruch damals« ein Bruch bleibt ein Bruch, auch wenn man viel darüber
redet, und die Änderungen nicht an einem Sonntag, sondern über mehrere Wochen hinweg einführt. Inhaltlichwar
es ganz sicher ein Bruch, das werden Sie selbst wohl kaum abstreiten können, ohne sich zu disqualifizieren
(viele Leser hier kennen beide Texte)
@Tridentinus Ja danke, ich verstehe es nun auch… Beim erstmaligen Durchlesen dachte ich, der Satz sei
schlicht abgerissen worden. Aber Dank Ihrem Hinweis, der Brokat der Sprache usw. wirds einigermaßen klar.
@gilbert Das Unterzeichnen des Manifestes kann doch der erste wunderschöne Schritt für die Protestanten
in Richtung Mutter Kirche sein, finden Sie nicht?!
@gilbert gilbert: „Dafür sind die sonst stets verhöhnten Protestanten gut, um ihre Unterschrift für
die lateinische Messe zu leisten. Diese Art von zynischer Dreistigkeit im Artikel „Das war ein großer
Bruch“ ist nicht zu überbieten.“ Der Protestantismus wird hier zwar oft kritisiert. Aber wo werden hier
Protestanten „stets vehöhnt“?
zynische Dreistigkeit Die evangelische Kölner Philosophieprofessorin Edith Düsing, die auch das „Manifest
zur Wiederzulassung der überlieferten lateinischen Messe“ unterzeichnet hat, vor dem evangelischen Nachrichtendienst
‘idea’. Dafür sind die sonst stets verhöhnten Protestanten gut, um ihre Unterschrift für die lateinische
Messe zu leisten. Diese Art von zynischer Dreistigkeit im Artikel „Das war ein großer Bruch“ ist nicht
zu überbieten.
@Lat. Liturgie als Weltkulturerbe Ohne Zweifel gehören die abendl. – lat. Liturgien zum Kulturschatz
der gesamten Menschheit: die Hymnen eines Ambrosius, Prudentius, Venantius Fortunatus u. v. a., die Orationen,
Präfationen der Sakramentare und späteren Missalia, der Canon Romanus, die latein.-bibl. Texte des AT
und NT, die in keiner Liturgiefeier fehlen, aber auch die großartige Musik, der gregor. Choral, die klass.
Vokalpolyphonie, die „Orchestermessen“, die Orgelmusik. Und all dies spricht auch den „heutigen Menschen“
an und ergreift ihn. Es ist nicht der Nachhall einer vergangenen Zeit, sondern vielmehr ein großes Erbe,
das wir empfangen haben, intensiver als bisher pflegen und dann weitergeben müssen. Um dies alles zu
begreifen und anzuerkennen, muss man nicht gläubiger Katholik sein. Genauso können einen solchen zB.
die großartigen ostkirchlichen Liturgien mit ihren Gesängen und ihrem ehrfürchtig zum Ausdruck gebrachten
Glauben ansprechen, ebenso die schönen protest. Gemeindechoräle, Kantaten oder die herrliche Chormusik
der anglikanischen Tradition. Auch dies alles gehört zum (religiösen) Menschheitserbe und es wäre ein
unwiederbringlicher Verlust, wenn irgendetwas davon verschwinden würde. Aber auch unsere Zeit muss ihren
Beitrag zu diesem großen Erbe geben, und dies ist eine gewaltige Herausforderung, da man sich heute stärker
als in früheren Jh. oft mit Unfertigem oder Banalem zufriedengibt. Die Dominanz dieses Minimalismus und
Pragmatismus in der heutigen Liturgie muss endlich überwunden werden.
Brucherlebnis so ein Schmarren »Das war ein großer Bruch damals«, sagt er. »Von einem Sonntag auf
den anderen wurde plötzlich nicht mehr Latein gesprochen in der Heiligen Messe.«“ Das mag in der einen
oder anderen Pfarrei so gewesen sein. Es gilt aber nicht flächendeckend, dass es ein Bruch war. In meiner
Heimatpfarrei wurde die Gemeinde auf die Änderungen behutsam vorbereitet. Die Texte sind nach und nach
vom Latein ins Deutsche übernommen worden. Schließlich wurde auch das Hochgebet in Deutsch vorgetragen.
Wenn das in anderen Pfarreien anders war, lag es vielleicht auch am Pfarrer oder auch am Desinteresse
der Gemeinde. Die Kirchenzeitungen haben damals sehr intensiv über die Änderungen bei der Messfeier
berichtet. Allenthalben war die Rede davon. Berichte aus den Verlagen gab es allenthalben. Das Missale
war zu erstellen. die Lektionare für den dreijährigen Lesezyklus waren vorzubereiten. Das war doch nicht
unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich gegangen, dank aggiornamento, dessen Urheber Papst Johannes
XXIII. ist. Wer wollte, hat sich sehr wohl umfassend informieren können. Wer es stattdessen vorzog, weiterhin
in Messandachten zu blättern oder den Rosenkranz in der Messe zu beten, hat natürlich nichts von den
Änderungen mitbekommen. Von einem Brucherlebnis können nur Desinteressierte sprechen, die sich jetzt
als Wasserträger den Altrituellen andienen, mit Hilfe einer ziemlich groben Unwahrheit.
zum Artikel Wigratzbad ohne Alte Messe „Er persönlich habe ohnehin noch nie eine lateinische Messe miterlebt,
obwohl in seinem Heimatort Wigratzbad im Allgäu durchaus die tridentinische Messe abgehalten wird.“ Der
Landsberger Stadtpfarrer und Prodekan Reiner Hartmann in der ‘Augsburger Allgemeinen’ vom 16. Juli. Schade,
und dazu müsste der Stadtpfarrer noch nichtmal bis Wigratzbad fahren, denn es gibt sogar direkt in seiner
Dienststadt Landsberg unter der Woche trid. Messen! Psychologische Erklärung „Daß sich einige junge
Geistliche für die alte Messe interessieren, erschließt sich Dr. Schult, Arzt für Psychotherapie, durchaus:
»Jugend geht in eine Richtung, die sie zu entdecken glaubt. Nach einer Priestergeneration, in der viele
die schwarze Kleidung vermieden, sucht mancher wieder klerikalen Habitus, trägt steifen Kragen. Und mancher
sucht zum Brokat des Gewandes wohl einen der Sprache«.“ Schön und gut, aber im letzten Satz fehlt doch
die Hälfte (etwa: …einen der Sprache angemessenen Ausdruck. o.ä.) Oder verstehe ich ihn nur nicht?
Ästhetik – wie Monteverdi Frau Professorin Düsing schätzt die hohe ästhetische Qualität der „alten
Lateinischen Messe“ und stellt sie in eine Reihe mit der Musik von Monteverdi. Also ist für sie die tridentinische
Messe in erster Linie ein ästhetisches, künstlerisches Erlebnis. Man lauscht mit geschlossenen Augen
und genießt die Schönheit einer vergangenen Zeit… Leider erklärt sich Frau Düsing nicht bereit,
die naheliegende Konsequenz zu ziehen: nämlich den katholischen Glauben anzunehmen und die Messe bewußt
und gläubig mitzufeiern… Was nützen dem Bemühen um die Wiedereinführung der tridentinischen Messe
solche protestantischen Ästheten, für die sie ein Kulturgut ist, aber nichts, woran sie glauben?