Erzbischof Milingo
Er wartet gegenwärtig auf die Anweisungen Gottes
Afrika bereitet sich auf die glorreiche Rückkehr eines zur Moon-Sekte abgefallenen Kurienerzbischofs vor – der Beginn einer neuen Reformation?
Der abgefallene Erzbischof Milingo mit seiner koreanischen Konkubine Maria Sung.
Der abgefallene Erzbischof Milingo mit seiner koreanischen Konkubine Maria Sung.
© Titelbild: yusunkwon, Creative Commons
(kreuz.net) Eine Gruppe abgefallener und verheirateter Priester ist in Sambia an die Öffentlichkeit getreten.

Das berichtete die Tageszeitung ‘The Times of Zambia’ am 9. August unter dem Titel: „Ist die Bewegung der verheirateten Priester der Beginn der Reformation der Katholischen Kirche?“

Die Bewegung wurde im vergangenen September vom ehemaligen Kurienerzbischof Emmanuel Milingo (77) gegründet. Milingo ist zur Moon-Sekte abgefallen und wurde inzwischen exkommuniziert.

Werbeveranstaltungen in Sambia

Die Bewegung „Verheiratete Priester jetzt“ veranstaltete letztes Wochenende ein Treffen in Sambia.

Bei dieser Gelegenheit rief sie Priester, „die im geheimen geheiratet haben“, dazu auf, an die Öffentlichkeit zu treten und den Priesterzölibat abzulehnen.

Die Lage Sambias auf dem afrikanischen Kontinent.
Die Lage Sambias auf dem afrikanischen Kontinent.
© GNU-Lizenz
Der abgefallene Priester Anzanga Mbewe, der zur Diözese Ndola gehörte, ist der Anführer der Gruppe. Er ist auch ein Anhänger Milingos.

Mbewe glaubt, daß die Ex-Priester um ihn immer noch zur Kirche gehören. Sie würden auch die katholische Hierarchie anerkennen.

Die Gruppe veranstaltete im Masiye Motel in Lusaka am Wochenende eine unerlaubte Messe.

Nach Mbewes Angaben existiert in Brasilien die weltweit größte Bewegung verheirateter Priester mit angeblich vier Millionen Mitgliedern – darunter mehr als fünfzig Bischöfe.

Der Präsident der Bischofskonferenz von Sambia, Mons. Telesphore Mpundu, hat inzwischen eine mögliche Rückkehr Milingos nach Sambia mit der Feststellung kommentiert, daß dieser exkommuniziert sei:

„Exkommunikation bedeutet, daß er nicht mehr zur Katholischen Kirche gehört.“

Warum verheiratete Priester besser sind

Die koreanische Konkubine des untreuen Erzbischofs erklärte vor ‘The Times of Zambia’, daß Milingo mit dem Vatikan in Kontakt sei und diesen regelmäßig über seine Aktivitäten informiere.

Er wolle im Kampf „für die Befreiung von Priester und Ordensschwestern, die in der Katholischen Kirche durch das Gesetz des Zölibates gebunden sind“, nicht nachlassen.

Frau Milingo erklärte, daß die exkommunizierten Priester an psychischen Störungen litten und nur befreit werden könnten, wenn sie die Erlaubnis erhielten, Messen durchzuführen und Familien zu haben.

Sie erklärte weiter, daß sie persönlich einen verheirateten Pfarrer bevorzugen würde: „Es ist wichtig, verheiratete Priester zu haben, weil diese besser in der Lage sind, Familien anzuleiten.“

Ihrem Ehemann gehe es gut: „Er wartet gegenwärtig auf die Anweisungen Gottes, bevor er nach Sambia zurückkehren kann.“

Milingo und Martin Luther King

Der abgefallene Priester Mbewe hält Milingo für eine Legende. Seine Verbindungen mit der Moon-Sekte dürften nicht mißverstanden werden. Die Sekte habe Milingo nur eine Plattform geboten.

Die Exkommunizierung habe Milingo stärker gemacht: „Das kann nur mit dem verglichen werden, was geschah, als man im Jahr 1520 Martin Luther King [sic] ausgeschlossen hat.“

Nach Angaben von Mbewe wird Milingo schon bald Sambia besuchen.

Seine Konkubine hat bereits verschiedene afrikanische Länder bereist, um die Ankunft Milingos vorzubereiten.
      
25 Lesermeinungen
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#25   Marius.Frosch   22:34:11 | Samstag, 18. August 2007
Seltsam
Wie man dann zur Munsekte abwandern kann? Gebe ja auch „Freikirchen“ … aber eine Koreanische Sekte, die ihren Meister als Messias ansieht … nein !
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#24   rolf34   19:07:48 | Freitag, 10. August 2007
@nachtlaterne
der war gut!!!
:-D
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#23   Nachtlaterne   18:50:12 | Freitag, 10. August 2007
jetzt macht aber mal halblanng!
selbst nietzsche hatte erkannt, dass der zölibat der beste beweis für den starken glauben an gott ist, weil sich ohne glauben wohl keiner darauf einlassen würde.
ihr seid ja der meinung die ehe sei das gegenteil. im gegenteil meine damen und herren! geradfe auch die ehe ist eine große einsamkeit, ein andere art von zölibat!
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#22   agmen   15:24:28 | Freitag, 10. August 2007
Zölibat
Ich halte den Zölibat für problematisch.
Viele Priester werden von Bischöfen, eher Generalvikariaten alleine gelassen, gemobbt und ausgegrenzt. Die Priester, meist ältere, suchen sich dann Rückhalt in Wunschvorstellungen, in denen sie Ehefrauen haben, die ihre Seelenlast teilen und sie trösten. Viele dieser Priester zerbrechen daran und zweifeln ihren eigenen Glauben an und werden so zu einer Gefahr für die ihnen anvertrauten Gläubigen.
Wenn die Bischöfe, Vikare und Domherren und alle Kleriker aus den hohen Etagen, sich nicht des normalen Priesters annehmen und ihn in seiner Arbeit unterstützen, funktioniert der Zölibat nicht.
In den Bistümern, die mir bekannt sind, gibt es immer eine Domhofclan zu der meistens auch Vorsitzende von katholischen Vereinigungen (z.B. Caritas) und Lokalpolitiker gehören, die dann untereinander ihre Geschäfte ausklüngeln. Korruption und Vetternwirtschaft sind in diesen Kreisen häufig vorzufinden.
Geistliche, die nicht die Linie des Domhofclans unterstützen, werden ausgegrenzt und sich selbst überlassen.
Unter diesen Zuständen kann nur ein sehr gefestigter Priester überhaupt geistig überleben.
Die Bischöfe haben vor Ort meistens nichts zu sagen, sie sind Weihnachtsmänner, die Hände schütteln, sich ablichten lassen, fromm ihre Schafe segnen, lächeln und freundlich sind und Unterschriften setzen. Sie selber bestimmen nichts.
Eine Ausnahme gibt es in Köln: Nach und nach hat Kardinal Meisner alle Glaubensbesetzer ausgetauscht.
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#21   Defensor Fidei   13:54:05 | Freitag, 10. August 2007
@ stimme der vernunft
Kirchliches Eherecht ist nicht gerade deine Stärke, oder?
Ihres aber noch viiiiiiiiiel weniger. Milingo war zum Zeitpunkt seiner „Eheschließung“ nämlich noch gar nicht exkommuniziert. Exkommuniziert wurde er erst im September 2006, weil er unerlaubt Priester geweiht hatte. Er unterlag damit bei seiner „Eheschließung“ sehr wohl der Formpflicht. Neben der Formpflicht gab es dann mit der Weihe noch mindestens ein bestehendes Ehehindernis. Aus diesem Grund hat der Vatikan denn auch festgestellt, dass die Ehe nichtig sei.
Tja, wenn man sich schon als Klugscheißer aufspielen will, dann sollte man erst mal die Fakten ordnen und dann mit dem Brustschwellen beginnen. ^-^
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#20   stimme der vernunft †   10:15:57 | Freitag, 10. August 2007
Defensor Stupiditatis
Kirchliches Eherecht ist nicht gerade deine Stärke, oder?
Milingo ist exkommuniziert, damit unterliegt er nicht der Formpflicht.
Somit geht er, falls seine Angetraute getauft ist, beim Standesamt eine sakramentale Ehe ein, wie das auch alle Protestanten tun.
Falls seine Angetraute nicht getauft ist, ist die Ehe zwar nicht sakramental aber kirchlich trotzdem gültig.
Da er geweiht ist, liegt zwar ein Ehehindernis vor, aber solange kein kanonisches Gericht die Ungültigkeit der Ehe aus diesem Grund feststellt, und das kann es nur auf Antrag von entweder Millingo oder seiner Frau, solange gilt Millingo kirchlich als rechtmässig verheiratet.
Tja, wenn man sich hier zum Glaubensverteidiger aufpielen will, sollte man wenigstens ein paar einfache Kenntnisse im Kirchenrecht haben.
Achja, und nicht damit jetzt jemand mit der V2-Keule ankommt: Das was ich geschrieben habe, galt auch schon vor dem Konzil.
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#19   r.ruhrgebietler   07:21:30 | Freitag, 10. August 2007
Der Fall ist tragisch!
Von den vielen Begegnungen die ich persönlich mit Milingo bis vor 5 Jahren hatte, bleibt mir jene in Erinnerung bei der mir sagte: „Man muß Gott auch lieben!“
Heute würde ich ihm gerne die Frage stellen, ob er Gott noch liebt.
Der Fall ist tragisch!
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#18   FioreGraz   07:01:33 | Freitag, 10. August 2007
Ein Untoter Wiedergänger
scheint MArtin Luther zu sein
…als man im Jahr 1520 Martin Luther King [sic] ausgeschlossen hat…
Der als Martin Luther 1546 verschwand und 1929 als Marthin Luther King wieder auftauchte. Wahrscheinlich hat er die mehr als 400 Jahre auf einer Südseeinsel verbracht, anders ist die markante Erscheinungsänderung nicht zu erklären.
LG
Fiore
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#17   matt   02:50:39 | Freitag, 10. August 2007
Das Asia Mäuschen scheint schön üppig zu sein…
überdies hat sie schöne weisse Zähne. Da kann man „Mr. Moon“ nur gratulieren zu diesem Fang.
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#16   Aleph †   02:07:13 | Freitag, 10. August 2007
Pandora-Büggsen
Was die römische Kirche in ihrer Steifheit so schlimm findet, dass die Moon-Sekte in Afrika wieder Fuß fassen soll, wie von kreuz.net, mit Vorsicht zu erfahren ist, kann nicht ganz nachvollzogen werden.
Vielleicht mag kreuz.net. die Moon-Sekte nicht sonderlich. Vielleicht hätte kreuz.net. nicht so viele gilfende Gifthäfen, besser Pandora-Büggsen, installieren lassen sollen…!
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#15   matt2 †   00:26:38 | Freitag, 10. August 2007
fein!
wenn ich mal wieder zufällig in Todesgefahr schwebe kann mir ja mein Papi schnell die Sakramente spenden.
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#14   Rudolfus   23:52:37 | Donnerstag, 9. August 2007
@matt2 / Auch ein laisierter Priester ist Priester auf ewig,
und er kann in schweren Notfällen und bei Todesgefahr nach dem CIC erlaubt und gültig die Sakramente spenden.
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#13   matt2 †   23:38:46 | Donnerstag, 9. August 2007
mitnichten!
mein Papi half mir auch mit der Sozialhilfe. Er ist nämlich seit einiger Zeit mein Sachwalter. Er macht für mich die Amtsangelegenheit, damit ich jeden Monat mein Geld kriege. Als ehemaliger Berufsberater könnte es ihm natürlich peinlich sein, dass sein Sohn nix hacklt, aber er hat eigentlich immer treu zu mir gestanden und ich bin ihm dafür auch sehr dankbar.
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#12   Rudolfus   23:01:41 | Donnerstag, 9. August 2007
In der Zeit nach dem Pastoralkonzil Vaticanum II (abgehalten in den Jahren 1962-1965)
haben mehrere zehntausend Priester in allen katholischen Ländern den Priesterstand verlassen.
Paul VI. war zwar äußerst erschüttert über diese riesige Zahl an Priestern, die in der Vaticanum-II-reformierten Kirche keinen Grund mehr sahen, zölibatäre Priester sein zu sollen –
gewährte aber großzügig die offiziellen päpstlichen Rückversetzungen in den Laienstand – Johannes Paul II. änderte diese Politik 1978 abrupt und ohne Ankündigung.
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#11   Benedikt   22:46:30 | Donnerstag, 9. August 2007
Mal ehrlich Matt,…
…das ist doch Komödie, was Sie uns da vorspielen. Sowas gibt’s doch gar nicht.
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#10   matt   22:29:56 | Donnerstag, 9. August 2007
sehr richtig Gotthard!
mein Papi hat mir erst vor kurzem die Absolution erteilt. Das kann nur bedeuten: er ist nachwievor im Vollbesitz seiner priesterlichen Würde. Mein Papi macht mir auch viel im Haushalt weil ich so eine faule S… bin.
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#9   Gotthard   22:19:56 | Donnerstag, 9. August 2007
seraphincgn
Naja aber wenn dein PAPA wirklich Priester war
das kann nur heißen: wenn Dein Papa wirklich Priester IST – der wohl an der Ausübung seines Dienstes gehindert ist.
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#8   seraphincgn   21:34:42 | Donnerstag, 9. August 2007
das erklärt viel:
Mein Papahätte ja auch weiterhin Priester sein können, oder er könnte es wieder sein, wenn der Zölibat aufgehoben würde.
Mat wie alt bist du ??? Papa ach wie süß
Naja aber wenn dein PAPA wirklich Priester war erklärt das einiges bei dir
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#7   matt2 †   19:55:44 | Donnerstag, 9. August 2007
das ist positiv zu bewerten…
ich denke auch, dass es für den Priester gut ist eine Frau haben zu können. Mein Papa hätte ja auch weiterhin Priester sein können, oder er könnte es wieder sein, wenn der Zölibat aufgehoben würde. Das wäre sicher für ihn eine tolle Sache.
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#6   Gotthard   18:02:05 | Donnerstag, 9. August 2007
warum?
Die Gruppe veranstaltete im Masiye Motel in Lusaka am Wochenende eine unerlaubte Messe.
Warum war diese Messe unerlaubt?
Da weiß ich aber noch um viele andere unerlaubte Messen von suspendierten Priestern.
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#5   Aleph †   17:46:10 | Donnerstag, 9. August 2007
Stimme der Vernunft
Dabei ist in den Seligpreisungen überhaupt nicht die Rede von denen, die einfältig dahin dümpeln. Und trotzdem gelingt die Einfalt immer wieder und wieder…Woran das wohl liegt? :-P
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#4   Defensor Fidei   17:45:13 | Donnerstag, 9. August 2007
@ stimme der Vernunft
Ich dachte dieser Ex-Erzbischof ist verheiratet? Etwa doch nicht? Wahrscheinlich bringt die einfältige Redaktion mal wieder alles durcheinander.
Millingo ist eine bürgerliche Ehe eingegangen. Eine sakramentale Ehe hat er dagegen nicht geschlossen. Das wäre vor einer Laisierung Millingos auch gar nicht möglich, weil die Weihe ein Ehehindernis darstellt.
Somit lebt Millingo im Konkubinat. Ganz einfach!
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#3   stimme der vernunft †   17:38:42 | Donnerstag, 9. August 2007
Wieso Konkubine?
Ich dachte dieser Ex-Erzbischof ist verheiratet? Etwa doch nicht? Wahrscheinlich bringt die einfältige Redaktion mal wieder alles durcheinander.
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#2   ottaviani   17:38:21 | Donnerstag, 9. August 2007
das sieht man schön
wohin dieses charismatische theater führt
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#1   engelhardt †   17:22:09 | Donnerstag, 9. August 2007
Exkommunikation
„Mbewe glaubt, daß die Ex-Priester um ihn immer noch zur Kirche gehören.“
Soweit ich weiss, ist das auch die offizielle Lehrmeinung der kath, Kirche.
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