Kommentar
Nein, nicht der wertvolle Artikel über „Orgasmus-Training“
Ich bin keine Frau. Ist hinlänglich bekannt. Ich bin auch keiner dieser erbärmlichen Wale-rettenden männlichen Feministen. Eher schon bin ich dem geneigten Leser als Reaktionär ein Begriff. Kommentar eines reaktionären Schweins.
(kreuz.net/TF) Trotzdem koche ich hin und wieder quasi-feministisch über, wenn ich lese, wie Frauen medial behandelt werden. Stein des Anstoßes ist das Fellner-Magazin „Woman“ (Nr. 1/5. Januar 2005). Ich habe mir diese spezielle Ausgabe beschafft, da sich darin ein kritisch-besorgter Artikel über die „Jugend für das Leben“ findet. Oder in Fellner-Leseart: Eine Fanatikergruppe, welche „Kinder instrumentalisiert“, Frauen schändet und auch sonst ganz verabscheuungswürdig ist.

Der übliche Journaillen-Müll eben.

Mehr noch als die Hetze gegen die „Jugend für das Leben“ gibt aber ein anderer Artikel im Heft Auskunft über den Geist, der in der Fellner-Redaktion weht. Nein, nicht der wertvolle Artikel über „Orgasmus-Training“, sondern auf Seite 34 ein Aufsatz mit dem Titel „Der €-10.000-Look“.

Frau Karin Bonmassar, so der Artikel, hat „es“ geschafft. Und das im greisen Alter von 37 Jahren. Früher war Karin B. fett und unansehnlich. Fellner publiziert das entsprechende Bild. Vor zehn Jahren riß sich Frau Karin zusammen, sparte sich 10.000 Euro vom Mund ab und ließ sich das Fett absaugen, Brüste und Lippen aufspritzen sowie generell das Gesicht und die Figur restaurieren. Jetzt hat sie „es“, mit 37, endlich geschafft.

Was ist „es“ denn? Daß sie in irgendeinem Schmuddelkalender mit offener Bluse ihre Plastikmöpse ausstellen darf. Toll, das war wirklich die 10.000 Euro wert. Heute ist sie „ein neuer Mensch“ und „das Leben bekommt wieder richtig Sinn“.

Also, Frau, worauf wartest Du: Tritt in Frau Karins Fußstapfen und mach was aus Dir!

Auch Frau Karins Retter, ein Chirurg namens Umschaden, kommt zu Wort, damit Frau gleich weiß, wo sie ihre 10.000 Euro hintragen soll. Ich wäre nicht ich, hätte ich zu dieser redaktionellen Werbung für plastische Chirurgie nicht einige Fragen:

– Wäre es für Frau Karin nicht gesünder gewesen, sie hätte weniger gegessen, Sport getrieben und auf natürliche Weise abgespeckt?

– Wären die 10.000 Euro nicht besser in die Zukunft der nunmehr 14-jährigen Tochter von Frau Karin investiert gewesen?

– Warum findet sich in dem Artikel nichts über die gesundheitlichen Risiken solcher Operationen?

– Wäre es für die Psyche von Frau Karin nicht wohltuender, sie könnte sich auf einen Partner verlassen, der sie auch ohne aufgespritzte Lippen liebt? Oder werden ihr ihre Silikonimplantate Halt geben, wenn die Erotik-Engagements ausbleiben?

– Was ist Sinn und Ziel des Fellner’schen Feminismus? Zuerst Abtreibung um jeden Preis. Wozu? Klar – um die anschließende Karriere als künstliches Begeilungs-Objekt für D-Schicht Männer ja nicht durch ein Kind zu gefährden.

Und da will ein reaktionäres Schwein wie ich doch glatt noch, daß Frauen Kinder bekommen, wo man sich bei Dr. Umschaden in der Schwarzl-Tagesklinik Laßnitzhöhe um schlappe 10.000 Euro ein neues Leben kaufen kann. Und im Kiosk von den Fellners das dazu passende Bewußtsein um Euro 2.-

Frei nach dem Motto: Wer den Umschaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Uwe Schmidt   07:23:21 | Sonntag, 30. Januar 2005
dolfus
hallo dolfus, na mit Europa und Nordamerika meine ich unsere jetzt langsam untergehende Zivilisation, das christliche Abendland, das aus dem Frankenreich Karls des Großen und der Römischen Kirche hervorgegangen ist (Lateinamerika kannst du da nur bedingt hinzuzählen, weil zu sehr mit Indianern und Negern vermischt). Die lateinamerikanische Zivilisation ist eigentlich noch gar nicht geboren, eine afrikanische gibt es ohnehin nicht (dort gibt es nur Kulturen), wenn es dem Christentum gelänge, in Afrika, Asien und Lateinamerika díe Leitideologie zu spielen, die es im Frankenreich gespielt hatte, dann könnten neue christliche Zivilisationen auf der Welt entstehen.
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#3   Dolfus   10:32:53 | Freitag, 28. Januar 2005
Die Erben des Römischen Reiches @Uwe Schmidt
Darf man fragen, wen Du da konkret meinst, mit den Erben der Alten Römer, die in Europa, Nordamerika lebten und in anderen Völkern in anderen Gegenden sich vermischten? Doch nicht etwa die Germanen/Deutschen? Und welche andere Erdteile? Die deutschen Streusiedlungen in Lateinamerika? Sind die besonders für ihren Katholizismus bekannt? Wäre mir neu!
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#2   Uwe Schmidt   06:19:50 | Freitag, 28. Januar 2005
körperkult
Tja, wo die Transzendenz flöten geht, da bleibt nur Materialismus und Körperkult. Ist ein Zeichen von Dekadenz, die sich nach OSWALD SPENGER:„Untergang des Abendlandes“ in jeder Endphase einer Zivilisation einstellt, das war bei der römischen Antike ganz ähnlich, die sind auch immer grausamer, schönheitsfanatischer und kinderhassender geworden…und dann sind sie von einer neuen, nämlich christlichen Zivilisation beerbt worden, die aber jetzt auch am Ende ist (in Europa und Nordamerika, vielleicht lebt sie aber in anderen Erdteilen durch Vermischung mit anderen Zivilisationen teilweise fort).
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#1   Dolfus   22:02:46 | Donnerstag, 27. Januar 2005
Dieses Sachen …
… lese ich erst gar nicht mehr, wenn ich die Überschrift sehe, da ich mich da nur zu sehr aufrege.
Dann schon lieber ein Stoßgebet, daß sich die Dinge in unserem Heimatland wieder zum Besseren wenden!
Gott segne Deutschland!
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