13:56:31 | Montag, 13. August 2007

Messe im Benediktinerkloster von Bellaigue
(kreuz.net) Im Jahre 2000 bevölkerten vier brasilianische Benediktiner im französischen Bellaigue
ein
Kloster.
Der Ort befindet sich in Zentralfrankreich, eine Autostunde westlich von Vichy in der Auvergne.
Die Mönche übernahmen eine lehrstehende Abtei in einer sterbenden Region mit großer Geschichte.
Die
bewegte Geschichte des KlostersDie Abtei Bellaigue – „schönes Wasser“ – wurde im 11. Jahrhundert gegründet.
Im Jahr 1137 reformierten die Zisterzienser noch zu Lebzeiten des Ordensgründers Bernhard von Clairvaux
(† 1153) das Kloster.
Bis Ende des 13. Jahrhundertes erlebte die Abtei Bellaigue eine Blüte mit bis
zu 150 Mönchen.
Der Niedergang begann mit der Pest und dem Hundertjährigen Krieg zwischen England und
Frankreich. Er wurde durch staatliche Einmischung besiegelt.
Seit 1515 wurde der Abt nicht mehr, wie
die Benediktinerregel vorschreibt, von den Mönchen gewählt, sondern vor allem vom König ernannt. Die
Folgen blieben nicht aus.
Im Revolutionsjahr 1791 untersagten die Jakobiner das Klosterleben. Die Gebäude
wurden an den Meistbietenden verkauft. Die Kirche diente als Stall. Das Klostergut wurde verschleudert,
die Mönche verjagt.
Es fehlt an AltärenDoch jetzt geht es in der Abtei Bellaigue wieder aufwärts.
Derzeit bewohnen 27 Mönche die alten Gemäuer. Zwei weitere wurden diesen Sommer zu Priestern geweiht.
Man muß anbauen. Es braucht neue Zellen für Postulanten und mehr Platz für Gäste.
Es fehlt vor allem
an Altären. Dringend wird
ein neuer Hochalter gebraucht. Geplant ist auch der Bau von 14 Seitenaltären
für die Privatmessen der Mönche.
Die neue Klosterbibliothek ist bereits fertiggestellt.
Auch die Kirchentüre
soll würdig sein. Da die Mönche früh aufstehen – im Winter um 3.30 Uhr – und viele Stunden in der eiskalten
Kirche beten, möchte man das Gotteshaus mit einer Fußbodenheizung ausstatten.
Das wäre auch für die
Gäste angenehmer, die einige Tage oder Wochen am Klosterleben teilnehmen.
Hausunterricht auf LateinischDie Mönche stammen aus vielen Ländern – Brasilien, Vereinigte
Staaten, Frankreich, Deutschland, Schweiz. Darum findet der theologische Unterricht an der Hausschule
auf Lateinisch statt – so wie es an den päpstlichen Universitäten in Rom bis zur Machtübernahme durch
die Modernisten üblich war.
Obwohl die Priestermönche von Bellaigue Latein wie Wasser reden, steht
das Stillschweigen nicht nur auf dem Papier. Die Mönche benützen eine eigene Zeichensprache, mit der
sie einfache Inhalte ausdrücken.
Das Kloster blüht und gedeiht. Demnächst werden auch die altgläubigen
Benediktinerinnen des Klosters Notre Dame de Toute Confiance in Westfrankreich in die Nähe der Abtei
Bellaigue umziehen. Man baut schon an den Gebäuden.
Ebenso ist eine
Tochtergründung in Deutschland
in der Nähe von Aachen geplant. Die Gebäude sind schon erworben. Im Augenblick können noch keine Mönche
nach Deutschland ausgesendet werden, weil es unter ihnen zu wenige mit ewigen Gelübden gibt.
Trotz der
unbeschreiblichen Blüte des Klosters gibt es auch Wehrmutstropfen.
So ist der Gründungsprior, Dom Ange,
gegenwärtig schwer an Krebs erkrankt. Aber er wird durch viele Briefe ermutigt.
Auch die modernistischen
Ortsbischöfe unternehmen alles, um das junge Pflänzlein im Keim zu ersticken.
Dieses Problem haben
übrigens nicht nur die Gemeinschaften im Umfeld der Piusbruderschaft. In den späten 90er Jahren wollte
zum Beispiel die altgläubige Benediktinerabtei Le Barroux, die der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia
Dei’ untersteht, im Elsaß ein Tochterkloster gründen.
Dieser Plan wurde fast augenblicklich vom Erzbischof
und Priesterrat der Diözese Straßburg sabotiert, obwohl der damalige Abt des Mutterklosters, Dom Gérard
Calvet, seine Konformität mit Rom beschwörte.
Dagegen begrüßte der Straßburger Priesterrat noch
in derselben Woche den staatlich subventionierten Bau einer großen Moschee in Straßburg.
Das Mutterkloster
von Bellaigue ist übrigens das frühere brasilianische Tochterkloster von Le Barroux.

Benediktinerkloster Unsere Liebe Frau von Bellaigue
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Fabianus 15:19:58 | Montag, 13. August 2007