Die Protestanten müssen sich mit den Krümeln abfinden, die vom Tisch des Herrn fallen. Von Ortwin Fischer.
Christusdarstellung in der Hagia Sophia in Istanbul
(kreuz.net) Vater im Himmel. Ich danke Dir für Deinen Stellvertreter auf Erden, der uns Andersgläubige
vor unberechtigten Hoffnungen in der Ökumene und gar vor einer von uns leichtfertig angedachten Abendmahlsgemeinschaft
gewarnt und uns nun endgültig klargemacht hat, daß wir – von Mängeln behaftet – im eigentlichen Sinne
ja gar keine Kirche sind.
Ich danke Dir für den Trost, daß uns – nachdem unsere Taufe ja schon großzügig
anerkannt wurde – doch wenigstens ein kirchlicher Charakter zuerkannt wird.
Ich bitte Dich um die Fähigkeit,
verstehen zu können, daß wir zwar gute Menschen sein können, die Deine Gebote halten und nach Kräften
versuchen, das erste und allerwichtigste Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ umzusetzen, daß
der Weg zur Seligkeit aber nur über die einzig wahre, katholische Kirche führen kann.
So bitte ich
Dich statt um die Einheit im Glauben, die ja doch nur in der Katholischen Kirche möglich ist, um die
sicherlich unverdiente Möglichkeit, als Mitglied einer christlichen Gemeinschaft, die sich aufgrund ihrer
Mängel nicht Kirche nennen darf, trotzdem auch einst zur Seligkeit gelangen zu können.
Dein demütiger
Diener
Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. Juli 2007 in leicht veränderter Form als Leserbrief
in der Tageszeitung ‘Nordbayerischen Nachrichten’.
Email-Adressen der Empfänger
18 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Einfühlungsvermögen Liebe kreuz.net-Redaktion, ich bin angenehm überrascht, dass Sie obigen Text in
Ihrem Forum veröffentlicht haben! Und noch überraschter war ich, als ich nach Kontaktaufnahme mit dem
Verfasser von eben diesem erfuhr, dass er gar kein evangelischer Pfarrer, sondern röm.-katholischer Christ
sei, der versucht habe, sich in die Situation eines evangelischen Pfarrers hineinzuversetzen. Ich finde,
dass ihm das recht gut gelungen ist!
#17 palestrina 07:58:48 | Dienstag, 14. August 2007
@monarcho ok, finde ich gut. Bestimmt verstehen Sie aber, dass, wer dauernd kreuz.net liest, hier irgendwann
eine Differenziertheit wie die Ihre nicht mehr anzutreffen vermutet.
chalcedon??? sagenhaft, wie man sich in solche abstrusen Gedankenexperimente hineinsteigern kann. liegt
wohl an der einsamkeit, immer nur alleine mit Jack Daniels und kreuz.net zu hause zu sitzen ist einfach
nicht von den führenden Psychiatern empfohlen.
böse pando Es geht nicht um „Zweiklassenchristlichkeit“, sondern bei der Frage nach dem „Christ-Sein“
um die „Gretchenfrage“, wie ich zu Chalcedon stehe.
Mich verwundert es nicht Das grade auf dieser Seite von einer „zweiklassenchristlichkeit“ geredet wird.
Glaubt man der These, das nur die Gläubigen der röm/kath. Kirche wahre Christen sind und nimmt man dann
den Schnitt der +.net-ler, ja dann ist es wahrlich arg finster um die Christenheit gestellt!!!!
@palestrina Aber selbstredend habe ich den Sarkasmus bemerkt Aber ich nahm mir die Freiheit ihn als solchen
zu ignorieren Was wiederum als dialektisch ironischer Trick durchaus funktioniert, wie man an ihrer Reaktion
bemerkt
Wolfgang K. Ob Protestanten durchweg noch Christen sind, läßt sich nicht einfach sagen. Eher nicht!
In einem bestimmten Umfang mag das inzwischen auch für Katholiken gelten.
wieso Ironie verstehen … Merken Sie eigentlich nicht, dass dieser Text bitterer Sarkasmus ist? Also
ich habe den Eindruck, dass das nicht nur die LeserInnen hier nicht merken, sondern auch die Redaktion
nicht. Wie denn auch. Da würde man doch diese leicht gräuliche Masse dazu benötigen, die sich in dem
Stöpsel befindet, der dem Menschen im intelligent design dazu gegeben wurde, dass es nicht in seinen
Hals regnet.
Diesen Satz… …von St. Sebastian Ewigkeit sollte man doch nochmal herausstellen: Ohne Lehramt, mit
Demokratie und immer im offenen Dialog mit einer chaotischen Welt verläuft die evangelische Kirche im
irrwitzigen Dickicht. Wunderbar! Auf den Punkt gebracht!
ja genau da sieht man mal wie überheblich Bruder Theophil und seine braune Brut sind. Reden drumherum,
beleidigen, löschen willkürlich Beiträge und wenn jemand kommt der Sie dumm dastehen läßt müssen
er und seine Gefährten ins Bett oder einkaufen!
klerikaler Größenwahn Kann das sein, dass hier einem gewissen klerikalen Größenwahn das Wort geredet
wird? Man sollte bei solchen Gebeten auch bitte schön daran denken, daß die Blüten der protestantischen
Kirche aus den faulen und verrottenenden Wurzelstrüncken einer mehr als dekadenten Renaissance-Kirche
entsprungen sind. Die katholische Kirche hat im Sinne einer Kreuz_Net-Religiosität nicht das geringste
Recht sich über andere Kirchen zu erheben. An ihren Altären klebt(e) das Blut. Immerhin sind die Protestanten
immer noch Christen. da ist doch die Frage nach der Kirche nur sekundär.
Gibt es die wahre Kirche? Die wahre Kirche hat ewig Bestand, auch wenn kommende Päpste wieder liberaler
sein werden. Die katholische Kirche ist von Christus selber gewollt. Sonst würde sie ja durch alle inneren
und äußeren Unwegbarkeiten eingehen. Der Papst sagt ja nicht, er würde recht haben, sondern er bezieht
sich allein auf Christus. Daher trägt er ja auch die roten Schühlein. Die evangelische Kirche ist auf
Abwegen, denn sie hat kein Lehramt, sondern vertritt viele theologischen Auffassungen. Für sie ist nichts
wirklich fest, außer vielleicht Christus, den sie nun ja nicht verleugnen können, ansonsten wären es
ja Diener des Teufels. Ohne Lehramt, mit Demokratie und immer im offenen Dialog mit einer chaotischen
Welt verläuft die evangelische Kirche im irrwitzigen Dickicht. So langsam sieht man die kräftige Ernte
eufgene der Saat der Kirchenspaltung, die ja von den Feinden Gottes gewollt war. Aber Kirche und Welt
sind auf dem Weg. Keiner kennt die Wahrheit und sieht sie nicht. Es ist der Glaube. Was da wirklich ist –
wer weiß? Aber wenn man sich von der inneren Ordnung der Welt entfernt und Gott verleugnet, warum wundert
man sich, dass die Evangelischen selber verlieren? Zwar habe ich keine Hoffnung mehr, dass sich die Kirchen –
auch die katholische – bessert und auf die Wuzeln sich besinnt. Doch werden wir die Früchte der Saat
sehen: sie sind faul. Ersatzideologien befriedigen uns nur 50 Jahre. Dann sind sie langweilig. Hoffentlich
wird die katholische Kirche in 20 Jahren nicht so wie die ev.K.
Aufrichtiges Gebet eines Evangelen Ich habe selten ein so aufrichtiges Gebet eines Evangelischen gelesen.
Alle Achtung. Es gibt also noch Einsicht. Wenn doch nur alle so wären. Auch die sog. Ökumene wäre dann
erledigt.