Schwerverletzt
Der mysteriöse Fall des Bischofs
Seit über drei Wochen liegt er im Krankenhaus, wo man ihn schwerverletzt hingebracht hatte. Jetzt wird die Frage immer lauter: Ist er wirklich die Treppe hinuntergefallen?
Bischof Donald Pelotte von Gallup im US-Bundesstaat Neu Mexiko
Bischof Donald Pelotte von Gallup im US-Bundesstaat Neu Mexiko
(kreuz.net) Am Montag, dem 23. Juli, wurde der Bischof von Gallup im US-Bundesstaat Neu Mexiko, Mons. Donald Pelotte (62), schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Nach Angaben der Diözese war der Oberhirte im Bischofshaus eine Treppe hinuntergefallen.

Doch seine schweren Verletzungen deuteten von Anfang an darauf hin, daß er zusammengeschlagen worden war.

Journalisten hofften, aus den Photos, die von der Polizei am Unfall- oder Tatort aufgenommen wurden, Aufschluß über die Ereignisse zu gewinnen.

Mons. Donald Pelotte
Mons. Donald Pelotte
Doch der Staatsanwalt beschloß, die Bilder nicht freizugeben, weil ihm die Diözese sonst mit einer Klage gedroht hätte.

Daraufhin reichten die örtlichen Tageszeitungen eine Klage ein, weil sie glauben, nach der Gesetzeslage im Bundesstaat Neu Mexiko ein Recht auf die Bilder zu besitzen.

In einem Kommentar vom 11. August bestand die örtliche Tageszeitung ‘Gallup Independent’ darauf, daß die Photos ans Licht kommen.

Man könne verstehen, daß die Diözese und der Bischof kein Interesse an der Veröffentlichung der Bilder hätten: „Wer möchte schon Photos veröffentlicht wissen, auf denen das eigene zerschlagene Gesicht mit aufgeschwollenen Augen zu sehen ist?“

Dennoch besteht die Zeitung auf eine Freigabe und Publizierung der Photos:

„Die Bilder werden der Öffentlichkeit Gelegenheit geben, selber zu überprüfen, ob die Wunden, die sich Bischof Pelotte an diesem Tag zuzog, von einem Treppensturz stammen, wie er selber sagt, oder das Ergebnis eines Überfalls waren.“

Die Zeitung weist darauf hin, daß der Kanzler der Diözese, der den Bischof nach den Ereignissen als erster in seinem Schlafzimmer hinter verschlossenen Türen sah, den Eindruck hatte, der Bischof sei angegriffen worden.

Auch der herbeigerufene Notarzt kam zur gleichen Überzeugung und alarmierte deshalb die Polizei.

Der Kriminalbeamte schloß ebenfalls auf einen Überfall:

„Sowohl der Doktor als auch der Polizist sind gesetzlich verpflichtet, Kriminalfälle zur Anzeige zu bringen“ – so der ‘Gallup Independent’.

Die Polizei zog sich erst zurück und schloß die Akte, nachdem Bischof Pelotte darauf beharrt hatte, kein Opfer eines Überfalls gewesen zu sein.

„Opfer von häuslicher Gewalt erscheinen häufig zur Behandlung und leugnen eine Gewalteinwirkung durch Familienmitglieder oder enge Freunde, um den Täter zu schützen“ – kommentiert der ‘Gallup Independent’.

Das Blatt ist davon überzeugt, daß der Bischof überfallen wurde und jetzt versucht, die Tat zu verschleiern, „weil er den Täter schützen oder ein Verhältnis verheimlichen will, das er mit dem Täter hat“.

Die Tageszeitung wirft dem örtlichen Staatsanwalt George Kozeliski – der eine Veröffentlichung der Bilder abgelehnt hat und ausdrücklich „als Katholik“ vorgestellt wird – vor, ein Freund des Bischofs zu sein und diesen schützen zu wollen.

Der Staatsanwalt hatte in der Vergangenheit erklärt, in dieser Angelegenheit in einem Dilemma zu stecken. Wenn er die Photos veröffentliche, werde die Diözese klagen, wenn nicht, dann werde die Presse vor Gericht ziehen.

Der ‘Gallup Independent’ kennt offenbar weitere Personen, die Informationen über die Ereignisse um den Bischof besitzen:

„Aber diese Leute werden sich nicht melden, solange die Polizei bei der gegenwärtigen Verschleierungstaktik mitmacht.“

Bereits im Oktober 2005 berichtete der ‘Gallup Independent’, daß Bischof Pelotte Morddrohungen erhalten hatte.

Die Diözese gab damals bekannt, daß die Drohung von einem gewissen Derek F. Kolb (32) stammte. Kolb ist ein ehemaliger Seminarist und von kräftigem Körperbau. Er arbeitete in der Vergangenheit als Kellner.

Im Oktober 2004 wurde Kolb des versuchten Mordes an einer damals 82jährigen Ordensschwester angeklagt. Kolb soll der Schwester Säure in den Frühstücksbrei, ein flüssiges Fensterreinigungsmittel in Nahrung und Getränke beigemischt und außerdem das Insulin der Ordensfrau manipuliert haben.

Als Motiv gab Kolb an, eifersüchtig auf die Zuwendung gewesen zu sein, welche die Schwester von Hw. Thomas Maikowski (57) erhielt.

Hw. Maikowski ist ein Priester der Diözese Gallup.

Er war ein enger Freund sowie ein zeitweiliger Arbeitgeber und Wohnpartner von Kolb. Vor der Polizei erklärten beide, miteinander kein sexuelles Verhältnis unterhalten zu haben.

Aus Polizei- und Gerichtsakten geht hervor, daß Kolb in der Vergangenheit an psychischen Problemen litt.

Nachdem Kolb des versuchten Mordes angeklagt worden war, trat Hw. Maikowski von verschiedenen Ämtern in der Diözese zurück.

Die Klagen gegen Kolb wurden schließlich fallengelassen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, daß die von Kolb bedrohte Ordensfrau die Behörden „in einem wörtlichen Sinn“ angefleht habe, die Untersuchung abzubrechen.

Kolbs Rechtsanwalt erklärte damals, daß sein Mandant nach dem Vorfall „ein gewaltiges Maß an Reue“ empfinde.
      
10 Lesermeinungen
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#10   aurelia   16:04:26 | Freitag, 17. August 2007
Mich würde
mal interessieren ob es jetzt richtige Fakten zu dem Thema gibt. weiß man schon was neues? Das ist ja ein richtiger Krimi
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#9   Alkuin   15:51:33 | Dienstag, 14. August 2007
„Boss gegen Biretta“
„Dabei glaube ich noch nicht einmal, dass die Priester selber schuldig sind.“
Das „schlechte“ Bild hängt m.E. auch damit zusammen, dass der Klerus außerhalb des Kirchenraums nicht mehr erkennbar ist. Er ist de facto aus dem Alltag verschwunden und somit auch z.T. das positive Bild.
Ich kenne kaum Priester und kein Diakon der als solche, aufgrund der Kleidung, sich zu erkennen gibt.
Nach dem Motto „Boss gegen Biretta“, wird versteckt was das Zeug hält! ^-^
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#8   St. Sebastian Ewigkeit   15:17:20 | Dienstag, 14. August 2007
Wir befinden uns im Sündeneldorado Erde
Es wird wohl immer mehr werden mit der Entwürdigung des Klerus. Sowohl die Priester selber als auch die Umgebung werden ihn drangsalieren. Man weiß ja, wie gewisse Menschen zu fangen und zu Fall gebracht werden. Hat nicht jeder sein Geheimnis? In einer Welt, wo das Heilige nichts zählt, müssen nun gerade die Bischöfe dran glauben – oder die Priester. Dabei glaube ich noch nicht einmal, dass die Priester selber schuldig sind. Eine Umgebung mit schlechten Menschen, die unbändige Leidenschaft empfinden, können ja auch mal denken, dass der Priester für Gott Seelen retten will. Aber das geht denen ab.
Wie im Fall Barschel (ermordet unter mysteriösen Umständen in Genf, Oktober 1987) werden der Öffentlichkeit Fotor vorenthalten. Man will, dass die offene Meinung in der Welt vom Selbstmord ausgeht. Keiner ermittelt wirklich, denn dann würde herauskommen, welche Menschen da nun wirklich drinstecken. Entweder also der Bischof ist mitschuldig, dass er nun geschlagen wurde, weil der Kolb ja ein ganz Harter ist (mit weicher Seite?). Oder aber jemandem passt die theologiosche Meinung des Bischof nicht. Dann war das eine ernste Drohung um das Leben.
Anruft bei einem Mann, der bedroht wurde: „Denken Sie immer, dass die Unfalltoten in Deutschland immer noch hoch an der Zahl sind.“
Wohl, eine Welt, die so böse ist, dürstet nach Gerechtigkeit und Erlösung.
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#7   Alkuin   14:45:57 | Dienstag, 14. August 2007
@aurelia
Bad news sells!!!
And bad news about Catholics sells better!!! :-!
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#6   r.ruhrgebietler   14:43:23 | Dienstag, 14. August 2007
Wahrscheinlich
ist Mons. ein Traditionalist! Der überaus zweckmäßige Unfall würde die V-II-Sekte einen neuen Posten zur Besetzung für die Handlanger des V-II eröffnen. Die Rotarierfreunde besorgen dann den Rest. ^-^
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#5   aurelia   14:35:19 | Dienstag, 14. August 2007
Alkuin
danke für die Aufklärung.
Aber schrecklich böse ist das dann ja doch so etwas zu schreiben? So etwas hätte ich hier ja niemals vermutet. Ich bin entsetzt.
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#4   Alkuin   14:32:58 | Dienstag, 14. August 2007
@aurelia
In diesen Fall stellt die Presse „nur“ Fragen. An und für sich, keine Verleumdung per se.
Aber ähnlich verwerflich wie die fragen an einen unschuldigen Ehemann: „haben sie jezt aufgehört ihre Frau zu schlagen?“
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#3   aurelia   14:23:23 | Dienstag, 14. August 2007
Nennt man so was
nicht Verleumdung oder ist das schon Rufmord? Ist das nicht strafbar?
Heißt es nicht keine Anklage ohne Beweise?
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#2   Rudolfus   14:16:20 | Dienstag, 14. August 2007
Schade, daß so viele hundert Millionen die Lügenpresse lesen und Lügenfernsehen fernsehen,
und glauben.
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#1   Alkuin   14:14:43 | Dienstag, 14. August 2007
War es der Gärtner?
„…weil er den Täter schützen oder ein Verhältnis verheimlichen will, das er mit dem Täter hat“.
So wie die Stinkstiefel von der US presse arbeiten, ist es bereits beschlossene Sache, dass der Bischof „Dreck am Stecken“ hat. Die Verleumdungs-Mühle läuft an ohne, dass er sich verteidigen kann.
Für die Paparazzi betreib der, der sein ganzes Privat Leben nicht preis gibt „Verschleierungstaktik“.
War es der Gärtner, die Haushälterin, oder sogar ein minderjähriger Ministrant? Oder war es so einer wie Jean Valjean? Nööö ein Jean Valjean könnte es nicht sein, sonst gäbe es keine Story!
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