Katechismusklasse
kreuz.net Katechismusklasse: Allerseelen – Können die armen Seelen für uns beten?
Heute, an Allerseelen, beten wir für die Seelen der Verstorbenen, die noch im Fegefeuer gereinigt werden müssen. Können diese Seelen auch für uns beten?
(kreuz.net) Die Gläubigen, die auf der Erde leben, können den armen Seelen im Fegefeuer durch ihr Gebet helfe. Das erklären zwei Konzilien, das zweite Konzil von Lyon (1274) und das Konzil von Florenz (1439-1445):
„Zur Milderung der Strafen nützen den armen Seelen die Fürbitten der lebenden Gläubigen, nämlich: Meßopfer, Gebete und Almosen und andere Werke der Frömmigkeit, die von den Gläubigen entsprechend den Anordnungen der Kirche für andere Gläubige verrichtet werden.“

Auch die Heiligen, die im Himmel sind, können den armen Seelen im Fegefeuer durch ihre Fürbitte helfen. Darum betet die Kirche in der Totenliturgie, daß der liebe Gott die Verstorbenen „auf die Fürbitte der seligen, immerwährenden Jungfrau Maria und aller Heiligen“ zur ewigen Seligkeit gelangen lassen möge.

Geht es auch umgekehrt? Können die armen Seelen für uns, die wir noch auf der Erde ausharren, Fürbitte leisten?

Zwei berühmte Theologen, die Jesuiten Franz Suarez († 1617) und Robert Bellarmin († 1621), vertreten die Auffassung, daß der Gläubige die armen Seelen um ihre Fürbitte anrufen kann und darf. Warum? Weil auch die armen Seelen Glieder der Kirche sind. Die Ansicht der zwei Jesuiten haben zwei Provinzialsynoden, jene von Wien (1858) und jene Utrecht/Niederlande (1865), bekräftigt.

Der Dogmatiker Ludwig Ott († 1985) betont, daß die Kirche die im Volk verbreitete und von vielen Theologen befürwortete Anrufung der armen Seelen nie mißbilligt hat. Deshalb sieht er keinen Grund an ihrer Möglichkeit und Erlaubtheit zu zweifeln.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Bruno-Maria Schulz   12:54:14 | Samstag, 15. Januar 2005
unsere Verbindung zu Verstorbenen
Eine größere Anzahl Menschen die mir überaus nahe standen und denen ich auch heute nahe stehe, leben in der Hemisphäre Gottes. Ich habe also wie Jeder, Verwandte bei Gott (gleichwohl wir vor Gott alle verwandt sind). Verwandte, die ich sehr wohl dann und wann um Fürbitte ersuchte.
Zu beurteilen, ob Dieser oder Jener bereits im Himmel oder im Fegfeuer ist, wagt sich auch die Kirche nur nach sehr ausführlichen und oft mehrere hundert Jahre langen Prüfungen. Wichtig alleine, sie sehen oder sahen Gott; sind bei Ihm oder werden bei ihm sein – und nach allem menschl. Wissen, nicht in der Verdammnis
Im Reich Gottes werden sie in unaussprechlicher Glückseligkeit Gott loben und anbeten und für uns bitten. Gleiches im Fegfeuer, aber ohne für uns bitten zu können.
Das Gesamtspektrum bleibt kühne Spekulation, denn wir wissen; der verstorbene Arme in Abrahams Schoß war nicht in der Lage die Gottlosen zu warnen. Lk 16,31
Wir wissen aber auch von vielen Wundern, die Verstorbene an uns taten – lasst mich an Pallotti erinnern.
Kürzlich, als ich einer evang. Christin sagte ich bete für meine verstorbene Mutter, scrieb sie entsetzt zurück
KATHOLIKEN BETEN FÜR TOTE – WIE SCHRECKLICH :-(
Bruno-Maria Schulz
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#4   Dolfus   10:23:06 | Samstag, 4. Dezember 2004
Alte Streitfragen
Die Meinung des Aquinaten hierzu war mir gar nicht bekannt. Scheint ja ein ähnlicher Fall zu sein wie die alte Streitfrage über die Unbefleckte Empfängnis, die ja auch vom großen Thomas und einer beträchtlicher Schar großer Theologen bestritten wurde. Erst der selige Pius IX. hat bekanntlich diese Frage endgültig für alle Zeiten geklärt.
Was die Armen Seelen betrifft, schließe ich mich persönlich aber der Auffassung von Ludwig Ott an.
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#3   Pelagius   20:50:03 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint:
Man sollte die Auffassung des heiligen Thomas von Aquin wenigstens referieren. Er ist nämlich gegenteiliger Ansicht. Immerhin: der heilige Thomas von Aquin! Und mit ihm natürlich eine beträchtliche Schar anderer bedeutender Theologen.
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#2   Sympat   15:55:28 | Mittwoch, 17. November 2004
Arme Seelen können für sich nichts tun
Arme Seelen im Purgatorium können nie für sich selbst etwas erlangen, also auch nicht, wenn sie für andere beten, dadurch für sich selbst Erleichterung bzw. Verkürzung der Reinigungszeit erlangen.
Denn die Zeit der satisfactio (aktiver Widergutmachung) ist auf den irdischen Pilgerstand, das Leben auf Erden, beschränkt – im Fegfeuer gibt es nur satispassio (passive Läuterung durch äußere Strafen).
Auch ein Heiliger kann keine Verdienste mehr erwerben, sondern nur Du und ich, wir auf Erden.
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#1   Credo   17:24:18 | Sonntag, 7. November 2004
Allerseelen
kann mir jemand aus Sicht der Theologie sagen, ob Seelen im Purgatorium, wenn sie für andere beten können, dadurch für sich selbst Erleichterung bzw. Verkürzung der Reinigungszeit erlangen können?!
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