Diskussion in Frankfurt
„Einer Kümmerverfassung des Religiösen verfallene Halbheiden“
Die Liturgiereform verkaufte das goldene Geschirr und schaffte die Festmähler kurzerhand ab. Streitgespräch bekannter Freunde und Feinde der Alten Messe.
(kreuz.net, Frankfurt am Main) Ein Zusammentreffen der liturgischen Superlative: Am Montag debattierten der emeritierte Münchener Philosoph Robert Spaemann (80), der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach (56), der emeritierte Münsteraner Kirchengeschichtler Arnold Angenendt (72) und der Bonner Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards über die Alte Messe.

Austragungsort des Streitgesprächs war das Frankfurter Haus am Dom – das Bildungshaus des Bistums Limburg.

400 Menschen besuchten die Veranstaltung. Das Bildungshaus „platzte buchstäblich aus allen Nähten“ – erklärte die deutsche Tageszeitung ‘Frankfurter Rundschau’.

Die vier Redner erzählten auch aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Das berichtete Patrick Bahners in der deutschen Tageszeitung ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.

Geworden, nicht gemacht

Mosebach (*1951) ging von 1962 bis 1975 nicht zur Kirche. Seine Heimkehr ins Vaterhaus schildert er mit biblischen Motiven. Er habe sehen müssen, daß keine Festmähler mehr gefeiert würden und das goldene Geschirr verkauft worden sei.

Für den Schriftsteller ist die Alte Messe eine „große Bereicherung“. Er erwartet sich davon auch Auswirkungen auf den reformierten Ritus, der eine Revision benötige.

In der Alten Messe werde der Gottesdienstbesucher Zeuge eines wirkmächtigen Vorgangs – einer Mysterienfeier: „Ich trete hinzu und muß den Ritus als etwas von mir nicht Gemachtes erleben.“

Mosebach prangert ferner den Skandal an, daß man mit der überlieferten Liturgie jene verächtlich mache, denen wir die Überlieferung unseres Glaubens verdanken: „Wir tun so, als wären sie einer Kümmerverfassung des Religiösen verfallene Halbheiden.“

Altrituelle Osternacht 2007
Osternacht 2007 in LondonDas OsterfeuerDie Osterkerze

Aktive Teilnahme nicht entscheidend

Robert Spaemann (*1927) erinnert an seine Zeit als Ministrant. Damals habe er schnell umlernen müssen, wenn ein durchreisender Dominikaner die Messe im – nach dem Zweiten Vatikanum abgeschafften – ordenseigenen Ritus zelebriert hat.

In diesem Sinn plädiert Spaemann für Ritenvielfalt. Die neue und die alte Messe könnten doch – wenn sie nun einmal in der Welt seien – ganz wunderbar nebeneinander bestehen.

Gleichzeitig erwartet sich der Philosoph ein Ende der „Quarantäne“ für die Alte Messe. Man solle aufhören die Traditionalisten „wie Schmuddelkinder zu behandeln“.

Auch in bezug auf die Frömmigkeit gelte: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Zur tätigen Teilnahme in der Messe zeigt Spaemann, daß die Alte Messe der Neuen um nichts nachsteht. Im Mitsingen sei der Gläubige aktiv und im Lesen der Meßtexte geistig beteiligt.

Umgekehrt werde bei der Neuen Messe – wenn etwa ein ungeweihter Lektor die Lesung vorträgt – zwar dieser eine Laie tätig, aber eben nur dieser.

Zudem sei die aktive Teilnahme am Gottesdienst wichtig, aber nicht entscheidend. Bei früh und lange geübten Riten, wisse jeder, was in der Messe gerade geschieht.

Spaemann sieht ferner einen seelsorgerischen Erfolg der Alten Messe, die auch von jungen Leuten geschätzt werde.

Unvereinbar: Kanon und Konzil

Der Kirchengeschichtler Hw. Angenendt (*1934) kann in der neuen Messe „anders und intensiver“ beten.

Die aktive Teilnahme der Gläubigen kann sich der Kirchenhistoriker in einer Sakralsprache nicht vorstellen: „Wenn ich bete, dann in der Sprache, die mir am vertrautesten ist.“

Kirche bedeute gemeinsames Gebet: „Beim Gottesdienst wird gebetet, und wenn der Kirchturm umfällt.“

Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten Vatikanum nicht mehr vereinbar.

Pfarr- und Liturgiealltag
Liturgiemißstände werden heute auch von den Bischöfen gemeinhin toleriert.Die 'Kirchenzeitung' der Diözese Linz präsentiert in ihrer Ausgabe zum Motu Proprio das Beispiel eines würdig zelebrierten Novus Ordo.Eine liturgisch engagierte Pfarrei in Deutschland.

Wie ein Kommunist nach dem Fall der Mauer

Der Liturgieprofessor Albert Gerhards wünscht sich, daß das Heilige in der Neuen Messe stärker zum Ausdruck kommt. Aber das geschehe nicht automatisch durch die Alte Messe.

Der Professor gesteht Fehler ein, die im Zuge der Liturgiereform begangen wurden: „Aber deren geistlicher Gewinn muß auch benannt werden.“

Patrick Bahners ließ sich für seinen Artikel in der ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ von Professor Gerhards Argumentation nicht überzeugen:

„Bis zuletzt hatte er vor der allgemeinen Zulassung der alten Messe gewarnt. Jetzt verteidigte er tapfer und schlechtgelaunt das nicht näher erläuterte Gute an der Reform der sechziger Jahre wie ein SED-Vordenker [Sozialistische Einheitspartei Deutschlands] nach dem Mauerfall die Errungenschaften der DDR.“

Bahners Fazit aus dem Streitgespräch:

„So viel ist seit der Reform am Altar gemacht worden, daß der alte Gebrauch des Meßritus in der Konkurrenz mit dem neuen bis auf weiteres den Standard des Nicht-Gemachten bezeichnen wird.“
      
28 Lesermeinungen
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#28   Aleph †   13:20:40 | Freitag, 24. August 2007
Benedikt
Danke für die fürsorgliche Wegweisung. Nach dem Kaffeetrinken, werde ich mir Ihre Antwort wohlwollend zu Gemüte führen.
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#27   Benedikt   01:17:31 | Freitag, 24. August 2007
@ gilbert
Was soll das Gespamme? Einmal der gleiche Beitrag reicht ja wohl. Die Antwort findet sich unter „Der ordentliche und der unordentliche Ritus“.
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#26   Aleph †   00:59:37 | Freitag, 24. August 2007
Tanz der Priester um den goldenen Altar
Mehrmals wurde hier in Beiträgen festgestellt, dass nach dem alten Ritus die Gemeinde überhaupt nicht erforderlich ist. Das machen die Ministranten. Es geht eigentlich im alten Ritus nur um den Tanz der goldgewandeten Kultbeamten um den goldenen Altar (Kalb?), verschleiert durch Weihrauchschwaden,… oder? Da muss man sich doch nicht die Zunge zerbrechen, wie der Gottesdienst der Zunkunft aussehen soll: den die Priester ganz unter sich, für sich und mit sich, ungestört vom gaffenden Volk, feiern werden.
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#25   Pünktchen   11:31:50 | Donnerstag, 23. August 2007
Martin Mosebach
hat eine Streitschrift zur Wiedereinführung der Alten Messe verfaßt, die er gegen Fundamentalkritik vonseiten der NOM-Anhänger in öffentlichen Podien verteidigte, er wirkt seit Jahren an forderster Stelle in der Laienvereinigung „Pro Missa Tridentina“ mit, er hat auch den Aufruf von Intellektuellen zur Wiedereinführung der Alten Messe unterstützt und unterzeichent,
er kann also wirklich nicht „vereinnahmt“ werden von den Anhängern des Alten Ritus, und zwar einfach deswegen, weil er selbst eben ein solcher Anhänger ist …! :-S
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#24   Aleph †   11:03:35 | Donnerstag, 23. August 2007
palestrina
In dem Essay überprüft Mosebach die ästhetischen Kriterien von NOM stellt einen Vergleich mit dem alten Ritus an. Auch wenn er mitunter polemisch ausholt, wird er nicht unsachlich. Den Autor deshalb aber gleich zu vereinnahmen und auf Linie zun trimmen, halte ich für sehr gewagt. In dem Korsett wird er sich auf Dauer auch nicht wohlfühlen können, weil er dann irgendwann kein Publikum mehr haben wird.
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#23   Benedikt   10:51:30 | Donnerstag, 23. August 2007
@ Dr. Otterbeck
Die Feinde der Liturgiereform weigern sich stets und überall zu erläutern, woher denn das Durcheinander der frühen 60-er überhaupt kommen konnte, wenn „das Messopfer“ angeblich so innig in Herz und Seele von Klerus und Volk verankert war. Da ist doch wohl auch die Wahrnahmung von una voce etc. interessegeleitet, oder?
Eine Frage, die ich hier auch schon gestellt hatte (v.a. im Zusammenhang mit den Schilderungen eines Kölner Pfarrers über seine Zeit bei den Spiritanern während der Liturgiereform).
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#22   palestrina   10:46:15 | Donnerstag, 23. August 2007
@Gilbert
zitieren Sie mich bitte nicht falsch. Von „unsere Sache“ habe ich nichts geschrieben. Mein Satz bezog sich auf die vorher umrissenen schriftstellerischen Fähigkeiten.
Der Begriff „Propagandazwecke“ ist natürlich schön negativ belastet und genau so setzen Sie Ihn auch ein.
E ist allerdings schwierig, wenn man die „Häresie“ liest und dazu weiß, wie lange Mosebach sich schon mit persönlichem Einsatz um die alte Liturgie in Frankfurt bemüht, zu glauben, er wolle nun gar keine Überzeugungsarbeit leisten. Aber wenn Sie das schaffen… o.O
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#21   Pünktchen   10:40:08 | Donnerstag, 23. August 2007
Martin Mosebach
ist Propagandist der Alten Messe, daran führt nichts vorbei! Diese Rolle hat er selbst gewählt und er wird schon wissen, warum!
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#20   Aleph †   10:34:16 | Donnerstag, 23. August 2007
Mosebachs Essay nicht für Propagandazwecke
Nichts gegen Martin Mosebach. Wenn man seinen Essay zur Liturgie „Häresie des Formlosen“ liest, kann man ihm eine Zustimmung nicht versagen. Wo er recht hat, sollte ihm auch nicht widersprochen werden. Es ist aber nicht nachzuvollziehen, dass ein Büchner-Preisträger zum Wasserträger der Altrituellen mutiert, damit er von da mit Dankadressen im Stile von: „Man muss ja dankbar sein, solche Prediger für „unsere“ Sache zu haben behängt wird“. Bestimmt würde auch er sich das Schillerzitat „… den Dank, Dame begeh’r ich nicht und verlässt sie zur selben Stunde!“ zu eigen machen. Martin Mosebach hat den Essay ganz bestimmt nicht zu Propagandazwecken verfasst. Der Beifall von der verkehrten Seite könnte ihm, trotz Bücher-Preis auf Dauer zu schaffen machen.
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#19   palestrina   09:32:01 | Donnerstag, 23. August 2007
So so,
nun ist Martin Mosebach also ein von Freimaurern bezahlter Tradifanatiker. Also manche hier sollten mal ihren Schrank aufmachen und dringend die Tassen nachzählen. :-S
Mosebach ist Schriftsteller mit feinem Gespür, ein Mann des starken Wortes genauso wie der feinen Ironie. Und natürlich erschreckt manchen das erste, der dann gleichzeitig das Zweite nicht wahrnimmt.
Seien wir dankbar, dass wir Leute wie ihn haben. Der Acker, den er bestellt, ist allerdings nicht derselbe wie der von kreuz.net. ^-^
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#18   Pünktchen   23:04:57 | Mittwoch, 22. August 2007
sirilo
Wollen die Freimaurer so die Alte Liturgie fördern, um mehr Durcheinander in die Kirche zu bringen?
Warum nicht? Auch Freimaurer könnten ja irren!
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#17   santo domingo 2   22:58:38 | Mittwoch, 22. August 2007
@ Sirilo
Gratuliere. Sie haben die Verschwörung aufgedeckt! :-D :)3
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#16   Sirilo   22:56:43 | Mittwoch, 22. August 2007
Herr Mosebach…
Der Schriftsteller Martin Mosebach wird sehr gern als Befürworter und Verteidiger der Alten Liturgie in Anspruch genommen. Kürzlich wurde ihm der Georg-Büchner-Preis zugesprochen, ein Literaturpreis, der nach Meinung gewisser traditionalistischer Kreise ein Instrument der Freimaurer zur Steuerung der gegenwärtigen deutschen Literatur ist.
Wie ist das nun? Darf ein Autor, der von den Freimaurern und ihren Helfershelfern finanziell ausgehalten wird, überhaupt zu Fragen der katholischen Liturgie Stellung nehmen? Dirigieren die Freimaurer insgeheim Mosebachs Aussagen? Wollen die Freimaurer so die Alte Liturgie fördern, um mehr Durcheinander in die Kirche zu bringen?
;-)
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#15   möchtegern-kathole   21:18:14 | Mittwoch, 22. August 2007
„Durcheinander der frühen 60-er „
dieses Durcheinander kam sicher von den ersten Versuchen, die Alte Messe zu sabotieren. Insbesondere der „Verschnitt“ von 1965, in dem das Ziel der „Reform“ deutlich wird. Die Gegner der Alten Messe waren ja nicht erst seit 1.1.1970 Gegner der Messe, und sie waren auch nicht erst seit diesem Tag in der Kirchenhirarchie.
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#14   Dr. Otterbeck   18:22:55 | Mittwoch, 22. August 2007
@Benedikt
Solange die Kirche als eine des Gehorsams definiert wurde und wird, ist es jedenfalls nicht ganz in sich widerspruchsfrei, wenn man die „Repression“ beklagt, mit der 1970 ff. die liturgischen Reformen (teilweise) durchgesetzt wurden.
Historisch korrekter müsste m.E. stets mit einfließen, dass die Maßnahmen von 1970 ff. nicht in erster Linie auf die „alte Messe“ antworteten, sondern bereits das Chaos der „Zwischenzeit“ (seit 1962-63-64…) in Angriff nahmen; bis heute nicht vollends erfolgreich.
Die Feinde der Liturgiereform weigern sich stets und überall zu erläutern, woher denn das Durcheinander der frühen 60-er überhaupt kommen konnte, wenn „das Messopfer“ angeblich so innig in Herz und Seele von Klerus und Volk verankert war. Da ist doch wohl auch die Wahrnahmung von una voce etc. interessegeleitet, oder?
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#13   Benedikt   18:12:04 | Mittwoch, 22. August 2007
@ stat crux
kann aber nicht leugnen, in dieser Frage gleichfalls parteiisch zu empfinden.
Ich glaube gar nicht, dass Prof. Spaemann dies bestreiten würde.
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#12   Libertas Ecclesiae   17:01:46 | Mittwoch, 22. August 2007
Angenendt entlarvt sich: „Ich habe den Kanon nicht mehr naiv herunterbeten können“
Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten Vatikanum nicht mehr vereinbar.
Als Zuhörer des Streitgesprächs kann ich bestätigen, dass Prof. Angenendt diese Aussage so tatsächlich gemacht hat.
Patrick Bahners schreibt dazu in der FAZ vom 22. August:
Es war Angenendt, der begreiflich zu machen versuchte, weshalb liturgiewissenschaftliche Forschung den Sinn der Weiterverwendung der alten Texte hatte fraglich machen können. Mosebach hatte fünf „Institute“ aufgezählt, die niemals vor Paul VI. angetastet worden seien, von der Sakralsprache bis zum römischen Kanon, dem eucharistischen Hochgebet. Angenendt nahm Punkt für Punkt Stellung und sprang auf, als er zum letzten kam. „Das ist mein stärkstes Argument.“ Der Kanon sei im fünften Jahrhundert aufgesprengt worden. Man habe die Bitten eingeschoben, die aufzählen, für wen die Gaben dargebracht werden. Daraus habe sich das Unwesen der für Dritte gefeierten Bittmessen entwickelt. Als ihm das aufgegangen sei, habe er den Kanon nicht mehr „naiv herunterbeten“ können, sondern zwischem halblautem und leisem Lesen wechseln müssen. Der alte Kanon, im neuen Messbuch das erste Hochgebet, sei nicht mehr vereinbar mit der Theologie des Zweiten Vatikanums.
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Was brauchen wir noch Beweise???
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#11   virOblationis   16:19:41 | Mittwoch, 22. August 2007
„Hier stehe ich…“
„Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten Vatikanum nicht mehr vereinbar.“
Wenn man daraus schlußfolgert, daß dann eben der Kanon zu verwerfen sei, scheint eine ähnliche Verblendung und Anmaßung vorzuliegen wie im Falle Luthers, der glaubte, mit seinen ausgefallenen Ansichten recht zu haben, selbst wenn er sich damit gegen die gesamte Tradition der Kirche stellte.
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#10   wolfgang e. 2   15:17:58 | Mittwoch, 22. August 2007
@ Dr. Heger
Das würde allerdings nicht gegen das erste Hochgebet, sondern gegen das zweite Vatikanum sprechen.
Stimmt.
Ist daher auch kompletter Unsinn.
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#9   Dr. Christoph Heger   14:41:23 | Mittwoch, 22. August 2007
Mit dem 2. Vatikanum nicht vereinbar?
Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten Vatikanum nicht mehr vereinbar.
Das würde allerdings nicht gegen das erste Hochgebet, sondern gegen das zweite Vatikanum sprechen.
MfG
Christoph Heger
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#8   stat crux   14:33:16 | Mittwoch, 22. August 2007
@Benedikt
Der Kalender des Marini-Büros für 2007 endet auf www.vatican.va tatsächlich im September und wurde zuletzt am 19. Juli aktualisiert. Schon möglich, dass der Rücktritt des Zeremonienmeisters intern schon bekannt ist. Mosebach ist ein Fanatiker, an dessen Redlichkeit ich zweifle: „kirchlich“ besetzt er nur dieses eine Thema, überdies unter bewusster Ausblendung wichtiger Fakten. Spaemann wirkt auf mich seriös, kann aber nicht leugnen, in dieser Frage gleichfalls parteiisch zu empfinden. Das heißt aber noch lange nicht, dass in der Liturgie wirklich Historiker und Liturgiker oder Journalisten das letzte Wort haben sollen. Die Bibel ist ja auch nicht Domäne der Exegeten. (Und selbst Bahners keine Offenbarungsquelle.)
Papst Benedikt wird’s schon hinkriegen, wenn ihm noch Zeit bleibt; und es seine bereits bewährte Direktkommunikation mit dem frommen Volk „überspielen“ kann, dass die den bunten 1970er Jahren verhafteten Mittelinstanzen deutscher Zunge den pastoralen Erfolg hierzulande verderben.
Quicumque vult salvus esse…
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#7   virOblationis   14:26:24 | Mittwoch, 22. August 2007
Vat. II – Demontage
„Den Römischen Kanon – das erste Hochgebet – hält Hw. Angenendt als mit dem Zweiten Vatikanum nicht mehr vereinbar.“
Sollte eine solche Aussage wirklich gemacht worden sein, dann begreife ich nicht, wie man dann – angesichts der überaus großen Autorität des Kanons – sich nicht sogleich veranlaßt sieht, vom Vat. II abrücken.
Man kann doch als Theologe nicht ernsthaft den Kanon verwerfen wie ein verschlissenes, unbrauchbar gewordenes Gewand.
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#6   Libertas Ecclesiae   14:26:21 | Mittwoch, 22. August 2007
@ Benedikt
Ah, Sie waren auch da! :-)
Ich war ebenfalls anwesend und kann mich Ihren hier geschilderten Eindrücken nur anschließen.
Am meisten überrascht war ich von der großen Zahl der Zuhörer. Eigentlich war der Vortragssaal viel zu klein, etliche Leute noch auf der Empore Platz nehmen oder draußen im Gang stehen.
Auch mich hat die Aussage Prof. Angenendts über Erzbischof Marini irritiert. Von einem Rücktritt Marinis ist mir bislang nichts bekannt. Da ist Angenendt wohl einer Falschmeldung auf den Leim gegangen.
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#5   Benedikt   14:12:49 | Mittwoch, 22. August 2007
Das Gespräch…
…war überaus interessant. An Prof. Angenendt ist ein großer Theaterschauspieler verloren gegangen, leider antwortete er etwas unpräzise auf die Frage und führte oft lieber das aus, was er offenbar aus seinem reichhaltigen Wissen mal anbringen wollte. Er irritierte mit der Aussage, Erzbischof Marini sei nach Verkündigung des MP als Zeremoniar zurückgetreten.
Prof. Spaemann konterte die Ausführungen Prof. Angenendts mit sehr präzisen Sätzen in einem ruhigen Tonfall. Mosebach argumentierte sehr persönlich und daher oftmals etwas hart erscheinend.
Prof. Angenendt meinte zwar zu Beginn der Veranstaltung, man habe hier zwei moderate und zwei konservative Gäste geladen, damit es richtig zur Sache gehe, aber festzuhalten bleibt, das in Relation zur herrschenden Meinung alle vier eher konservativ eingestellt waren. Entstellungen der Messe durch Fremdeinschübe und textliche Kreativität wurde von allen vier abgelehnt. Prof Gerhards meinte gar, etliche Priester müssten liturgische (erst-)ausgebildet werden, da die starken Jahrgänge der Priesterschaft in der Zeit des Umbruchs studiert hätten und daher nur unzureichend für die neue Liturgie ausgebildet seinen. Überhaupt sei die Liturgiereform noch gar nicht richtig umgesetzt worden.
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#4   landorganist   14:09:58 | Mittwoch, 22. August 2007
Ach hören Sie doch auf,
so können Sie das ja nun auch nicht sagen! :-P
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#3   Pünktchen   13:58:03 | Mittwoch, 22. August 2007
lando
Für gutes Benehmen liefern Sie nur leider auch keine überzeugenden Beispiele! :-S
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#2   landorganist   13:56:10 | Mittwoch, 22. August 2007
Das man
Traditionalisten nicht wie Schmuddelkinder behandelt setzt allerdings voraus, dass sie sich nicht wie solche benehmen. Über das Benehmen spricht dieses Forum Bände, besonders wenn es um die sog. „Homo-Unzucht“ geht. Bleibt zu hoffen, dass sich hier nur der Bodensatz der Tradi-Szene trifft.
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#1   Pünktchen   13:25:58 | Mittwoch, 22. August 2007
Hier meine Linksammlung zu
>>>>> Robert Spaemann www.kreuz.net/bookentry.1117.html <<<<< !
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