Deutschland
Katholische Gemeinden könnten wachsen
Die katholischen Gemeinden krebsen ohne Ende – aber das könnte ganz anders sein, auch wenn sich Bischöfe und Priester anscheinend damit fatalistisch abgefunden haben.
Dr. Lindemann referiert an der Gustav-Siewerth-Akademie
Dr. Lindemann referiert an der Gustav-Siewerth-Akademie
(kreuz.net, Bierbronnen) Der Massenabfall der Gläubigen ereignet sich seit dem Pastoralkonzil mit einer Geschwindigkeit und in einer Größenordnung, die alles in der Kirchengeschichte bisher Dagewesene übersteigt.

Auch traditionell-katholischen Gemeinden gelingt es nicht, diesen Trend umzukehren.

Während einer Gastvorlesung an der Gustav-Siewerth-Akademie in Bierbronnen im Schwarzwald erläuterte Dr. Wolfgang Lindemann am 28. Juni, wie man das ändern könnte.

Voraussetzung für jede Neuevangelisierung ist, daß deren Träger, Priester und Gläubige, normale Katholiken sind. Da dies nur in den Altritusgemeinden noch sicher gewährleistet ist, sieht Lindemann diese als seine erste Zielgruppe.

Lindemann beruft sich auf die Church Growth- oder Gemeindewachstumsbewegung unter US-Protestanten. Deren Ziel ist, mehr Menschen zu Christus zu führen und die Christen eifriger zu machen.

Die meisten Ergebnisse der Church-Growth-Bewegung lassen sich auf die Kirche übertragen.

Der Ansatz der Church Growth-Bewegung ist einfach. Wachsende, stagnierende und schrumpfende Gemeinden und geistliche Gemeinschaften werden untersucht und miteinander verglichen.

Dann versuche man, auf Basis der Bibel und der kirchlichen Lehre Regeln und Prinzipien zu beschreiben, nach denen Gemeindewachstum geschieht.

Eine stagnierende oder schrumpfende Gemeinde, die wieder wachsen will, muß diese Regeln und Prinzipien auf ihre Situation anwenden.

Grundsätzlich muß jede Gemeinde wie eine geistliche Gemeinschaft konzipiert und geführt werden. Das heißt:

– Es muß eine formale Mitgliedschaft geben, die mit dem Bekenntnis zum Glauben, der Verpflichtung zur Moral und der Bereitschaft zur Mitarbeit verbunden ist.

– Die Gemeindeleitung muß das Ziel haben, daß ihre Gemeinde qualitativ und quantitativ wächst, das heißt, daß Nichtkatholiken oder nicht-praktizierende Katholiken zum Glauben kommen und die Gemeindemitglieder eifrigere Katholiken werden. Natürlich gilt auch die Voraussetzung, daß kirchenfeindliche Kirchenfunktionäre diese Erneuerung nicht verhindern.

– Die Gemeinde darf nicht als eine Ansammlung von isolierten Individuen begriffen werden, die einzeln am selben Ort von den Geistlichen betreut werden. Sondern als ein Gesamtorganismus, ein Leib, der gemeinsam Projekte angeht, die ein Einzelner nicht angehen kann.

– Die Kunst der Gemeindeleitung besteht darin, die richtigen Projekte für die konkrete Situation auszuwählen – darunter auch direkte Neuevangelisierung. Aufgabe der Gläubigen ist es, mitzumachen.

– Die Gemeindemitglieder müssen in der Gemeinde über den Kommunionunterricht und die Firmkatechese hinaus weitergebildet werden. Sie müssen zum Beispiel lernen, wie man den Glauben bezeugt. Auch sollen sie ihre persönliche Begabung und Berufung finden. Nach Studien sind nur etwa 10% der Gläubigen zur direkten Evangelisierung geschaffen.

– Personen, die das erste Mal zur Gemeinde stoßen, müssen ein Angebot zum Einstieg vorfinden. Es muß auch ein Angebot für bereits praktizierende Katholiken geben, die zum Beispiel durch Umzug neu sind. Für Fernstehende sollte unbedingt ein Glaubenskurs existieren.

– Neben der anonymen Sonntagsmesse sollte ein möglichst großer Teil der Gemeindemitglieder in kleineren Untergruppen – Hauskreise, Zellgruppen, Gebetskreise – eingebunden sein.

Alle wachsenden katholischen geistlichen Gemeinschaften verwenden dieses Wachstumsprinzip. In diesen Gruppen geschieht gegenseitiger Austausch und Beistand, Gebet und auch Fortbildung und – über das Einladen von Gästen – auch Neuevangelisierung.

Mit Hilfe dieser Werkzeuge können traditionell-katholische Gemeinden von der Glaubenbewahrung zur Wiedereroberung übergehen.

Die Antievangelisation ist durch Massenmedien und diverse ideologisch agierende Bewegungen, Lobbygruppen, kommerzielles Marketing, Freimaurerei und Parteien vielfach größer als noch vor fünfzig oder hundert Jahren.

Die Christen werden entweder lernen, diese Bedrohung mit neuen, besseren Methoden zu parieren – oder sie werden weiterhin eine leichte Beute der Säkularisierung.
      
15 Lesermeinungen
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#18   Bokrug †   17:41:34 | Freitag, 31. August 2007
Wer gegen die christlich-katholische Soziallehre arbeitet…
Über den Filz von Freimaurerei, Rotary-, Lions-, Kiwanis- und Round-Table-Klubs.
Wissen Sie, dass in Deutschland
96 % aller Landräte
über 90 % der Bürgermeister in Orten mit über 5000 Einwohnern
über 60 % aller Notare
84 % aller Chefärzte von Kreiskrankenhäusern
etwa 90 % aller Direktoren der Gymnasien
etwa 70 % aller Direktoren der Amtsgerichte
zahlreiche Pfarrer und Pastoren
fast alle höheren Polizeichefs
fast alle Staranwälte
und fast alle Bundeswehroffiziere vom Kommandeur aufwärts …
den Rotariern oder dem Lions-Club mit Hauptsitz in Chikago angehören? –
Quellennachweis: Glaubensnachrichten
Rotary-, Lions-, Kiwanis- und Round Table Clubs beherrschen also indirekt Deutschland…ebenso diverse Odd-Fellow Orden.
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#16   Bokrug †   23:48:52 | Freitag, 24. August 2007
Ökonomische Gründe für den Verfall der Gemeinden
Ökonomische Gründe für den Verfall der Gemeinden – die Kirche machte sich für ihre Legalisierung des Wuchers uns ihr Einknicken vor dem Handels-Kapital überflüssig…!
www.michael-musil.de/…/rbriefe/vixperv.pdf
www.freiwirte.de
Gustav Ruhland, Volkswirt
www.vergessene-buecher.de
www.michael-musil.de/…ermann/leseprobe.htm
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#15   Jörg Guttenberger, Köln   00:39:30 | Freitag, 24. August 2007
Lindemann: ein Patentrezept
gibt es nicht. Die Legio Mariä leistet vermutlich gute Arbeit. Wer kann sachkundig über deren Erfolg berichten? Die Sache ist interessant.
Meist wird übersehen, daß unsere Berufstätigen so ausgelaugt nach hause kommen, daß für Glaubensgespräche keine Muße besteht. Selbst Ehepaare, die beide berufstätig sind, haben kaum Zeit für ihre Kinder, das gilt nicht zuletzt für die Vermittlung der Grundlagen des Glaubens. Das hier Versäumte ist im Religionsunterricht kaum nachholbar. Hinzu kommen die, wie hier an anderer Stelle verlautete, schlecht ausgebildeten Kathecheten der 68er Generation, die – soweit überzeugte 68er – mit Religion letztlich nichts im Sinne haben können, weil eine egoistische Ideologie mit jeglicher Religion zumindest in letzter Konsequenz unvereinbar ist.
Erfolgreiche Glaubensvermittlung setzt gleichermaßen Kathechese aufgrund neuestem Stand der Wissenschaft sowie kraftvolles und glaubwürdiges persönliches Zeugnis des Lehrenden voraus!
„Herr, in unserer Schwachheit mache uns stark, einer lieblosen Welt voller Haß, Zwietracht und Eigennutz kraftvolle und glaubwürdige Zeugen Deiner alles Begreifen übersteigenden Liebe und Herzensgüte zu sein!“
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#14   Gotthard   21:38:30 | Donnerstag, 23. August 2007
Lindemann
Es gibt schon Naivlinge, die uralt Platitüden als die letzte Neuheit verkaufen.
Dr. Lindemann sollte doch besser als Arzt praktizieren statt in „Akademien“ alte Kamellen zu dozieren, die schon jeder Pfarrgemeinderat fünfmal getestet hat…
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#13   Horst Metzker   19:58:09 | Donnerstag, 23. August 2007
Auch Georg W. Bush,
ist ein US-Protestant. Ob er wohl an diesen Konzepten mitwirkte oder ob er trotz sonntäglich Kirchenbesuch, das sogenannte Christentum mit Mord, Brandschatzung und anderen Verbrechen die wir aus unserer Geschichte kennen, verteidigt? Solange Kirche, Sekten und was es so alles gibt, nicht zu ihren eigenen Fehlungen stehen, sollten sie sich nicht wundern, wenn ihnen die Klientel davon läuft.
Ihr hochmütigen, besserwissenden Sektierer, die ihr mit erhobenen Zeigefingern immer wieder auf die Bibel verweist, wo ist denn der Aufschrei der Gerechtigkeit beim Thema Vietnam, Afghanistan und Irak? Der Schrei verstummt unter der Tatsache des 11. Sept. Dieser Tag war nicht christlich, die satanischen Moslems!
Als praktizierender Katholik frage ich mich, was ich mit Leuten zu tun habe, die die Vermarktung der Glaubensauffassung, über den Sinn des Glaubens stellen?
Als profaner Mensch kann ich geistig wie geistlich nicht folgen.
Gelobt sei Jesus Christus, …Amen.
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#12   Benedikt   17:00:44 | Donnerstag, 23. August 2007
Wachstum
die alles in der Kirchengeschichte bisher Dagewesene übersteigt.
Ob die iroschottischen Missionare das wohl unterschreiben würden?
Zu den Punkten kann ich nur sagen: Vielen Dank, Hr. Lindemann! Glauben Sie ernsthaft, dass Glaubenskurse und Angebote für Zugezogene etc Neuigkeiten wären? So schlau sind die meisten Gemeinden mittlerweile auch.
Voraussetzung für jede Neuevangelisierung ist, daß deren Träger, Priester und Gläubige, normale Katholiken sind. Da dies nur in den Altritusgemeinden noch sicher gewährleistet ist, sieht Lindemann diese als seine erste Zielgruppe.
Ich lach mich tot…Lindemann will seine Neuevangelisierung also bei jenen beginnen, die sowieso schon eine unumstößliche Entscheidung für den Glauben getroffen haben? Lindemann sollte mal in einer gewöhnlich Basisgemeinde gehen und Gebetskreise etc gründen und seine Forderungen stellen. Bei einem 150%igen Altrituellen muss das keiner machen, der kommt so oder so.
Man sieht mal wieder, was für absurde Vorstellungen manche Leute von heutiger Pastoral haben. Das kommt davon, wenn man sich zulange im Mikrokosmos „Tradiland“ aufgehalten hat. Da draußen sind die Dinge wesentlich schwerer.
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#11   M. Kirschbaum   14:10:52 | Donnerstag, 23. August 2007
Aus der Zentralsauna …
Werter Baron, – keine Sorge: sie müssen hier nicht Morduafrufe starten – so oft kann ich leider hier sowieso nicht sein, da ich nun Moderator bei kreuts.net bin und an meinem großen Buch über den gegenwärtigen Traditionalismus arbeite … also: die meiste Zeit hier und anderswo nur zu Studienzwecken unterwegs …
Und nicht zu vergessen: Schöne Grüße nach Aachen in die Printenpackstation!
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#10   Sirilo   13:53:22 | Donnerstag, 23. August 2007
Das hat es doch schon gegeben!
Was hier beschrieben wird, ähnelt in vielem sehr dem System der Legion Mariens (in Deutschland seit den 1950er Jahren). Da muss man doch keine Church-Growth-Bewegung kopieren. In jede Pfarrei ein aktives Präsidium der Legion Mariens, und das Apostolat läuft!
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#9   Pio   13:35:08 | Donnerstag, 23. August 2007
Kleingeister
Die Hausbesuche der Zeugen sind nicht in sich schlecht. Ich würde mir wünschen, dass sich wieder mehr Priester in die Häuser aufmachen würden.
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#8   stimme der vernunft †   13:32:18 | Donnerstag, 23. August 2007
Sedisvakantismus
Voraussetzung für jede Neuevangelisierung ist, daß deren Träger, Priester und Gläubige, normale Katholiken sind. Da dies nur in den Altritusgemeinden noch sicher gewährleistet ist…
Sedisvakantismus, ick hör dir trapsen!
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#7   hähnchen   13:12:40 | Donnerstag, 23. August 2007
sektenmäßig
was lindemeier da propagiert ist sektenmäßig und dient nicht der individuellen Formung, sondern der Gleichschaltung, Zeugen Jehovas und Freie deutsche Jugend lassen grüßen
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#6   ExBochumer †   12:51:48 | Donnerstag, 23. August 2007
Schlammschlachten …
… auf niederstem Niveau.
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#5   Baron Bolligru   12:38:20 | Donnerstag, 23. August 2007
„M. Kirschbaum: Von der Redaktion entfernt“ …
So richtig schön wäre es erst, wenn es ohne Doppelpunkt und mit kleinem „v“ da stehen würde.
Der Typ nervt.
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#3   Sulpicius   12:24:01 | Donnerstag, 23. August 2007
Ah, Kirschbaum/Berger…
… auch wieder hier und nicht in der Katholischen Kölner Zentral-Schwulen-Sauna?
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#1   Romulus   11:52:47 | Donnerstag, 23. August 2007
Versektung?
Diese Schreibtisch-Evangelisierer und Theoretiker mit Patentrezepten habe ich gerade gerne… :-(
Warum nicht die Methoden von ZJ oder Scientology oder, oder… anwenden? Die haben auch ihre Patentrezepte… Ich fasse es nicht: Lindemann nimmt Anleihen bei den protestantischen US Sekten und versucht sie mit FSSPX zu verbinden.
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Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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