18:27:03 | Freitag, 24. August 2007
Kürzlich hat ein deutscher Dominikanerpater einige Klarstellungen zum Konzept der Nächstenliebe abgegeben.

Oskar Lafontaine von der Partei ‘Die Linke’: einer der wenigen, der sich noch auf die katholische Soziallehre beruft
(kreuz.net) In einem Artikel für die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ vom 9. August hat sich Pater Wolfgang
Ockenfels (60) mit der Bedeutung der katholischen Soziallehre in Deutschland befaßt. Pater Ockenfels
ist Dominikaner und Sozialethiker.
„Zu den wenigen Politikern, die sich in Deutschland noch auf die katholische
Soziallehre berufen, gehört Oskar Lafontaine“ – stellt der Pater in dem Artikel fest.
Dagegen habe sich
die Parteilinie der CDU von christlichen Positionen entfernt, ohne sich ausdrücklich von ihnen zu distanzieren.
Neben der CSU scheine nur noch die Partei der Linken mit Lafontaine etwas mit der katholischen Sozialtradition
gemeinsam zu haben.
Den kirchlichen Sozialverbänden Deutschlands ist der Atem nach Pater Ockenfels schon
Ende der 60er Jahre ausgegangen: „Sie hatten sich sozialpolitisch »zu Tode gesiegt«.“

Papst Leo XIII. verfaßte 1891 die erste Sozialenzyklika, Rerum Novarum
Von der CDU glaubt
der Geistliche, daß sie sich ihrer Vergangenheit zu schämen scheint: „Ihre frühen Programme lesen sich
über längere Strecken wie Paraphrasierungen päpstlicher Sozialverkündigung.“
Heute müsse man dort
christlich-soziale Elemente mit der Lupe suchen.
Dagegen erwecke Oskar Lafontaine den Eindruck, als ob
die zum Repertoire der katholischen Soziallehre gehörende Kritik an bestimmten Auswucherungen des „Kapitalismus“
etwas mit einer Neigung zum „Sozialismus“ zu tun hätte. Pater Ockenfels: „Das Gegenteil ist der Fall.“
Der Pater empfiehlt Lafontaine dazu das Studium der Enzyklika Centesimus annus.
Darin spreche sich Johannes
Paul II. für ein globales Wirtschaftssystem aus, „das die grundlegende und positive Rolle des Unternehmens,
des Marktes, des Privateigentums und der daraus folgenden Verantwortung für die Produktionsmittel, der
freien Kreativität des Menschen im Bereich der Wirtschaft anerkennt“.
Das erinnere stark an das Konzept
der sozialen Marktwirtschaft.
Lafontaine glaube dagegen, daß die christliche Soziallehre und die linken
Programme im Konzept der christlichen Nächstenliebe übereinstimmten:
„Doch da ist zu fragen, ob hier
eine Verwechslung von persönlicher Nächstenliebe und staatlich organisierter Solidarität vorliegt?“ –
kontert Pater Ockenfels.
Er kritisiert, daß Lafontaine als nationalstaatsgläubiger Sozialist eher wie
ein rückwärtsgewandter Revisionist denn als Visionär wirke: „Mit katholischer Soziallehre hat seine
Restauration wenig zu tun.“
Er bleibt – so Pater Ockenfels – auf den ausgreifenden westdeutschen Sozialstaat
der siebziger Jahre fixiert.
Doch die Fragen der Globalisierung und demographischen Entwicklung lassen
sich auf Dauer nicht populistisch überspielen.
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Sozialkatholisch 17:30:08 | Dienstag, 28. August 2007
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Pierre 17:24:18 | Dienstag, 28. August 2007
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GerdEric 22:26:41 | Freitag, 24. August 2007
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Gotthard 22:17:27 | Freitag, 24. August 2007
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Rodolfo Panetta 21:46:33 | Freitag, 24. August 2007