Katholische Soziallehre
Das Gegenteil ist der Fall
Kürzlich hat ein deutscher Dominikanerpater einige Klarstellungen zum Konzept der Nächstenliebe abgegeben.
Oskar Lafontaine von der Partei 'Die Linke': einer der wenigen, der sich noch auf die katholische Soziallehre beruft
Oskar Lafontaine von der Partei ‘Die Linke’: einer der wenigen, der sich noch auf die katholische Soziallehre beruft
(kreuz.net) In einem Artikel für die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ vom 9. August hat sich Pater Wolfgang Ockenfels (60) mit der Bedeutung der katholischen Soziallehre in Deutschland befaßt. Pater Ockenfels ist Dominikaner und Sozialethiker.

„Zu den wenigen Politikern, die sich in Deutschland noch auf die katholische Soziallehre berufen, gehört Oskar Lafontaine“ – stellt der Pater in dem Artikel fest.

Dagegen habe sich die Parteilinie der CDU von christlichen Positionen entfernt, ohne sich ausdrücklich von ihnen zu distanzieren.

Neben der CSU scheine nur noch die Partei der Linken mit Lafontaine etwas mit der katholischen Sozialtradition gemeinsam zu haben.

Den kirchlichen Sozialverbänden Deutschlands ist der Atem nach Pater Ockenfels schon Ende der 60er Jahre ausgegangen: „Sie hatten sich sozialpolitisch »zu Tode gesiegt«.“

Papst Leo XIII. verfaßte 1891 die erste Sozialenzyklika, Rerum Novarum
Papst Leo XIII. verfaßte 1891 die erste Sozialenzyklika, Rerum Novarum
Von der CDU glaubt der Geistliche, daß sie sich ihrer Vergangenheit zu schämen scheint: „Ihre frühen Programme lesen sich über längere Strecken wie Paraphrasierungen päpstlicher Sozialverkündigung.“

Heute müsse man dort christlich-soziale Elemente mit der Lupe suchen.

Dagegen erwecke Oskar Lafontaine den Eindruck, als ob die zum Repertoire der katholischen Soziallehre gehörende Kritik an bestimmten Auswucherungen des „Kapitalismus“ etwas mit einer Neigung zum „Sozialismus“ zu tun hätte. Pater Ockenfels: „Das Gegenteil ist der Fall.“

Der Pater empfiehlt Lafontaine dazu das Studium der Enzyklika Centesimus annus.

Darin spreche sich Johannes Paul II. für ein globales Wirtschaftssystem aus, „das die grundlegende und positive Rolle des Unternehmens, des Marktes, des Privateigentums und der daraus folgenden Verantwortung für die Produktionsmittel, der freien Kreativität des Menschen im Bereich der Wirtschaft anerkennt“.

Das erinnere stark an das Konzept der sozialen Marktwirtschaft.

Lafontaine glaube dagegen, daß die christliche Soziallehre und die linken Programme im Konzept der christlichen Nächstenliebe übereinstimmten:

„Doch da ist zu fragen, ob hier eine Verwechslung von persönlicher Nächstenliebe und staatlich organisierter Solidarität vorliegt?“ – kontert Pater Ockenfels.

Er kritisiert, daß Lafontaine als nationalstaatsgläubiger Sozialist eher wie ein rückwärtsgewandter Revisionist denn als Visionär wirke: „Mit katholischer Soziallehre hat seine Restauration wenig zu tun.“

Er bleibt – so Pater Ockenfels – auf den ausgreifenden westdeutschen Sozialstaat der siebziger Jahre fixiert.

Doch die Fragen der Globalisierung und demographischen Entwicklung lassen sich auf Dauer nicht populistisch überspielen.
      
17 Lesermeinungen
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#18   Bokrug †   18:38:33 | Mittwoch, 29. August 2007
Alternative
Schweizer Volksrechte auch für Deutschland!
www.oedp.de
www.bueso.de
Westliche ‘Werte’ verursachen psychische Erkrankungen
www.timesonline.co.uk/…305849-23529,00.html
Zitat:
THE rapid spread of Western business practices in Japan has caused widespread mental illness and is responsible for a deepening demographic crisis, government officials say.
Statistics indicate that 60 per cent of workers suffer from „high anxiety“ and that 65 per cent of companies report soaring levels of mental illness.
Meanwhile, the size of the Japanese population is shrinking, and for the first time the Government has acknowledged that the falling birth rate is linked to job-related factors. Directors of the Japanese Mental Health Institute blame the same factors for rising levels of depression among workers and the country’s suicide rate, which remains the highest among rich nations.
Läßt sich meines Erachtens auf Deutschland übertragen
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#17   Sozialkatholisch   17:30:08 | Dienstag, 28. August 2007
@ Pierre
Ein Problem der Linkspartei ist u.a. die falsche Moralvorstellung.
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#16   Pierre   17:24:18 | Dienstag, 28. August 2007
LaFontaine ist am nächsten
Wie man es immer sehen mag: LaFontaine ist am ehesten dran an der katholischen Soziallehre.
All die anderen weiter oder ganz weit davon entfernt.
Als Christ sollte man sich nicht scheuen, die Linke zu wählen.
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#15   Bokrug †   22:23:51 | Sonntag, 26. August 2007
Katholische Soziallehre passt nicht zum Neo-Liberalismus bzw. Monetarismus der Chicagoer Schule…
@Mathias Wagener:
www.attac.de/forum/search.php?mode=results
Freihandel: Warum Ricardo widerlegt ist…
www.neo-liberalismus.de
Siehe auch Franz Grolls Buch „Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert. Der Weg zu einer ökologisch-sozialen Gesellschaft“ (One Earth Spirit) von Franz Groll (Gebundene Ausgabe – September 2004).
Der unaufhaltsame Niedergang des Westens
Ulrich Berger und Christoph Stein 12.08.2005
Von den Folgen oder Ursachen des asiatischen Wirtschaftswunders
Durch die politische Debatte in Deutschland schwirrt ein magisches Wort, das zur Erklärung aller möglichen wirtschaftlichen Widrigkeiten herhalten muss: „die Globalisierung“. Es ist bei Politikern und Kommentatoren vermutlich so beliebt, da es ein schicksalhaftes Verhängnis bezeichnet, das ebenso bedrohlich ist, wie es verschwommen im Vagen bleibt. So gilt der ungarische Schlachter, der im bayerischen Schlachthof für Dumpinglöhne arbeitet genauso als Resultat der Globalisierung, wie der Import chinesischer Autos oder die feindliche Übernahme börsennotierter Unternehmen durch anglo-amerikanische Spekulanten. Katastrophal konstruierte Gesetze und Verordnungen verdampfen im selben Nebel unbestimmter Semantik wie der asiatische Boom, die europäische wirtschaftliche Stagnation oder die US-amerikanische Schulden- und Spekulationsblase.
www.heise.de/…r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/art…
Exportorientierung statt Binnenmarkt –…
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#14   Mathias Wagener   13:41:06 | Sonntag, 26. August 2007
Soziale Marktwirtschaft
Die Soziale Marktwirtwirtschaft steht nicht zur Debatte und darf auch nicht zur Debatte gestellt werden. Das Nachtrauern nach dem DDR-Souzialismus bleibt der PDS,pardon, Linke, vorbehalten.
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#12   GerdEric   00:25:51 | Sonntag, 26. August 2007
@Artois
Artois: Mein lieber Gerderices heißt „Fronarbeit“, allles andere ist durchaus peinlich. Im übrigen ist weder gegen die Fronarbeit noch gegen die Zinsknechtschaft grundsätzliches einzuwenden. Irgend jemand muß die Arbeit ja schließlich machen …
Danke für Ihre werte Beleerung (ich weiss h) ;-), aber dafür keine 3l und kleines grundsätzliches…
desweiteren aber nur Augenwischerei. :-!
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#11   Baron Bolligru   22:42:40 | Samstag, 25. August 2007
Orgend jemand muss die Arbeit ja machen,
sagt Artois, und das ist ein guter deutscher Satz.
Probleme entrstehen dann, wenn man fragt, wer für wen und aus welchen (wie begründeten?) Gründen die Arbeit macht.
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#10   Artois †   22:25:23 | Samstag, 25. August 2007
Mein lieber Gerderic
es heißt „Fronarbeit“, allles andere ist durchaus peinlich. Im übrigen ist weder gegen die Fronarbeit noch gegen die Zinsknechtschaft grundsätzliches einzuwenden. Irgend jemand muß die Arbeit ja schließlich machen …
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#9   GerdEric   22:14:25 | Samstag, 25. August 2007
@Bokrug
Mit anderen Worten, der Kapitalismus hat sich aus katholischen Landen (Venedig) auch nach Nordeuropa ausgebreitet…
Ob nun ein System mit Geld und Zinsen andere ausbeutet oder ohne, durch Frohnarbeit, ist recht einerlei.
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#8   Bokrug †   19:49:40 | Samstag, 25. August 2007
Fugger…
…war der Grosbankier und Mitglied der venezianischen Kaufmanns-Loge Ordo Bucentauro, der in der Zeit von 1450 – 1500 das mittelalterliche Schwundgeldsystem Europas mit seinen Geldverrufungen außer Kraft setzte, von Augsburg ausgehend.
Ein Muster-Kapitalist quasi…dessen Familie zu Zeiten Luthers es fertiggebracht hatte die Geldgeschäfte und Banken des Vatikans insgeheim zu leiten – und einen korrupten Kapitalismus zu verbreiten.
Nirgendwo war der Kapitalismus skrupelloser als in Venedig – nirgendwo waren die venezianisch-lombardischen Bankiers mächtiger und gnadenloser mit ihrem Zinswucher und ihrer Schuldsklaverei.
In der SCHEINrepublik Venedig wurde als einzigem Ort in ganz Europa auch mit christlichen Sklaven gehandelt.
Über Venedig breitete sich der Kapitalismus nach Norditalien, in die Lombardei, nach Deutschland (Fugger und hanseatische Kaufmanns-Logen) , von der Lombardei aus in die Niederlande (Calvinismus, Amsterdamer Börse) und nach London (Lombard Street) aus.
Von Grossbritanniens ausgehend sickerte die Geldmacht in die USA (Chicago, New York) und auch Frankreich ein.
Mittlerweile ist die fm. Bankiers-Geldmacht mit ihren diversen sich zeitweise auch gegenseitig befehdenden Kapital-Fraktionen leider weltbeherrschend.
Die Korruption der Freimaurerei (die nicht immer nur eine unidealistische Kaufmanns-Vereinigung war) begann in der Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts – und setzte sich dann bis in unsere Zeit fort.
Die FDP ist die Interessenvertretung der Freimaurer…
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#7   GerdEric   18:35:06 | Samstag, 25. August 2007
@Bokrug
Wer war Fugger?
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#6   Sozialkatholisch   09:07:18 | Samstag, 25. August 2007
Gottes- und Nächstenliebe
Die Ideen der Internationale und der Nationale müssen genauso gleichberechtigt zusammengeführt werden wie die Nächsten und die Gottesliebe. Die Politik des Oskar Lafontaine ist in Bezug auf die Nächstenliebe nicht schlecht, aber die Moral die zur Gottesliebe führt wird sträflich vernachlässigt, wie aber bei allen anderen, mehr oder weniger größeren Parteien, auch. Dann hört man natürlich immer die oberflächlichen Sprüche ob man ein besseres System wüsste, aber die Systeme in den führenden Industrienationen sind trotz einiger Ausreißer über Jahrhunderte gewachsen und mittlerweile so verkompliziert das sie ohne die öffentliche Ordnung zu zerstören nicht abgeschafft bzw. von grund auf erneuert werden können. Die Menschheit stößt hier immer mehr an ihre Grenzen ohne, in ihrer Arroganz, ihre Unvollkommenheit zu erkennen. Das einzige was helfen kann ist eine Hinwendung zu Gott, die Menschheit muss wieder die göttliche Majestät anerkennen und aufhören u.a. das goldene Kalb anzubeten.
Da, m.M. nach nur der Katholizismus die Fülle der Wahrheit in Bezug auf Gottes und Nächstenliebe in sich birgt, bin ich für eine weltweite Gründung von katholischen Staaten, leider ist das nicht möglich.
Aus dem Glauben gesehen befinden sich auf der Erde zwei Parteien im Streit, die eine will die göttliche Wahrheit und die andere führt ins Verderben. Leider hat das Böse, die, die dem Guten angehören wollen, schon so durcheinander geworfen, das bei einigen dort kaum noch die Wahrheit gefunden werden kan…
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#5   Bokrug †   23:43:43 | Freitag, 24. August 2007
Jesus war sozial – und ein Kritiker des Handels-Kapitals…!
@GerdEric:
Na, der katholische Priester, der sich an der traditionellen katholischen Soziallehre oder gar der Befreiungstheologie orientiert vielleicht noch eher als der eher alttestamentarisch ausgerichtete calvinistische Bankier in den USA oder London…man siehe dazu Max Weber, der Ursprung des Kapitalismus aus dem Geiste des Protestantismus.
Historisch waren es ja wohl die katholischen Jesuiten und die neutestamentarisch ausgerichteten Quäker, die Sklavenbefreiung eintraten…und nicht etwa die reichen Grosskaufleute der Niederlande oder Englands, Schottlands und der USA…die historischen Sklaven-Händler…!
Es war der Calvinismus, der den Zinswucher im Christentum wieder legal machte!
Ein paar Alternativen:
Christliche Soziallehre, Volkswirt Gustav Ruhland
www.vergessene-buecher.de
Katholisch Soziales Institut
Initiative Zukunft
265 S. 2004
ISBN: 3-927566-31-1
www.ksi.de/
www.initiativezukunft.de/
tagen.erzbistum-koeln.de/ksi/
www.berndsenf.de/VisionReader.htm
www.freiwirte.de/
www.michael-musil.de/…ermann/leseprobe.htm
VIX PERVENIT ERINNERT SICH DER NEUE PAPST DARAN ?
Die berühmte Enzyklika Pabst Benedikts XIV. gegen die Wuchersünde des Zinses vom 1. November 1745.
Wenn auch diese Enzyklika bei der menschen- und völkerverderbenden Beschreibung und Anprangerung der Folgen des Wucher- (Zins) Wesens stehen bleibt und sich hauptsächlich auf Appelle an das „christliche“ Gewissen beschränkt, so ist sie doch ein
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#4   crossword   22:33:27 | Freitag, 24. August 2007
bruder theo
ich trage wenigstens ein paar gedanken bei, die Ihnen nicht schaden – Sie tragen doch nur überheblichkeit und arroganz bei. und das wenige, was Sie unentwegt daherperseverieren könnte ein automat genau so gut übernehmen. meinen Sie nicht, bruder?
und im übrigen, maßen Sie sich nicht an, zu befunden, ob ich eine seele habe und wie ich’s mit gott halte.
es sei Ihnen aber verraten, wenn es auf leute wie Sie ankäme, würde ich über gott nur lachen können! darauf dürfen Sie stolz sein- in sicherer ermangelung anderer gründe
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#3   GerdEric   22:26:41 | Freitag, 24. August 2007
@Panetta
als wenn der katholische Priester solidarisch mit dem evangelikalen Arbeiter sein möchte…
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#2   Gotthard   22:17:27 | Freitag, 24. August 2007
@panetta
Jedenfalls kann eine multikulturelle Mischgesellschaft wie die deutsche auf Dauer kein Sozialstaat sein, weil der deutsche Arbeiter ebensowenig für den Muezzin um die Ecke einstehen will wie dies umgekehrt nicht der Fall ist.
Was heißt denn „Mischgesellschaft“?
Die Solidarität eines Sozialstaates erstreckt sich auf alle Menschen, die in diesem Staat wohnen…bzw Bürger dieses Staates sind – unabhängig von Religion oder Geburtsort.
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#1   Rodolfo Panetta   21:46:33 | Freitag, 24. August 2007
Sozialstaat ist nur im Rahmen des Nationalstaats möglich.
Nach der Schlierer-Doktrin ist ein Sozialstaat nur im Rahmen eines Nationalstaates denkbar, weil nur im Nationalstaat die Menschen bereit seien, sich untereinander solidarisch zu verhalten. – Man mag aus katholischer Sicht einwenden, daß auch in einem religiös homogenen Gebilde wie der Kirche Menschen untereinander Solidarität zu üben bereit sind. Jedenfalls kann eine multikulturelle Mischgesellschaft wie die deutsche auf Dauer kein Sozialstaat sein, weil der deutsche Arbeiter ebensowenig für den Muezzin um die Ecke einstehen will wie dies umgekehrt nicht der Fall ist.
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