16:57:26 | Samstag, 25. August 2007
Ein international angesehener Gelehrter, Verteidiger der Wahrheit und Streiter für die Alte Messe ist vor den Richterstuhl Gottes getreten. Biographisches und ein Text aus seiner Feder.

Kreuzigung Christi des deutschen Renaissancemalers Matthias Grünewald († 1528) auf dem Isenheimer Altar
(kreuz.net, München) Der emeritierte Münchener Philosophieprofessor Reinhard Lauth ist am Donnerstag
nach langer Krankheit 88jährig verstorben.
Das berichtete die Priesterbruderschaft St. Pius X. auf ihrer
Webseite.
Kurzbiographie von Prof. Reinhard LauthLauth erblickte am 11. August 1919 in Oberhausen –
30 Kilometer nördlich von Düsseldorf – das Licht der Welt.
Nach Arbeitsdienst und Kriegsteilnahme promovierte
er 1942 in Philosophie und 1944 in Medizin. 1948 habilitierte er sich in Philosophie. Ab 1954 wirkte er
als Philosophieprofessor in München.
Als erster Deutscher nach dem Weltkrieg hielt er 1968 in Tel Aviv
und in Jerusalem Vorlesungen.
Prof. Lauth ist Mitherausgeber der Fichte-Gesamtausgabe der Bayerischen
Akademie der Wissenschaften.
Für die Arbeit an der Fichte-Gesamtausgabe lehnte er Berufungsanfragen
von den Universitäten Berlin, Bonn, Braunschweig, Graz, Salzburg und Würzburg ab.
Bereits ab 1965 warnte
er vor den konziliaren Reformen und insbesondere vor der Liturgiereform.
Seine beiden Studenten Franz
Schmidberger und Klaus Wodsack machte er auf Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991) aufmerksam. Die beiden
wurden die ersten deutschen Priester der von Mons. Lefebvre gegründeten Piusbruderschaft.
Noch vor wenigen
Tagen spendete ihm Pater Andreas Mählmann, Prior der Piusbruderschaft in München, die Krankenkommunion.
Prof. Lauth wird am Dienstag, dem 28. August, auf dem Münchner Westfriedhof begraben. Requiem und Beerdigung
hält Pater Franz Schmidberger.
Ist die Entscheidung, keine Juden zu vergasen, geschichtlich überholbar?
Der folgende Text stammt aus der Einleitung der Schrift „Die absolute Ungeschichtlichkeit der Wahrheit“,
Stuttgart 1966. Von Reinhard Lauth.Im Frühjahr 1964 hielt ein deutscher Professor für Pädagogik während
einer Tagung, die sich mit den wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Pädagogik befaßte, einen Vortrag
über „Seinsoffenes Erziehen“.
In diesem Vortrag vertrat er die These von der Geschichtlichkeit der Wahrheit
und formulierte mehrfach: „Jede Entscheidung ist überholbar“.
Als im Anschluß an den Vortrag die Diskussion
eröffnet wurde, stellte ich diesem Professor die Frage: „Ist die Entscheidung, keine Juden zu vergasen,
auch geschichtlich überholbar?“
Der Vortragende antwortete sinngemäß: „Für uns ist heute diese Entscheidung
unaufhebbar“.
Ich fragte nach: „Halten Sie es aber für möglich, daß diese Entscheidung in späteren
Zeiten einmal rechtmäßig überholt werden kann?“
Die Antwort lautete: „Ich kann heute nur sagen, daß
wir uns nicht vorzustellen vermögen, diese Entscheidung könnte einmal rechtmäßig überholt werden“.
Ich entgegnete: „Sie können doch zwischen der Frage, was man Ihrer Ansicht nach
heute rechtmäßig nicht
annehmen kann, und der, was man
in Zukunft möglicherweise wird rechtmäßig entscheiden können, unterscheiden?
Ich möchte jetzt von Ihnen nicht wissen, was Sie selbst mit Ihren Zeitgenossen heute rechtmäßig sagen
zu können meinen, sondern was nach Ihrer jetzt vertretenen These in Zukunft rechtmäßigerweise wird
vertreten werden können.
Ich wiederhole also meine Frage: wollen Sie auf Grund der These, daß
jede
Entscheidung überholbar ist, sagen, es sei möglich, daß eine zukünftige Generation »rechtmäßig« –
das ist »aus der Wahrheit« – entscheiden können wird, Juden zu vergasen?“
Daraufhin antwortete der
Befragte nach einem kurzen Zögern: „Ja ich halte es für möglich.“
Die Antwort stellt an einem Grenzfall
dar, was durch die These von der Geschichtlichkeit der Wahrheit betroffen wird, nämlich unsere gesamte
Lebenseinstellung und damit unser gesamtes Leben selbst.
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#21
Ydefix 00:22:35 | Mittwoch, 29. August 2007
#4
Heggi 17:25:58 | Samstag, 25. August 2007