Ökumene
Ein Veto von Erzbischof Haas?
Kurienkardinal Walter Kasper wollte in Liechtenstein einer ökumenischen Veranstaltung vorstehen. Doch es kam anders.
Erzbischof Wolfgang Haas
Erzbischof Wolfgang Haas
(kreuz.net, Vaduz) Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, wollte morgen im Erzbistum Vaduz einen ökumenischen Anlaß leiten. Doch Erzbischof Haas habe dagegen „interveniert“.

Das berichtete die Nordostschweizer Regionalzeitung ‘Der Landbote’ unter dem Titel „Kardinal kuscht vor Erzbischof“. Was genau Erzbischof Haas gegen den ökumenischen Anlaß unternommen haben soll, erklärt das Blatt nicht.

Dafür zitiert die Zeitung ausführlich den Vorsitzenden der evangelischen Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Pastor André Ritter. Er ist der Organisator des ökumenischen Anlasses.

Kardinal Kasper sollte einen Vortrag und anschließend ein ökumenisches Abendgebet halten.

„Anfang Juni hat mir der Kardinal den Besuch in Vaduz noch einmal persönlich bestätigt“ – erklärte Ritter.

Kürzlich teilte ihm ein Sekretär mündlich mit, daß angeblich ein „Veto“ von Erzbischof Haas Kardinal Kasper bewogen habe, den Besuch abzusagen. Der Protestant ist dabei „aus allen Wolken gefallen“.

Für Richter ist klar: Kardinal Kasper habe „offensichtlich“ nicht in „ein Wespennest stechen“ wollen. Oder er habe dem innerkatholischen Frieden zuliebe auf seinen Liechtensteiner Besuch verzichtet.

Der Generalvikar von Vaduz, Prälat Markus Walser, wollte nicht mit dem ‘Landboten’ reden. Er ist bis 10. September im Urlaub: „Rufen Sie dann wieder an.“

Tolerant oder Haas-treu?

Der protestantische Pfarrer Richter benützte das Gespräch mit dem ‘Landboten’ für eine Haßtirade gegen Erzbischof Haas.

Die Zusammenarbeit unter den Christen habe im Land während langer Jahre „gut“ funktioniert.

Doch der Vaduzer Erzbischof habe mit der Ökumene „Tabula rasa“ gemacht. Angeblich deshalb funktioniert nun in „immer weniger“ Pfarreien das Miteinander von Katholiken und Evangelischen.

Sobald an einem Ort ein „toleranter“ Priester in Pension gehe, werde er durch einen „Haas-treuen“ Priester ersetzt: „Dann ist es auch mit der Ökumene zu Ende.“

Im Fürstentum Liechtenstein sind nach Angaben des Jahres 2003 gut 75 Prozent katholisch und nur 7 Prozent evangelisch.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Pater Ralf   23:25:52 | Donnerstag, 30. August 2007
Wer lügt?
Hätte sich Kardinal Kaspar:-O
:-O nicht vorher überlegen können und informieren können, wie das ist mit der Einladung vom sogenannten Pfarrer Ritter ins Erzbistum Vaduz? Haben wir nur solche ,die bis zur Nasenspitze denken, im Vatikan? Die Einladung erfolgte schon am 1. April 2007, warum solange bis ein Gegenschlag von Erzbischof Wolfgang erfolgte? Schläft er auch? Schlafen eigentlich alle?:-[o^/
o^/
:-[
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#17   Typ   23:03:58 | Donnerstag, 30. August 2007
Haßtirade?
Kann mir jemand erklären, worin die „Haßtirade“ bestanden haben soll? Im Artikel finde ich nichts.
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#16   Giazinta   21:06:27 | Mittwoch, 29. August 2007
Warum immer diese Zwängerei?
Als Erstes: Ich bin keine Befürworterin von Bischof Haas (als Zürcherin). Ich befasse mich seit längerem mit dem katholischen Glauben und all seinen „Problemen“ und eines kann ich mit gutem Gewissen sagen: Oekumene = gemeinsames Abendmahl funktioniert nicht, weil hier zwei total unterschiedliche Welten aufeinander prallen. Also warum es nicht einfach sein lassen? Am Ende stehen wir alle vor unserem Schöpfer, ob wir jetzt gemeinsam gefeiert haben oder jeder in seiner Kirche. Ich gehe zur Messe, aber nicht zur Kommunion, aus Respekt gegenüber der katholischen Lehre. Ich erhalte die geistige Kommunion, welche für mich gleichwertig ist. Und eine Frage zum Schluss: Wieso werden ständig die romtreuen Priester kritisiert? Gehen wir den zu unserer Unterhaltung in die Kirche, oder wegen dem Priester, weil er attraktiv aussieht? Ich auf jeden Fall nicht. Ich wünsche allen Lesern Gottes Segen. :(3
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#15   stimme der vernunft †   09:45:47 | Mittwoch, 29. August 2007
@wsxyz
Aber sollte er früh und unangenehm sterben ist das auch für einen Christ keine Katastrophe
Ja genau, wir fressen und saufen bis zum Exzess, und wenn wir davon einen Herzkasper kriegen ist ja Gott dran schuld, es war ja sein Wille. Alles Kismet, es steht alles im großen Buch verzeichnet.
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#14   wsxyz   22:35:00 | Dienstag, 28. August 2007
zum Tod
engelhardt: „Der Mann wird frueh und nicht angenehm sterben, wenn er nicht bald 100KG abnimmt.“
Und das soll er ja auch tun, damit er noch länger sein Amt ausüben kann.
Aber sollte er früh und unangenehm sterben ist das auch für einen Christ keine Katastrophe.
Herr, mein Gott, schon jetzt nehme ich jede Art des Todes, wie es Dir gefallen wird, mit allen ihren Ängsten, Leiden und Schmerzen von Deiner Hand mit voller Ergebung und Bereitwilligkeit an.
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#13   engelhardt †   11:25:25 | Dienstag, 28. August 2007
Kapsar, Haas, wie auch immer…
Der Mann wird frueh und nicht angenehm sterben, wenn er nicht bald 100KG abnimmt.
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#12   MichalK   10:54:00 | Dienstag, 28. August 2007
Falls die Nachricht richtig ist
muss ich meine Freude äußern. Der Erzbischof hat recht, er ist in Unterschied zum Kardinal rechtgläubig.
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#11   Dr.phil Z. Laus   10:53:19 | Dienstag, 28. August 2007
Tja, engelhardt,
manche sehen ungesund aus und manche leiden unter ungesunden Wahrnehmungsverzerrungen! Sie sollten sich mal untersuchen lassen, engelhardt… ^-^ !
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#10   Sirilo   10:51:26 | Dienstag, 28. August 2007
@engelhardt
Bitte genauer hinschauen! Der abgebildete Herr ist nicht Kardinal Kasper, sondern Erzbischof Haas von Vaduz!
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#9   engelhardt †   10:45:55 | Dienstag, 28. August 2007
Kardinal Kasper
…sollte mal etwas fuer sienen Blutdruck tun. Der Mann sieht nicht gesund aus.
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#8   Sirilo   10:22:47 | Dienstag, 28. August 2007
@Cantuja
Sie schreiben „Bischof Hass“ – na, wenn das kein Freudscher Verschreiber ist!
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#7   Juhuben Cantuja   09:43:57 | Dienstag, 28. August 2007
ein troianisches Pferd in der Stadt Gottes
Kardinal Kasper steht einer Einrichtung vor, in der viele das troianisches Pferd in der Stadt Gottes sehen. Bischof Hass dürfte dazu gehören und daher ist es verständlich dass er in Kardinal Kasper einen unerwünschten Gast in seiner Diozöse sehen musste. Ein Kardinal Lehmann würde nicht anders vorgehen, wenn irgendeine Pfarrei seiner Diozöse einen Vertreter der Piusbruderschaft zu einem Vortrag einladen würde
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#6   Gotthard   22:35:04 | Montag, 27. August 2007
@seminarist
Hierrbei muss eine Einladung der Regierung des Landes, respektive des Fürstenhauss vorliegen. Diese war nicht vorhanden.
Sollten die staatskirchlichen Regelungen wirklich sooo sein, wäre es Aufgabe des Vaduzer Bischofs gewesen, Kard. Kasper darauf hinzuweisen – bzw die Einladung bei der Vaduzer Regierung zu erwirken.
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#5   Aloah   21:16:06 | Montag, 27. August 2007
@Seminarist: Protokollfehler
Volle Zustimmung!
Grüße, Aloah
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#4   Rainer Tobak   19:53:53 | Montag, 27. August 2007
Wenn nur 7 % evangelisch sind in Liechtenstein und – wie bei den Evangelischen üblich – nur ein
niedriger 1-stelliger Prozentsatz der Evangelischen den Glauben noch praktiziert, unter diesen aber wiederum nur ein Bruchteil sich für Ökumene-Fragen und theologische Erörterungen interessieren dürfte, wieviele Protestanten bleiben dann noch übrig: 10, 15, vielleicht gar 20 Personen?
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#3   Schwester Mary Clarence   19:40:58 | Montag, 27. August 2007
ich kenne…
… keinen intoleranteren menschen als erzbischof haas.
allein was er mit dem thema „pfarrer kellenberger“ in triesen bzw. vaduz aufgeführt hat war ein wahnsinn!
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#2   Nachtlaterne   18:48:15 | Montag, 27. August 2007
sie wollen …
…nahezu alle eine ökumene zu lasten der wahrtheit.
sie sagen: nur das wort gottes allein, meinen und tun aber das gegenteil.
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#1   Seminarist   18:43:56 | Montag, 27. August 2007
Protokollfehler
Der Besuch eines Kardinals im Fürstentum Liechtenstein kommt aufgrund der staatskirchlichen Verfassung des Landes einem Staatsbesuch gleich. Hierrbei muss eine Einladung der Regierung des Landes, respektive des Fürstenhauss vorliegen. Diese war nicht vorhanden.
S.Em. Kardinal Kasper hätte mit seinem Besuch die Landesregierung und das Fürstenhaus blossgestellt. (Was er aber hätte wissen können.)
S.Ex. Erzbischof Haas hat mit der Affäre nichts zu tun – im Gegenteil: Die Landesregierung fährt eher einen Haas-kritischen Kurs und hätte womöglich eine offizielle Einladung gegeben, wenn der Kardinal sich ans Protokoll gehalten hätte.
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