11:39:13 | Mittwoch, 29. August 2007
Zu historisch erstaunlichen Erkenntnissen kam kürzlich ein Kommentator der liturgischen Gegebenheiten von damals und heute. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Papst Benedikt XVI. weist völlig zu Recht auf eine Art liturgischer Kreativität hin, die
oft zu kaum erträglichen Entstellungen der Liturgie geführt habe.
Das erklärte Urban Fink-Wagner,
Chefredaktor der altliberalen ‘Schweizerischen Kirchenzeitung’, am 19. Juli in einem Leitartikel unter
dem Titel „Johannes XXIII., das Latein und der alte Ritus“.
Das wöchentlich erscheinende Blatt ist das
offizielle Organ der Schweizer Diözesen mit deutschsprachigem Bevölkerungsanteil.
Fink behauptet in
seinem Kommentar unter anderem kühn, daß die durch die tridentinische Liturgie gekennzeichneten Jahrhunderte
„voll von Mißbräuchen“ gewesen seien.
Als Beispiele nennt er priesterliche „Wettrennen“ – „eine schlanke
tridentinische Messe ist in 10 bis 12 Minuten »lesbar«“ – oder eine angebliche „völlige Zweiteilung“
von Klerus und Volk.
Sodann stellt sich nach Fink historisch auch die Frage, warum die Liturgiereform
des Zweiten Vatikanums überhaupt stattgefunden habe.
Die Konzilsväter haben nach Fink erkannt, daß
die „tridentinische Liturgiereform“ auch zeitbedingt und somit defizitär gewesen sei:
„Es bestand offensichtlich
die Notwendigkeit, die liturgischen Bücher, Texte und Riten zu verbessern und aus pastoralen Gründen
anzupassen, außerdem den Gläubigen eine aktivere Teilnahme zu ermöglichen.“
Somit sei es falsch, ein
Idealbild der alten Liturgie mit einem Zerrbild der neuen zu vergleichen.
Fink übersieht, daß die Neue
Liturgie von Anfang an als Zerrbild entstand.
Denn gerade die heute als ihre Kernmerkmale empfundenen
Elemente wurden allesamt wild und gegen die Anordnungen des Konzils oder der neuen liturgischen Bücher
eingeführt:
Mahltische, Handkommunion, ordentliche Kommunionspender, Abschaffung der Meßgewänder,
liturgisches Palaver, priesterliche Privatzeremonien.
Auch die Veröffentlichung des Neuen Meßbuches
unter Erzbischof Annibale Bugnini († 1982) – dem Sekretär des ‘Consilium für die Implementierung der
Liturgiekonstitution’ – verlief nicht in ordentlichen Bahnen.
Es muß erstaunen, daß die heute gültige
Neue Messe vor ihrer Einführung von einer eigens einberufenen Bischofssynode abgelehnt wurde.
Es muß
verwundern, daß die erste Auflage des Neuen Meßbuches in einer Nacht- und Nebelaktion wieder vom Markt
genommen werden mußte, weil sie eine häretische Meßdefinition erhielt.
Und es muß zu denken geben,
daß der „Vater der Neuen Messe“ im Januar 1976 von Papst Paul VI. als Apostolischer Pro-Nuntius in den
Iran verjagt wurde.
Die Einführung des Neuen Ritus geschah in der Form eines Staatsstreiches. Und die
Jahre danach waren von einem nie dagewesenen liturgischen Chaos und Glaubensabfall gekennzeichnet, von
dem sich die Kirche bis heute nicht erholt hat.
Doch Fink läßt sich von der Wirklichkeit nicht beirren.
Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanums gehe von der „Gemeindemesse“ aus, in der sämtliche Anwesende
„Träger der Meßfeier“ seien – schreibt er tapfer:
„Dabei üben alle einen liturgischen Dienst aus,
der Priester, die Lektoren, die Ministranten, der Organist, die Kommunionhelfer, der Kirchenchor, ja die
ganze Gemeinde.“
Die Wahrheit ist weniger romantisch. Am Sonntagmorgen liegt fast die „ganze Gemeinde“
des Neuen Ritus im Bett.
Und die wenigen, die sich immer noch in die Kirche verirren – bestimmte Gewohnheiten
kann man in einem gewissen Alter nicht mehr leicht ablegen – sind als „Träger der Meßfeier“ auch nur
beschränkt geeignet.
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Typ 16:30:23 | Donnerstag, 30. August 2007
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Gotthard 20:09:19 | Mittwoch, 29. August 2007
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Gotthard 17:36:11 | Mittwoch, 29. August 2007
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Gotthard 17:03:34 | Mittwoch, 29. August 2007
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