Prof. Hilberath
Der Professor leidet
Nicht nur die Liturgie ist auf den Hund gekommen. Es wird auch immer klarer, daß die Theologie mit den Zähnen am Boden schleift. Ein Kommentar.
Prof. Bernd Jochen Hilberath
Prof. Bernd Jochen Hilberath
© uni-tuebingen.de
(kreuz.net) Bernd Jochen Hilberath (59) – Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung in Tübingen – leidet unter der jüngsten Erklärung der Glaubenskongregation.

Entsprechend äußerte sich der Professor kürzlich vor der liberal-katholischen, österreichischen Wochenzeitung ‘Die Furche’.

Das Dokument sei „für die ökumenische Bewegung ein Schlag, man könnte sagen eine Katastrophe“.

Hilberath – der sich als Theologe versteht – sieht die Problematik vor allem in den numerischen Mehrheiten und erklärt sich die Erklärung mit einer Verschwörungstheorie:

Er glaubt, daß „bestimmte Kreise, die ich im Blick auf unsere Kirchenlandschaft als Minderheit bezeichnen würde“, Anfragen an den Vatikan gestellt haben, um von ihm die Antworten zu bekommen, die sie sich wünschen.

Hier werde versucht, zu einem „alten Modell von Kirche“ und einem damit verbundenen Modell von Ökumene zurückzukehren.

Zu Hilberaths Darstellungsweise ist anzumerken, daß die Begriffe „alt“ und „neu“ – außer bei der Unterscheidung der alten und neuen Heilsökonomie – keine theologischen Kategorien sind.

In der Theologie geht es nicht um „alt“ oder „neu“, sondern um wahr oder falsch.

Theologisch gesehen besitzt das Wort „neu“ keinen guten Klang: „Neuerer“ war in der Kirchengeschichte ein Synonym für „Ketzer“ – also jener, der etwas erfindet, was die Kirche nicht von Christus empfangen hat.

Ähnliches gilt für die Begriffe „Mehrheit“ und „Minderheit“.

Wenn Hilberath seinen theologischen Überlegungen solche numerische Kategorien zugrundelegen will, dann wird er Jesus Christus auf der Seite der Minderheit seiner und die Kirche auf der Seite der Minderheit unserer Zeit finden.

Um die fehlende Apostolizität der evangelischen Gemeinschaften zu kompensieren, schlägt Hilberath die etwas billige Unterscheidung zwischen „grundsätzlicher Apostolizität“ und „apostolischer Nachfolge im Amt“ vor.

Solch eine Unterscheidung kann man „grundsätzlich“ natürlich treffen. Aber sie wird fatal, wenn diese beiden Aspekte derselben Medaille gegeneinander ausgespielt werden.

Doch genau das tut Hilberath. Er möchte die Frage der apostolischen Sukzession der Ämter „vielleicht auch einer größeren Flexibilität“ unterwerfen.

Daß er mit dem Feuer spielt, fällt ihm nicht auf.

Leichtfertig postuliert er – in einer angemessenen taktischen Unschärfe – eine Kirche, die sich vom Konkreten ins Grundsätzliche und von der Gegenwart in die Abstraktion theologischer Spekulationen verflüchtigt.

Was ist die von Hilberath konstruierte „grundsätzliche Apostolizität“ letztlich? Nach welchen Kriterien kann sie einer Gemeinschaft zugeschrieben werden oder nicht?

Erlaubt es die „grundsätzliche Apostolizität“ jedem seine private Kirche zu gründen? Den Reformatoren so gut wie der Legion von Predigern, die in Südamerika oder Afrika ihre eigene Kapelle aufsperren?

Hat sich Hilberath schon einmal Gedanken über das Ende einer Kirche gemacht, die sich immer mehr in Abstraktionen auflöst? Ist das die Kirche des fleischgewordenen Sohnes Gottes?

Auf eine entsprechende Frage der ‘Furche’ erklärt der Ökumeniker, daß man als Reaktion auf die Erklärung der Glaubenskongregation „einfach weitermachen“ solle.

Ob es für so profunde Ratschläge ein eigenes ‘Institut für Ökumenische Forschung’ in Tübingen braucht?

Ein Theologe, der – zugegeben auf einem recht niedrigen Niveau – das Primat der Tat verteidigt, predigt damit auch das Ende der Theologie.

Hilberath setzt noch einen drauf. Er teilt mit, nicht zu glauben, daß die jüngsten Aussagen der Glaubenskongregation eine „authentische Interpretation des Konzils“ darstellten.

Eine kühne These. Man wäre brennend interessiert gewesen, wo „das Konzil“ die Relativierung der apostolischen Sukzession verkündigt.

Doch der Professor schweigt. Er scheint die Brisanz seiner Aussage nicht zu erkennen.

Hw. Hilberath scheint auch nicht zu wissen, daß das Lehramt den „authentischen Interpreten“ des Konzils darstellt, so wie das Oberste Gericht eines Landes der „authentische Interpret“ des Gesetzes ist.

Mit solchen Details verdirbt man sich am Tübinger ‘Ökumenischen Institut’ offenbar nicht den Tag.

‘Die Furche’ lenkt den Professor sodann auf die Freigabe der Alten Messe hin. Es geht im gleichen Stil weiter.

Alte Messe

Mit der Alten Messe werde ein Bild von Kirche, von „Abendmahl“, von Opfer, von Priestertum transportiert, das nach dem Konzil „nicht mehr“ ungebrochen gelten könne.

Wie man sieht, hat sich der Glaube der Kirche – in der Version von Hilberath – nach dem Zweiten Vatikanum geändert.

Schließlich wird der Professor von ‘Die Furche’ auch auf den „umstrittenen“ Papst angesprochen: Medienexperten würden raten, die katholische Marke „Papst“ noch bewußter einzusetzen.

In seiner Antwort präsentiert Hilberath wieder eine unglückliche Unterscheidung:

„Wenn der Papst die Marke ist, dann wird ja – bildhaft gesprochen – der Autoverkäufer anstelle des Autos beworben“ – glaubt er.

Gott sei unsere Marke, und alle anderen seien dazu da, diese Marke zu präsentieren.

Nein, lieber Herr Professor, die Sache ist verzwickter. Nicht nur als Verkäufer hat uns Christus eingesetzt, sondern als Miterben, Miteinverleibte, Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus – auch den Papst (Details im Epheserbrief Kapitel 3 Vers 6).

Die Kirche und der Christ sind etwas Konkretes, Reales, Gegenwärtiges, Greifbares und Übernatürliches, an dem man sich stoßen und worüber man stolpern kann.

Beide sind so konkret, real, gegenwärtig, greifbar und übernatürlich, daß man sie nicht mit einigen Theologensprüchen aus der Welt interpretieren kann.
      
9 Lesermeinungen
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#9   zöllner   15:18:10 | Sonntag, 9. September 2007
wahrheit
was die wahrheit ist, werden einmal nicht wir entscheiden sodern ein anderer.
zuerst einmal hoffen wir auf gottes liebe.
leider passt das nicht zu aussprüchen, dass ein mensch in der hölle schmoren soll. ganz und gar nicht. und auch nicht, dass ein mensch „gefeuert“ werden soll.
schlimm ist es, so etwas zu lesen, mit verlaub.
und es macht einen traurig. egal, ob dieser theologe unsinn redet oder nicht.
ich frage mich wirklich, ob es in ordnung ist als christ, einen menschen, wen auch immer, so herabzusetzen.
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#8   Sirilo   21:58:07 | Donnerstag, 30. August 2007
Warum…
hat der Autor dieses Kommentars, der einen Professor namentlich angreift, nicht den Mut, dieses Elaborat mit seinem Namen zu unterschreiben? Wer meint, die Wahrheit zu besitzen, braucht nicht feig seinen Namen zu verschweigen!
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#7   Gotthard   21:42:20 | Donnerstag, 30. August 2007
Knalltüte
der Prof ist eine echte Knalltüte!
Ich freue mich jedesmal, wenn ich den evangelischen Kultdiener sehe, dass dieser in der Hölle landen wird.
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#6   Ansbach.Dragoner   20:56:30 | Donnerstag, 30. August 2007
hui---
ein weiterer Kandidat zum feuern. Wann werden diese Herrschaften eigentlich entlassen. Welche Firma zahlt sonst noch Leute die für die Gegner arbeiten ? Solche Idioten taugen höchstens zum Zechpropst. Da kann er dann labern und diskutieren ob man lieber einen Schein oder mehr Münzen einwerfen soll. Auf akademischen Niveau natürlich. Witzfigur !
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#5   zeitundewigkeit   18:18:34 | Donnerstag, 30. August 2007
Was kann
schon von Mainz Gutes kommen, wenn man Assistent beim Häretiker Theodor Schneider war?
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#4   Raphael240889   15:11:33 | Donnerstag, 30. August 2007
Muss entlassen werden
Der Professor H. aus Tü. muss dringend entlassen werden und ganze Lehrstühle entmachtet werden. Denn ohne Geld können die nichts mehr machen. Dringend. Im übrigen führt Lehmann einen dicken Dienst-Mercedes; kann man dem Kardinal das lustige Vergnügen nehmen, dass er mal ein Schrottauto fährt? Er dient dem TV und dem dicken Magen, nicht aber mehr Christus.
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#3   Bokrug †   14:35:11 | Donnerstag, 30. August 2007
Johannes-Evangelium
66.102.9.104/search?q=cache:QrjBru…
Zitat:
es gibt (sehr) gute Gründe anzunehmen, daß der Apostel und Augenzeuge Johannes der Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums ist.
Diese These vertritt z.B. der Geschichtswissenschaftler Prof. Dr. Hugo Staudinger (Die historische Glaubwürdigkeit der Evangelien, 7. Auflage, Wuppertal-Zürich/Brockhaus, S. 42 f.):
Zitat:
„[…] im Jahre 1935, erfolgte eine Sensation. Der britische Papyrologe Colin H. Roberts gab ein aus Ägypten stammendes als p 52 eingeordnetes Papyrusfragment heraus, das etwa aus dem Jahre 125 stammt. Es ist auf beiden Seiten beschrieben, ist also nicht Teil einer Schriftrolle, sondern eines Codex. Die Vorderseite konnte Roberts als Johannes 18,31-33und die Rückseite als Johannes 18,37-38 entziffern. […] Mit dieser Entdeckung waren alle bis dahin gängigen Hypothesen, die die Entstehung des Johannes-Evangeliums tief im 2. Jahrhundert ansetzten, eindeutig widerlegt. Da dieses Evangelium um das Jahr 125 herum schon in Ägypten verbreitet war, muß es spätestens um die Jahrhundertwende abgefaßt sein.“
Und weiter (ebenda, S. 45 f.):
Zitat:
„Der vierte Evangelist bringt sein besseres Wissen durch unmittelbare Zeugenschaft offensichtlich bewußt ins Spiel, indem er von den Berichten der anderen [= der Synoptiker; JP] kor…
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#2   jolie   12:31:20 | Donnerstag, 30. August 2007
dieser ökumeniker
beweist eigentlich nur, wie tief das niveau der deutschen staatstheologen gesunken ist, oder?
meint
euer
jolie
:-#
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#1   semper reformandus   12:19:30 | Donnerstag, 30. August 2007
dieser Ökumeniker …
… beweist, wie gefährlich der moderne Ökumenismus ist. Die im Zuge der Reformation entstandenen Gegenkirchen und ihre Irrlehren sind hochgradig infektiös; nur wer wirklich treu im Glauben steht, übersteht den „Dialog“ mit ihnen ohne bleibende Schäden.
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